GEPA – The Fair Trade Company

GEPA Siegel
Siegel © GEPA

Das GEPA-Logo ist auf vielen Lebensmitteln wie Kaffee oder Schokolade zu sehen, teils in Kombination mit dem Fair Trade-Siegel. Welche Standards erfüllt es und für was steht das neue „GEPA fair plus“-Siegel?

Die GEPA ist kein Label, sondern der Name eines der größten europäischen Fair-Handelsunternehmens, das seit über 40 Jahren Produkte und Rohstoffe von auf dem Weltmarkt benachteiligten Produzenten der südlichen Länder zu fairen Bedingungen importiert und in Deutschland vermarktet.

1975 wurde die „Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH“ gegründet. Heute nennt sich das Unternehmen „GEPA – The Fair Trade Company“.

Fair bedeutet zwar nicht automatisch bio, aber 75 Prozent der Produkte tragen das EU-Bio-Siegel und sind teils auch Naturland zertifiziert. Ein strategisches Ziel des Unternehmens ist, dass fair und bio zusammen gehören. Der Bio-Landbau wird daher aktiv unterstützt.

  • Vergeben in: Weltweit
  • Vergeben von: GEPA – The Fair Trade Company / Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH
  • Kategorie: Essen und Trinken, Sport und Spiel, Bekleidung und Schuhe, Bauen und Wohnen
  • Produkte: Kaffee, Tee, Zucker, Schokolade, Getränke, Kakao, Nüsse, Spielwaren, Sportbälle, Textilien, Lederwaren, Schmuck, Keramik, Korbwaren

Die Kriterien

Alle Produkte sind nach Fairtrade-Standard hergestellt. Das Unternehmen will mit dem Fairen Handel die Lebensbedingungen der Menschen verbessern, die aufgrund regionaler und nationaler Wirtschafts- und Sozialstrukturen ihres Landes sowie der Weltwirtschaft benachteiligt sind.

Die Gewinne des Unternehmens werden nach eigener Darstellung im Fairen Handel angelegt. Dadurch sollen die Handelspartner beispielsweise dabei unterstützt werden, ihre Landwirtschaft auf ökologischen Anbau umzustellen und sich entsprechend fortzubilden.

Faire Handelsbeziehungen umfassen unter anderem:

  • Zahlung fairer Preise
  • Vorfinanzierung auf Anfrage durch die Produzenten (damit zum Beispiel Saatgut gekauft werden kann)
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Beratung bei der Produktentwicklung und Exportabwicklung
  • Förderung biologischer Landwirtschaft

Mit Unterstützung der GEPA und anderer Organisationen sind bei den Produzenten unter anderem folgende Ziele erreicht worden:

  • Verbesserte Strom- und Wasserversorgung
  • Bessere gesundheitliche Versorgung
  • Verminderung der Kinderarbeit
  • Errichtung von Schulen und Bildungseinrichtungen
  • Verbesserung der Produktqualität (Biologischer Anbau)
  • Mitspracherecht der Produzenten
  • Geregelte Arbeitszeiten mit Pausen
GEPA fair plus Zeichen
Das „fair plus“- Zeichen wird auf GEPA-Verpackungen das Fair Trade Label ablösen (Siegel © GEPA)

Das GEPA fair plus-Zeichen

Mit dem eigenen fair+ Zeichen möchte GEPA zeigen, dass das Unternehmen noch höhere Ansprüche als die aktuellen internationalen Standards und an Fair Trade-Siegel hat. Dazu zählen etwa:

  • Bessere Bezahlung
  • Hoher fairer Anteil von 40 bis 100 Prozent (Mischprodukte)
  • Recyclingfähige und möglichst aluminiumfreie Verpackungen
  • Rückverfolgbarkeit der gesamten Lieferkette

Das Zeichen ist nicht als Hinweis auf eine zusätzliche Zertifizierung gedacht. Es wird in Zukunft auf allen GEPA-Verpackungen abgebildet sein und dort das „Fair Trade“-Label ablösen.

Die Kontrollen

Das „Fair Trade“-Zeichen wird vergeben, indem die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT Inspekteure beauftragt, die vor Ort überprüfen, ob bei Produzenten und Händlern die Fairtrade-Standards eingehalten werden und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Kriterien erfüllt sind.

Die Inspekteure kontrollieren auch, ob die Produzentenorganisationen den festgelegten Mindestpreis für ihre Produkte und die Fairtrade-Prämie ausgezahlt bekommen. Diese Prämie soll in zusätzliche Verbesserungen wie Schulen oder Krankenstationen investiert werden.

Ob die Kriterien eingehalten werden, wird in jährlichem Rhythmus kontrolliert. Alle drei Jahre muss das Fairtrade-Zertifikat erneuert werden, was mit einer umfangreichen Prüfung verbunden ist.

Kritik am GEPA-Siegel

In den letzten Jahren gab es vermehrt allgemeine Kritik am Fairen Handel: Vor allem die unklare Definition des Fairen Handels, fehlende Transparenz, die Anwendung des sogenannten Mengenausgleiches und die Rechte der Wander- und Leiharbeiter wurden in Frage gestellt.

GEPA zählt zu den Organisationen, die sich intensiv mit der Kritik auseinandersetzen. GEPA verwendet zwar keinen Mengenausgleich und setzt auf Transparenz, dennoch kommt bei Mischprodukten wie zum Beispiel Schokolade oder Bonbons nur ein Teil der Zutaten aus Fairem Handel. Auf der Verpackung ist das aber entsprechend gekennzeichnet.

Seit etwa 2012 rückt das kirchlich geprägte Unternehmen sein eigenes Logo in den Mittelpunkt und möchte stärker als eigenständiger Akteur wahrgenommen werden. Zugleich verzichten viele Produkte auf das Fairtrade-Siegel, obwohl die meisten weiterhin von Fairtrade-zertifizierten Produzentengruppen importiert und von FLO-CERT zertifiziert werden, also zusätzlich auch das Fairtrade-Siegel tragen könnten. Aus Sicht von Fairtrade geht das „leider zu Lasten der Transparenz“, gewiß geht es zu Lasten der Markenbekanntheit.

Aus Utopia-Sicht gilt: Konsumenten sollten speziell Fairtrade und GEPA nicht als Konkurrenten betrachten, sondern als zwei Wege zum gleichen Ziel. Fairtrade-Produkte sind auch bei Discountern zu haben, GEPA-Produkte nicht; was die einen als Verwässerung der Idee betrachten, ist für die anderen die Chance, mehr Kunden für faire Produkte zu interessieren.

Alternativen zum GEPA-Siegel

Wichtige Alternativen zu GEPA und GEPA fair+:

  • das Fairtrade-Siegel
  • Produkte von „El Puente“ oder „dwp eG“
  • faire Direct-Trade-Projekte, bei Schokolade etwa fairafric

Verfügbarkeit: hoch

GEPA-Produkte kannst du sowohl in Biosupermärkten, Weltläden, Naturkostgeschäften, gut sortierten Supermärkten oder im Online-Shop der GEPA kaufen: www.gepa-shop.de**.

Utopia-Fazit

Wenn du Fair Trade einkaufen willst, dann halte dich an das GEPA-Zeichen oder den „GEPA fair+“-Hinweis. Die Fair Trade Kriterien des Handelsunternehmens sind sehr streng und 75 Prozent der Produkte sind zusätzlich bio. Außerdem bemüht sich die GEPA auch bei der Verpackung um Umweltschutz: Die Innenverpackung der GEPA-Schokolade besteht zu 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zellulose. Beim GEPA-Onlineshop haben wir allerdings oft auch viel Plastik-Verpackung festgestellt.

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