Doku-Tipp: Monsanto – Mit Gift und Genen

Monsanto mit Gift und Genen
Foto: Foto: "DSC_0313" von Andy Wright unter CC-BY-2.0

Monsanto steht schon seit langer Zeit wegen des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Kritik. Die Arte-Dokumentation „Mit Gift und Genen“ zeigt, warum sich Glyphosat trotzdem in vielen Ländern durchsetzen konnte und mit welchen Folgen.

„Roundup“ mit seinem Hauptbestandteil Glyphosat ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und schon seit über 30 Jahren auf dem Markt. Produzent Monsanto versprach den Bauern, es sei biologisch abbaubar, nachhaltig und gut für Umwelt. Dabei ist selbst auf der Roundup-Verpackung zu lesen, dass es auf keinen Fall in Kontakt mit den Menschen kommen soll. Inzwischen wissen wir, dass Glyphosat alles andere als harmlos ist und sich bereits in der Luft, im Wasser und in Lebensmitteln wiederfindet.

Monsanto: Mit Gift und Genen – Arte-Dokumentation

Glyphosat von Monsanto auf den Feldern der Welt.
Glyphosat von Monsanto auf den Feldern der Welt. (Foto: CC0 / Pixabay / hpgruesen)

Die Dokumentation „Monsanto – Mit Gift und Genen“ ist zwar von 2008, aber dennoch hochaktuell. Sie beleuchtet nicht nur den Unkrautvernichter Roundup, sondern auch andere umstrittene Produkte und Geschäftspraktiken von Monsanto. Allen voran die Entwicklung von krebserregendem PCB, das über Jahre Aushängeschild von Monsanto war und in den 1980er Jahren verboten wurde. Noch heute müssen viele Schulen und Universitäten renoviert werden, weil beim Bau PCB verwendet wurde.

Der Film enthält keine Stellungnahmen oder Interviews mit Monsanto, da der Konzern alle Anfragen abgelehnt hatte. 2009 erhielt die Doku den Umwelt-Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe sowie den Preis des EkoFILM International Film Festival.

Wer den Film legal sehen will, muss derzeit auf eine DVD zurückgreifen (z. B. bei** rebuy oder Amazon). Auf YouTube und Co. existieren nur nicht authorisierte Uploads.

Fazit: Eine Doku, die wütend macht

Dass umstrittene Stoffe wie Glyphosat kein Einzelfall bei Monsanto sind, zeigt die Dokumentation mit einem Blick auf die weiteren Produkte in der Geschichte des Unternehmens. Gleichzeitig wirft es die Frage auf, wie die Politik so lange zuschauen konnte und manipulierte Studien folgenlos blieben. Eine sehenswerte Dokumentation, die wütend macht und gleichzeitig einen Ausblick gibt, wie Landwirtschaft doch noch gelingen kann.

Auch die Frankfurter Rundschau lobt den Film in ihrer Kritik: „Mit Hilfe von unabhängigen Wissenschaftlern und zum Teil unveröffentlichten Dokumenten veranschaulicht Robin [Regisseurin, Anm. d. Red.], mit welchen Methoden Monsanto seine Interessen durchsetzt“.

Tipp zum Weiterschauen: Die Regisseurin von „Monsanto, mit Gift und Genen“ hat inzwischen eine weitere Dokumentation über Monsanto gedreht. In „Roundup – der Prozess“ findet ein symbolisches Monsanto-Tribunal in Den Haag statt, bei dem der Saatgut-Multi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt wird.

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