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Fairtrade Wein: Diese Sorten solltest du nur mit Siegel trinken

Foto: CC0 / Pixabay / visiondailleurs1

Fairtrade Wein aus Chile, Argentinien oder Südafrika gibt es längst nicht mehr nur beim Weinhändler, sondern auch in vielen Supermärkten. Warum ist das Fairtrade-Siegel wichtig? Und wie steht es um die CO2-Bilanz der importierten Weine?

Beim Wein kommt es auf viele Dinge an: Neben der Rebsorte steht bei Wein-Liebhabern vor allem das Anbaugebiet im Fokus. Immerhin gelten die klimatischen Bedingungen, die Bodenbeschaffenheit und die Hanglage mit als die wichtigsten Rahmenbedingungen für guten Wein. Aber nicht nur in Bordeaux, der Toskana und an der Mosel gibt es ideale Voraussetzungen. Auch in Mittel- und Südamerika sowie in Südafrika gibt es exzellente Bedingungen und eine lange Wein-Tradition. Doch wie steht es um die Anbaubedingungen und die Umweltbelastung durch den Import?

Wein aus Südafrika und Südamerika

Wein solltest du immer nur mit Fairtrade-Siegel kaufen
Wein solltest du immer nur mit Fairtrade-Siegel kaufen
(Foto: CC0 / Pixabay / 12019)

Der Weinanbau ist kein typisch deutscher Wirtschaftszweig, auch wenn es uns angesichts der zahlreichen Weinanbaugebiete in Deutschland so erscheinen mag. Spanische Seefahrer haben im Rahmen der Kolonialisierung den Weinanbau in viele Teile der Welt gebracht. Und schon im antiken Ägypten vor über 2.500 Jahren gab es Weingüter. In Südafrika und Südamerika gibt es heute viele Weinregionen mit großen und kleinen Weingütern:

  • Südafrika: Die Stadt Stellenbosch gilt als Weinhauptstadt Südafrikas. Mehr als 250 Weingüter sind rund um Stellenbosch angesiedelt und die Weinsorten auch bei uns in Deutschland bekannt: Shiraz, Merlot sowie Pinotage zählen zu den bekannten Rotweinen aus der Region, Sauvignon Blanc und Chardonnay zu den Weißweinen.
  • Chile: Die bevorzugt angebauten Rebsorten sind in Chile ebenfalls Merlot und Chardonnay. Der Großteil des Weins stammt aus der Region Maipo Valley, unweit von Santiago de Chile. Dort gibt es auch zahlreiche Bio-Weingüter, die für den internationalen Markt Weine produzieren.
  • Argentinien: Mendoza ist Argentiniens größte Weinanbauregion und verfügt mit 300 Tagen Sonne über optimale Anbaubedingungen. Da es kaum Regen gibt, liegen die Weingüter immer in der Nähe großer Flüsse. Während früher vor allem ertragreiche Rebsorten angebaut wurden (Criolla grande / Criolla Chica), liegt heute der Fokus auf Qualitätsrebsorten, wie Sauvignon Blanc.

Arbeitsbedingungen auf Weingütern problematisch

Weingut: Arbeitsbedingungen oft problematisch.
Weingut: Arbeitsbedingungen oft problematisch.
(Foto: CC0 / Pixabay / KatiaMaglogianni)

Weine aus Argentinien, Chile und Südafrika haben bei Experten einen guten Ruf. Doch die Bedingungen dort haben mit dem idyllischen Bild von traumhaften Landschaften und glücklichen Weinproduzenten oft nichts zu tun. Besonders kleine Weinbauern kämpfen mit vielen Problemen: „Niedrige Marktpreise, starke Konkurrenz und historisch verwurzelte Barrieren machen ihnen das Leben schwer“, erklärt Fairtrade Deutschland.

  • Viele Arbeiter auf den Plantagen werden schlecht bezahlt und ausgebeutet. Oft müssen auch die Kinder bei der Ernte helfen und können nicht zur Schule gehen.
  • Kleine Winzer erhalten sehr niedrige Preise von ihren Großabnehmern oder werden ganz vom Markt verdrängt.
  • Arbeitnehmerrechte gibt es oft nicht und Arbeiter sind Pestiziden ausgesetzt, berichtet das Fachmagazin Vinum.

Wein nur mit Fairtrade-Siegel kaufen

Drei gute Fairtrade-Siegel für Wein sorgen für Orientierung.
Drei gute Fairtrade-Siegel für Wein sorgen für Orientierung.
(Foto: CC0 / Pixabay / skeeze)

Ein Wein-Boykott ist trotz dieser Probleme wenig hilfreich. Denn der Weinbau ist in einigen Regionen einer der stärksten Wirtschaftszweige. Da die inländische Weinnachfrage aber relativ gering ist, produzieren die Bauern oft vor allem den Export. Ein Boykott hätte also zur Folge, dass wichtige Wirtschaftszweige in Südafrika und Südamerika zusammenbrechen und so die Länder insgesamt geschwächt werden würden.

Eine gute Alternative ist Wein mit Fairtrade-Siegel. Es garantiert den Arbeitern angemessene Löhne, Gesundheitsschutz und Sicherheit auf den Weinbergen und in der Produktion sowie eine langfristige Perspektive für Kleinbauern. Siegel für fairen Wein sind:

Importierter Wein: Wie gut ist die CO2-Bilanz?

Containerschiffe haben manchmal eine bessere CO2-Bilanz als LKW
Containerschiffe haben manchmal eine bessere CO2-Bilanz als LKW
(Foto: CC0 / Pixabay / monikawl999)

Wein aus Chile und Argentinien hat einen weiten Weg hinter sich. Die CO2-Bilanz dürfte also deutlich schlechter sein als bei Weinen aus Europa. Doch stimmt das wirklich?

Grundsätzlich empfehlen wir immer, lokale Produkte aus der Region zu kaufen. In diesem Fall ist aber die CO2-Bilanz von Wein aus Südamerika in vielen Fällen nicht schlechter als die von europäischen Weinen. Immer dann, wenn Wein tausende Kilometer mit dem LKW durch Europa transportiert wird, kann importierter Wein eine vergleichbare CO2-Bilanz vorweisen. Wir haben das einmal durchgerechnet*:

  • Chile – Hamburg: ca. 13.000 Kilometer per Schiff = 224,76 kgCO2e
  • Extremadura (Spanien) – Hamburg: 2.500 Kilometer per LKW = 285,30 kgCO2e
  • Freiburg – Hamburg: ca. 750 Kilometer per LKW = 85,59 kgCO2e

Fazit: Der Wein aus Spanien hat eine schlechtere CO2-Bilanz als Wein aus Chile. Der NaBu weist aber darauf hin, dass Containerschiffe neben CO2 noch andere schädliche Gase in die Luft pusten, wenn sie nicht mit umweltverträglichem Kraftstoff fahren. Am besten ist Wein aus der Region beziehungsweise der nächstgelegenen Weinregion.

Empfehlenswerte Wein-Anbaugebiete in Südafrika und Südamerika

Einige Weingüter setzen sich für gute Arbeitsbedingungen ein.
Einige Weingüter setzen sich für gute Arbeitsbedingungen ein.
(Foto: CC0 / Pixabay / 6689062)

Der Bundesverband der Verbraucherinitiative hat zusammen mit dem Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt Öko-Fair entwickelt. Die Initiative nennt folgende Anbaugebiete, die Wein sozialverträglich herstellen:

  • Winzerkooperative Goue Vallei (Südafrika)
  • Weingut Ruitersvlei (Südafrika)
  • Kellerei Stellar Organics – Bio-Weine (Südafrika)
  • Kooperative Vitivinicola Curico (Chile)
  • Sociedad Vitivinicola Sagrada Familia (Chile)
  • Bodegas San Clemente (Chile)
  • Covica – Bio-Weine (Chile)

Weiterlesen bei Utopia:

*Berechnung mittels Arktik (CO2-Logistikrechner von GreenLogisticsWorld e.V.) für jeweils eine Tonne Wein.

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