Urlaub im Bio-Hotel: regional essen und nachhaltig wellnessen

Foto: © Bio Hotels / Naturhotel Chesa Valisa

Möbel aus Naturholz, hausgemachte Marmelade und Milch vom Bauernhof nebenan – doch das ist längst nicht alles, was ein Bio-Hotel ausmacht. Wo du nachhaltig Urlaub machen kannst, liest du hier.

Ein Bio-Hotel – was soll das überhaupt sein? Naturbelassene Holzbetten, Bio-Sauna und regionale Lebensmittel kommen einem wahrscheinlich schnell in den Sinn. Gartenwellness, Fastenwandern oder Strom vom eigenen Dach wahrscheinlich nicht. Wir haben uns hier einmal genauer angesehen, was Bio-Hotels können – und warum du hier im nächsten Urlaub nicht nur dir, sondern auch der Umwelt etwas Gutes tun kannst.

Essen im Bio-Hotel: regionale Bio-Lebensmittel

Der erste, denkbar logische Unterschied in einem Bio-Hotel: Es gibt ausschließlich Bio-Lebensmittel – und die Bio-Produkte stammen, soweit möglich, aus regionaler Erzeugung. Die Vereinigung „Bio Hotels“, der europaweit etwa 80 Betriebe angehören, geht sogar so weit, dass die Hotels für jede konventionelle Ausnahme – vom Wein bis zum Obst – eine Gebühr bezahlen müssen. Denn sie wollen regionale Bio-Bauern und Lieferanten unterstützen.

So startet man im Bio-Hotel morgens zum Beispiel mit einem frisch zubereitetem Müsli und ayurvedischem Tee. Mittags gibt es Salate aus dem eigenen Bio-Garten. Natürlich kommen auch Fleisch und Fisch auf die Speisekarte. Hier gibt es allerdings strenge Regelungen: Fleisch darf gar nicht aus konventioneller Erzeugung stammen, Fisch gibt es nur nachhaltig-zertifizierten oder direkt vom Fischer aus einem Wildfang. Das Wild, das in Bio-Hotels auf den Tisch kommt, stammt ebenfalls vom Jäger oder einer Jagdgemeinschaft mit Herkunftsnachweis.

Kräuter, Pilze und Beeren kommen im Bio-Hotel aus zertifiziert ökologischer Wildsammlung. Seit 2006 müssen alle Hotels, die bei Bio-Hotels Mitglied sind, zudem auch zertifizierte Getränke anbieten. Vegetarier und Veganer, sowie Allergiker sind in Bio-Hotels bestens aufgehoben – auf sämtliche Essenswünsche wird versucht einzugehen. Es ist auch möglich, eine Fastenkur einzulegen. Das passt auch gut zu den angebotenen Yoga- und Meditations-Kursen.

Sport, Natur und andere Aktivitäten

Doch auch abgesehen von Yoga lassen sich eine Menge Dinge unternehmen. Fast alle Bio-Hotels bieten Mountainbike-Kurse oder Wandertouren an – im Winter kann man zudem in vielen Gebieten Skifahren oder Langlaufen. Aber auch ausgefallenere Aktivitäten wie Oliven ernten, ein Gletscher-Aufstieg oder Fastenwandern sind in den Bio-Hotels möglich.

Kulinarik-Fans sind bei Kochkursen mit Bio-Zutaten oder einer Bio-Weinverkostung gut aufgehoben. Und wer einfach nur entspannen und seine Ruhe haben möchte, der zieht sich in die umliegende Natur oder den nächsten Nationalpark zurück oder schwimmt im nächstgelegenen See – denn auch auf die Umgebung wird bei Bio-Hotels viel wert gelegt.

Nachhaltig wellnessen im Bio-Hotel

Bio-Hotels haben in der Regel keine normalen Pools, sondern Naturschwimmbecken, zum Beispiel Badeteiche, die ganz ohne Chemie auskommen und stattdessen über natürliche Gesteinsschichten und Schilfzonen gereinigt werden. Manche Hotels bieten zudem Gartenwellness an – einen Wellnessbereich mitten in der Natur, in dem es sich unter freiem Himmel entspannen lässt.

Nachhaltiger schwitzen lässt es sich in der Bio-Sauna. Die Hotels, die einen vollständig ausgebauten Wellnessbereich haben, achten allerdings darauf, dass ihr CO2-Fußabdruck so klein wie möglich bleibt. Und auch Massage- und Spa-Fans werden sich freuen, denn seit 2010 gibt es in allen Häusern der Bio-Hotels-Vereinigung nur noch kontrollierte Naturkosmetik.

Bio-Hotels sparen Energie

Die Mitglieder von Bio-Hotels sind durch eco hotels certified zertifiziert, das hilft dabei ihr nachhaltiges Wirtschaften messbar zu machen: Ende 2013 betrug der CO2-Anteil der Hotels von „Bio Hotels“ pro Gast und Nacht durchschnittlich nur um die 11 kg. Ungefähr 200 Einfamilienhäuser können mit dem Strom betrieben werden, den die Betriebe der „Bio Hotels“ gemeinsam erzeugen.

Zudem verpflichtet die Zertifizierung zur stetigen Besserung, der ökologische Fußabdruck soll z.B. durch Energiesparmaßnahmen, regionale und saisonale Produkte, weniger Fleisch auf der Speisekarte oder innovative Mobilitätskonzepte so klein wie möglich gehalten werden.

Die Vereinigung „Bio Hotels“

Die Vereinigung hat 80 Bio-Hotels in ganz Europa unter seinem Dach, die auf den ersten Blick verschiedener nicht sein könnten und trotzdem eines gemeinsam haben: Nachhaltigkeit an allen Ecken und Enden. Die weltweit größte Vereinigung biologischer Hotels hat zudem auch die strengsten Regeln im Bereich Nachhaltigkeit.

Damit ein Hotel beitreten darf, muss es erst einmal eine Menge Kriterien erfüllen – vom Einsatz kontrolliert-biologischen Lebensmitteln bis hin zu zertifizierter Naturkosmetik. Für die Qualitätssicherung gibt es pro Jahr zwei Kontrollen – eine angekündigte und eine unangekündigte Begehung. Sogar der hoteleigene Bio-Kräutergarten wird von einer unabhängigen Kontrollstelle zertifiziert.

Die schönsten Bio-Hotels – von Deutschland über Südtirol bis nach Spanien – findest du in unserer Galerie Die 10 schönsten Bio-Hotels in Deutschland & Europa.

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