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Bio-Eier, Freilandeier, Eier aus Bodenhaltung – welche Eier soll ich kaufen?

Bio-Eier, Freilandeier, Eier aus Bodenhaltung – welche Eier soll ich kaufen?
Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Julia Filirovska

Ob zu Ostern oder im restlichen Jahr: Wir essen jede Menge Eier. Aber wie unterscheidet man Bio-Eier und Freilandeier, wie vermeidet man Bodenhaltung und Käfigeier? Was bedeutet der Code auf dem Ei? Und wie zuverlässig sind diese Angaben überhaupt?

In Deutschland essen wir durchschnittlich 238 Eier pro Jahr und Kopf, insgesamt fast 20 Milliarden Stück (BMEL). Zu Ostern essen wir besonders viele – aber auch den Rest des Jahres über sollten wir uns über die Qualität, Herkunft und Entstehung der Eier mal Gedanken machen. Und auch über die Verzehrmenge, schließlich sind Eier tierische Produkte und hier gilt: Weniger ist mehr!

Welche Eier kaufen? Hier die 5 wichtigsten Tipps:

  1. Kaufe stets Bio-Eier.
  2. Weiche nur zur Not auf Freilandeier aus.
  3. Meide Eier aus Bodenhaltung.
  4. Achte bei verarbeiteten Produkten, die Ei enthalten, mindestens auf das grüne EU-Bio-Siegel.
  5. Meide Billig-Eier und gefärbte Eier ohne eindeutige Kennzeichnung.

Immerhin: In Deutschland kommen die meisten Eier aus heimischer Produktion, etwa 73 Prozent. Aus Bio-Haltung stammen allerdings nur rund 12 Prozent, aus Freilandhaltung um die 20 Prozent (BMEL). Die Herkunft und Haltungsform kann beim Ei(n)kauf jede:r selbst erkennen – und zwar am Eier-Code. Der Eier-Code gilt allerdings nur für unverarbeitete, rohe Eier.

Der Code auf dem Ei: Was heißt „0-DE-1234567“?

Seit 2004 haben unverarbeitete Eier eine einheitliche Kennzeichnung. Die führende Ziffer des Eiercodes informiert dabei über eine der vier Haltungsformen:

  • 0 = Ökologische Erzeugung („Bio-Eier“)
  • 1 = Freilandhaltung („Freilandeier“)
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Kleingruppenhaltung („Käfigeier“)

Das Kürzel des Produktionslandes zeigt, aus welchem EU-Land das Ei kommt:

  • DE = Deutschland
  • AT = Österreich
  • IT = Italien
  • NL = Niederlande
  • etc.
Ei-Kennzeichnung, Bio-Eier erkennst du an der 0-…
Ei-Kennzeichnung, Bio-Eier erkennst du an der 0-… (Null Minus Landeskennzeichen…) ((C) utopia)

„0-DE-1234567“ ist also ein Bio-Ei aus Deutschland. Vorsicht: Es gilt der Aufdruck auf dem Ei selbst! Es kann gut sein, dass ein ähnlicher Code auf der Verpackung DE (als Ort der Verpackung!) ausweist, während die Bio-Eier jeweils ein NL tragen (weil Hennen im Nachbarland sie legten). Du must also aufs Ei selbst und die Eiernummer schauen, um dessen Herkunft zu erkennen. 

Der mehrstellige Code am Ende (im Beispiel: „1234567“) verrät, aus welchem Bundesland und von welchem Produzenten die Eier stammen. Ohne Hilfsmittel ist dieser Zahlencode allerdings schwer zu durchschauen – hier hilft die Smartphone-App „Eiercode“ bzw. „Was steht auf dem Ei?“ (iPhone/Android) oder die Webseite was-steht-auf-dem-ei.de.

Code 0: Bio-Eier sind die besseren Eier

Beim Eier-Kauf sind Bio-Eier eine gute Wahl, denn bei der Produktion von Bio-Eiern gelten die strengsten Regeln. Die Legehennen dürfen nicht in Käfigen gehalten werden, sondern nur in offenen Ställen mit Auslauf. Der Stall muss Sitzstangen haben – jede Legehenne hat ein Recht auf 18 Zentimeter Sitzstange – und zu einem Drittel mit Stroh, Holzspänen, oder Sand ausgestreut sein. Im gesamten Stall dürfen nicht mehr als 3.000 Hennen wohnen. Man trennt außerdem zwischen Stall und ständig verfügbarem Auslauf: Im Stall dürfen sich maximal sechs Hühner einen Quadratmeter teilen (weitere sechs auf einer Stange), im Auslauf müssen jedem Huhn vier weitere Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Außerdem gelten die Regeln der ökologischen Landwirtschaft, das ist zum Beispiel beim Futter wichtig: Statt aus industriellen Abfallfetten stammt das Fett im Futter hier beispielsweise aus ökologisch erzeugten Pflanzenölen, Gentechnik ist nicht erlaubt, kranke Tiere sind wenn möglich mit Naturheilmitteln zu kurieren. Anders als bei den übrigen Haltungsarten dürfen die Schnäbel hier nicht systematisch gekürzt werden.

Wichtig: Seit Anfang 2022 ist das Töten der männlichen Küken endlich verboten. Einige Initiativen setzen sich schon länger dafür ein, dass die „Brüder“ der Legehennen mit aufgezogen statt gleich nach dem Schlüpfen getötet werden.

Code 1: Freilandhaltung = Auslauf ohne Bio

Hühner halten
So idyllisch ist die Hühnerhaltung selten – industrielle Freilandhaltung sieht anders aus. (Foto: CC0 / Pixabay / klimkin)

Auch bei der Freilandhaltung darf man die Hennen nicht in Käfigen halten, sondern nur in Ställen mit Auslauf. Allerdings haben die Hennen bei Freilandeiern weniger Platz als bei der Bio-Haltung: Im Stall müssen sich neun Hühner einen Quadratmeter teilen (Bio: sechs Hühner). Erst im tagsüber unbegrenzt zugänglichen Auslauf stehen bei Freilandeiern jedem Huhn – wie bei Code 0 – vier weitere Quadratmeter zur Verfügung. Die Auslauffläche sollte größtenteils bewachsen sein, in der Praxis wächst dort aber wegen des Hühnerkotes oft nicht mehr viel.

Der entscheidende Unterschied zwischen der Tierhaltung bei Freilandeiern und Bio-Eiern ist, dass für die Legehennen bei Freilandeiern kein Bio-Futter verwendet werden muss. So kam seinerzeit auch der Eier-Dioxin-Skandal zustande: Dem Futter wurden technische Fette (u.a. Reste aus industrieller Produktion von Diesel) beigemischt – Prost Mahlzeit!

Unser Fazit für den Eier-Kauf: Freilandeier sind ethisch sicher besser als „Käfigeier“ – aber Bio-Eier sind eben besser.

Code 2: „Bodenhaltung“? Diese Haltungsform klingt besser als sie ist.

„Bodenhaltung“ klingt halbwegs natürlich. Ist sie aber nicht. Neun Hennen teilen sich bei Bodenhaltung einen Quadratmeter. Nur innerhalb ihrer geschlossenen Ställe dürfen sie sich „frei“ bewegen.

Der „Boden“ ist bei der Bodenhaltung keineswegs das, was wir darunter verstehen: Es können nämlich auch drei Etagen sein, dann teilen sich 18 Hühner einen Quadratmeter Stallgrundfläche („Volierenhaltung“). Oft handelt es sich um Gitterroste, damit der Kot hindurchfallen und automatisiert entfernt werden kann, sofern er eben nicht an den Hennen kleben bleibt.

Massentierhaltung: Geflügelzucht, Hühner
Bodenhaltung bedeutet für Hühner meist einen Stall ohne Auslauf. (Foto: © chris74 / stock.adobe.com)

Anders als bei Bio- oder Freilandhaltung haben Hennen bei Bodenhaltung darüber hinaus keinen Auslauf, es gibt nur einen Scharrbereich mit Streu. Das Futtermittel kann von sonst woher kommen.

Kurzum: Code-2-Hühnereier aus Bodenhaltung sind nicht empfehlenswert.

Code 3: Kleingruppenhaltung ist Käfighaltung

Die konventionelle „Käfighaltung“ (Legebatterien) existiert in der EU begrifflich nicht mehr, heute gibt es nur noch die „Kleingruppenhaltung“, was possierlich klingt, aber natürlich auch nur eine Käfighaltung ist.

Hinzu kommt, dass die Haltungsbedingungen bei dieser Haltungsform bundesweit unterschiedlich geregelt sind, ausgehend von der Tierschutznutztierhaltungsverordnung, deren Lektüre wenig Spaß macht und die an vielen Stellen vage bleibt.

Doch es ist Besserung in Sicht: Bereits 2015 beschloss der Bundesrat, dass die Haltung von Legehennen in Kleingruppen in sogenannten ausgestalteten Käfigen beendet werden soll. Allerdings gilt hier eine Frist bis Ende 2025. 

Code-3-Eier sollte man auf jeden Fall meiden, doch im direkten Handel findet man sie ohnehin kaum noch. Sie werden verarbeitet und uns so indirekt untergejubelt.

Wer kauft eigentlich noch Käfigeier?

Wir alle – ohne es zu wissen. Zwar findet man im direkten Handel kaum noch Käfigeier. Doch einer Packung Eiernudeln sieht man eben nicht an, welche Käfigeier darin verrührt wurden.

Der Trick: Mit der Verarbeitung des Eis entfällt die Pflicht zur Kennzeichnung. Verarbeitete Lebensmittel aus dem Supermarkt können daher Käfigeier enthalten.

Und was kannst du tun, um Käfigeier beim Einkaufen zu umgehen? Bio kaufen. Denn industrielle Lebensmittel mit Bio-Siegel müssen auch Bio-Eier verwenden. Oder: verarbeitete Produkte meiden. Oder: vegane Produkte konsumieren.

Einige Websites bieten Listen von Produkten bzw. Herstellern, die keine Käfigeier verarbeiten, etwa tierschutzbund.de oder albert-schweitzer-stiftung.de. Sie zeigen teils auch, welche Firmen definitiv Käfigeier verarbeiten – und wer sich um eine Antwort drückt.

Was ist mit gefärbten (Bio-)Eiern?

Bereits gekochte und gefärbte Eier, wie man sie manchmal bei Feinkostläden, Bäckereien oder Metzgereien an der Theke, aber auch vielerorts im Supermarkt findet, sind „verarbeitet“ und daher auf die oben genannte Weise nicht kennzeichnungspflichtig.

Gefärbte Eier sind selten Bio-Eier
Gefärbte Eier sind selten Bio-Eier (Foto: utopia/aw)

Daher kann es sich bei gefärbten Eiern um billige Eier aus Käfig- oder Bodenhaltung handeln – wenn man nicht im Bioladen einkauft, ist das sogar wahrscheinlich. Die beste Lösung: im Bioladen kaufen oder Eier selber kochen.

Oder zu Ostern: Ostereier färben – So geht’s mit Naturmaterial.

Sind Discounter-Eier wirklich Bio?

Längst bieten auch Discounter Bio-Eier und solche aus Freilandhaltung an. Die müssen nicht zwangsläufig schlechter sein als andere. Aber eine preisgetriebene Logik führt geradezu automatisch dazu, dass Billig-Bio-Anbieter beim Einkauf vor allem auf den Preis schauen.

Der Preisdruck führt für die Produzent:innen wiederum dazu, dass das Ei so günstig wie möglich produziert werden muss – nur eben so, dass es die Bio-Kriterien mit minimalstem Aufwand erfüllt.

Aber: Selbst Billig-Bio ist immer noch besser als gar nicht bio. Eine Ausnahme mag aber durchaus auch mal die regionale Herkunft von vertrauenswürdigen Halter:innen sein.

Sind Bio-Eier mit Verbandslogo besser?

Ja, besser als „irgendein“ Bio-Ei ist ein Bio-Ei, das zusätzlich eine Verbandszertifizierung hat. Bioanbauverbände wie Bioland, Demeter, Naturland haben teils noch strengere Richtlinien für den Platz, den Hennen haben und wie dieser gestaltet sein muss, oder das Futter, das sie erhalten.

Eier ohne Küken-Schreddern: Initiativen
Bio-Eier mit den Siegeln der Anbauverbände stehen für noch etwas mehr Tierwohl. (Foto: © Szasz-Fabian Jozsef - stock.adobe.com)

Dort gibt es teils auch striktere Bestimmungen, dass etwa das Futter zu gewissen Anteilen aus regionalem Anbau kommen muss, wie die Hennen tierärztlich zu betreuen sind, ob der Hof parallel auch Nicht-Bio-Eier produzieren darf etc.

Die Details dazu würden einen eigenen Artikel ergeben, wichtig ist vor allem eines: Produzent:innen, die sich diesen Verbänden angeschlossen haben, halten nicht einfach nur Mindestvorschriften ein, um das EU-Bio-Siegel zu ergattern, sondern sie entwickeln Bio insgesamt weiter, wie etwa Naturland selbst mit dem Projekt Ei Care für Zweinutzungshühner.

Was kosten Bio-Eier und Freilandeier?

Bio-Eier (Code 0) kosten nach Utopia-Stichproben beim Bio-Supermarkt pro Stück 40 bis 50 Cent, bei gehobenen Supermärkten zwischen 30 und 40 Cent, beim Discounter teils nur 23 Cent.

Eier aus „normaler“ Freilandhaltung (Code 1) kosten zwischen 20 und 30 Cent, Eier aus Bodenhaltung bereits nur noch 10 bis 20 Cent – sie sollten für verantwortungsvolle Konsument:innen aber aber keine Option sein.

Echte Bio-Eier können also teuer sein. Doch Eier sind eben aufwendig in der Produktion und gelten im Übermaß auch nicht als gesund. Wer also mit dem Preis gegen Bio argumentiert, sollte lieber weniger Eier, dafür nur die besten essen. Und ab und zu mal vegane Ei-Alternativen wagen.

Haltbarkeitsdatum: Wie alt ist das Ei?

Ob Bio-Ei oder Ei aus Freilandhaltung: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Verpackung (selten auf dem Ei) darf nicht mehr als 28 Tage nach dem Legedatum liegen. Obwohl man also nie genau weiß, wann ein Ei gelegt wurde, braucht man nur 28 Tage vom Mindesthaltbarkeitsdatum abziehen, um zu sehen, wann es frühestens gelegt worden ist: Älter kann es nicht sein, nur frischer.

Aber: Das Mindesthaltbarkeitsdatum markiert nicht das Ende der Haltbarkeit, das Ei verfällt nicht plötzlich an diesem Tag. Viele Eier kann man auch nach dem MHD noch problemlos essen. Prüfe einfach, ob es gut oder schlecht ist. Hierfür kannst du verschiedene Eier-Tests anwenden, um Foodwaste zu vermeiden:

Ob ein Ei noch „gut“ ist, kann man ganz einfach mit dem Wasserglas-Test herausfinden: Ei in ein Glas voll mit kaltem Wasser geben – wenn es sinkt, ist es in Ordnung, wenn es oben schwimmt, sollte man es nicht mehr essen.

Nach dem Eier-Kauf: Müssen Eier in den Kühlschrank?

Eigentlich nicht. Sie halten problemlos drei Wochen auch ohne Kühlung, im Kühlschrank auch ein, zwei Wochen über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Wer sie roh verwendet – für Mousse au Chocolat, Tiramisu, Mayonnaise etc. – sollte dennoch auf Bio-Eier achten, die maximal zwei Wochen alt sind, wo also das MHD mindestens zwei Wochen in der Zukunft liegt.

Bio beim Ei: Alles bloß Etikettenschwindel?

Es gibt den – zum Glück aber seltenen – Etikettenschwindel, den du als Konsument:in selbst erkennen kannst:

  • Auf der Eier-Schachtel sind deutsche (Bio-)Eier ausgelobt, innen drin zeigt der Eier-Code aber, dass es sich um Importeier handelt. Auch umgekehrt gibt es das. Es kann sich dabei um Schwindel handeln, aber auch um ein Versehen oder um bereits bedruckte Kartons, die man verwendet, statt sie wegzuwerfen.
  • Auf der Eier-Schachtel werden Bio-Eier versprochen, drin stecken aber Code-1-Eier, also Freilandhaltungseier. Hier kann und muss man von einem Schwindel ausgehen.
Für dieses Eiersalat-Rezept benötigst du zehn hartgekochte Eier.
Etikettenschwindel ist selten: In der Regel sind wo Bio-Eier draufsteht auch Bio-Eier drin. (Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Schlimmer sind Schwindel, die man nicht erkennen kann:

  • Der Code ist in Ausnahmefällen eine platte Lüge, die angeblichen Bio-Eier stammen nicht aus Bio-Haltung oder wenigstens Freilandhaltung und werden einfach umetikettiert, an der Quelle verschleiert durch trickreiche Auslegung der Gesetze, auf dem Weg verschleiert durch Importe und Exporte.

Machen Bio-Eier den Eierkuchen oder andere Speisen besser?

Es ist leider nicht so, dass Eierkuchen oder andere Gerichte mit Bio-Eiern besser schmecken. Auch finden es einige Verbraucher:innen seltsam, dass das Eigelb der Bio-Eier oft blasser ist als bei normalen – das liegt aber daran, dass man an die Nicht-Bio-Hühner eben auch Mais oder gleich direkt Farbstoffe verfüttert – damit das Eigelb gelber wird.

Beim direkten Vergleichen zwischen gekochtem Bio-Ei und einem konventionellen können einige Feinschmecker:innen aber nach eigener Aussage den Unterschied herausschmecken.

Hier einige einfache Rezepte:

Kann ich Ei ersetzen?

Wegen all der Probleme rund ums Ei verzichten viele Menschen inzwischen bewusst auf Eier. Andere wieder leben vegan und konsumieren keinerlei tierische Produkte. Und Eier zu ersetzen das geht – z.B. mit diesen drei Rezepten:

Inzwischen gibt es auch veganen Ei-Ersatz zu kaufen sowie kreative Rezepte für vegane „Ei“-Gerichte:

Utopia empfiehlt: Nimm Bio-Eier oder gar keine!

Utopia empfiehlt, grundsätzlich Bio-Eier aus Ökohaltung (Code 0) zu kaufen, am besten solche mit zusätzlichen Siegeln von Bio-Anbauverbänden wie Bioland, Demeter oder Naturland. Für alle, die genauer hinschauen wollen, können Freilandeier (Code 1) manchmal die bessere Wahl sein: Billige Bio-Eier vom Discounter können aus Nachhaltigkeitssicht „schlechter“ sein als Freilandeier vom Regionalmarkt, wo kleine Händler:innen ihre Waren anbieten, die mit lokalem Futter entstanden sind. Auch Bauernhöfe und Hofläden bieten Eier an, die direkt vom jeweiligen Betrieb stammen.

Eier aus Bodenhaltung oder Käfighaltung solltest du unbedingt meiden.

Einfache Bio-Siegel wie das EU-Bio-Siegel stellen halbwegs sicher, dass minimale Regeln eingehalten werden, die für eine bessere Tierhaltung sorgen. Als Kernproblem bleibt, dass die Produktion tierischer Nahrungsmittel im industriellen Maßstab eigentlich nicht nachhaltig sein kann, auch nicht bei Eiern. Und dass auch die Bio-Tierhaltung Tierleid nicht ausschließen kann. Außerdem gibt der Eier-Code keine Auskunft darüber, wie groß der Stall war (Kleinhaltung oder Massentierhaltung), ob die Tiere gesund waren usw.

Hier ist die Politik gefragt, strengere Vorgaben für die Tierhaltung zu machen und die Einhaltung von Tierwohlstandards konsequenter zu kontrollieren. Auch Lebensmittelproduzenten und Supermärkte sollten mehr Verantwortung übernehmen und sich nicht immer mit dem Preisargument aus der Verantwortung ziehen.

Und: Solange wir Verbraucher:innen nicht einsehen wollen, dass ein Ei eigentlich mehr als 50 Cent kosten muss, wenn es unter würdigen Bedingungen entstehen soll, solange wird man uns eben auch faule Eier unterjubeln. Wie bei allen Produkten tierischen Ursprungs gilt also selbstverständlich auch für Bio-Eier: Bewusst und vor allem in Maßen konsumieren!

Bio-Eier, Freilandeier, Bodenhaltung – welche Eier soll ich kaufen?

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