So schädlich ist Aluminium im Deo

Deo
Foto © utopia

In vielen handelsüblichen Deos steckt Aluminium. Weil das als schädlich gilt, werben inzwischen eine ganze Reihe von Herstellern mit aluminiumfreien Deos. Wir erklären, was es mit dem bedenklichen Stoff im Deo auf sich hat.

Körpergerüche sind unerwünscht, unangenehm und eklig – darüber lässt  sich streiten, doch die Mehrheit unserer Gesellschaft scheint so zu denken. „Körperhygiene“ muss sein, ein Leben ohne Deo ist für die meisten Leute unvorstellbar. Entsprechend groß ist die Verunsicherung angesichts der widersprüchlichen Meldungen zum Thema Aluminium im Deo.

Aluminium im Deo verstopft die Poren

Genau genommen kommen Aluminiumsalze nur in Antitranspirantien vor, nicht in Deos. Denn auch wenn wir die Unterscheidung im alltäglichen Sprachgebrauch nicht treffen, die beiden Produktgruppen wirken unterschiedlich. Deos überdecken in erster Linie den Schweiß-Geruch, während Antitranspirantien das Schwitzen ganz verhindern oder reduzieren sollen. Dazu wird das Aluminium verwendet:

„Aluminiumverbindungen werden aufgrund ihrer schweißhemmenden Wirkung in Antitranspirantien eingesetzt. Diese schweißhemmende Wirkung entsteht, da sich die Hautporen durch Aluminium zusammenziehen. Zudem bildet sich ein gelartiger Aluminium-Protein-Komplex, der temporär die Ausführgänge der Schweißkanäle blockiert“,

schreibt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Im Klartext: Das Aluminium verstopft unsere Schweißporen.

Deocreme ist beliebt
Deo wirkt auch ohne Aluminium. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash.com - Alexa Mazzarello)

Aluminium ist ungesund

Permanent verstopfte Poren sind nicht harmlos: Es kann ein Schweißstau entstehen, der Hautreizungen und Juckreiz auslösen kann. Aluminium kann außerdem durch die Haut in den Körper gelangen – insbesondere durch gereizte oder verletzte Haut nach der Rasur. Der Stoff gilt allgemein als nervenschädigend und steht im Verdacht, reproduktionstoxische Wirkungen (Wirkungen auf Fruchtbarkeit und Kinder im Mutterleib) sowie Effekte auf die Knochenentwicklung zu haben.

Einige Studien legen darüber hinaus einen Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs sowie mit Alzheimer-Erkrankungen nahe. Diese Wirkungen sind jedoch nicht ausreichend erforscht und werden von verschiedener Seite bezweifelt. Man kann also derzeit nicht seriös behaupten, Aluminium löse Brustkrebs und/oder Alzheimer aus, sondern muss künftige Studienergebnisse abwarten.

Das eher konservative BfR hält eine „gesundheitliche Beeinträchtigung bei der Verwendung von einem aluminiumhaltigen Antitranspirant“ zumindest für „möglich“ (Stellungnahme des BfR vom 26. Februar 2014). Schon durch die Aufnahme mit der Nahrung würde man an die Grenze  der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge von Aluminium kommen, durch die zusätzliche häufige Anwendung von aluminiumhaltigen Deos könne diese schnell überschritten werden.

Das österreichische Gesundheitsministerium empfiehlt seit Juni 2014, die Verwendung von aluminiumhaltigen Produkten vorsichtshalber so weit wie möglich einzuschränken.

Namhafte Hersteller wie Beiersdorf und Unilever vertreten – gestützt durch einige Studien – allerdings die Meinung, Aluminiumsalze in Deos bzw. Antitranspirantien seien unbedenklich.

Bestenliste: Deo ohne Aluminium

So meidet man Aluminium im Deo

Wer lieber Deo ohne Aluminium verwenden möchte, hat inzwischen eine große Auswahl – unter herkömmlichen und ökologischen Produkten. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben ist relativ einfach erkennbar, wo Aluminium drinsteckt und wo nicht. Da Antitranspirantien grundsätzlich Aluminiumsalze enthalten, kann man zunächst gezielt auf Produkte verzichten, die die Bezeichnung „Antitranspirant“ oder „Antiperspirant“ tragen. Auch viele Produkte die „48-Stunden-Schutz“ und ähnliche Dinge versprechen, sind eigentlich Antitranspirantien.

Deo ohne Aluminium
Antitranspiratien verstopfen die Poren. (Foto: © colourbox.de)

In den Inhaltsstofflisten von Kosmetika und Pflegeprodukten müssen Aluminiumverbindungen angegeben werden. Meistens sind diese recht einfach am Namensbestandteil „Aluminium“ zu erkennen: Die in herkömmlichen Deos verwendeten Aluminiumsalze sind meist als „Aluminium Chlorohydrate“ bzw. Aluminiumchlorid gekennzeichnet. In diesem PDF der österreichischen Bundesministerium für Gesundheit findet man ab Seite 52 eine komplette Liste der Deklarationen von aluminiumhaltigen Inhaltstoffen in Kosmetika.

Auch die vermeintlich gesünderen Deokristalle (Alaun-Kristalle) enthalten übrigens Aluminium. Sie werden heute größtenteils industriell hergestellt und enthalten sogar größere Mengen Aluminiumsalze als herkömmliche Deos. Allerdings scheiden sich die Geister an der Frage, ob auch die unchlorierten Aluminiumverbindungen („Ammonium Alum“) in natürlichen Alaun-Kristallen schädlich sind oder nicht.

Viele konventionelle Marken wie zum Beispiel Nivea, 8×4 oder Axe verzichten zwar auf Aluminiumsalze, nicht aber auf andere problematische Substanzen. Naturkosmetik-Hersteller dagegen verwenden grundsätzlich keine Aluminiumsalze in Deos und meiden auch sonst die meisten bedenklichen Inhaltsstoffe. Wer also auf Nummer sicher gehen will, trifft mit zertifizierten Bio-Deos die beste Wahl.

In unserer Bestenliste findet ihr natürliche Bio-Deos ohne Aluminium

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(8) Kommentare

  1. Der Körper braucht Zeit sich an Deos ohne Aluminium zu gewöhnen – eher Wochen als Tage.
    Aber wenn du die Zeit durchhältst, evtl. kurz waschen, funktionieren sie mindestens genauso gut.
    Ich schwöre drauf und würde sie heute jedem anderen Deo vorziehen – absolut sicher vor Geruch !

  2. Nach Lesen des Titels hatte ich Fakten erwartet. Ich bin jetzt fast eher erleichtert, dass es bisher fast nur Hypothesen sind. Sicherlich ist Allmunium bedenklich aber ich habe noch keine Alternative gefunden die wirkt.

  3. Ich stimme dir zu: Alles was ich bisher gelesen habe und eben auch dieser Artikel sagt mir, daß es noch keine gesicherten Fakten gibt, die wirklich beweisen, daß die Aluminiumverbindungen schädlich sind. Zumal, wenn sie (nur) auf die Haut aufgetragen werden und nicht – wie bei Zahnpasta oder Entzündungshemmern – oral verabreicht werden.
    Ich habe in den vergangenen 7-8 Jahren einiges an Pumpsprays und Rollern ausprobiert und bin gerade in letzter Zeit immer frustrierter, ob der miserablen Wirkung der alu-freien Deos.
    Ich arbeite im Büro und fahre täglich zügig und auch schweißtreibend mit dem Rad hin und zurück. Doch es hilft kein Duschen und kein alufreies Deo. Auch das Tragen von Wollsachen brachte keine spürbare Verbesserung.
    Jetzt bin ich zu dem Schluss gekommen ein Antitranspirant – mit Alu – zu benutzen, Tage zu Benutzen. Denn die Dosis macht das Gift. Außerdem rasiere ich mich prinzipiell nicht unter den Achseln, sodass der Eintrag des Alu´s in die Blutbahn rel. ausgeschlossen ist.

  4. Hier eine wissenschaftlich fundierte Zusammenfassung über das Risikopotential von Aluminium (inbesondere in Deos) aus dem September 2014:

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-39-2014/gefaehrliche-deos

    Ich zitiere aus dem Fazit:
    „Trotzdem gibt es aus epidemiologischen Studien keinen fundierten Hinweis, dass eine Aluminiumexposition durch Kosmetika zu neurologischen Erkrankungen oder Krebs führen könnte. In langfristigen Fütterungsstudien reduzierte Aluminium bei Mäusen sogar die Häufigkeit einiger Krebsarten.“

  5. Nein, das steht nicht im Fazit!

    Aus dem Fazit:
    „[…]
    Weder Tierexperimente noch epidemiologische Daten geben eindeutige Hinweise auf ein kanzerogenes Potenzial von Aluminium. Auch ein Zusammenhang mit der Entstehung eines Morbus Alzheimer ist seit Jahrzehnten in der Diskussion, aber bisher nicht wissenschaftlich belegt.
    […]
    Grundsätzlich muss bei allen Überlegungen bedacht werden, dass alle Berechnungen auf Daten beruhen, die mit fragwürdigen Methoden generiert wurden. Genauere Kenntnisse […] würden eine bessere Risikoabschätzung erlauben. Bis zum Vorliegen von Untersuchungen […] bleibt die Warnung vor aluminiumhaltigen Antitranspiranzien ein Hinweis im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes und nicht eine Warnung vor konkreten Gefahren.“

  6. Stimmt, das steht nicht im Fazit, es steht in der Zusammenfassung der aktuellen Studienlage. Das Fazit ist dann tatsächlich die Meinung der Autoren des Artikels.

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