Baumstumpf entfernen: 2 einfache Methoden

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Du möchtest einen Baumstumpf im Garten entfernen? Wir zeigen dir verschiedene Möglichkeiten auf, wie du mit dem Stumpf eines gerade gefällten Baumes umgehen kannst.

Baumstumpf entfernen: Der klassische Weg

Um einen Baumstumpf zu entfernen, gräbt man ihn meist  aus. Bei Flachwurzlern reicht da ein Spaten – und los geht es. Manche Bäume haben tiefere Wurzeln. Miete dir zum Beispiel für einen Tag einen Minibagger, um diese Baumstümpfe zu entfernen.

Zu den Flachwurzlern gehören unter anderem: Ahorn, Birke, Buche, Hartriegel, Magnolie, Rhododendron, Thuja, Zaubernuss.

Tiefer wurzelnde Bäume sind unbeliebter, da sie auch unterirdische Leitungen umwachsen können. Beispiele hierfür sind Kiefer, Esche, Lärche, Wacholder und Kastanie.

Die beste Jahreszeit, um den Baumstumpf auszugraben, ist im Herbst und Winter. Du solltest den Baumstumpf nicht nach Regen ausgraben, denn feuchte Erde erschwert die Arbeit und bleibt am Werkzeug hängen.

Baumstumpf entfernen: Der natürliche Weg

Wenn du keine Kettensäge hast, funktioniert es auch mit einem Holzbohrer.
Wenn du keine Kettensäge hast, funktioniert es auch mit einem Holzbohrer. (Foto: CC0 / Pixabay / fotoblend)

Wenn du den Baumstumpf nicht sofort entfernen musst, kannst du eine zweite Methode wählen. Sie besteht darin, die natürliche „Verrottung“, also Zersetzung, des Baumstumpfes zu fördern. Hierfür musst du zunächst einige Materialien besorgen:

  • eine Kettensäge; alternativ funktioniert auch ein Holzbohrer
  • frischer Kompost aus dem eigenen Garten (s. Anleitung unten)
  • zusätzlich unter Umständen Stallmist vom Bauern in der Umgebung
  • Kompostbeschleuniger (s. Erklärung unten)
  • ggf. Kalkstickstoff

Baumstumpf natürlich entfernen: So geht’s

Mit etwas Geduld übernehmen Mikroorganismen an Ort und Stelle die Zersetzung des Baumstumpfs.
Mit etwas Geduld übernehmen Mikroorganismen an Ort und Stelle die Zersetzung des Baumstumpfs. (Foto: CC0 / Pixabay / PortalJardin)

Die Vorteile dieser Variante einen Baumstumpf zu entfernen sind auf den ersten Blick ersichtlich: Der Baumstumpf wird nach und nach natürlich zersetzt – du musst ihn nicht mit Gewalt aus der Erde holen. Diese Methode deinen Baumstumpf zu entfernen startest du am besten in den Monaten März bis November.

So geht´s:

  1. Säge den Baumstumpf mit der Kettensäge sehr tief kreuzweise ein. Das entstehende Muster ähnelt dann dem eines Schachbretts.
  2. Fülle die länglichen Schlitze mit einer Mischung aus Kompost, Stallmist und organischem Dünger auf. Sorge dafür, dass das Material weder zu trocken noch zu nass ist.

Bei Kompostabfällen gilt allgemein: Die richtige Mischung macht´s. Geeignete Hausabfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kartoffeln, Kaffee– und Teesatz sowie Eierschalen kombinierst du mit Gartenabfällen wie Rasenschnitt oder Laub. Zusätzlich kannst du von einem Bauern Stallmist, zum Beispiel Pferdemist organisieren, den viele Bauern- oder Reiterhöfe kostenlos in Eimern abgeben.

Kompost enthält auf der einen Seite Mikroorganismen wie Pilze, Algen und Bakterien. Auf der anderen Seite krabbeln in ihm viele Lebewesen wie Regenwürmer, Insekten, Tausendfüßler, Kellerasseln, Spinnen, Milben und Einzeller. Alle diese kleinen Helfer können das Holz zwar schnell zersetzen, brauchen aber Nährstoffe. Daher gibst du den organischen Dünger zu.

Kompostbeschleuniger beschleunigt die Umsetzung von schwer abbaubaren organischen Abfällen in wertvollen Humus. Er enthält einen organisch-mineralischen Hilfsstoff, der die Mikroorganismen aktiviert und so den Verrottungsprozess beschleunigt. Alternativ kannst du deinen Kompostbeschleuniger auch selbst herstellen.

Einige Ratgeber empfehlen eine zusätzliche Zugabe von Kalkstickstoff. Er kann den Kompostiervorgang zusätzlich beschleunigen. Als Zwischenprodukt im Abbauprozess des Kalkstickstoffs entsteht jedoch das giftige Cyanamid, das Unkraut und andere Pflanzen abtötet. Es birgt gesundheitliche Risiken. Erst zwei Wochen später haben die Mikroorganismen es vollständig zu harmlosem Harnstoff, Ammonium und Nitrat umgewandelt. Das Nitrat können die Pflanzen dann direkt verwerten; es bleiben keine toxischen Reststoffe zurück.

Im nachfolgenden Frühjahr musst du die Schlitze nochmals mit Kompost befüllen. Wenn du alles richtig gemacht hast, hat sich der Baumstumpf mitsamt seinen Wurzeln oft schon nach zwei Jahren gut zersetzt. Dann kannst du ihn ganz leicht aus dem Boden hebeln.

Gedankenspiel: Musst du den Baumstumpf wirklich entfernen?

Dein hoch abgesägter Baumstumpf kann einen wichtigen Lebensraum bieten.
Dein hoch abgesägter Baumstumpf kann einen wichtigen Lebensraum bieten. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Der Baumstumpf ist ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Co. Schon bevor du den Baum fällst, kannst du dir durch den Kopf gehen lassen: Ist der Baumstumpf wirklich im Weg, oder kann er nicht gar ein besonderer Hingucker im Garten werden?

Falls du dich entscheidest, den Baumstumpf als „ökologischen Spielplatz“ stehen zu lassen, solltest du den Stumpf höher abschneiden. 1,20 Meter sind eine passende Höhe. Dein Baumstumpf kann nicht nur das neue Zuhause von Käfern, Igeln und Blindschleichen werden, sondern auch von Wildbienen. Diese legen ihre Eier nämlich in Käfergänge.

Du kannst den Baumstumpf von Kletterpflanzen wie Wildrosen oder Efeu überwachsen lassen. Auch Geranien oder Stiefmütterchen können auf dem Stumpf wachsen, nachdem du ihn etwas ausgehöhlt hast. Alternativ kannst du einfach Moos über ihn wachsen lassen.

Außer Pflanzen kannst du den Baumstumpf natürlich auch bewusst bestimmten Tieren zur Verfügung stellen. Im Winter kannst du beispielsweise ein Vogelhaus auf den Baumstumpf stellen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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