Fisch-Spa: Warum du keine Fischpediküre machen solltest

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Foto: Colourbox.de / Evannovostro

Der Fisch-Spa-Trend wird auch in Deutschland immer beliebter. Warum er aus tierschutzrechtlicher Sicht bedenklich ist, erfährst du in diesem Artikel.

In einem sogenannten Fisch-Spa kannst du dir deine Füße auf besondere Art pflegen lassen: Dafür tauchen Kund:innen ihre Füße in kleine Wasserbecken, in denen sich zahlreiche kleine Fische befinden. Diese beginnen sofort, Hornhaut und andere abgestorbene Hautschuppen von den Füßen zu knabbern. In einigen Ländern Ost- und Südostasiens ist dieser Vorgang schon seit langer Zeit gebräuchlich. So sollen die Fische auch helfen, Hautkrankheiten zu heilen.

In Deutschland ist die Fischpediküre ein noch relativ neuer Trend. Doch auch in einigen Großstädten eröffnen nach und nach die ersten Fisch-Spas. Für die Tiere selbst ist die Methode jedoch nicht artgerecht.

Fisch-Spa: Das sagt der Tierschutz

Die Glasbecken der Fisch-Spas sind für die Fische meist viel zu klein.
Die Glasbecken der Fisch-Spas sind für die Fische meist viel zu klein. (Foto: Colourbox.de / LiliGraphie)

Inwieweit Fisch-Spas mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind, ist in Deutschland noch umstritten. Bislang siegte die Berufsfreiheit: Wer möchte, darf ein Fisch-Spa nach deutschem Recht eröffnen. Tierschutz-Aktivist:innen sehen dies kritisch. Das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz in NRW positionierte sich ebenfalls gegen die problematische Kosmetikanwendung.

So verursachen die Fußbewegungen der Kund:innen und ständig schwankende Wassertemperaturen bei den Tieren Stress sowie ernste Schmerzen und Erkrankungen. Laut den Aussagen von PETA lassen die Betreiber:innen die Knabberfische zudem hungern, damit sie sich ausgehungert auf die Hornhaut stürzen. Das optimale Nahrungsmittel sind abgestorbene Hautschuppen jedoch nicht.

Die Fische befinden sich außerdem oft in viel zu kleinen Glasbecken. Auch Rückzugsmöglichkeiten, zum Beispiel in Form von Wasserpflanzen, fehlen völlig.

Für die Fisch-Spas nutzt man in erster Linie die sogenannten Garra-rufa-Fische. Diese finden sich zum Beispiel in den Gewässern der Türkei, Syriens oder im Irak und Iran. Aufgrund der wachsenden Popularität der Fisch-Spas ist diese Fischart laut PETA schon jetzt überfischt. Besonders absurd: Im Internet kann man die Fische auch bestellen. In Plastiktüten verpackt bekommst du sie dann zugeschickt. Viele Tiere überleben diese qualvolle Reise nicht.

Hygienische Probleme in Fisch-Spas

Fisch-Spas sind sowohl aus tierschutzrechtlicher, als auch aus medizinischer Sicht problematisch.
Fisch-Spas sind sowohl aus tierschutzrechtlicher, als auch aus medizinischer Sicht problematisch. (Foto: Colourbox.de / LiliGraphie)

Nicht nur aus tierschutzrechtlicher, sondern auch aus medizinischer Sicht können Fisch-Spas laut PETA problematisch sein. So können sich in den Becken Krankheitserreger besonders leicht vermehren und auf andere Kund:innen übertragen. Zudem produzieren die kleinen Fische regelmäßig Kot, der sich zwischen den Tieren tummelt und ebenso dazu beiträgt, dass sich Bakterien vermehren.

Es kommt vor, dass die Knabberfische doch mal etwas fester zubeißen. Dann entstehen kleine Wunden, die sich in der keimfreundlichen Umgebung besonders leicht infizieren. Kund:innen mit Hauterkrankungen an den Füßen sollten die Fisch-Spas deshalb ausdrücklich meiden. Doch grade für sie preisen Betreiber:innen die Methode als gesundheitsförderlich an. Der Bundesverband der Deutschen Dermatolog:innen widerspricht dieser Behauptung: So seien bislang keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Fischpediküre vorhanden.

Fußpflege: Nachhaltige Alternativen

Für weiche und gepflegte Füße müssen keine Fische in einem Fisch-Spa leiden. Stattdessen kannst du auf nachhaltige Pflegemethoden zurückgreifen:

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