Großer Supermarkt-Check: Hier gibt’s Eier ohne Kükenschreddern

Fotos: Colourbox.de / Proxima Studio; CC0 Public Domain / Pixabay - Detonator

Jede*r Deutsche isst durchschnittlich 236 Eier im Jahr. Der Großteil dieser Eier hat mit Tierwohl nicht viel zu tun: In den Legebetrieben herrschen katastrophale Bedingungen. Zudem werden für unseren Eierkonsum Millionen von männlichen Tieren getötet. Wir haben uns umgesehen, wo es Eier ohne Kükenschreddern gibt.

Mit dem Töten männlicher Hühnerküken soll ab Ende kommenden Jahres Schluss sein. Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat dazu jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt. Bis dahin seien die alternativen Verfahren, mit denen das Geschlecht schon im Ei erkennbar ist, marktreif.

Bis zur Änderung des Tierschutzgesetzes und der Einführung der Geschlechtsbestimmung im Ei dürfen männliche Küken weiter getötet werden. Wenn du diese grausame Praxis nicht weiter unterstützen willst, erfährst du hier, wo du Eier ohne Kükenschreddern kaufen kannst.

Was dahinter steckt: Zweinutzungshuhn, Bruderhahn, Geschlechtsbestimmung im Ei: Diese Initiativen wollen die Brüder der Legehennen retten

„Kükenschreddern“ erkennen:  Kennzeichnung von Eiern

Der jährliche Pro-Kopf-Konsum von Eiern in Deutschland hat in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen; seit 2015 ist er von 228 auf 236 Eier pro Person gestiegen. Wir essen Eier aber nicht nur als Frühstücksei, Rührei oder im Kuchen: Gut die Hälfte der jährlich konsumierten Eier versteckt sich in weiterverarbeiteten Produkten.

Die Krux: Für die Eier in diesen Nahrungsmitteln gibt es keine Kennzeichnungspflicht. Das heißt, wir erfahren nicht, unter welchen Bedingungen zum Beispiel das Ei in unseren Nudeln gelegt wurde. Traurige Tatsache: In weiterverarbeiteten Produkten finden sich die Eier mit dem geringsten Tierwohl-Standard. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass fast alle dieser Eier mit „Kükenschreddern“ erzeugt wurden – mehr dazu unten.

Der Stempel, der die Herkunft der Eier angibt ist auf dem Fer
Nur bei ganzen Eier muss angegeben sein, aus welcher Haltungsform sie stammen. (Foto: CC0 / Pixabay / MabelAmber)

Nur die rohen Eier, die wir im 6er- oder 10er-Pack im Supermarkt kaufen, müssen einen Stempel tragen, der Kund*innen darüber informiert, wo das Ei herkommt und unter welchen Bedingungen die Legehenne lebt:

Lies auch: Eier Code: Was steht auf dem Ei

Katastrophale Bedingungen in den Legebetrieben

Hühner haben allermeist kein schönes Leben. Von den rund 50 Millionen Legehennen in Deutschland sind nicht einmal ganz 12 Prozent Bio-Hennen (s. BLE). Dieser Anteil ist zwar in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch noch immer leben ungefähr 63 Prozent der Tiere in Bodenhaltung. Rund 2,5 Millionen Legehennen werden, zusammengepfercht mit mehreren Artgenossen, in winzigen Käfigen gehalten („Kleingruppenhaltung“). Diese „ausgestalteten Käfige“ sind erst ab 2025 verboten.

Legehennen sind in den allermeisten Fällen überzüchtete Hochleistungshühner, die jährlich ungefähr 300 Eier legen. Aufgrund der hohen Belastung leiden die Tiere häufig unter schwerwiegenden Erkrankungen und Verletzungen. Die Hühnerhaltung sorgt aber noch für ein weiteres Problem: das Töten von Eintagsküken.

Kükenschreddern: männliche Küken werden getötet
Männliche Küken von Legehennen werden in der Regel getötet – per Schredder oder Gas. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay – Philipp Kleindienst )

Kükenschreddern und -vergasen: Systematische Tötung von männlichen Eintagsküken

Fürs Eierlegen sind die Hennen zuständig, die ausschließlich dafür gezüchtet wurden. Die männlichen Küken dieser Rassen sind damit rein ökonomisch gesehen wertlos: Als Fleischlieferant sind sie nicht zu gebrauchen, weil sie zu wenig und zu langsam an Gewicht zunehmen.

Hier kommt das sogenannte Kükenschreddern ins Spiel: Die „überschüssigen“ männlichen Küken werden gleich nach dem Schlüpfen als Eintagsküken lebendig geschreddert oder mit Gas getötet. In Deutschland findet die Tötung in der Regel mittels Gas statt: Mit CO2 werden die Tiere dabei zunächst betäubt und dann getötet. In Deutschland lassen so Jahr für Jahr knapp 45 Millionen männliche Küken ihr Leben.

Huhn oder Hahn? Geschlechtsbestimmung im Ei

Damit männliche Küken nicht komplett ausgebrütet werden und schlüpfen, gibt es zwei Methoden, das Geschlecht bereits im Ei festzustellen:

  • Beim endokrinologischen Verfahren wird dem Ei Flüssigkeit entnommen, um das Geschlecht zu bestimmen.
  • Beim spektroskopischen Verfahren wird das Ei mittels Laserstrahl durchleuchtet und so das Geschlecht bestimmt.

Bei beiden Verfahren werden die Eier mit männlichen Küken aussortiert. Sie schlüpfen also gar nicht erst, sondern die Eier werden zu Tierfuttermittel verarbeitet.

Problem beim endokrinologischen Verfahren: es ist erst ab dem neunten Bruttag möglich, zu diesem Zeitpunkt hat der Hühnerembryo allerdings bereits ein Schmerzempfinden. Deshalb sollen ab 2024 „Eingriffe am Hühnerei“ ab dem 7. Tag des Bebrütens verboten sein, so der Gesetzesplan der Bundesregierung. Das Manko der Laserstrahl-Methode: sie ist noch in der Erprobung und nicht marktreif.
Fakt ist: Die Wissenschaft hat jetzt die Aufgabe, die neuen Verfahren weiter zu optimieren.

Eier ohne Kükentöten: respeggt-Eier der Rewe-Tochter Seleggt

Das erste marktreife Verfahren zur endokrinologischen Geschlechtsbestimmung im Ei ist das patentierte respeggt-Verfahren der Seleggt GmbH, das seit Anfang des Jahres von Brütereien genutzt wird.

Respeggt-Eier ohne Kükentöten
Respeggt-Eier ohne Kükentöten (Foto: Rewe Group)

Erkennen kannst du die respeggt-Eier an dem respeggt-Siegel. respeggt-Eier aus Freilandhaltung gibt es bereits bei Penny, Rewe, Edeka, Marktkauf und famila zu kaufen.

Seleggt ist ein Joint Venture der Rewe-Group mit einem holländischen Technologie-Unternehmen, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Eier ohne Kükenschreddern: Hier gibt es sie

Es gibt immer mehr Initiativen, die die männlichen Küken der Legehennen mit aufziehen anstatt sie zu töten. Allerdings werden die Hähne dennoch nach einigen Wochen oder Monaten geschlachtet und das Fleisch verkauft; häufig als Tierfutterkomponente.

Wir haben uns umgeschaut, welche Alternativen zu herkömmlichen Eiern in unseren Supermärkten und Discountern zu finden sind. Dabei konzentrieren wir uns aber auf Eier ohne Kükentöten. Leider gewährleisten nicht alle Initiativen, die männliche Küken aufziehen anstatt sie zu töten, auch eine artgerechte Haltung.

soleier rezept
Eier ohne Kükenschreddern gibt es bei vielen Supermärkten – aber nicht alle stammen aus besserer Hühnerhaltung. (Foto: CC0 / Pixabay / monicore)

Das bedeutet, dass du selbst entscheiden musst, ob du im Zweifelsfall lieber Eier aus Biohaltung oder Eier ohne Kükentötung aus einer anderen Haltungsform kaufen möchtest.

Bei folgenden Supermärkten gibt es Eier ohne Kükenschreddern:
Hinweis: Unsere Auflistung ist alphabetisch geordnet und spiegelt nicht das jeweilige Engagement der Supermärkte wieder.

1. Eier bei Aldi

Seit August 2017 betreiben Aldi Süd und Aldi Nord gemeinsam mit dem „Eierhof Hennes“ das Projekt „Henne & Hahn“ zur Aufzucht männlicher Küken. Allerdings wird dabei pro Legehenne nur ein „Bruderhahn“ aus dem gleichen Schlupf aufgezogen.

„Henne & Hahn“-Eier sind nur in einigen Regionen bei Aldi erhältlich und zwar in Filialen im Saarland, in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland Pfalz, Baden Württemberg und Nordbayern. In einigen Filialen in NRW wird das Fleisch der „Bruderhähne“ im Produkt „Hühnerfrikassee“ vermarktet. Ab 2021 sollen alle Bio-Eier schrittweise aus „Bruderhahn“-Aufzuchten stammen.

Aldi Süd und Aldi Nord wollen bis 2022 in ihren Lieferketten das Töten von männlichen Küken abschaffen; die Lieferketten der Boden-, Freiland- und Bio-Eier sollen entsprechend umgestellt werden. Dazu nutzen sie unter anderem das genanalytische Verfahren des Biotech-Unternehmens Planton, ein Verfahren zurGeschlechtsbestimmung im Ei, das stetig weiterentwickelt wird.

2. Eier bei Alnatura

Alnatura lehnt das Töten von Küken ab und hat 2016 die „Bruderküken-Initiative“ ins Leben gerufen. Die Eier der Eigenmarken Alnatura und Alnatura Origin stammen ausschließlich von Bio-Legehennen, deren männliche Küken nicht getötet, sondern aufgezogen werden.

Alnatura bietet auch einige Produkte an, in denen das Fleisch der aufgezogenen Bruderhähne verarbeitet wird: das Babygläschen „Alnatura Hühnchenfleischzubereitung“, den „Alnatura Hühner-Nudel-Topf“, die „Alnatura Dinkel-Eierwaffeln“ und die „Alnatura Geflügel-Bratwurst“.

Über 70 Prozent der Eier bei Alnatura sind Eier ohne Kükenschreddern. Viele weitere Anbieter von Bio-Eiern in den Alnatura-Märkten befinden sich in der Umstellung zur Bruderküken-Aufzucht.

3. Eier bei Basic

Bei der Biomarkt-Kette Basic gibt es bundesweit in allen Filialen Bio-Eier der Basic „Bruderherz-Initiative“, bei der die männlichen Küken mit aufgezogen und nach eigenen Angaben artgerecht gehalten werden. Im gesamten Eier-Sortiment gibt es bei Basic ausschließlich Eier ohne Kükentöten. Anders als bei vergleichbaren Initiativen ist bei der „Bruderherz-Iniatiative“ das Fleisch der Hähne ausschließlich für den menschlichen Verzehr bestimmt. Basic hat etwa 70 Produkte mit dem Fleisch der aufgezogenen „Bruderküken“ im Sortiment.

4. Eier bei Denn’s

In den Denn’s-Biomärkten gibt es Bio-Eier der Initiative „haehnlein„, bei der Hennen und Hähne beide „unter guten Bedienungen „aufgezogen werden. Das Fleisch der Hähne wird auch hier als Lebensmittel vermarktet (Brustfilet, Keule, Flügel, ganzes Hähnchen), welche teilweise ebenfalls bei Denn’s erhältlich sind.

5. Eier bei Edeka

Edeka bietet überregional „haehnlein“ Bio-Eier ohne Kükenschreddern an. Auch auf regionaler Ebene gibt es in vielen Filialen Eier vergleichbarer Initiativen: Beispielsweise gibt es in Baden-Württemberg Eier der Initiative „Huhn und Hahn“ unter der regionalen Eigenmarke „Unsere Heimat“. Das Hähnchenfleisch wird teils in Hähnchenmaultaschen der Marke „Bürger“ verarbeitet, die bei Edeka erhältlich sind. 

In Nordrhein-Westfalen gibt es Bioland-Eier der Marke „Rosenthaler Hahnenglück“ sowie Eier aus Bodenhaltung des Projekts „Henne&Hahn„. Viele Filialen bieten außerdem Alnatura-Eier aus der „Bruderküken-Initiative“ an (s. oben.)

6. Eier bei Kaufland

In über 200 Kaufland-Filialen im Süden Deutschlands gibt es Eier aus Freilandhaltung aus der Initiative „Huhn & Hahn“, welche Legehennenbetrieben in Baden-Württemberg und Bayern die Aufzucht männlicher Küken ermöglicht. In etwa 250 Filialen in Mittel- und Ostdeutschland gibt es „Brüderchen + Schwesterchen“-Eier aus Bodenhaltung. Da das Angebot sukzessive ausgebaut wird, erhalten Kaufland-Kunden ab Ende Oktober bundesweit in jeder Filiale mindestens eine Eier-Alternative aus diesen Bruderhahn-Konzepten.

Zusammen mit ausgewählten Familienbetrieben hat Kaufland das Projekt „Farm-Ei“ initiiert. Hier haben die Hühner 20 Prozent mehr Platz als Freilandhühner und mehr Beschäftigungsmaterial. Die Eier sind bundesweit erhältlich.

7. Eier von Lidl

Unter der Bezeichnung „Kükenherz“ bietet Lidl derzeit in Schleswig-Holstein, Hamburg und Umgebung regionale Eier aus Freilandhaltung an, bei denen neben den Legehennen auch die männlichen Küken aufgezogen werden. Die Haltung der Legehennen ist nach den Richtlinien der Premiumstufe des Tierschutzlabels „Für mehr Tierschutz“ zertifiziert.

Bis Anfang 2021 sollen alle Bio-Eier im 6-er-Pack auf die Bruderhahn-Aufzucht umgestellt werden.

8. Eier bei Netto

Die Discounterkette Netto (gehört zu Edeka) unterstützt vereinzelt regionale „Bruderhahn“-Projekte.

9. Eier der Rewe Group (Rewe, Penny)

Die Rewe Group verkauft bundesweit in vielen Rewe- und Penny-Märkten „respeggt„-Freiland-Eier (siehe oben). Die Eier kosten dabei 1 bis 2 Cent mehr pro Eier als herkömmliche Freiland-Eier.

In einigen Filialien gibt es „haehnlein„-Bio-Eier. Das Unternehmen bietet außerdem unter den Marken „Spitz&Bube“ (Rewe) und „Herzbube“ (Penny) seinen Kund*innen Freiland-/Bodenhaltungseier (bei Rewe auch Bio-Eier) aus Bruderhahn-Projekten an. Mittlerweile wurden dadurch laut Rewe Group „weit mehr als eine Million“ Bruderhähne aufgezogen.

Eier Oeko-Test: Kükenschreddern, Haltungsbedingungen, Schadstoffe
Öko-Test testete Anfang 2019 Eier der großen Supermarktketten. (Foto © Öko-Test)

Eier im Test: Öko-Test bemängelt Kükenschreddern

Kurz vor Ostern beschäftigte Öko-Test sich 2019 mit dem Thema Eier und prüfte 20 Eier auf Schadstoffe, Qualität und die Hühnerhaltung. Kriterien für das Tierwohl waren im Test das Töten der männlichen Küken und wie viel Platz die Legehennen haben.

Das Test-Ergebnis: An der Qualität gab es wenig zu meckern. Bei den Haltungsbedingungen und beim Tierwohl brachte der Test jedoch kaum Positives zutage: Nur vier Eiermarken konnten überzeugen – alle bio und alle ohne Kükentöten, darunter die beiden Alnatura-Eigenmarken. Die Bio-Eier von Aldi Süd, Lidl, Kaufland, Dennree und Rewe schnitten mit „befriedigend“ ab, die Bio-Eier von Edeka nur mit „ausreichend“, die von Aldi Nord und Real fielen mit „mangelhaft“ durch.

Mehr lesen: Eier von Aldi und Lidl fallen bei Öko-Test durch

Alternativen zu herkömmlichen Eiern

Wer Eier kaufen möchte, bei denen mehr auf das Tierwohl geachtet wird und Kükentötung ausgeschlossen ist, sollte nach „Bruderhahn“-und „Zweinutzungshuhn“-Projekten und vergleichbaren Initiativen Ausschau halten. Die Eier sollten zudem bio-zertifiziert sein! Demeter und Bioland beispielsweise haben gemeinsam die „Ökologische Tierzucht gGmbH“ gegründet. Mit dem Projekt bemühen sich die beiden Verbände um die Züchung eines Zweinutzungshuhns.

Hier erfährst du mehr über die Bruderhahn-Initiative, Zweinutzungshühner und die „in Ovo-Geschlechtsbestimmung“, durch die männliche Küken gar nicht erst ausgebrütet werden müssen:

Schluss mit Kükentöten: Diese Initiativen wollen die Brüder der Legehennen retten

Bio-Eier sind nicht die Lösung aller Probleme

Wer Bio-Eier kauft, hat das Gefühl, alles richtig zu machen. Auch die Bilder auf der Packung suggerieren: Hier scharren glückliche Hühner auf großen Freiflächen nach Körnern. Aber selbst die Produktion von Bio-Eiern ist meist nicht wirklich artgerecht – das zeigt auch der Test von Öko-Test. Bio-Hühner haben zwar mehr Platz und besseres Futter. Doch es dürfen tausende Tiere in einem Stall leben – auch hier sterben die männlichen Küken.

Mehr lesen: Bio-Siegel: Was haben die Tiere davon?

Hühner-Küken - Bio-Tierhaltung
Bio-Tiere haben es etwas besser als konventionelle – achte aber auch darauf, dass Kükenschreddern ausgeschlossen ist. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay – Hans Braxmeier)

Bis zu einer heilen Hühnerwelt ist der Weg noch weit

Unser Markt-Check zeigt: Alle Supermärkte gehen auf die Wünsche der Kund*innen nach besseren Eiern ein. Langsam, aber sicher. In konventionellen Supermärkten sind Eier ohne Kükenschreddern – also aus Projekten, welche männliche Küken aufziehen anstatt sie zu töten – aber weiterhin ein Nischenprodukt und nicht überall zu finden. Für die Industrie und die Verbraucher*innen steht das Tierwohl noch immer nicht an erster Stelle.

Viele Landwirt*innen und die Nahrungsmittelindustrie sind profitgetrieben, stehen aber auch unter Druck: Sie müssen große Mengen Lebensmittel liefern – und die müssen in erster Linie eins sein: billig. Denn sonst werden sie von der Mehrzahl der Verbraucher*innen ignoriert. Die Verbraucher*innen (= wir) haben aber durchaus die Möglichkeit, mit ihrem (= unserem) Kaufverhalten die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Dazu müssen wir aber die Augen aufmachen und ein ganz klein bisschen tiefer in die Tasche greifen.

Gesetzesinitiative ist nur ein Anfang

Die Gesetzesinitiative der Bundesregierung, das Töten männlicher Küken zu verbieten, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wichtig wäre jedoch eine EU-weite Regelung. Die Gefahr, dass künftig mehr Eier aus dem Ausland (denn dort ist das Kükentöten weiterhin erlaubt) importiert werden, ist groß.

Utopia empfiehlt: Wenn du Eier kaufst, dann nimm Bio-Eier, die auf das Kükentöten verzichten oder kauf die Eier bei einem Hof in deiner Nähe, wo du dir selbst anschauen kannst, was für ein Leben die Hühner, die dein Frühstücksei legen, führen!

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Auch beim backen und Eier-Färben zu Ostern (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Es gibt noch tierfreundlichere Alternativen

Der einfachste Weg, Hühner zu schützen, ist natürlich, gar keine Eier zu essen. Der Verzicht auf Eier sorgt dafür, dass kein Huhn in einem engen Stall leben muss, nur um nachher geschlachtet zu werden. Es gibt diverse vegane Ei-Alternativen: Ei-Ersatz selber machen: 6 Ideen für das vegane Ei

Liste unvollständig?

Kennst du weitere Supermärkte oder Supermarktketten, die Eier ohne Kükenschreddern anbieten? Dann lass es uns bitte wissen, damit wir unsere Aufzählung ergänzen können: Hinterlass uns unten einen Kommentar. Danke!

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Demeter und Bioland das Töten der männlichen Küken ausnahmslos verboten haben. Diese Information war falsch. Richtig ist, dass sie mit verschiedenen Projekten versuchen, Kükenschreddern zu vermeiden. In der ursprünglichen Fassung stand außerdem, dass für Eier bei Alnatura grundsätzlich keine Küken getötet werden. Das trifft aber nur auf Eier der Alnatura-Eigenmarken zu. 

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(9) Kommentare

  1. Was ich nicht verstehe.

    Um ein Ei zu legen, braucht die Henne keinen Hahn.

    Dieses Ei ist dann eben nicht befruchtet, und es schlüpft erst gar kein Küken aus.
    Damit wird auch das Töten der Küken überflüssig.

    Warum wird das nicht einfach so gemacht?

  2. Stell dir vor, so eine Legehenne hat eine Lebenserwartung von durchschnittlich 20 Monaten, also müssen diese natürlich nachgezüchtet werden. So eine Legehenne legt aber auch erst nach 10-20 Wochen Eier. Eine Legehenne schafft es in ihrem gesamten Leben oft ungefähr den Jahresbedarf von zwei Durschnittsdeutschen zu decken. Dementsprechend züchten wir round about 80 Millionen Hühner pro Jahr, wenn man von einem weiblich/männlich Anteil von 50/50 ausgeht und davon töten wir mal einfach ganze 40 Millionen nur damit wir die Bestände an Legehennen halten können

  3. Ich habe diese Hoffnung aufgegeben und lebe sehr glücklich mit dem Verzicht auf Eier und dem Wissen, daß für mich keine Hühner ihr durch den Menschen erheblich verlürztes Leben (1-2 Jahre statt max. 50 Jahre) in KZ’s dahin vegetieren müssen und frisch geschlüpfte Wesen vergast oder geschreddert werden.

  4. Ich mag die Eier von kleinen Höfen aus der direkten Umgebung am liebsten. Dort weiß ich, wie die Hühner leben, wie sie ernährt werden, dass keine Küken geschreddert werden und auch das Ei selbst keinen langen Anfahrtsweg zu mir hat. Da kommt i.d.R. kein Supermarkt-Ei mit selbstgebasteltem Bio-Siegel mit.

  5. regional ist nicht unbedingt besser.
    Woher haben die ihre Hühner?
    Was geschah mit den männlichen Hahn-Küken??
    Fragt da mal nach.
    Augen zu hilft nicht.

  6. „Der einfachste Weg, Hühner zu schützen, ist natürlich, gar keine Eier zu essen“
    – Nein! Denn dann wird das klassische (Nutz-) Huhn aussterben! Wollen wir das?

    Dabei kann JEDE(R), der/die auch nur ein bisschen Platz übrig hat und wieder mehr Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im seinem/ihrem Leben wahr nehmen möchte von dieser gegenseitigen Nutzgemeinschaft profitieren!
    Sich um Tiere zu kümmern fördert das allgemeine Wohlbefinden, hält uns gesund, fördert Wertschätzung und bringt uns der Natur wieder ein Stück näher, was vielen von uns gut tun würde! Statt sich Wohlstandspfunde mangels sinnvoller körperlicher Aufgaben mühselig auf Fitnessgeräten „abzutrainieren“. Schade um die wertvollen Kalorien! 😉