Unkraut jäten: Tipps und was du beachten solltest

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Unkraut jäten ist oft nötig, denn die Pflanzen können im Garten für einige Probleme sorgen. Was du beachten solltest, wenn du Unkraut zupfst, erfährst du hier.

Was ist Unkraut?

Wenn du Unkraut jäten möchtest, musst du es zuerst bestimmen können – allerdings gibt es keine klare Unterscheidung – welche Pflanzen als Unkraut gelten und welche nicht.

Tatsächlich kann jede Pflanze Unkraut sein, die auf einem kultivierten Stück Land nicht gezielt vom Menschen angepflanzt wurde, sondern sich selbst durch Samen oder Wurzelausläufer verbreitet. Dazu können Gräser, Moose, Wildblumen und Sträucher zählen. Oftmals bereitet es Schwierigkeiten, Unkräuter sicher zu bestimmen.

Letztendlich liegt es also im Auge des Betrachters, ob es sich um Unkraut oder eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan handelt – zum Beispiel als Löwenzahnsalat.          

Unkraut jäten: Diese Unkräuter wachsen besonders häufig

An seinen weißen Blütendolden lässt sich der Giersch leicht erkennen.
An seinen weißen Blütendolden lässt sich der Giersch leicht erkennen.
(Foto: CC0 / Pixabay / WikimediaImages)

Gerade, wenn die Pflanzen noch klein sind oder noch keine Blüten ausgetrieben haben, lässt sich das Unkraut von der Kulturpflanze nur schwer unterscheiden. Daher empfiehlt es sich zunächst, sich damit vertraut zu machen, wie die Pflanze, die du eigentlich anbauen wolltest, in ihren einzelnen Wachstumsstadien aussieht. So kannst du verhindern, dass du versehentlich den falschen Sprössling entfernst.

Diese Unkrautarten kommen besonders häufig vor:

  • Der Giersch ist bei Gärtnern aufgrund seines weitverzweigten Wurzelsystems gefürchtet – hat er sich einmal angesiedelt, wirst du ihn nur schwer wieder los. Das Unkraut erkennst du an der oval-länglichen Blattform mit fein gezacktem Rand. Die Blätter sind an der Unterseite behaart und gliedern sich am Stielende dreifach auf. 
  • Löwenzahn lässt sich leicht mit dem giftigen Kreuzkraut verwechseln. Der Löwenzahn zeichnet sich durch seine unbehaarten Blätter und Stängel aus und hat anders als das Kreuzkraut nur jeweils eine Blüte pro Pflanze.
  • Ähnlich wie der Giersch haben Brennnesseln viele unterirdische Wurzelausläufer, was die Pflanze besonders hartnäckig macht. Alle Brennnesselarten haben fein behaarte Blätter. Die Blätter der Großen Brennnessel sind spitz gezahnt, wogegen du die Blätter der Kleinen Brennnessel an ihren runden Zacken erkennen kannst.

Natürlich gibt es noch viel mehr Pflanzen, die in deinem Garten als Unkraut wachsen können. Um sie eindeutig bestimmen zu können, hilft ein Pflanzenlexikon.

Unkraut jäten: So gehst du vor

Die Handharke bietet die Möglichkeit zum Entfernen von Unkraut an schwerer zugänglichen Stellen.
Die Handharke bietet die Möglichkeit zum Entfernen von Unkraut an schwerer zugänglichen Stellen.
(Foto: CC0 / Pixabay / javallma)

Wenn du ein Beet mit Nutzpflanzen angelegt hast, kann Unkraut sehr störend sein. Es nimmt deinen Nutzpflanzen Platz zum Wachsen und entzieht dem Boden wertvolle Nährstoffe. Um das zu verhindern, solltest du vor dem Bepflanzen deines Beetes zunächst das dafür vorgesehene Stück Erde umgraben und auflockern – so kannst du bereits erste Wildpflanzen entfernen, die deinen kultivierten Pflanzen im Weg sein könnten.

Wenn dennoch Unkraut auf deinem Beet wächst, solltest du die unerwünschten Pflanzen jäten. Jäten bedeutet, dass du Pflanzen von Hand oder mithilfe von Unkrauthacken, Harken oder anderen speziell entwickelten Gartengeräten (erhältlich im **Avocadostore) aus dem Beet entfernst.

Generell gilt: 

  • Unkraut jäten gelingt am effektivsten, wenn der Boden feucht und damit lockerer ist.
  • Die losen Pflanzen oder Wurzeln solltest du nicht einfach liegen lassen, da sie sonst gleich wieder austreiben.

Dir sollte beim Entfernen der Wildpflanzen auch bewusst sein, dass sie ökologisch äußerst nützlich sind – sie sind wichtig für die Artenvielfalt in deinem Garten, denn sie dienen vielen Tieren als Nahrungsquelle. Indem du in deinem Garten eine „wilde Ecke“ lässt, wo Wildpflanzen aller Art ungehindert wachsen können, kannst du dafür sorgen, dass Schmetterlinge, Bienen und Co bei dir immer noch genügend Nahrung finden. 

Giersch, Löwenzahn und Brennnesseln jäten – nützliche Tipps

Wie du Unkraut am besten jätest, hängt von der jeweiligen Art des Unkrauts ab:

Giersch: Beim Jäten von Giersch ist es besonders wichtig, die langen, kräftigen Wurzeln zu entfernen. Dafür brauchst du eine Grabegabel mit langen Zinken, an denen die Wurzeln hängenbleiben. Wenn das Jäten nicht möglich ist, etwa weil du deine angepflanzten Pflanzen nicht stören willst, dann entferne zumindest die Blütendolden des Gierschs – so kann er sich nicht zusätzlich über Samen verbreiten. 

Löwenzahn: Diese Pflanzen solltest du in jedem Fall noch vor der Samenreife entfernen, das heißt, bevor sich an der Blüte die bekannten Flugsamen bilden. Sonst besteht die Gefahr, dass du die Samen selbst verbreitest, wenn du die Pflanze ausrupfst. Löwenzahnpflanzen haben eine tief nach unten wachsende Pfahlwurzel. Du kannst sie dauerhaft entfernen, wenn du sie mit einem Unkrautstecher oder Messer ausstichst: Setze das Gerät direkt neben der Pflanze ans und hebele sie dann aus dem Boden. (Ein passendes Gartengerät findest du im **Avocadostore) Alternativ kannst du auch mit einer Schere die Blüten abschneiden – allerdings treibt die Löwenzahnpflanze so im nächsten Jahr wieder aus.

Brennnesseln: Auch dieses Unkraut solltest du so früh wie möglich, spätestens aber vor der Blüte jäten: Anderenfalls breiten sich die Wurzelausläufer der Pflanze über das ganze Beet aus oder sie vermehrt sich selbst über die Blütenstände. Brennnesselwurzeln wachsen eher flach. Du kannst einen Großteil von ihnen entfernen, indem du das Beet umgräbst oder die Pflanzen einfach herausziehst. Sind die Brennnesseln schon etwas größer gewachsen, solltest du beim Jäten Handschuhe zu tragen und die Arme zu bedecken – so vermeidest du den schmerzhaften Kontakt mit den Brennhärchen.

Unkraut jäten: Das sind die Vorteile

In einem gejäteten Beet können deine Pflanzen ungestört wachsen.
In einem gejäteten Beet können deine Pflanzen ungestört wachsen.
(Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Unkraut jäten hilft dir nicht nur dabei, deinen Garten ordentlich zu halten: 

  • Der größte Vorteil besteht darin, dass du keine chemischen Pflanzenschutzmittel einsetzen musst. So vermeidest du negative Auswirkungen auf die umgebende Tier- und Pflanzenwelt und verhinderst Bodenschäden. 
  • Zudem können dir die verschiedenen Unkrautarten auch Aufschluss über die Beschaffenheit deines Bodens vermitteln: Wächst in deinem Garten Hahnenfuß oder Breitwegerich, neigt der Boden zu Staunässe und ist verdichtet. Siedeln sich hingegen Brennnesseln oder Ackersenf an, ist der Boden besonders nährstoff- und stickstoffreich. 
  • Viele der sogenannten „Unkräuter“ sind außerdem auch für den Menschen essbar: Da du auf Pflanzenschutzmittel verzichtet hast, kannst du sie beliebig weiterverwenden. Mehr Informationen: 10 Unkräuter, die man essen kann

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(1) Kommentar

  1. Das Eingangsbild hat mich neugierig gemacht, zusammen mit der Überschrift. Den abgebildeten Gänsefuß sehe ich nämlich mittlerweile als interessantes Gemüse, das komplett ohne eigenes Zutun in Massen bei uns wächst.
    Aber Utopia wäre nicht Utopia, wenn sie nicht einmal einen Artikel veröffentlichen, welches Unkraut essbar ist, und ein paar Monate später propagieren, dass man auch noch den letzten Halm ausreißen sollte (OK, eine wilde Ecke wird zugestanden).
    Also dass man Unkraut, wenn es einen stört, auszupfen kann, dafür brauche ich keine Anleitung…
    Noch ein paar Worte zum Umgraben: das kann man sich auch sparen. Stichwort Mulchbeet. Rasenschnitt, Stroh, was man halt hat verwenden. Spart das Umgraben, beugt dem Unkraut vor, düngt das Beet und man muss auch noch weniger gießen.

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