Gesetz der Anziehung: So soll es funktionieren

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Das Gesetz der Anziehung besagt, dass du deine Realität mit der Kraft deiner eigenen Gedanken erschaffen kannst. Für viele Menschen stellt es ein wertvolles mentales Werkzeug dar. Jedoch warnen Psychologen auch vor negativen Auswirkungen.

Das Gesetz der Anziehung und sein Ursprung

Das Gesetz der Anziehung (auch „Resonanzgesetz“) wurde unter diesem Namen erstmals 1877 von der russischen Okkulistin Helena Petrovna Blavatsky formuliert. Es besagt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen unserer inneren Gedanken- und Gefühlswelt mit unseren äußeren Lebensumständen gibt.

Dabei ist das Prinzip nicht neu. In der Vergangenheit lassen sich immer wieder Aussagen finden, die auf das gleiche Konzept hinauslaufen:

  • „Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, dass ihr’s empfangen werdet, so wird’s euch werden.“ Bibel, Markus Kapitel 11, Vers 24
  • „Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“ Marcus Aurelius
  • „Egal ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht, du wirst recht behalten.““ Henry Ford
  • „Das, was jemand von sich selbst denkt, bestimmt sein Schicksal.“ Mark Twain
  • „So wie du in den Wald hineinrufst, schallt es auch heraus.“ Deutsches Sprichwort

Durch den Film „The Secret“ aus dem Jahr 2006 erlangte das Gesetz der Anziehung, oder im englischen „Law of Attraction“, einen höheren Bekanntheitsgrad. Diverse Instagrammer und der allgegenwärtige Drang zur Selbstoptimierung haben ihr übriges zu dem Boom um das sogenannte Gesetz beigetragen.

Was besagt das Gesetz der Anziehung

Laut dem Gesetz der Anziehung formen deine Gedanken und Ideen deine Wirklichkeit.
Laut dem Gesetz der Anziehung formen deine Gedanken und Ideen deine Wirklichkeit. (Foto: CC0 / Pixabay / TeroVesalainen)

In seiner einfachsten Formulierung besagt das Gesetz der Anziehung, dass Gleiches Gleiches anzieht. Des weiteren geht es davon aus, dass deine Gedanken und Gefühle deine Realität bestimmen.

  • Anhänger des Gesetzes begreifen es als universelles Prinzip, das zu jedem Zeitpunkt, für jeden Menschen, jedes Gefühl und jeden einzelnen Gedanken gültig ist.
  • Das Gesetz der Anziehung soll auf alle Bereiche des Lebens anwendbar sein, ganz egal ob es sich um Beziehungen, unsere Freizeitgestaltung oder Finanzen handelt.

Ganz nach dem englischen Sprichwort „Thoughts become Things„, also „Gedanken werden zu Dingen“, manifestieren sich unsere Gedanken in unserer Lebenswirklichkeit. Es wird also nicht das wahr, was du dir wünscht, sondern vielmehr, woran du denkst.

Dabei ist es wichtig zu begreifen, dass das Universum nicht zwischen guten und schlechten Gedanken unterscheidet. Erst wir Menschen bewerten unsere Gedanken, sowie unsere Umwelt. Laut des Resonanzgesetzes erzeugt jeder Gedanke eine gewisse Schwingung und soll damit wieder Gedanken und Gefühle mit ähnlicher Schwingung anziehen. Es funktioniert ganz ähnlich wie der erste Eindruck: Gehst du mit einem Lächeln auf neue Menschen zu, ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass sie dir ebenfalls freundlich gesinnt sind.

Wie du das Gesetz der Anziehung anwenden kannst

Wie wir uns selbst betrachten ist eine Entscheidung.
Wie wir uns selbst betrachten ist eine Entscheidung. (Foto: CC0 / Pixabay / johnhain)

Der große Vorteil des Gesetzes der Anziehung stellt gleichzeitig eine große Herausforderung dar: Niemand außer dir selbst ist für deine Wirklichkeit verantwortlich. Damit befreit es dich aus der Opferrolle und zieht dich dafür in die Eigenverantwortung.

Für die Anwendung des Gesetzes ist Bewusstsein über deine Gedanken, Gefühle und Handlungen der Schlüssel.

  • Werde dir deiner Gedanken bewusst und wähle sie weise. Du bist deinen Gedanken nicht ausgeliefert – vielmehr kannst du sie lenken und damit dein Leben selbst in die Hand nehmen. Meditation kann ein wertvolles Werkzeug sein, um dir deiner selbst bewusst zu werden.
  • Achte darauf, wie du deine Gedanken formulierst. Denkst du beispielsweise „Kein Krieg“, denkst du trotzdem unweigerlich an Krieg. Besser wäre es gedanklich „Kein Krieg“ durch „Frieden“ zu ersetzen.
  • Um deine Realität durch deine Gedanken zu manifestieren, kann es hilfreich sein, deine Gedanken zu visualisieren und sie aufzuschreiben. Außerdem kannst du dich Werkzeugen wie der Autosuggestion und positiven Affirmationen bedienen.
  • Da das Gesetz nicht zwischen bewussten und unbewussten Gedanken unterscheidet, ist es essentiell, dass du wirklich überzeugt bist von deinen Gedanken. Wenn du zweifelst, formuliere deinen Gedanken so, dass du ihm Glauben schenken kannst. Zum Beispiel: „Ich komme meinem Ziel jeden Tag ein bisschen näher.“
  • Wohin du deine Aufmerksamkeit lenkst, da ist auch deine Energie. Wenn du es schaffst deinen Fokus bewusst zu lenken, kannst du deine Wünsche in die Realität umsetzen. Dabei ist es wichtig, dass du nach deinen Gedanken und Überzeugungen handelst.
  • Beginne bei dir selbst. Es ist deine Entscheidung, wie du dich selbst betrachtest. Deine Selbstwahrnehmung beeinflusst wiederum direkt, wie du auf deine Umgebung wirkst und bestimmt im Umkehrschluss, wie deine Mitmenschen auf dich reagieren.

Kritik am Gesetz der Anziehung

Für manche Menschen kann sich das Gesetz der Anziehung schädlich auf die Psyche auswirken.
Für manche Menschen kann sich das Gesetz der Anziehung schädlich auf die Psyche auswirken. (Foto: CC0 / Pixabay / brenkee)

Ein großer Kritikpunkt am Gesetz der Anziehung ist, dass es sich wissenschaftlich nicht belegen lässt. Anhänger des Gesetzes sind durch Erfolgserlebnisse überzeugt von seiner Gültigkeit. Dabei lässt sich schwer überprüfen, was in unserer Gedankenwelt vorgeht. Auch lässt sich deshalb eine Kontrollgruppe schlecht kontrollieren, um festzustellen, was ohne die Kraft der Gedanken wohl passiert wäre.

Die Prinzipien des Resonanzgesetzes lassen sich nur schwer auf schwer erkrankte Menschen, Vergewaltigungsopfer oder Menschen in Kriegsgebieten anwenden. Zwar können auch diese Menschen theoretisch vom Gesetz der Anziehung profitieren – doch ließe es sich leicht behaupten, sie seien für ihr eigenes Elend verantwortlich.

Gerade auf Menschen mit psychischen Schwierigkeiten, wie Depressionen oder Angststörungen kann sich das Gesetz der Anziehung negativ auswirken. Häufig werden Menschen mit diesen Problemen von wiederkehrenden negativen Gedanken geplagt. Die Idee, dass diese Gedanken sich in der Realität manifestieren kann zusätzlichen Druck ausüben und die Gedankenspirale verstärken. Dabei sind negative Gedanken ganz natürlich und können reinigend auf die Psyche wirken, so der deutsche Psychotherapeut Günther Scheich in einem Interview zu seinem Buch „Positives Denken macht krank.“

Ungeachtet deiner Meinung zum Gesetz der Anziehung ist es wichtig, die Kraft deiner Gedanken zu begreifen und dich wohlüberlegt zu entscheiden, wonach du handelst. Denn mit deinen Handlungen formst du jeden Tag die Welt, in der wir leben.

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