Eisheilige: Bauernregeln, Termine und was sie für Gärtner bedeuten

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Die Eisheiligen sind jedes Jahr an drei bis fünf Tagen im Mai. Sie gehen auf eine alte Bauernregel zurück, wonach Gärtner ihre Pflanzen erst nach den Eisheiligen ins Beet setzen sollen. Doch dies lässt sich auch meteorologisch erklären.

Eisheiligen: Bauernregel und ihre Bedeutung

Rund um die Eisheiligen gibt es viele Bauernregeln, die vor Frost warnen. Sie alle haben gemeinsam, dass Bauern und Gärtner ihr Gemüse erst nach den Eisheiligen ins Beet setzen sollen. Denn vorher besteht noch die Gefahr von Bodenfrost.

Die Eisheiligen sind jedes Jahr an den gleichen Tagen:

  • Mamertus: 11. Mai
  • Pankratius: 12. Mai
  • Servatius: 13. Mai
  • Bonifatius: 14. Mai
  • Sophia: 15. Mai

„Sophie man die Kalte nennt, weil sie gern kalt Wetter bringt“, lautet zum Beispiel eine der vielen Bauernregeln zur Eisheiligen Sophie.

Wetterphänomen der Eisheiligen

Eisheiligen: Frost im Mai kann die Ernte vernichten.
Eisheiligen: Frost im Mai kann die Ernte vernichten. (Foto: CC0 / Pixabay / Peggychoucair)

Die Gefahr von Bodenfrost ist im Mai noch immer recht hoch, obwohl es oft bereits im April viele Tage frostfrei bleibt. Der Grund: Im Frühling erwärmt sich der Kontinent viel schneller als das Meer. Daher entstehen Tiefdruckgebiete und kalte Luftmassen aus dem Polarraum ziehen zu uns. Sie sorgen dafür, dass es hin und wieder zu Bodenfrost kommt.

Die Eisheiligen Mitte Mai sollen Orientierung geben: Ab Mitte Mai sind Kälteeinbrüche und Bodenfrost sehr unwahrscheinlich. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass es nach den Eisheiligen noch einmal sehr kalt wird. Möglicherweise liegt dies daran, dass es im 16. Jahrhundert eine Kalenderreform gab. Doch das Datum für die Eisheiligen ist geblieben. Dabei wäre der erste Tag der Eisheiligen umgerechnet erst am 24. Mai.

Wie viele Eisheilige gibt es wirklich?

Nord- und Süddeutschland sind in der Frage gespalten, wie viele Eisheilige es wirklich gibt:

  • Traditionell beginnen die Eisheiligen im Norden Deutschlands am 11. Mai mit dem Namenstag des Heiligen Mamertus. Die Heilige Sophia am 15. Mai ist die fünfte und letzte der Eisheiligen.
  • In Süddeutschland sind oft nur drei Heilige verbreitet: Am 12. Mai Pankratius, einen Tag später Servatius und am 14. Mai Bonifatius.

Wer sind die Eisheiligen?

Eisheiligen warnen vor Frost im Mai.
Eisheiligen warnen vor Frost im Mai. (Foto: CC0 / Pixabay / HansLinde)

Die fünf Tage der sogenannten „Eisheiligen“ sind nach den Namenstagen echter Heiliger benannt:

  • Mamertus (11. Mai): Er war im 5. Jahrhundert Bischof von Vienne bei Lyon, soll mehrere Wunder vollbracht haben und wird u.a. bei Fieber um Beistand gerufen.
  • Pankratius: 12. Mai: Er zählt zu den ersten Märtyrern und wurde zu Beginn des 4. Jahrhunderts in Rom hingerichtet.
  • Servatius: 13. Mai: Er war Bischof in Belgien und wird bei Frostschäden um Hilfe angerufen.
  • Bonifatius: 14. Mai: Er hat sich spät dem Christentum angeschlossen, starb aber kurz darauf als Märtyrer.
  • Sophia: 15. Mai: Die Märtyrerin wird oft um Beistand bei Spätfrost und um eine gute Ernte gebeten.

Bauernregeln zu den Eisheiligen im Überblick

Es gibt unzählige Bauernregeln zu den Eisheiligen – wir zeigen dir bekanntesten Aussprüche:

  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  • Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
  • Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Pflanze nie vor der Kalten Sophie.
  • Die kalte Sophie macht alles hie.
  • Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.
  • Pankraz hält den Nackensteif, sein Harnisch klirrt von Frost und Reif.
  • Pankratz und Urbanitag ohne Regen – versprechen reichen Erntesegen.
  • Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein.
  • Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost.
  • Sophie man die Kalte nennt, weil sie gern kalt Wetter bringt.
  • Kalte Sophie wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte daher gerannt.

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