Garten umgraben: Zeitpunkt, Geräte und Anleitung

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Wer den Garten umgraben will, sollte vor allem auf den richtigen Zeitpunkt warten. Besonders bei einem Gemüsegarten ist es wichtig, immer wieder den Garten umzugraben, damit die Pflanzen gut wachsen.

Für Hobbygärtner ist das Umgraben der Gemüsebeete eine wichtige Vorbereitung für die Aussaat. Der Gärtner lockert die oberste Bodenschicht auf und befördert gleichzeitig Pflanzenreste und Unkraut in tiefere Erdschichten. Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt und den geeigneten Geräten, sondern auch, ob das Umgraben überhaupt sinnvoll ist.

In diesem Garten-Ratgeber erfährst du alles, was du beim Umgraben beachten musst.

Garten umgraben: Der beste Zeitpunkt

Stich das Beet am besten im Frühjahr um.
Stich das Beet am besten im Frühjahr um.
(Foto: CC0 / Pixabay / Goumbik)

Der beste Zeitpunkt zum Umgraben ist im Herbst und im Frühjahr. Wir zeigen dir, was dafür und was dagegen spricht

Für Garten umgraben im Herbst spricht:

  • Die umgegrabene Erde liegt im Winter an der Oberfläche. Durch den Frost zerbrechen die Erdschollen. Das fördert einen feinkörnigen Boden und erleichtert später das Arbeiten im Beet.
  • Im sonnigen, wetterstabilen Herbst ist die Erde locker und nicht so schwer von der Nässe wie im Frühjahr.
  • Du musst die Erde im Frühjahr nur noch etwas auflockern vor dem Sähen. Die lange Wartezeit bis zum Pflanzen entfällt.

Gegen Garten umgraben im Herbst spricht:

Durch das Umgraben der Beete verändert sich das Gefüge der Mikro-Organismen. Boden-Lebewesen kommen an die Oberfläche, die den Winterfrost nicht überleben. Das verändert die Stoffwechsel-Prozesse in der Erde.

Als Termin im Herbst bietet sich der Zeitraum nach der letzten Ernte des Gemüses an. Du solltest den Boden auf jeden Fall noch vor dem ersten Bodenfrost umgraben. Die Zeit von Mitte September bis Ende Oktober eignet sich am besten.

Garten im Frühjahr umgraben: Was dafür und dagegen spricht

Für Garten umgraben im Frühjahr spricht:

  • Die Bodenstruktur bleibt im Winter erhalten. Dadurch sind die Lebewesen in der Erde vor dem Frost geschützt.
  • Die in tieferen Erdschichten enthaltenen Nährstoffe sind geschützt. Regen und Schnee können die Nahrung für die Pflanzen nicht ausschwemmen.

Gegen Garten umgraben im Frühjahr spricht:

  • Du bist von der Dauer des Winters abhängig: Bei langem Dauerfrost im Boden kannst du erst sehr spät im Frühling den Boden umgraben.
  • Der Boden kann nach der Schneeschmelze sehr nass und schwer sein. Das Umgraben im Frühjahr ist meist viel anstrengender als im Herbst.
  • Nass-schwere Erde zerfällt in groben Klumpen und benötigt zusätzlichen Aufwand für eine feinkrümelige Struktur.
  • Die Mikroorganismen müssen den beim Umgraben eingearbeiteten frischen Kompost erst abbauen, bevor du sähen und pflanzen kannst.
  • Damit sich der Boden setzen kann, musst du einige Wochen warten, bevor du das Gemüsebeet nutzen kannst.

Für die Arbeit im Frühjahr wartest du das Ende des Bodenfrosts ab. Es ist wichtig, so früh wie möglich den Boden umzustechen, damit er genügend Zeit hat, sich wieder zu setzen. Die Zeit von Mitte Februar bis Ende März eignet sich am besten.

Garten umgraben: Geräte zum Umgraben

Um den Garten umzugraben brauchst du nicht viel Werkzeug.
Um den Garten umzugraben brauchst du nicht viel Werkzeug.
(Foto: CC0 / Pixabay / Ben_Kerckx)

Um die Arme und den Rücken zu schonen, ist die Wahl des richtigen Gartenwerkzeugs wichtig. Es sind nur wenige Arbeitsgeräte nötig. Wichtiger als viele verschiedene Gartengeräte, ist die Qualität des Werkzeugs zum Umgraben.

Drauf solltest du beim Kauf von Gartengeräten achten:

  • Auch wenn es verlockend ist – vermeide Kombigeräte mit einem Stiel und mehreren Aufsätzen. Die Steckverbindung ist meist aus Kunststoff und dadurch eine mögliche Bruchstelle.
  • Geräte aus Kunststoff sind nicht nur aufgrund des Werkmaterials schlecht für die Umwelt, sondern zerbrechen auch leichter. Also besser ein gutes Gerät als immer wieder neue aus Plastik.
  • Gartenwerkzeug sollte viel Gewicht und Druck aushalten. Verwende daher Werkzeug aus robustem rostfreiem Metall oder dickem Holz.
  • Achte beim Kauf von Gartenwerkzeug auf Langlebigkeit.
  • Wähle das Werkzeug nicht nur mit dem Auge aus, sondern fasse es an. Probiere aus, wie es in deiner Hand liegt und ob es zu deinem Körper passt.
  • Kaufe dein Gartenwerkzeug im Fachhandel und lasse dich vom Fachmann beraten.
  • Wenn du einen Garten von jemandem übernimmst, kannst du vielleicht das bewährte Werkzeug aus zweiter Hand vom Vorbesitzer erwerben.

Diese Geräte sind beim Umgraben der Gartenbeete hilfreich:

  • Spaten zum Umgraben und Wenden der Erde
  • Spatengabel, Erdkralle oder Kultivator zum Auflockern der Erdschollen.
  • Grubber oder Doppelhacke zum Entfernen von Unkraut.
  • Harke oder Rechen zum Glätten des Bodens.

Anleitung: Garten richtig umgraben

Garten umgraben mit dem Spaten.
Garten umgraben mit dem Spaten.
(Foto: CC0 / Pixabay / AndreasGoellner)

Fast jeder Gärtner hat seine eigene Methoden und Tricks, wie er den Garten am besten umgräbt. Im Grunde geht es nur darum, dass du die Erde wendest und die Erdschollen zerbrichst.

So gräbst du das Gartenbeet besonders leicht um:

  1. Entferne zuerst größere Unkraut-Pflanzen mit einem Grubber.
  2. Beginne auf einer Seite vom Beet und stich mit dem Spaten in die Erde ein.
  3. Steige mit dem Fuß auf den Rand des Spatens, um dir die Arbeit zu erleichtern.
  4. Hebe die Erde mit dem Spaten hoch, wende den Spaten und lasse die Erde mit Schwung verkehrt herum in das Loch fallen.
  5. Der Erdklumpen sollte dabei zerbrechen. Hilf wenn nötig mit dem Spaten nach, um die Erde zu zerkrümeln.
  6. Wiederhole den Vorgang, bis du das ganze Beet umgestochen hast.
  7. Lockere die verbliebenen Erdschollen mit der Erdkralle oder einem Kultivator auf.
  8. Glätte anschließend die Oberfläche mit dem Rechen.

Tipp: Möchtest du gleichzeitig Kompost in die Erde einarbeiten, bestreue das Gartenbeet vor dem Umstechen mit der benötigten Menge an Kompost. Arbeite den Kompost beim Umstechen in das Erdreich ein.

So stichst du das Gartenbeet mit System um:

  1. Entferne zuerst größere Unkraut-Pflanzen mit einem Grubber.
  2. Beginne auf einer Seite vom Beet und hebe entlang der gesamten Länge mit dem Spaten einen kleinen Graben aus.
  3. Fülle den Erdaushub in eine Schubkarre.
  4. Stich nun die nächste Reihe entlang des ausgehobenen Grabens um.
  5. Befülle den ersten Graben mit der neu ausgestochenen Erde.
  6. Wiederhole den Vorgang, bis du am Ende vom Beet angelangt bist.
  7. Befülle den letzten Graben mit der Erde aus der Schubkarre.
  8. Lockere die verbliebenen Erdschollen mit der Erdkralle oder einem Kultivator auf.
  9. Glätte anschließend die Oberfläche mit dem Rechen.

Alternativen zum Umgraben des Gartens

Mulchen schützt den Boden vor Unkraut und du musst viel weniger Unkraut jäten.
Mulchen schützt den Boden vor Unkraut und du musst viel weniger Unkraut jäten.
(Foto: CC0 / Pixabay / summa)

Beim Umgraben wendest du die obere Bodenschicht und beförderst Pflanzenreste sowie Unkraut in tiefere Erdschichten. In der Erde leben Milliarden verschiedener Kleinst-Lebewesen. Die meisten davon kannst du mit dem bloßen Auge gar nicht erkennen. Viele der Bodenlebewesen sind auf eine individuelle Lebensbedingung angewiesen, die sie nur in einer bestimmten Bodentiefe vorfinden. Wenn du das Bodengefüge beim Umgraben durcheinander bringst, sterben viele dieser Lebewesen aufgrund von Sauerstoffmangel oder Trockenheit ab. Einige für das Pflanzenwachstum wichtige Stoffwechselprozesse können dadurch vorübergehend zum Erliegen kommen. Bis sich das Bodenleben wieder erholt hat, können die Pflanzen möglicherweise nicht ausreichend Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen.

Es gibt gute Alternativen zum Umgraben, die naturnahe Gärtner gerne anwenden:

1. Mulchen

Statt den Garten umzugraben, decke das abgeerntete Gemüsebeet im Spätsommer oder Herbst mit einer Mulchschicht aus Herbstlaub, halbreifem Kompost und Ernteresten ab.

Der Mulch schützt den Boden vor:

  • starken Temperaturschwankungen
  • verschlammen
  • viel Unkraut

2. Gründünger

Alternativ kannst du Gründüngung säen, wie beispielsweise Phacelia oder Gelbsenf.

  1. Mähe die Düngepflanzen vor der Samenreife ab.
  2. Lass die abgemähten Pflanzenteile bis zum Frühjahr als Mulchschicht liegen.

So bereitest du das Gemüsebeet im Frühjahr zur Aussaat vor:

  1. Entferne die Mulchschicht mit einem Rechen.
  2. Bearbeite die Erde mit einem sogenannten Sauzahn, einem Kultivator oder einer Erdkralle.
  3. Lockere den Boden mit einem der drei Geräte tiefgründig auf, ohne ihn zu wenden.
  4. Entferne Unkraut und andere Pflanzenreste mit einem Grubber oder einer Harke aus dem Boden.
  5. Arbeite etwas reifen Kompost in die Erde ein.
  6. Warte mit der Aussaat ungefähr zwei Wochen, damit sich die Erde wieder setzen kann.
  7. Lockere den Boden mit einem Rechen, bevor du Samen in dein Beet bringst oder Pflanzen einsetzt.

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(1) Kommentar

  1. Der´´Tipp´´ in der Mitte des Artikels ist leider eher falsch :
    Man sollte besser vermeiden , Kompost in die Tiefe des Spatenblattes unterzugraben .
    Sonst sind die hohen Nährstoffgehalte des Komposts (v.a.Stickstoff) beim nächsten kräftigen Regen sofort in den meist sichtbar schlechteren , humusarmen Unterboden
    ausgewaschen , wo ihn viele (Jung-)Pflanzen kaum mehr erreichen können .
    Alte Gärtner-Regel : Dünger und Kompost NIE tief eingraben , sondern eher oberflächlich einhacken bis so um die 10 cm tief , also NACH dem Umstechen mit dem
    Spaten in einem zweiten Arbeitsgang . Untergraben von organischem Abfall wie etwa
    abgemähter Gründüngungspflanzen eher üblich , geht halt nicht besser , hier wäre ein zweiter Arbeitsgang (Einhacken) auch zu anstrengend und ´´Biomasse ´´enthält nicht
    gar so konzentriert Nährstoffe wie Kompost . Kompost IMMER nur eher dünn ober-flächlich aufstreuen und höchstens flach einarbeiten . Aber Achtung ! Viele Samen
    mögen keinen frischen Kompost konzentriert und keimen dann nicht .