Bikram Yoga: Was steckt hinter Hot Yoga?

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Bikram Yoga ist ein besonderer Yogastil, der sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit erfreut. Hier erfährst du wie Hot Yoga praktiziert wird und welche Auswirkungen es auf die Gesundheit hat.

Es soll den Körper stark entgiften und Fettreserven schneller verbrennen: Bikram Yoga ist dank prominenten Werbung von Stars wie Lady Gaga oder Gwyneth Paltrow sowie den Verzicht der spirituellen Komponente in der westlichen Welt populär. Welche Besonderheiten dich beim Bikram Yoga erwarten und welche Vor- und Nachteile dieser besondere Yogastil hat, erfährst du hier.

Was ist Bikram Yoga?

Bikram Yoga wird unter ganz bestimmen Konditionen praktiziert. Das Besondere ist, dass im Studio eine Temperatur zwischen 35 und 40 Grad herrscht. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 40 Prozent hingegen realtiv gering. Aufgrund des speziellen Raumklimas wird Bikram Yoga auch als Hot Yoga bezeichnet. 

Insgesamt 26 Asanas, also Yogastellungen, werden beim Bikram Yoga praktiziert. Die Asanas entsprechen am ehesten der Philosophie des Hatha-Yoga. Hierbei wird vor allem der Fokus auf Kraft und Anstrengung gelegt. Auf diese Weise wird der gesamte Körper in den 90-minütigen Einheiten gefordert. Besonders die Wirbelsäule und der Rücken werden durch die Reihenfolge der Asanas gestärkt.

Kritik am Bikram Yoga

Auf die spirituelle Praxis wird beim Bikram Yoga verzichtet.
Auf die spirituelle Praxis wird beim Bikram Yoga verzichtet.
(Foto: CC0 / Pixabay / raiPR)

Vor allem in der traditionellen Yogaszene wird Bikram Yoga jedoch kritisch betrachtet. Das liegt einerseits daran, das Bikram Yoga auf die spirituelle Komponente verzichtet, die in der Yogaphilosophie fest verankert ist. Während Yoga ursprünglich besonderen Wert auf die Einheit von Körper und Geist legt, steht beim Hot Yoga hauptsächlich die körperliche Fitness im Vordergrund.

Außerdem hat Bikram Choudhury, der Erfinder von Bikram Yoga, großen Unmut auf sich gezogen: Er versuchte, die Abfolgen der 26 Asanas als geisitiges Eigentum zu patentieren, um daraus finanzielle Vorteile zu ziehen. Einen Gerichtsprozess im Jahr 2005 hat er zwar verloren, konnte aber dennoch Bikram Yoga als EU-Marke eintragen lassen.

Wir sehen noch ein weiteres Problem: Für die Bikram Einheiten muss das Yoga Studio auf bis zu 40 Grad hochgeheizt werden. Auf diese Weise wird viel Heizenergie benötigt, Hot Yoga ist also auch für die Umwelt eine Belastung. 

Auswirkungen von Hot Yoga auf deine Gesundheit

Hot Yoga stärkt unseren Rücken und die Wirbelsäulenmuskulatur.
Hot Yoga stärkt unseren Rücken und die Wirbelsäulenmuskulatur.
(Foto: CC0 / Pixabay / shushipu)

Generell ist Yoga eine sehr gesunde Art und Weise, dich zu bewegen und fit zu bleiben. Der Körper wird gedehnt, wodurch Blockaden gelöst werden können. Außerdem wird die gesamte Muskulatur schonend gestärkt. Das macht dich widerstandsfähiger und verbessert deine Körperhaltung. Besonders durch den Wechsel der Asanas, den Yogastellungen, und den Atemübungen kannst du Stress abbauen.

All diese positiven Auswirkungen hat auch Bikram Yoga. Durch die Yogapraxis bei hohen Temperaturen sollen außerdem noch diese Effekte eintreten:

  • Durch die körperliche Aktivität bei Wärme werden die Durchblutung sowie der Stoffwechsel verstärkt angeregt. Zusätzlich wird mehr Schweiß produziert, was dazu führt, das der Körper besonders stark entgiftet. Einen wissenschaftlichen Beleg gibt es dafür allerdings derzeit noch nicht.
  • Durch den Aufbau von Muskeln und das Ankurbeln der Fettverbrennung sollen pro Einheit bis zu 700 Kalorien verbrannt werden.
  • Die Abfolge der Asanas entlastet besonders den Rücken und stärkt die Rumpf- und Wirbelsäulenmuskulatur.
  • Die Wärme trägt dazu bei, dass Sehnen und Muskeln geschmeidiger werden. Dadurch ist es möglich, den Körper noch besser zu dehnen.
  • Aufgrund der Atemübungen wird der Körper mit mehr Sauerstoff versorgt. Das bewirkt, dass du dich im Anschluss besser konzentrieren kannst und dich auch leistungsfähiger fühlst.

 Die körperliche Belastung bei hohen Temperaturen kann allerdings auch Probleme mit sich bringen:

  • Das Herz-Kreislauf-System wird stark beansprucht, weshalb sich Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen sich erst einmal von einem Arzt beraten lassen sollten.
  • Das Gleiche gilt für Personen, die unter hohem oder niedrigem Blutdruck leiden. Konsultiere lieber vorher nochmal den Arzt, bevor du auf die Matte steigst.
  • Auch bei gesunden Menschen wird der Kreislauf stark belastet. Das kann unter anderem zu Schwindel und Übelkeit führen.
  • Regelmäßig hohe Kreislaufbelastungen können sich langfristig negativ auswirken und sogar zu Kreislaufstörungen führen.

Tipps, wenn du Hot Yoga ausprobieren willst

Es ist wichtig, deine Grenzen zu kennen und zu akzeptieren.
Es ist wichtig, deine Grenzen zu kennen und zu akzeptieren.
(Foto: CC0 / Pixabay / lograstudio)

Wenn du Bikram Yoga gern ausprobieren willst, dann helfen dir diese Tipps weiter:

  • Achte bei der Auswahl des Yoga Studios darauf, dass zertifizierte Bikram Lehrer unterrichten.
  • Trinke vor und nach der Einheit genügend Wasser.
  • Trage atmungsaktive, dünne Yoga Kleidung und nimm dir dein eigenes Yogahandtuch mit.
  • Höre immer auf deinen Körper. Wenn dir während der Yogastunde schwindelig wird und gehe nicht über deine Grenzen. Gönne dir eine Pause, setze oder lege dich hin und trinke etwas.
  • Fülle deinen Elektrolyte-Haushalt anschließend wieder auf. Isotonische Getränke oder Traubenzucker im Wasser helfen dir dabei, den Mineralstoffverlust durch das Schwitzen wieder auszugleichen.

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