Wie gesund oder gefährlich sind Deo-Kristalle?

Kristall Deo
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In der Hoffnung, dem Körper etwas Gutes zu tun und auf Aluminium zu verzichten, greifen viele zu Kristall-Deosteinen, die oft als aluminiumfreies Naturprodukt beworben werden. Doch sind Deo-Kristalle wirklich so gut?

Die schlechte Nachricht vorweg: Deo-Kristalle bestehen aus viel Aluminium, besser besagt aus Alaun, einem Aluminiumsalzkristall. Sie enthalten 20 bis 30 Prozent Aluminium – die vermeintlich „natürlichen“ Deos weisen also eine noch höhere Alu-Konzentration auf als handelsübliche Antitranspirants, deren Aluminium-Anteil bei höchstens 7 Prozent liegt.

„Je höher die Deos konzentriert sind, desto höher ist natürlich auch die Konzentration, die von der Haut aufgenommen wird“, weiß Dr. Christoph Schick vom Deutschen Hyperhidrosezentrum (DHHZ).

Die Deo-Steine bestehen entweder aus „Ammonium Alum“ (bei den günstigeren Produkten) oder „Potassium Alum“ (meist in der Naturkosmetik-Variante, wie zum Beispiel bei Sante) – beides sind aber so oder so Aluminiumsalze. Andreas Peter vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt: „Kristalldeos enthalten Aluminium, das freigesetzt wird und über die Haut aufgenommen werden kann“.

Weiter heißt es beim BfR: „Zu Alaun liegen keine Daten zum Wirkmechanismus oder zur dermalen Absorption vor. Alaun ist aber ein Salz, das in Wasser leicht löslich ist; demnach ist davon auszugehen, dass freiwerdende Aluminium-Ionen in die Haut bzw. Schweißdrüsen eindringen können“.

So werden Deo-Kristalle hergestellt

Alaun ist ein Kristall, der auch in der Natur vorkommt. Die meisten Deo-Kristalle sind allerdings nicht natürlichen Ursprungs, sondern industriell aus einer chemischen Mixtur gegossene oder gezüchtete Kristalle. Die Herstellung von Alaun ist relativ aufwendig und braucht verschiedene Chemikalien (u.a. Schwefelsäure).

Das für das Alaun und Aluminium im Allgemeinen benötigte Bauxit wird häufig energieaufwendig im Tagebau in Australien, China, Brasilien, Guinea, Jamaika, Indien und Kamerun gefördert – europäisches Bauxit wäre zu teuer. Das Aluminiumerz wird dann per Schiff nach Europa transportiert – nicht gerade umweltschonend.

Wie gefährlich ist Aluminium?

Aluminium ist das dritthäufigste Element der Welt, es steckt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln wie Salat, Gemüse, Kakao oder Tee. Einen großen Teil davon kann der Körper alleine wieder abbauen. Allerdings erhöht tägliches Benutzen eines aluminiumhaltigen Deodorants unseren Wert unnötig – und das Aluminium reichert sich im Körper an.

Zwar ist noch immer nicht bewiesen, ob Aluminium sich auf Erkrankungen wie Alzheimer und Brustkrebs negativ auswirkt, fest steht aber: Das Metall wirkt nervenschädigend und verstopft die Drüsen. Zudem steht Aluminium unter Verdacht, Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, Schwangerschaften und die Knochenentwicklung zu haben.

Mehr Infos finden Sie in unserem Beitrag „So schädlich ist Aluminium im Deo“  

Dr. Schick vom DHHZ erklärt, wie aluminiumhaltige Deodorants wirken: „Aluminiumsalz hat wie alle Salze eine Art Gitterstruktur. Sobald es mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, geht es in Lösung – die Salzbestandteile trennen sich voneinander. Sobald das Deo getrocknet ist, gehen die Bestandteile wieder zurück in die Gitterstruktur und verstopfen so den Schweißdrüsengang.“ Das ist auch der Grund, weshalb die trockenen Kristall-Deosteine vor der Verwendung unter kaltem Wasser angefeuchtet werden müssen.

Verletzte Haut nimmt mehr Aluminium auf

Alaun steckt auch in sogenannten Rasierstiften für Männer, die dazu da sind, Blutungen, die bei der Rasur entstehen, zu stoppen. Die Krux: Verletzte oder gereizte Haut nimmt noch mehr Aluminium auf als normale, gesunde – das bestätigt auch Dr. Schick.

Wer auf sein aluminiumhaltiges Deodorant bzw. Antitranspirant nicht verzichten möchte – Deos ohne Aluminium hemmen nicht den Schweißfluss, sie verhindern nur die Entstehung von Gerüchen – sollte zumindest darauf achten, es nicht direkt nach der Achselrasur aufzutragen. Dr. Schick rät: „Um den Schaden möglichst gering zu halten, empfehle ich aluminiumhaltige Deos nicht öfter als zwei Mal wöchentlich anzuwenden – und niemals nach der Rasur!“

Alaun, ein schwefelsaures Doppelsalz, wird auch vom Deutschen Arzneibuch als adstringierend und hautreizend eingestuft. Die zusätzliche Gefahr bei Kristall-Deos aus Alaun: Wird der Kristall nach einer heißen Dusche oder einem Saunabesuch auf noch feuchter Haut angewendet, gelangt zu viel Wirkstoff auf die Haut – so kann es zu Überdosierung und sogar leichten Verätzungen kommen. Die Folge sind gerötete Hautstellen, die stark brennen oder jucken.

Das sagen Deo-Kristall-Hersteller

Die drei bekanntesten Naturkosmetik-Hersteller der Deo-Kristalle sind Murnauer’s, alva und Sante. Diese wehren sich gegen die Vorwürfe und sagen, ihre Deo-Kristalle seien „frei von chlorierten Aluminiumsalzen“ und „die Aufnahme von Aluminium durch die Haut ist nach bisherigen Kenntnissen als sehr gering anzunehmen“.

Dass die Kristall-Deos aluminiumfrei sind, wird in keiner Stellungnahme behauptet. Alva klärt zudem auf: „Ob sich Alaun anders verhält und weniger vom Körper aufgenommen wird, darüber gibt es bisher keine Studien. (lt. ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness 2015)“.

Fazit

Wer sicher gehen möchte, dass er ein Deodorant ohne Aluminium verwendet, vertraut den aluminiumfreien Sprüh- oder Roll-On-Deos zertifizierter Naturkosmetik-Hersteller.
Hier haben wir fünf empfehlenswerte Marken-Deos gesammelt, die garantiert kein Aluminium enthalten.

In unserer Bestenliste findet ihr noch mehr Deos ohne Aluminium

Weiterlesen auf Utopia.de:

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(18) Kommentare

  1. Sehr interessant, das erklärt auch wahrscheinlich warum ich die Sante Kristalldeos nicht vertragen habe. Meine Haut hat richtig geschmerzt. Ich habe mich eigentlich darauf verlassen, dass bei einem Produkt der Naturkosmetikmarke Sante keine schädlichen Substanzen enthalten sind. Danke an Utopia, die auch Naturkosmetik unter die Lupe nehmen!

  2. War ja irgendwie auch klar, dass die einzig wirksamen Deos immer schädlich sein sollen. Ich achte an sich immer darauf, Naturkosmetik anzuwenden, aber ich habe mittlerweile so viele alu-freie Naturkosmetik-Deos gekauft und getestet und kein einziges hat es bis zum Abend durchgehalten, ohne dass man anfing zu müffeln. Bei heißen Temperaturen schon gar nicht. Das ist die Wahl zwischen Pest und Cholera.

  3. Es ist meiner Meinung nach eine Frage des persönlichen Ausprobierens. Ich habe jetzt vier Deos ohne Alu durch und bin persönlich mit dem simplen Alterra Deo-Balsam Salbei-Melisse und dem Speick Deo-Stick (Men) (hier der Roller) am zufriedensten, probiere gerade ein teures, neues, das nicht mal im Herbst funktioniert.

    Wir haben auch einen Beitrag zu 5 empfehlenswerten Deo-Marken und eine Bestenliste Deo ohne Aluminium mit vielen Vorschlägen.

  4. Ich hab sehr gute Erfahrungen mit reinem Dihydrogenmonoxid gemacht. Ein- bis mehrmals täglich angewandt bekämpft es im Zusammenspiel mit frischer Wäsche zuverlässig unangenehme Gerüche. Es ist auch sehr günstig und hierzulande gut verfügbar.

  5. Reines Wasser stimmt schon mal nicht – Leitungswasser und Mineralwasser besteht nicht zu 100% aus H2O, sondern auch aus anderen Stoffen (wie der Name schon sagt – Mineralien usw.).

    Willst du witzig sein? Ist m.M.n. nicht gelungen. Ich will mal den sehen, der sich während der Arbeitszeiten mit „reinem H2O“ duscht. 😉

  6. Beim Ausprobieren liegt schon das Problem: Man hortet eine Menge unbrauchbarer Produkte zuhause, die allesamt wenig taugen. Leider rausgeschmissenes Geld und auf Dauer recht teuer, denn ein Öko-Deo kostet locker 3-4 mal so viel wie ein konventionelles, kleine Probiergrößen gibt es da leider nicht. Da vergeht einem irgendwann leider die Lust, das Geld zum Fenster rauszuwerfen.
    Speick habe ich auch ausprobiert, die vielgelobte Wirkung blieb auch da leider aus. Oder ist es ein Muss, dass man nur alle paar Stunden wieder draufschmieren muss?

    @organics: Das klingt jetzt aber auch nicht so super gesund. Was soll das sein und wie wendet man es an?

  7. Das Aluminium in unserer Nahrung steckt höre ich immer wieder. Die ist in der Regel jedoch nicht der Fall. Deshalb hier ein Text den ich bereits vor einiger Zeit verfasst habe.
    Ja, Aluminium ist das 3.-häufigste Element in der Erdkruste. Aluminium tritt aber in der Natur NUR in chemischen Verbindungen auf. Niemals gediegen. Es kann nicht einfach so in unsere Lebensmittel/Pflanzen gelangen. Pflanzen nehmen es nur auf, wenn der PH-WERT des Bodens nicht stimmt (ab 5,5). Je saurer der Boden, desto mehr Aluminium wird frei. Zudem wird es dann in den Pflanzen isoliert (denn die mögen das auch nicht) und kann so nur sehr wenig über den Körper aufgenommen werden, davon scheidet die Niere dann jedoch zum Glück einen Großteil aus. Wenn die Pflanze zuviel Aluminium aufnehmen muss, dann hört der Stoffwechsel auf und sie stirbt ab. Genauso ist es bei uns Menschen auch.

    In Medikamenten wird Aluminium als Bindemittel/Trägerstoff verwendet, damit ist es nicht mehr isoliert und gelangt direkt in unseren Körper. Es gelangt mal hier und mal da hin, Aluminium lagert sich gerne an den verschiedensten Stellen im Körper ab (Gehirn > Demenz, Brust > Krebs, Knochen > Verdichtung, selbst bei der Einatmung durch die Lunge kann es sich in deine Fresszellen des Gewebes setzen und diese verhärten > Gelenkprobleme etc.).
    In Kosmetika und Deos dient es auch als Kleber. Es verstopft die Poren und wir freuen uns wie blöde, dass wir nicht mehr schwitzen. (Das können Natur-Deos ohne Alu natürlich nicht, aber Schwitzen ist ja auch ein wichtiger Prozess.) Also bitte überall aufpassen!

    Alle diese industriell erzeugten oder aufgeschlossenen Aluminiumverbindungen wie Aluminiumoxid, -hydroxid, -chloride usw. sind generell höchst toxisch für unseren Körper.
    Es gibt (Gott sei Dank) noch unabhängige Forschungen, ich kenne nur dieses eine Institut. Diese kommen zu katastrophalen Ergebnissen über Aluminium, am besten selbst mal reinschauen:
    Akte Alu bei youtube einfach eingeben!

    Wer noch mehr über die Studien wissen möchte:
    Es gibt KEINE Forschungen oder Studien mehr über Aluminium, die von Staaten durchgeführt werden, also auch nicht von der EFSA (European Food Safety Authority), die aber angibt, wieviel Aluminium wir angeblich vertragen können! Diese Forschungen wurden alle eingestampft, weil sonst die Industrie/Wirtschaft wahrscheinlich ein großes Problem hätte. Deswegen hat die EFSA hat ihre Werte wahrscheinlich nur als Metastudie vorgelegt, das heißt nur nach Recherchen zusammengefasste Werte, jedoch nicht an Lebewesen überprüfte Fakten (ich zitiere aus einem anderen Artikel spektrum.de):
    „Mit dem Essen nehmen wir je nach Land und Ernährung nach einer Metastudie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zwischen einem und 15 Milligramm Aluminium pro Tag zu uns. Bei Erwachsenen entspricht das bis zu 0,2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, bei Kindern und Säuglingen bis zu etwa 0,35 Milligramm. Die EFSA geht von einer unbedenklichen wöchentlichen Aufnahme von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht aus (Tolerable Weekly Intake, TWI), also 0,143 Milligramm pro Kilogramm und Tag – das bedeutet, ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung überschreitet die als unbedenklich geltende Dosis schon durch die Aufnahme von Aluminium über die Nahrungsmittel. Allerdings zeigen Tierversuche, dass man für eine chronische Vergiftung über lange Zeiträume mehr als 50 bis 100 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aufnehmen müsste.“

    Leider macht sich die EFSA nicht die Mühe, demente oder krebskranke Personen zu untersuchen. Hier noch ein kurzer Interview Auszug von dem tatsächlichen Forscher Chris Exley, die ohne staatliche Unterstützung dennoch weiterforschen (Interview von arte, siehe „Akte Alu“ auf youtube):
    „Warum sehen Gesundheitsorganisationen bislang keinen Handlungsbedarf?
    CHRIS EXLEY: Die Behörden für Lebensmittelsicherheit wie die EFSA vertreten in erster Linie die Industrie. Als unser Institut an der Keele University Daten über den viel zu hohen Aluminiumgehalt in Säuglingsmilchpulver veröffentlichte, gaben die EFSA oder die Food Standard Agency hier in Großbritannien nicht einmal einen Kommentar ab.“

  8. „von dem tatsächlichen Forscher Chris Exley, die ohne staatliche Unterstützung dennoch weiterforschen“

    Ja, stattdessen lässt er sich gerne z.B. von der Dwoskin Family Foundation aushalten.
    (Kongress in einem fragwürdigen Anti-Science-Umfeld in einem Luxus-Resort in der Karibik, Sponsoring seiner eigenen Alu-Kongresse…)
    Und verzichtet auch noch gerne darauf, dass als Interessenskonflikt in seinen Publikationen anzugeben, was unter Wissenschaftlern eigentlich als selbstverständlich gilt.
    Unabhängiger und glaubwürdiger als die Behörden ist er damit also auch nicht.

    Es ist ja gut und richtig, dass es beide Seiten gibt. Und evtl. erfodert dieses Thema tatsächlich noch einiges an weiterer Forschung.

    Aber bitte glauben Sie nicht blind der Anti-Seite, nur weil sie eben so schön anti ist und ein Bert Ehgartner (Journalist ohne wissenschaftlichen Hintergrund) einen herrlich reißerischen Film mit selektierten und verdrehten Fakten veröffentlicht hat und jetzt mit dem Verkauf der zugehörigen Bücher noch mehr Geld verdient.

  9. Interessant, daß sowohl natürliche als auch künstliche Alaunsteine als Aluminiumquelle angegeben werden.
    Die natürlichen Alaunsteine haben ja eigentlich einen unverwüstlichen guten Ruf, da sie schon seit Jahrhunderten als Antitranspiranz verwendet werden.

  10. „Natürliches“ und „künstliches“ Alaun unterscheiden sich weder chemisch noch im Wirkmechanismus. Man kann allerdings davon ausgehen, dass „natürliche“ Kristalle mehr Verunreinigungen enthalten.
    Wieso sollte es einen Unterschied in der (weiterhin nur vermuteten!) Aufnahme von Aluminium über die Haut geben?

  11. Was für eine hanebüchene Argumentation:
    „Alaun ist aber ein Salz, das in Wasser leicht löslich ist; demnach ist davon auszugehen, dass freiwerdende Aluminium-Ionen in die Haut bzw. Schweißdrüsen eindringen können“

    Elektrolytische Dissoziation ist bei Salzen nicht unüblich -das gibt es auch beim allseits beliebten Natriumchlorid.
    Soll ich also auch mal?
    NaCl ist ein Salz, das in Wasser leicht löslich ist; demnach ist davon auszugehen, dass freiwerdende Chlor-Ionen im Verdauungstrakt aufgenommen werden.
    –>Verwenden Sie auf keinen Fall Kochsalz, das besteht zu 60% aus Chlor!!!

    Weiter unten heißt es dann, dass unser Körper einen großen Teil (welchen Teil denn nicht?) des Aluminiums selbst „abbauen“ kann, aber trotzdem soll es sich anreichern. Wieso? Wo? Warum soll dieses angereichert Aluminium vom Körper nicht „abgebaut“ werden können?

    Und wer sich Gedanken über die Umweltfolgen der Gewinnung des bisschen Aluminiums macht, dass im Deo mit künstlichen Alusalzen steckt, der verwendet hoffentlich auch kein „aluminiumfreies“ Deo im Pump-Zerstäuber. Denn der aufgepresste Ring z.B., der Flasche und Pumpe zusammenhält ist aus -tada!!- Aluminium! Wie auch Millionen anderer kleiner und großer Teile, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Z.B. in den Servern, die diese Webseiten hosten…
    Ausgerechnet hier beim Deo damit zu argumentieren, ist albern. Aber wenn man außer ein paar effektvoll aus dem Zusammenhang gerissenen Fakten keine Argumente mehr hat, dann muss man eben zu jedem Strohhalm greifen.

    „Das ist auch der Grund, weshalb die trockenen Kristall-Deosteine vor der Verwendung unter kaltem Wasser angefeuchtet werden müssen.“

    Ähm… -nein! Der Grund für das Anfeuchten ist, dass ja etwas von dem Zeug auf der Haut verbleiben soll. Man könnte das Deo auch pulverisieren und trocken auf der Haut verteilen, den Rest erledigt der Schweiß. Wenn ich aber den trockenen Kristall an meiner trockenen Achselhöhle reibe, wird zwar die Haut von der Reibung rot, aber der Kristall nicht kleiner.

  12. Danke! Der Unsinn, der hier veröffentlicht wird, ist wirklich erschreckend, aber noch erschreckender ist, dass er offenbar auf jede Menge fruchtbaren Boden fällt…

    Ich habe diesen Doktor gerade einmal recherchiert, weil ich dachte, dass hier wohl wieder irgendein Pseudo-Doc herhalten muss. Es gibt ihn aber und er ist auch Mediziner, wobei der zitierte Satz hier natürlich eine Binsenweisheit ist und vermutlich aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Auf seiner Webseite unter Hyperhidrose der Achseln steht: „Aluminiumchlorid (sehr gut anwendbar)“. Das klingt für mich jetzt ja nicht sehr kritisch. Warum auch? Ist ja schließlich das wirksamste Mittel und keineswegs „höchst toxisch“. In Schokolade stecken übrigens bis zu 100mg Aluminium pro kg. Nur für Dialysepatienten kann eine Gefahr bestehen, aber das gilt in dem Fall für alle Salze und nicht nur Aluminium-Salze wie Alaun.

  13. Wozu überhaupt ein Deo im Laden kaufen, egal ob Bio oder konventionell?
    Ich mache unsere Deos selbst, nach etwas Recherche im Netz und das klappt und wirkt sehr gut. Meine Teenie-Tochter und mein Mann bevorzugen eins aus dem Pump-Zerstäuber, ich habe im Winter einen Stick und sommers einen Roll-on.
    Der Stick ist etwas komplizierter, die anderen Varianten aber kinderleicht, das kann jeder. Und man kann über ätherische Öle selbst bestimmen wonach es riecht, oder ob es überhaupt riechen soll.
    Schön ist auch, dass das Ganze wenige Cent kostet und man vorhandene Gefäße immer wieder befüllen kann.
    Einfach mal suchen, z.B Youtube Deoroller aus Stärke und Natron.

  14. Ich kaufe natürlich auch so manches fertige Ding ein, und für Deo gibt es das bereits seit Jahren alufrei als Sprays in Glas-Pumpzerstäubern in Drogerien und Bioläden mit einfachen Wirkstoffen. Wer verlangt, dass einmal morgens desodorieren den ganzen Arbeitstag über halten soll, der spinnt. Was ist so schlimm daran, abends nicht mehr frisch zu sein? Man kann sich die Achselhaare kurz halten und keine Synthetikhemden tragen, und wer extrem riecht, hat eh ein Problem.
    Wer Geld für Zigaretten, überteuerte Getränke und Elektroniknickschnack ausgibt, regt sich im Ernst über den Preis von gesunden Deos auf?
    Wenn man die guten Angebote nicht gut genug findet oder Geld sparen will, dann geht tatsächlich selbst machen. Eine sehr gute Infoquelle ist z.B. smarticular. Seit einiger Zeit mache ich mein Deo so: Kokosöl, Natron und Salbeiöl in ein kleines Glas mischen, diese Salbe wird dann mit dem Finger aufgetragen. Man kann auch Stärke und Vitamin-C-Pulver dazumischen, es gibt verschiedenste Rezepte. Ätherische Öle und die Laurinsäure aus dem Kokosöl haben antibakterielle Wirkung. Was haben wohl unsere Vorfahren gemacht? Vor lauter Achselgerüchen stöhnend umgefallen?

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