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Haarfarben bei Öko-Test: Entweder „sehr gut“ – oder gleich „ungenügend“

Haare stylen mit Haarspray Hitzeschutz und Schaumfestiger
Foto: CCO Public Domain / Pexels - Element5 Digital

Das gibt’s eigentlich fast nie: Öko-Test hat in seinem Haarfarben-Test nur zwei Noten vergeben, die höchste und die niedrigste – „sehr gut“ oder „ungenügend“. Auch einige bekannte Marken fielen durch. Sie enthielten harte Kontaktallergene und andere Problemstoffe.

Gar nicht leicht, den Überblick zu behalten: Neben echten Pflanzenhaarfarben, die tatsächlich aus zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln bestehen, gibt es in Reformhaus, Drogerie & Co. auch viele synthetische Haarfarben, die sich nur ein grünes Mäntelchen umhängen. Auch bei Begriffen wie „Natur-„, „Bio-“ oder „Öko-Haarfarbe“ geht es nach unseren Erfahrungen ziemlich durcheinander. Letztere können zwar durchaus viele Pflanzenzusätze enthalten, aber auch mit harter Chemie daherkommen. Klarheit schafft erst ein kritischer Blick auf die tatsächlichen Inhaltsstoffe, wie sie auf der Verpackung stehen.

Naturhaarfarben: Auf die Inhaltsstoffe achten

Ebenfalls erhellend: ein Blick ins neue Jahrbuch von Öko-Test. Die Verbraucherschützer:innen haben nämlich 17 braune Haarfarben ins Labor geschickt, darunter sowohl echte Pflanzenhaarfarben als auch synthetische Färbemittel.

Letztere werben mitunter mit blumigen Versprechen („Von der Natur inspirierte Farben, angereichert mit natürlichen, biologischen Pflanzensamenölen“ usw.), entpuppen sich beim Blick auf die INCI-Liste aber als konventionelle chemische Oxidationsfarben. Wo pflanzliche Farben z. B. auf Henna, Indigo, Kamille oder Färberkrapp setzen, wirken die Oxidationsmittel mit Wasserstoffperoxid: Das H2O2 zersetzt erst die Farbpigmente im Haarinneren, die dann durch künstliche Farbstoffe ersetzt werden.

Das Problem: Die künstlichen Permanent-Haarfarben enthalten unter anderem sogenannte aromatische Amine, die nur an ihren kryptischen INCI-Namen – wie p-Phenylendiamin (PPD) oder Toluene-2,5-Diamine Sulfate – zu erkennen sind. Einige dieser aromatischen Amine werden vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU jedoch als starke oder sogar sehr starke Kontaktallergene eingestuft, was bedeutet, dass sie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz auslösen können. Öko-Test hatte viele aromatische Amine deshalb schon in vergangenen Tests in bunten Haarfarben und Blondierungen kritisiert.

Haarfarben: Früher sogar noch mehr Chemie

Unter den neun echten pflanzlichen Haarfarben, die tatsächlich mit Blättern, Wurzeln & Co. färben, war beispielsweise die Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun. Sie erhielt ein „sehr gut“, kaufen** kannst du sie für rund 10 Euro u.a. bei Flaconi oder (im Dreierpack) bei Amazon.

Ebenfalls unter den „sehr guten“ Testsiegern war das Henné Pulver Color Braun, das mit rund 6 Euro zu den günstigeren Farben im Test zählt. Du findest** es online u.a. bei Amazon, Ebay oder BioNaturel.

Eine dritte „sehr gute“ Farbe war die Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 230 Maronenbraun, die mit ca. 15 Euro allerdings auch die teuerste im Test war. Dafür trägt sie ein Naturkosmetik-Siegel. Du findest** die Farbe u.a. bei PureNature, Flaconi, BioNaturel oder Amazon.

Öko-Test Haarfarben: Alle Ergebnisse als E-Paper kaufen

Haarfarben-Test: Die Verlierer

Die Oxidationsfarbe Korres Dauerhafte Haarfarbe Arganöl 5.0 hingegen fiel neben anderen mit „ungenügend“ durch, ebenso wie das Naturtint Permanente Farbgel 5N Kastanienbraun Hell. In beiden fand das Labor extrem sensibilisierende Kontaktallergene sowie weitere umstrittene Stoffe wie halogenorganische Verbindungen und PEG/PEG-Derivate.

Entsprechend rät Öko-Test zu Haarfarben aus echten Pflanzenbestandteilen statt zu Chemie – wir schließen uns an.

Alle Details und die vollständigen Ergebnisse zum Haarfarben-Test findest du im Öko-Test Jahrbuch für 2022 sowie online auf www.ökotest.de.

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