Buchtipp: Die Diktatur der Konzerne

Die Diktatur der Konzerne
Foto: Martina Naumann/Utopia

Das Buch „Die Diktatur der Konzerne“ zeigt auf, wie viel Macht globale Konzerne heute schon besitzen. So diktieren sie Politikern Gesetze und höhlen damit die Demokratie aus.

Die Diktatur der Konzerne funktioniert mit Hilfe von Politikern

So schwergewichtigen Konzerne wie Google, Bayer oder VW nutzen ihre Macht, um die Regeln der freien Marktwirtschaft zu ändern. Dadurch gefährden sie nicht nur einen fairen Wettbewerb, sondern auch unsere Demokratie. Thilo Bode zeigt in seinem neusten Buch „Die Diktatur der Konzerne“ welche Macht Konzerne heute schon besitzen.

  • Konzerne können Steuern „vermeiden“,
  • Gesetze nach ihrem Belieben beeinflussen
  •  und brechen sogar Gesetzte, ohne dass es für sie Konsequenzen hätte.

An Hand von ausgewählten Beispielen macht das Buch deutlich, wie eng heutzutage globale Konzerne und Politik verflochten sind.

Thilo Bode nennt diese informelle Verbindungen von Konzernlenkern zu Politikern einen politisch industriellen Komplex. Dieser Komplex agiert außerhalb der demokratischen Gewaltenteilung und entzieht sich so der Kontrolle. Die Gewinner sind einige wenige Top-Manager und Politiker, die Bevölkerung geht bestenfalls leer aus.

Die Diktatur der Konzerne – alle Branchen sind betroffen

Die Interessen der Konzerne sind nicht mit denen der Verbraucher identisch.
Die Interessen der Konzerne sind nicht mit denen der Verbraucher identisch.
(Foto: CC0/pixabay/uroburos)

Thilo Bode greift für sein Buch einige Branchen exemplarisch für die gesamte globale Wirtschaft heraus.

  • Energiesektor
  • Lebensmittelindustrie
  • Autoindustrie
  • Internetkonzerne

Er findet seine Beispiele in aktuellen Geschehnissen, die wir teilweise noch aus den Medien kennen.

  • Das Gezerre um die weitere Glyphosat-Zulassung. Schließlich konnten der Bayer-Konzern und Monsanto ihre Pläne gegen den heftigen Widerstand der Bevölkerung durchsetzten.
  • Der Dieselskandal der deutschen Autoindustrie oder der Datenklau von Facebook, der weitestgehend folgenlos an den Konzernen vorbeizog.

Andere Beispiele sind dagegen weniger präsent, dafür ist es um so wichtiger darüber zu berichten.

  • Jahrzehntelang schaffen es Erdölkonzerne mit gekauften wissenschaftlichen Studien konkrete Zielvorgaben für den CO2-Ausstoß zu verhindern. Dadurch verschleppten sie Maßnahmen gegen den Klimawandel.
  • In der Bankenkrise 2008 standen Banken in Deutschland kurz vor dem Bankrott. Indem sie sich als „systemrelevant“ erklärten, erhielten sie milliardenschwere Finanzspritzen aus Steuergeldern.
  • Lebensmittelkonzerne verbreiten mit ihren zuckerhaltigen Produkten auch Krankheiten wie Diabetes.

„Die Diktatur der Konzerne“: Aufruf zu mehr kritischem Engagement

Thilo Bode gelingt es anschaulich aufzuzeigen, wie globale Konzerne am Rande der Legalität agieren und bei Bedarf Gesetze kurzerhand ändern lassen. Sie umgarnen Politiker, so dass diese sich nicht mehr dem Volk verpflichtet fühlen, sondern den Konzern-Bossen. Die Interessen der Verbraucher bleiben dabei auf der Strecke.

Schon im Vorwort betont der Autor, dass sein Buch keine Streitschrift gegen den Lobbyismus sein soll. Im Gegenteil ein gesunder Lobbyismus mit gleich starken Partnern ist für einen funktionierenden Wettbewerb notwendig und im Sinne der Verbraucher.

Die Botschaft, die uns Thilo Bode vermittelt, ist vielmehr ein Aufruf zu mehr Eigeninitiative. Die zunehmende Machtkonzentration bei Konzernen kann nur ein entsprechendes Gegengewicht aus dem Volk, über die Parteistrukturen hinweg stoppen.

Der Autor Thilo Bode war langjähriger Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland. Unter dem Eindruck des BSE-Skandals gründete er 2002 Foodwatch. Zuletzt machte er als Aktivist gegen das Freihandelsabkommen TTIP von sich reden.

Das Buch „Die Diktatur der Konzerne“ ist im S.Fischer Verlag erschienen.

ISBN: 978-310-397362-4

Preis: 18,00 Euro

Das Buch findest du beim Buchhändler deines Vertrauens oder online bei **Buch7,**Booklooker oder im **Ecobookstore.

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