Backpapier-Ersatz: Alternativen fürs Kochen und Backen

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Backpapier landet oft nach einmaliger Verwendung im Müll. Kein Wunder also, dass viele einen Ersatz für Backpapier suchen. Doch nachhaltige Alternativen zum Backpapier sind nur schwer zu finden.

Laut Herstellern kannst du Backpapier abhängig von seiner Qualität zwischen zwei- und sechsmal verwenden. Dies hängt aber vor allem davon ab, wie lange und bei welcher Temperatur das Papier im Ofen ist. Backpapier ist also alles andere als langlebig und neben Verpackungen ein weiterer Faktor vermeidbaren Mülls in der Küche. 

Genau genommen handelt es sich bei Backpapier um beschichtetes Papier. Es gibt zwei verschiedene Beschichtungen:

  1. Ist das Papier mit Silikon beschichtet, hält es sich deutlich länger. Allerdings kann Silikon nur sehr schlecht von der Umwelt abgebaut werden.
  2. Backpapier mit Quilon (eine Kombination aus Chromsalzen und Fetten) kannst du nur max. zweimal verwenden. Außerdem darf es nicht länger als eine halbe Stunde bei 200 Grad in den Ofen.

Wenn du klassisches Backpapier kaufst, dann sollte es ungebleicht, kompostierbar und FSC-zertifiziert sein (erhältlich zum Beispiel bei ** Avocadostore).

Backpapier-Ersatz: empfehlenswerte Alternativen

Einfetten oder Antihaft-Beschichtung statt Backpapier.
Einfetten oder Antihaft-Beschichtung statt Backpapier.
(Foto: CC0 / Pixabay / KostkaCZ)

Von den Backpapier-Alternativen sind nur wenige auch ökologisch sinnvoll. Die einen sind in der Herstellung ressourcen-intensiv, die anderen lassen sich schlecht recyceln. 

  • Am besten für die Umwelt ist immer noch die klassische Variante: Das Backblech einfetten. Das klappt nicht nur mit Butter, sondern auch mit Kokosfett, Rapsöl und anderen veganen Fetten. Das eingefettete Blech kannst du mit Semmelbröseln oder Mehl bestreuen, damit das Essen nicht doch einmal am Blech festklebt.
  • Etwas besser als Backpapier ist herkömmliches Butterbrotpapier. Es ist frei von Weichmachern und anderen Chemikalien. Allerdings hast du damit einen ähnlichen Verschleiß wie mit Backpapier.
  • Ein langlebiges Backblech mit guter Antihaft-Beschichtung genügt für viele Dinge, die nicht sehr kleben. Kekse und Pizza benötigen so zum Beispiel gar keine Unterlage.

Keine Alternativen zu Backpapier: Backfolien, Backmatten und Alufolie

Alufolie sollte nicht um Backen verwendet werden.
Alufolie sollte nicht um Backen verwendet werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / RitaE)

Dauer-Backfolie…

  • …gilt als Geheimtipp zum Backen: Bis zu 1.000 Mal kannst du die Backfolie verwenden. Sie besteht aus Glasfasern, die mit Teflon (PTFE) beschichtet sind.
  • Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kannst du damit ohne Bedenken bis 200 Grad backen. In unterschiedlichen Studien haben sich einmal bei 230 Grad, ein anderes mal erst bei 270 Grad giftige Dämpfe gebildet.
  • Allerdings ist die Entsorgung später problematisch: Die Teflon-Backfolie gelangt über den Hausmüll in Müllverbrennungsanlagen. Beim Verbrennen des Teflons werden hochgiftige Gase freigesetzt, die die Umwelt belasten.

Backmatten…

  • …bestehen in der Regel aus Silikon, das wiederum spätestens bei der Entsorgung nicht unbedenklich für die Umwelt ist.
  • Außerdem sind viele Backmatten gesundheitsschädlich: So kritisiert das Landeslabor Schleswig-Holstein Silikon-Matten von schlechter Qualität, berichtet der NDR. Sie würden schon beim Kauf unangenehme Gerüche abgeben.

Alufolie…

  • …wird sehr oft als Notlösung herangezogen, wenn das Backpapier leer ist. Dabei is Alufolie eine ökologische Katastrophe: Zur Herstellung wird das Aluminiumerz Bauxit benötigt. Das liegt im Boden des Regenwaldes, sodass viele Bäume gerodet werden müssen.
  • Für die Herstellung ist ein immenser Energieaufwand nötig und giftiger Abfall fällt bei der Produktion auch noch an.
  • Außerdem ist Aluminium ein Nervengift. Deshalb warnt auch das BfR davor, dass Giftstoffe in das Essen übergehen können. Bei salzhaltigen Lebensmitteln besteht diese Gefahr am meisten, weil das Salz die Aluminiumbeschichtung angreift. Deshalb solltest du Alufolie auch nicht zum Grillen verwenden.

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(2) Kommentare

  1. Teflon-Produkte wie Dauer-Backfolie, Bratpfannen oder Mebrantextilien sind alles andere als umweltfreundlich, da bei der Herstellung von Teflon PFOS Polyfluorierte organische Säuren frei werden. Dieses Zeug ist biologisch nicht abbaubar. Es reichert sich daher besonders in Fetten immer mehr an und schädigt. So wurde z.B. die Firma GORE mit ihren Teflon-Produkten erst von der Greenpeace DETOX-Aktion zu harter Erkenntnis zumindest im Textilbereich gezwungen. Ich bitte um bessere Recherche.

  2. Verstehe nicht warum hier ein Silikon beschichtetes Backpapier als Kaufempfehlung verlinkt wird.

    Besser: http://www.direktnatur.de/direktnatur-backpapier-silikonfrei-zuschnitte-38x42cm-ungebleicht-und-chemiefrei.html

    „Das Backpapier DirektNatur ist aus ECHO® natur-Papier gefertigt und wird ohne Chemikalien in Deutschland produziert. Das Papier ist geschmacks- und geruchsneutral und bis 220°C hitzebeständig. Durch die Fettdichtigkeit ist es hervorragend als Backpapier geeignet.“

    Natürlich haftet hier etwas mehr an als bei „normalem“ silikonbeschichtetem Backpapier. Zumdinest wenn man es nicht einfettet, aber für so manche Backofenanwendung reicht es völlig aus.

    Bekommt man auch hier: https://www.manufactum.de/pergamin-haushaltsrolle-p751897/?a=13747&h=13&s=backpapier, bei Wäschbar oder wenns sein muss bei Amazon.

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