Hügelbeet: So legst du es an

Hügelbeet
Foto: MoSchle/WikimediaCommons

Ein Hügelbeet sieht nicht nur gut aus, sondern hat auch einige praktische Vorteile. So versorgen die Zersetzungsprozesse im Inneren deine Pflanzen mit Wärme und Nährstoffen. So kannst du ein Hügelbeet selbst anlegen.

In einem Hügelbeet werden verschiedene Schichten aus organischem Material angehäuft. So entsteht die hügelige Form. Durch die Schichten entsteht ein natürlicher Zersetzungsprozess im Inneren, der sowohl Wärme als auch Nährstoffe freisetzt. Davon profitieren die Pflanzen auf deinem Hügelbeet.

Welche Vorteile ein Hügelbeet mit sich bringt und wie du es richtig anlegst, erfährst du hier.

Vor- und Nachteile eines Hügelbeets

Durch die zusätzliche Wärme in deinem Hügelbeet kannst du früher mit der Aussaat beginnen.
Durch die zusätzliche Wärme in deinem Hügelbeet kannst du früher mit der Aussaat beginnen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Ein Hügelbeet bedeutet zunächst Arbeit, aber die lohnt sich. Ein Hügelbeet anzulegen birgt einige Vorteile:

  • Mehr Wärme: Ein Hügelbeet ist wärmer als ein Beet direkt am Boden. Das liegt zum einen an der Zersetzung im Inneren des Beets, die Wärme freisetzt. Zum anderen wird die Erde durch den schrägen Einfallwinkel deutlich wärmer. Außerdem hält das organische Material zusätzlichen Abstand zum kalten Boden.
  • Mehr Zeit: Durch die Wärme kannst du früher beginnen, dein Beet zu bepflanzen und die ersten Früchte sind auch früher erntereif. So kannst du etwa sechs Wochen jährlich länger gärtnern als in herkömmlichen Beeten.
  • Mehr Nährstoffe: Durch die Vorrottungsprozesse im Inneren entstehen zusätzliche Nährstoffe für dein Hügelbeet. Dadurch ist es besonders geeignet um Gemüse anzupflanzen.
  • Mehr Platz: Die Gemüsepflanzen kannst du durch das hohe Nährstoffangebot dichter setzen. Dadurch ist die Form des Beets vor allem für kleine Gärten sehr nützlich, da du so den Platz effizienter nutzen kannst.

Aber die Methode hat auch Nachteile:

  • Mehr Arbeit: Bereits beim Anlegen deines Hügelbeets hast du deutlich mehr Arbeitsausfwand als bei einem herkömmlichen Beet. AUßerdem musst du das Beet pflegen, damit es gut erhalten bleibt. Im Winter etwa solltest du das Beet mit eine dicken Schicht Strohmulch oder mit Vlies abdecken. Das verhindert, dass starke Regenfälle einzelne Schichten abtragen. Nach etwa sechs Jahren ist das Material im inneren so weit versackt, dass du ein neues Hügelbeet an einer anderen Stelle anlegen musst.
  • Mehr Schädlinge: Vor allem im Vergleich zu einem Hochbeet ist ein Hügelbeet deutlich exponierter für Schädlinge, wie Schnecken.

So legst du ein Hügelbeet an

Verwende Herbstlaub, um ein Hügelbeet anzulegen.
Verwende Herbstlaub, um ein Hügelbeet anzulegen.
(Foto: CC0 / Pixabay / anaterate)

Der beste Zeitpunkt, um ein Hügelbeet anzulegen, ist im Herbst. So kann sich das Material setzen und die Zersetzung im Inneren beginnen, bis du im Frühling die Pflanzen setzt.

Die richtige Platz: Die optimalen Breite für ein Hügelbeet liegt bei eineinhalb Metern und drei bis vier Metern Länge. Der höchste Punkte sollte nicht höher als einen Meter liegen, sonst wird es schwierig, dein Hügelbeet zu bepflanzen und zu pflegen. Richte dein Hügelbeet in Nord-Süd-Richtung aus. So bekommt jede Seite ausreichend Licht.

So legst du dein Hügelbeet an:

  1. Hebe mit einem Spaten den Rasen etwa 30 Zentimeter tief aus. Lege die Rasenstücke zur Seite, du benötigst die später noch.
  2. Lege einen feinmaschigen Draht auf den Grund deines Beets. Er schützt dein Hügelbeet vor ungebetenen Gästen wie Wühlmäusen.
  1. Die erste Schicht besteht aus groben Ästen und Schnittgut aus dem Garten und sollte etwa 40 Zentimter hoch sein.
  2. Decke das Schnittgut mit den umgedrehten Rasenstücken ab, die du zu Beginn ausgestochen hast.
  3. Las nächstes kommt eine Schicht aus feuchtem Laub oder Stroh. So kannst du Herbstlaub sinnvoll nutzen. Diese Schicht sollte etwa 20 Zentimeter betragen.
  4. Danach bedeckst du das Laub etwa 15 Zentimeter hoch mit verrottetem Stallmist oder Kompost.
  5. Bedecke abschließend den gesamten Hügel mit einer Mischung aus Humus und normaler Pflanzenerde. Das bildet die sogenannte Pflanzschicht, in der du im Frühling deine Pflanzen setzt.
  6. Decke das Beet für den Winter mit Stroh oder Vlies ab, damit der Winter dein frisch angelegtes Hügelbeet nicht beschädigt.

Gemüse für dein Hügelbeet

Paprika sind gut für ein Hügelbeet geeignet.
Paprika sind gut für ein Hügelbeet geeignet.
(Foto: CC0 / Pixabay / planet_fox)

Prinzipiell sind alle Gemüsesorten, die in unseren Breiten gedeihen, auch für dein Hügelbeet geeignet. Vor allem wärmeliebende Pflanzen und mediterrane Arten, zum Beispiel Paprika, Tomaten und Auberginen, fühlen sich am Hügelbeet besonders wohl.

Die Fruchtfolge ist gleich wie bei einem Hochbeet:

  • Im ersten Jahr pflanzt du wegen des hohen Nährstoffangebots überwiegend Starkzehrer. Dazu gehören unter anderem Kohl, Paprika, Tomaten, Auberginen oder Kürbis.
  • Im zweiten Jahr baust du kannst du immer noch einige Starkzehrer pflanzen, aber setzt vermehrt auch Mittelzehrer an. In diesem Jahr bieten sich etwa Kohlrabi, rote Bete, Zwiebeln oder Karotten an.
  • Im dritten Jahr pflanzt du überwiegend Schwachzehrer, wie Spinat und anderes Blattgemüse.
  • im folgenden Jahr solltest du ausschließlich Pflanzen zur Gründüngung setzen, damit sich die Erde wieder erholen kann. Im Herbst kannst du die Erde zusätzlich mit Kompost anreichern.

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