Wasserstoffperoxid: Anwendungen für Haushalt, Gesundheit und Hygiene

Wasserstoffperoxid ist ein bewährtes Hausmittel.
Foto: Eva Nitsch / Utopia

Wasserstoffperoxid ist ein effektives und vielseitiges Hausmittel. Wir zeigen dir, warum es in keinem Haushalt fehlen darf und verraten die zehn wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten.

H2O2 – Wundermittel aus Wasserstoff und Sauerstoff

Wasserstoffperoxid – kurz H2O2, ist eine flüssige Verbindung aus Wasserstoff und atomarem Sauerstoff. Atomarer Sauerstoff dringt im Gegensatz zu atmosphärischem Sauerstoff in die Zellen des Organismus ein.

H2O2 ist allerdings keine künstlich geschaffene Verbindung, die man nur durch chemische Reaktionen unter Laborbedingungen herstellen kann. In der Natur findet sich diese Verbindung im Regenwasser und Schnee, denn es wird in der Luft aus atmosphärischem Ozon gebildet.

Die erstaunliche Wirkung und das breite Anwendungsspektrum beruht auf der Bereitstellung von Sauerstoff. Wasserstoffperoxid wirkt desinfizierend, antibakteriell, oxidierend, bleichend und geruchsbeseitigend

Für den Hausgebrauch ist eine 3% Lösung am besten geeignet. Stark konzentrierte Lösungen sind hingegen ätzend und können bei falscher Anwendung schwere Schäden verursachen. Sie gehören nur in die Hände von Fachleuten.

Du findest die dreiprozentige Wasserstoffperoxid-Lösung in jeder Apotheke. Du kannst sie, je nach Art der Verwendung, noch weiter mit Wasser verdünnen. 

Wasserstoffperoxid im Haushalt

Mit Wasserstoffperoxid kannst du Oberflächen reinigen und desinfizieren.
Mit Wasserstoffperoxid kannst du Oberflächen reinigen und desinfizieren.
(Foto: CC0 / Pixabay / Brett_Hondow)

H2O2 wirkt desinfizierend, bleichend und oxidierend – das kannst du dir im Haushalt zunutze machen. Mit Wasserstoffperoxid kannst du:

  • Oberflächen reinigen und desinfizieren: Verwende Wasserstoffperoxid als effektives Putzmittel für die Toilette, Schneidebretter, Arbeitsplatten und den Kühlschrank. Gebe es dazu auf einen Lappen und reinige damit die Oberflächen. Wische mit klarem Wasser nach. Das H2O2 tötet Bakterien, Salmonellen und hinterlässt einen frischen Duft. Auch deine Fenster putzen funktioniert gut mit Wasserstoffperoxid. 
  • Flecken aus weißer Wäsche entfernen: Durch die bleichende und oxidierende Wirkung von Wasserstoffperoxid lösen sich selbst hartnäckige Flecken, wie z.B. Blutflecken, Grasflecken  oder Schweißflecken aus weißer Kleidung. Gebe dazu etwas H2O2 punktuell auf den Fleck und lasse es zehn Minuten einwirken. Spüle das Kleidungsstück danach mit kaltem Wasser aus und wasche es wie gewohnt.
  • Zimmerpflanzen pflegen: Gieße oder besprühe deine Pflanzen einmal wöchentlich mit einer Mischung aus 1 l Wasser gemischt mit 1 EL Wasserstoffperoxid. Dadurch führst du den Pflanzen Sauerstoff zu und das Wachstum wird gefördert. Durch das Besprühen der Pflanze verhinderst du die Ausbreitung von Pilzen und Algen. 
  • Schimmel entfernen: Gebe etwas Wasserstoffperoxid auf einen Lappen und reinige damit schimmelige Dichtungen von Kühlschrank, Fenstern und Spülmaschine. Wische mit klarem Wasser nach. Wasserstoffperoxid ist eine leichte Säure und bekämpft Schimmelpilze, ähnlich wie Essig. H2O2 hat dabei aber den Vorteil, dass er geruchlos ist.
  • Besteck polieren: Angelaufenes Besteck aus Silber oder Edelstahl kannst du mit Wasserstoffperoxid einsprühen und nach fünf Minuten Einwirkzeit mit einem Tuch polieren. Benutze hierzu ein weißes oder altes Tuch, denn das H2O2 wirkt bleichend.

Anwendung von Wasserstoffperoxid für die Gesundheit

H2O2 hilft Wunden im Mundraum zu heilen und hellt die Zähne auf.
H2O2 hilft Wunden im Mundraum zu heilen und hellt die Zähne auf.
(Foto: CC0 / Pixabay / Kjerstin_Michaela)

Wasserstoffperoxid wirkt bleichend, schäumt und desinfiziert. Dadurch hilft H2O2, zahlreiche Beschwerden zu lindern. Du kannst es verwenden:

  • Zur Wunddesinfektion: Die wohl populärste Anwendungsmöglichkeit, die auch von Ärzten genutzt wird, ist die Wunddesinfektion. Da Wasserstoffperoxid schäumt, desinfiziert und Blutungen stoppt, reinigt es die Wunden mechanisch und tötet dabei Keime und Bakterien. Gebe dazu etwas H2O2 auf ein sauberes Wattepad und drücke es für drei bis fünf Minuten auf die Wunde. Wiederhole den Vorgang bei Bedarf zweimal täglich.
  • Bei Lippenherpes: Befeuchte ein Wattestäbchen mit dem Wasserstoffperoxid und reibe damit über die Herpesbläschen. Sie werden dadurch ausgetrocknet und das Jucken lässt nach. Der Heilungsprozess wird deutlich beschleunigt. Wiederhole den Vorgang dreimal täglich, bis der Herpes abgeklungen ist.
  • Zur Mundhygiene und Zahnaufhellung: Wasserstoffperoxid desinfiziert den Mundraum und hilft Wunden zu heilen. Wenn dir ein Zahn gezogen wurde, kann H2O2 den Heilungsprozess fördern. Mische das H2O2 mit zwei Teilen Wasser und spüle mit dieser Lösung 30 Sekunden deinen Mund. Du kannst dieses Gemisch täglich als Alternative zu konventionellen Mundspüllösungen anwenden. Durch die bleichende Wirkung, hellt Wasserstoffperoxid bei regelmäßiger Anwendung deine Zähne auf. Achtung: Die Lösung nicht runterschlucken!
  • Gegen Fuß- und Nagelpilz: Wasserstoffperoxid hilft die Ausbreitung von Pilzinfektionen zu stoppen. Mische in einer Sprühflasche 2 Teile Wasser mit 1 Teil H2O2 und sprühe es auf deine Füße oder Nägel. Lasse die Flüssigkeit trocknen und wiederhole den Vorgang täglich, bis der Pilz abgeklungen ist.
  • Bei Nebenhöhleninfekten: Bei akuten Nasen- und Nebenhöhleninfekten kannst du ein desinfizierendes Nasenspray aus 10 Teilen Wasser und 1 Teil H2O2 herstellen. Ebenso kannst du mit dieser Lösung eine Spülung mit einer Nasendusche durchführen. Deine Nebenhöhlen werden dadurch gereinigt und der freigesetzte Schleim kann abfließen.

Nebenwirkungen von Wasserstoffperoxid

Wasserstoffperoxid kann dann gefährlich werden, wenn es zu hoch konzentriert ist. Wenn du stärker dosierte H2O2-Lösung einsetzt, kann es im schlimmsten Fall zu Verätzungen der Atemwege, Schleimhautentzündungen oder Lungenödemen kommen. Gelangt hoch konzentriertes H2O2 über die Haut oder durch Einnahme in den Körper, kann es zu Durchfall, Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel kommen. 

Bei stark verdünnten Lösungen (z.B. 3 Prozent und weniger) bist du auf der sicheren Seite – gehe trotzdem verantwortungsvoll mit dem Mittel um. Achte auch darauf, die Lösung nach der Anwendung sofort gründlich auszuspülen oder abzuwaschen. Selbst verdünntes H2O2 kann beispielsweise die Haut bleichen. 

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