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Gesichtscreme bei Öko-Test: 11 mal „sehr gut“

Gesichtscreme Öko-Test
Foto: Öko-Test

Öko-Test hat 48 Cremes unter die Lupe genommen – und keinerlei Nachweise für Anti-Aging gefunden. Dafür fanden die Tester:innen schädliche Inhaltsstoffe wie bedenkliche Konservierungs- und Duftstoffe. Fünf Cremes fallen durch, elf sind „sehr gut“.

Schöne Haut wird oft mit Gesundheit und Vitalität verbunden. Nicht zuletzt deshalb greifen viele zu Hautcremes, vor allem fürs Gesicht. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat sich erneut 48 reichhaltige Gesichtscremes genauer angesehen. Erstmals geprüft hat Öko-Test die Produkte im Test in der Ausgabe 02/2022, im Juni wurden die Produkte erneut ins Labor geschickt. Es handelt sich dabei um Produkte mit und ohne Wirkversprechen gegen Falten sowie um Produkte mit UV-Filtern. 17 der getesteten Produkte sind zertifizierte Naturkosmetik. Die Preise der Cremes rangieren zwischen 1,95 Euro und knapp 45 Euro pro 50 Milliliter. Einige Cremes fielen im Test durch, nur elf der 48 Cremes im Test können die Verbraucherschützer:innen empfehlen.

Öko-Test prüfte alle Cremes anhand der angegebenen Bestandteile, ob die Produkte bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, zum Beispiel PEG/PEG-Derivate, gesundheitsgefährdende UV-Filter oder umweltschädliches Flüssigplastik (synthetische Polymere).

Gesichtscreme
Gesichtscreme sollte möglichst frei von bedenklichen Schadstoffen sein, zum Beispiel PEG und PEG-Derivate. (CC0 / Unsplash.com / Humphrey Muleba)

Verschiedene Labore untersuchten die Produkte für den Gesichtscreme-Test zudem auf weitere Problemstoffe, zum Beispiel hautreizende oder allergieauslösende Konservierungsmittel und Duftstoffe. Erdöl und Mineralölbestanteile wurden ebenfalls als solch schädliche Stoffe gewertet und im Labor gezielt danach gesucht.

Die Tester:innen forderten bei Anti-Aging-Cremes, die seitens Hersteller Falten und Linien im Gesicht reduzieren sollen, Studien als Beleg für die Wirksamkeit der Cremes an.

Auch die Verpackungen wurden auf schädliche Rezyklatanteil in der Kunststoffverpackung untersucht. Außerdem überprüfte Öko-Test die Verpackungen im Labor auf chlorierte Verbindungen und schaute, ob die Cremes in einem überflüssigen Pappkarton stecken.

Gesichtscreme im Test: Das sind die Sieger

Während Produkte bekannter Marken durchfielen (siehe unten), schnitten beispielsweise folgende Naturkosmetik-Cremes mit „sehr gut“ ab:

Ohne Abstriche können die Tester:innen 11 der insgesamt 48 getesteten Cremes mit einer Gesamtbewertung „sehr gut“ empfehlen.

Weitere 15 Cremes schnitten mit dem dem Urteil „gut“ ab, darunter auch:

  • Weleda Glättende Tagespflege Wildrose
    (erhältlich u.a. bei Shop Apotheke, DocMorris oder Amazon)
  • Alterra Anti-Age Tagescreme Q10 Bio Orchidee
    (erhältlich bei Rossmann)
  • Cien Reichhaltige Tagespflege
    (erhältlich bei Lidl)

Bei einigen Produkten zeichneten sich – im Vergleich zu früheren Tests – Verbesserungen ab. War die Hydra Active 3 Nutrissime-Feuchtigkeitspflege von L’Oréal im Öko-Test zu Gesichtscremes 2019 noch wegen schädlicher Silikonverbindungen im Produkt durchgefallen, erhielt die Creme im aktuellen Test die Gesamtbewertung „gut“. Die Bestnote konnte hier jedoch aufgrund nachgewiesener Kunststoffverbindungen nicht vergeben werden.

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Gesichtscreme-Test: Problematische UV-Filter, kritische Konservierungsmittel, bedenkliche Duftstoffe

Abzüge gab es bei der Bewertung für potenziell schädliche Inhaltsstoffe, zum Beispiel bedenkliche UV-Filter wie Octocrylen oder Ethylhexylmethoxycinnamat. Diese wurden in den Produkten Florena Anti-Falten & Elastizität Tagespflege (LSF 15) und Nivea Q10 Power Anti-Falten (LSF 15) nachgewiesen. Beide Gesichtscremes erhielten in der Gesamtbewertung lediglich „ausreichend“.

Ebenso unerfreulich: In anderen Cremes fanden die Tester:innen bedenkliche Duftstoffe, wie zum Beispiel Cinnamal. Darunter auch Spilanthox Therapy Cream Rich Hyper-Sensitive (Gesamtbewertung „ausreichend“).

Weitere kritische Inhaltsstoffe, die Öko-Test im Gesichtscreme-Test fand: Paraffine, Silikone sowie aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die im Verdacht stehen, krebserregend sein zu können. Diese und andere Kunststoffverbindungen entdeckten die Tester:innen in einigen konventionellen Cremes.

Lippenpflege 10 Produkte ohne Mineralöl
Mineralöl findet sich in vielen Kosmetikprodukten, zum Beispiel auch Lippenpflege und Gesichtscremes. (Foto: Pixabay CCO Public Domain)

Naturkosmetik-zertifizierte Cremes kommen hingegen ohne Mikroplastik aus. Hier findest du empfehlenswerte Naturkosmetik-Marken.

Abgeschmiert: 5 Gesichtscremes fallen durch

Im Test bilden fünf Produkte mit „mangelhaft“ und „ungenügend“ das Schlusslicht. Darunter auch Produkte bekannter Marken, zum Beispiel:

  • Eucerin Lipo Balance von Beiersdorf (20,45 Euro/50 ml)
  • Olay Regenerist Collagen Peptide 24h Tagespflege von Procter & Gamble (24,95 Euro/50 ml)
  • L’Occitane Shea Butter Ultra Rich Comforting Cream von L‘Occitane (29,00 Euro/50 ml)

Teuer ist nicht zwangsläufig gut, wie auch diese Testergebnisse bestätigen. Vor allem aber eine Creme fällt mit 15 identifizierten Notenabzügen wegen potenziell schädlicher Inhaltsstoffe und anderer Mängel besonders negativ auf. Mehr dazu erfährst du im Ratgeber Kosmetik von Öko-Test.

Im Test von 2019 waren unter den Verlierern Gesichtscremes ebenfalls bereits bekannte konventionelle Marken:

  • Die Eau Thermale Avène Nutritive Creme reichhaltig (28,50 Euro/50 ml): Enthält ebenfalls Mikroplastik im weiteren Sinne, Silikone, Paraffine, Erdölprodukte, PEG/PEG-Derivate und halogenorganische Verbindungen. Letztere können wie ein Hormon wirken.
  • Die Marbert 24h Aqua Booster reichhaltige Feuchtigkeitscreme (29,45 Euro/50 ml): Enthält bedenkliche Duftstoffe und Mikroplastik im weiteren Sinne.
  • Die Ahava Essential Day Moisturizer Tagescreme (35 Euro/50 ml): Enthält bedenkliche Duftstoffe, PEG/PEG-Derivate und Mikroplastik im weiteren Sinne.

Außerdem durchgefallen sind in einem früheren Gesichtscreme-Test von Öko-Test (Ausgabe 02/2022):

  • Hormocenta Original Care Spezialcreme von Hormocenta Kosmetik (4,10 Euro/50 ml)
  • Böttger Spezialcreme Extra Fett von Carenow (3,86 Euro/50 ml)

Beide Cremes enthielten unter anderem PEG/PEG-Derivate, MOAH, Paraffine und bedenkliche Duftstoffe wie Lilial.

Falten vermeiden: Gesunde Lebensweise ist entscheidend

Anti-Aging-Produkte versprechen straffe Haut und jugendliches Aussehen. Leider bleibt es dabei oft bei einem Versprechen, denn wenn man Cremes verwendet – Anti-Falten oder nicht – wird nur die obere Hautschicht aufgepolstert. Das lässt die Haut nur vorübergehend etwas voller erscheinen. Ansonsten kann keine Wirksamkeit nachgewiesen werden, auch nicht bei den von Öko-Test geprüften Produkten.

Auch Augencremes konnten bei Öko-Test in Sachen Anti-Aging nicht überzeugen. Lies dazu auch: Augencreme bei Öko-Test: Keine Creme ist „sehr gut“

Der Tiegel Anti-Falten-Creme ist leider nicht der Schlüssel zum faltenfreien Gesicht, da die Haut mit zunehmendem Alter an Spannkraft verliert und weniger Kollagen produziert. Das können die Cremes nicht ausgleichen. Entscheidender für frisches Aussehen und zur Faltenvorbeugung ist vielmehr eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, wenig Stress, ausgewogener Ernährung und möglichst wenig Alkohol oder Zigaretten.

Weitere Informationen zum aktuellen Test findest du im Öko-Test Ratgeber Kosmetik der sowie auf www.ökotest.de.

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