Barfußsandalen und Barfußschuhe für Frühling und Sommer

Barfußschuhe für Frühling und Sommer
Fotos: Vivobarefoot, GenialeSandale

Im Sommer ist barfuß gehen besonders schön – wer dabei seine Füße vor Verletzungen durch Steine oder Scherben schützen will, trägt Barfußschuhe. Diese Schuhe sind so geformt, dass sie einem das Gefühl geben, barfuß zu gehen.

Diese sechs Barfußsandalen und Barfußschuhe für den Frühling und den Sommer werden in Deutschland in Handarbeit produziert, bestehen aus recycelten Materialien, pflanzlich gegerbtem Leder oder Naturkautschuk. Einige Hersteller haben sich auf Barfußsandalen spezialisiert, andere haben verschiedene (Sommer)Modelle im Sortiment.

Tarasoles: Barfußsandalen aus Walnüssen

Die Heilpraktikerin und begeisterte Läuferin Sabine Schumacher war auf der Suche nach extrem flexiblen, weichen, rutschfesten und regional gefertigten Sandalen für ihr Training. Weil sie keine Schuhe fand, die ihren Ansprüchen entsprachen, begann sie selbst nachzuforschen und entwickelte die Tarasoles.

Der Name Tarasoles stammt von den Tarahumara – einem Naturvolk aus Mexiko. In der Kultur dieses Volkes hat das Laufen einen hohen Stellenwert, ohne Probleme werden über 300 Kilometer zurückgelegt: barfuß oder in Sandalen, die sie Huraches nennen. Hurache-Sandalen wurden ursprünglich aus Leder gefertigt, inzwischen bestehen sie aus recycelten Autoreifen.

Die Tarasoles sind Hurache-Sandalen wahlweise mit Leder- oder Walnuss-Sohle.
Die Tarasoles sind Hurache-Sandalen, wahlweise mit Leder- oder Walnuss-Sohle. (Foto: © Tarasoles)

Die Gummi-Sohlen der Barfußsandalen kommen von der italienischen Firma Vibram. Das Obermaterial der Sohlen besteht aus pflanzlich gegerbtem Leder der Firma Ecopell. Das Leder gilt als besonders umwelt- und allergiefreundlich, es ist IVN-, Biokreis- und ECARF-zertifiziert. Nach Möglichkeit werden Reststücke verwendet, um möglichst wenig Abfall zu produzieren. Für Veganer gibt es eine Variante aus Walnuss: In einer deutschen Manufaktur werden Walnussschalen aufgeschäumt und zu Platten verarbeitet.

Die Produktion der Tarasoles ist ein ehrenamtliches Projekt des Vereins Gesunde Lebensformen e. V. aus Berlin: In Handarbeit werden die untere Sohle und die obere Sohle miteinander verklebt. Die Barfußsandalen werden auf Wunsch maßangefertigt, man muss nur seinen Fußabdruck aufzeichnen und Farbe, Material sowie die Senkel auswählen. Diese gibt es in unterschiedlichen Farben, sie erfüllen den Ökotex-Standard. Ganz nach Geschmack können unterschiedliche Schnürungen gewählt werden. Da das Barfußlaufen im Ballengang erstmal wieder gelernt werden muss und bei Überbelastung zu Verletzungen führen kann, gibt Sabine Schumacher Barfußseminare.

Kaufen kann man die Tarasoles im Online-Shop, sie kosten je nach Schnürung zwischen 50 und 65 Euro.

Vivobarefoot: Barfußschuhe aus recycelten PET-Flaschen

Vivobarefoot hat eine große Auswahl an Barfußschuhen, darunter auch einige Sommermodelle. Es gibt sowohl Modelle aus Leder als auch vegane Varianten. Das Leder der Barfußschuhe kommt von einem britischen Unternehmen, es stammt von freilebenden Rindern aus Afrika und wird möglichst wenig behandelt. Bei einigen Modellen wird pflanzlich gegerbtes Leder verwendet, leider nicht bei allen. Das Leder der sogenannten „Made in Portugal-Kollektion“ stammt aus der Toskana und ist zu 100 Prozent chromfrei.

Für die veganen Modelle werden teilweise Materialien aus recyceltem Plastik verwendet: Für das vegane Model Elina Ladies Eco Suede beispielsweise werden pro Paar 17 recycelte PET-Flaschen verwendet.

Für die veganen Barfußschuhe Elina Ladies Eco Suede (130 Euro) werden 17 recycelte PET-Flaschen verwendet.
Für die veganen Barfußschuhe Elina Ladies Eco Suede (130 Euro) werden 17 recycelte PET-Flaschen verwendet. (Foto: © VIVOBAREFOOT)

Vivobarefoot produziert in China nach eigenen Richtlinien: So soll jede Form von Zwangsarbeit ausgeschlossen sein, es müssen angemessene Löhne gezahlt, sichere Arbeitsbedingungen und angemessene Arbeitszeiten garantiert werden. Der Barfußschuh-Hersteller ist Mitglied bei Made-By: Die Initiative sorgt für mehr Transparenz in der Lieferkette und regelmäßige öffentliche Bewertungen der Nachhaltigkeits-Performance des Unternehmens. Doch das Engagement des Barfußschuh-Herstellers ist noch verbesserungswürdig.

Der Preis der aktuellen Modelle liegt zwischen 90 und 240 Euro. Erhältlich** sind die Barfußschuhe von Vivobarefoot im Onlineshop oder bei Amazon und teilweise auch im stationären Handel.

Chala: Hurache-Sandalen aus Freiburg

Die Chala-Sandalen sind den Sandalen der mexikanischen Tarahumara nachempfunden: Die Hurache-Sandalen wurden lange Zeit aus Leder gefertigt, so auch die Chalas. Der Name kommt aus dem lateinamerikanischen und bedeutet so viel wie „Sandale aus rohem Leder“.

Die Inhaber des Freiburger Barfußschuhladens „Voycontigo“ – das auf Spanisch so viel bedeutet wie „Ich gehe mit dir“ – verkaufen seit 2005 Barfußschuhe und haben aus Begeisterung für Hurache-Sandalen eigene Barfußsandalen entwickelt. Sie bestehen aus einer robusten Untersohle aus Naturkautschuk und einem pflanzlich gegerbtem Leder-Fußbett, die mit einem lösungsmittelfreien Kleber auf Wasserbasis verklebt werden. Das Naturkautschuk kommt von einer Firma aus Weinheim (Baden-Württemberg). Das Leder ist IVN-zertifiziert, die Schnürsenkel bestehen aus einer Nylonfaser, die nach Öko-Tex Standard 100 Produktklasse II zertifiziert ist. Ab Ende März soll es auch Barfußsandalen aus Ananas-Fasern geben. Viele Materialien kommen aus Deutschland, die Untersohlen aus Italien.

Die Barfußsandalen werden in einer Manufaktur in Freiburg von sechs Mitarbeitern handgefertigt, jedes Paar ist individuell: Beim Individual Kit wählt man Sohle, Farbe und Schnürsenkel aus, gibt seinen Fußabdruck ab und bekommt die fertige Sandale. Wer seine Schuhe lieber selbst herstellen möchte, kann das Bastel oder das Experten Kit bestellen. Wenn die Sohle irgendwann abgelaufen ist, kann man die Barfußsandalen neu besohlen lassen.

Je nach Kit und Material kosten die Barfußsandalen zwischen 35 und 55 Euro, drei Prozent davon werden an das Hilfsprojekt little light feet e.V. gespendet, das beispielsweise Tarahumara Kindern eine Schulbildung ermöglicht. Kaufen** kann man die Chalas beim Avocadostore.

BeNat-Shoes: natürliche Leder-Barfußschuhe

Der Name der BeNat-Shoes bedeutet so viel wie „be natural“ – sei natürlich: Die Barfußsandalen sind von Naturvölkern inspiriert und bestehen zu 100 Prozent aus Naturmaterialien: Das umweltfreundlich IVN-zertifiziertem Leder stammt von Rindern aus dem Allgäu und wird von der Firma Ecopell mit Pflanzenauszügen gegerbt. Es ist besonders hautverträglich und macht die Schuhe atmungsaktiv.

Barfußschuhe aus Leder: BeNat-Shoes
Barfußschuhe aus Leder: BeNat-Shoes (Foto: © BeNat-Shoes)

Die 1,5 Millimeter dünne Sohle besteht aus Naturkautschuk, das in Deutschland gefertigt wird. Die Schuhe werden im Zehenbereich individuell geschnürt, sodass sie sich jedem Fuß perfekt anpassen. Die Schnürsenkel bestehen zu 100 Prozent aus Biobaumwolle und kommen aus fairem Handel. Die Barfußschuhe werden in einer kleinen Werkstatt in Baden-Württemberg in Handarbeit hergestellt.

Je nach Modell kosten die BeNat-Shoes zwischen 65 und 80 Euro, kaufen kann man sie im Onlineshop des Herstellers.

Die „Geniale Sandale“ aus Wien

Auch die Geniale Sandale gehört zu den Barfußsandalen, die den Schuhen der Tarahumara-Indianern aus Mexico nachempfunden ist. Sie ermöglicht Barfußgehgefühl und schützt den Fuß gleichzeitig vor Verletzungen durch Scherben oder Steine. Die Genialen Sandalen werden in Handarbeit in Wien gefertigt.

Die Sohlen bestehen aus zwei Schichten: Der unteren Schicht ist zwei Millimeter dick und besteht aus Speckgummi. Es wird aus Kautschuk gewonnen, der aus Deutschland stammt. Die obere Schicht besteht wahlweise aus Anilin-Leder oder Kunstleder. Das Anilin-Leder ist naturgegerbt, lichtecht und kommt aus Europa, größtenteils sogar aus Deutschland.

Barfußschuhe handmade in Wien "Geniale Sandale"
Barfußsandalen handmade in Wien „Geniale Sandale“ (Foto: © Geniale Sandale)

Die Kunstleder-Variante besteht aus Kunstfaser und wird nach Öko-Tex Standard 100 – Klasse 1 in Europa hergestellt. Die beiden Schichten werden mit einem herkömmlichen Schusterkleber verklebt. Das Band der Schuhe besteht aus Paracord, es kommt von einem niederländischen Großhändler. Man kann zwischen acht verschiedenen Farben wählen.

Kaufen kann man die Barfußsandalen im Onlineshop des Herstellers. Die Kunstleder-Variante kostet 34 Euro, die Sandale mit Echtleder 39 Euro, hinzu kommen jeweils die Versandkosten.

Wildling Shoes: Dachs, Silberfuchs, Haselmaus und Co.

Die Wildling Schuhe haben Anna und Ran Yona ursprünglich für ihre eigenen Kinder entwickelt – inzwischen gibt es die Barfußschuhe auch für Erwachsene. Sie bestehen aus natürlichen Materialien wie Bio-Baumwolle, Hanf, Leinen, Kork, Bambus und Wolle. Je nach Saison gibt es die passenden Modelle, immer mal wieder in unterschiedlichen Farben und Designs.

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Seit Anfang März sind die Frühlings- und Sommermodelle zu haben. Sie tragen Namen wie Dachs, Wildkatze, Silberfuchs oder Haselmaus und sind alle samt vegan. Das Obermaterial besteht aus Baumwolle oder einem Baumwolle-Leinen-Mix, am Rand haben sie einen Mikrofaserbesatz, das Innenfutter besteht zu 100 Prozent aus Baumwolle. In diesem Frühling sind die Stoffe leider nicht kbA-zertifiziert, in der nächsten Saison sollen alle Stoffe wieder in Bioqualität verfügbar sein.

Die Barfußsandalen von Wildling Shoes gibt es ab Mai.
Die Barfußsandalen von Wildling Shoes gibt es ab Mai. (Foto © Wildling Shoes)

Die Sohle besteht aus Recycling-Gummi und Kork. Beides wird mit einem Kleber auf Wasserbasis festgeklebt und zusätzlich vernäht. Die Schadstofffreiheit der Barfußsandalen wird durch einen freiwilligen Test beim deutsche Prüfinstitut PFI geprüft. Hergestellt werden die Barfußschuhe von einer portugiesischen Manufaktur: Das Familienunternehmen legt dabei Wert auf faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung von Umweltstandards.

Ab Mai wird es auch Barfußsandalen von Wildling geben, sie bestehen aus Baumwolle und Leinen und haben eine Einlegesohle aus Kokusfaser.

Der Preis der aktuellen Wildling Shoes liegt zwischen 89 und 95 Euro für die Größen 36 bis 42, Kinderschuhe kosten 10 Euro weniger. Erhältlich** sind die Wildlinge im Onlineshop des Herstellers.

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