Ingwer, der nachhaltige Gesundmacher für Winter und Sommer

Ingwer: Knolle und Scheiben
Foto: © Colourbox.de

Ingwer – da denken die meisten an Asien, Fernost, exotische Gewürze. Doch wusstest Du auch, dass Ingwer eine wahre Gesundheitsbombe ist – und das nicht nur als Tee? Das und vieles mehr klärt Utopia.

Ingwer kommt aus dem Fernen Osten, doch woher genau, weiß man heute nicht mehr. Seine Wurzel (im Volksmund „Knolle„, wissenschaftlich korrekt „Rhizom„) ist wegen seines unverwechselbaren Aromas und seiner positiven Wirkung auf die Gesundheit sehr beliebt. Besonders aus der asiatischen Küche ist er nicht wegzudenken. Am häufigsten wird er in Indien, Sri Lanka, China, Indonesien, Vietnam und Japan angebaut, inzwischen aber auch in Australien, Frankreich und Nigeria.

In welchen Formen ist Ingwer erhältlich?

Den frischen Ingwer gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt im Obstregal. Genauso gut lässt sich Ingwer aber auch selbst anpflanzen. Daneben kannst du ihn gemahlen als Gewürz kaufen, und in der Apotheke sind Ingwerkapseln erhältlich. Seltener findet man Ingwerpresssaft, kandierten oder in Sirup bzw. Essig eingelegten Ingwer. Die in Sirup eingelegten Stücke gelten in China als Spezialität. Dort gibt es auch Ingwer-Pflaumen, Ingwer-Nüsse und weitere Leckereien. In Essig eingelegte Stücke sind in Japan beliebt. Typischerweise wird der sogenannte Gari zum Sushi verzehrt. Nicht nur in Großbritannien trinkt man gern auch Ginger Ale oder Ginger Beer.

Warum ist Ingwer so gesund?

Die Liste will gar nicht mehr aufhören: Das Gewürz und Heilmittel enthält gesunde ätherische Öle, Gingerol, Harz und Harzsäuren. Es ist reich an Vitamin C und enthält darüber hinaus Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Ingwer wirkt antibakteriell und kann somit zu einer gesunden Darmflora beitragen. Er hält auch gesund: Er wirkt virusstatisch, hemmt also die Vermehrung von Viren. Er ist antiemetisch, das heißt, es schützt vor Erbrechen. Daher gehört etwas Ingwer auf langen Reisen unbedingt mit in die Tasche. Besonders die Scharfstoffe regen außerdem die Durchblutung und den Kreislauf an. Außerdem fördert Ingwer die Verdauung und steigert Magensaft-, Speichel- und Gallenbildung.

Ingwer: als Pulver genau wie in Form von Stücken ein Genuss
Ingwer: als Pulver genau wie in Form von Stücken ein Genuss (Foto: © Pixabay / siala)

Kann man mit Ingwer abnehmen?

Er ist stoffwechselanregend, fördert Fettverdauung und Magensäureproduktion. Das sind schon gute Eigenschaften für eine Diät. Angeblich essen Probanden, die zum Essen ein Glas Ingwerwasser trinken, auch weniger als andere. Das behaupten zumindest manche Studien. Diäten mit Ingwer gibt es zahllose. Aber die Pflanze alleine macht nicht schlank. Diätratgeber empfehlen eine Tageszufuhr von etwa zwei Gramm. Damit lassen sich keine hundert Gramm Schokolade in Luft auflösen. Gleichwohl kann die Pflanze eine Diät unterstützen und den Verlust wichtiger Mineralien teilweise ausgleichen.

Ingwer in der Schwangerschaft – (k)eine gute Idee?

Ingwer hilft im Allgemeinen gegen Übelkeit und Erbrechen. Doch ob das in der Schwangerschaft auch der Fall ist, darüber gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. In der Frühphase könnte etwas Ingwer dennoch eine gute Idee sein. Doch über das, was danach kommt, scheiden sich die Geister: Die einen meinen, zu viel Ingwer könne frühzeitig Wehen auslösen. Das liege daran, dass er so durchblutungsfördernd ist. Die traditionelle chinesische Medizin sieht dagegen kein Problem bei der Einnahme während der Schwangerschaft. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet in der späten Schwangerschaft auf die gelbe Wurzel.

Ingwer ist also sehr gesund. Und ob gekocht zu Fleisch oder Fisch, als Gewürz zu Gemüse, Currys oder Reis, oder roh ins Müsli geraspelt: Er schmeckt zu fast allem. Diese drei Rezepte verhelfen dir zu deiner täglichen Ration: Ingwertee, Ingwerwasser, Ingwerlimonade.

Ingwertee wärmt und beugt Erkältungen vor

Ein leckerer Ingwertee ist wunderbar wohltuend in der kalten Jahreszeit oder bei Erkältungen. Aber auch im Sommer kann man ihn gut trinken, notfalls als Eistee mit viel Crushed Ice. Für 250 Milliliter Tee schneidest du ein daumendickes Stück der Knolle bzw. des Rhizoms in feine Würfel und gibst diese in ein Teesieb. Dann kochendes Wasser darüber und fünfzehn bis zwanzig Minuten ziehen lassen.

Man kann die Ingwerstückchen auch gut mit grünem oder schwarzem Tee aufgießen oder das Getränk mit Knoblauch, Minze, Zitronengras, Thymian, Honig, Zucker oder Zitrone aromatisieren. Besonders gesund ist die Kombination von Knoblauch und Ingwer. Hinzu kommt: Ingwer neutralisiert Geschmack und Geruch von Knoblauch, sodass du nach diesem Tee immer noch ausgehen kannst.

Ingwertee
Ingwertee sorgt nicht nur im Winter dafür, dass dir warm wird. (Foto: © Pixabay / condesign)

Ingwerwasser, der Durstlöscher

Ingwerwasser wird wie Ingwertee zubereitet. Typischerweise gibt man allerdings keine weiteren Aromen (wie etwa beim Tee) hinzu und trinkt es meist zimmerwarm. Ingwerwasser eignet sich auch gut als Wasser-Ersatz bei der Arbeit, in der Schule oder beim Sport. So hat man ein einfaches und preiswertes Getränk, das eine willkommene und gesunde Abwechslung zu Leitungswasser ist.

Ingwerlimonade, das süße Getränk

Sie ist zwar nicht ganz so gesund wie Ingwertee. Dafür ist sie mit vielen Eiswürfeln eine hervorragende Erfrischung, wenn man seine Seele gerade in der Hängematte baumeln lässt. Für einen Liter Limonade schneidest du etwa zehn Zentimeter der „Knolle“ und eine Zitrone fein und gibst 75 Gramm Zucker und den Saft einer Zitrone hinzu. Dann übergießt du das Ganze mit heißem Wasser. Jetzt nur noch zwei Stunden ziehen und kühlen lassen. Um Strom zu sparen, lässt du die Limonade am besten erst einmal draußen auf Zimmertemperatur abkühlen und stellst sie dann in den Kühlschrank. Jetzt nur noch Eiswürfel dazu, und fertig ist die selbst gebraute Limonade.

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Wie du Ingwer richtig schälst

Wenn es Bio-Ingwer ist, kann man die Schale bei den obigen Rezepten auch dran lassen. Was ist aber, wenn sie mal nicht erwünscht ist? Wenn man eine Knolle mit dem Messer schält, bleibt oft sehr viel Abschnitt übrig. Das ist schade. Mit einem normalen Sparschäler hat man zwar weniger Abschnitt. Da das Ingwer-Rhizom aber so unregelmäßig geformt ist, kommt man nur schwer in die vielen kleinen Verwinkelungen. Auch nicht ideal.

Zum Glück gibt es einen Trick: Mit einem ganz normalen Teelöffel kann man die Schale ganz einfach entfernen. Halte den Löffel gut fest und schabe mit der Kante einfach über die Oberfläche. Die Haut löst sich so wunderbar ab, man kommt in alle schwierigen Stellen und hat obendrein nur sehr wenig Abschnitt.

Unser Tipp: Bei Bio-Gemüse kannst du die Schalen auch noch weiterverwenden, indem du einen leckeren Fond daraus kochst. Dazu gibst du die gewaschenen Schalen (inklusive der Ingwerschalen natürlich) mit Wasser in einen Topf und lässt sie einköcheln, bis die Brühe eine schöne Farbe und einen guten Geschmack entwickelt hat. Jetzt nur noch durch ein Sieb passieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Der Fond ist in versiegelten Gläsern über eine Woche im Kühlschrank haltbar.

Ist Ingwer nachhaltig?

Klarer Fall: Ingwer im asiatischen Essen oder als Ingwertee ist superlecker und supergesund. Was will man mehr? Solange der Kauf von Ingwer nicht nachhaltig ist, ist das aber zu wenig. Achte daher stets darauf, Bio-Ingwer zu kaufen. So belastest du dich und die Umwelt weniger mit Pestiziden. Obendrein kannst du so auch die Schale mit verwenden.

Versuche außerdem, den Ingwer möglichst regional einzukaufen: Mittlerweile gibt es sogar Ingwer aus Frankreich.

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(7) Kommentare

  1. „Versuche außerdem, den Ingwer möglichst regional einzukaufen: Mittlerweile gibt es sogar Ingwer aus Frankreich.“
    Seit Ihr sicher, daß der Ingwer im Festland-Frankreich angebaut wird? Wenn ja, würde mich interessieren, wo.
    Ich vermute aber, daß Ingwer, der als Herkunftsbezeichnung Frankreich hat, aus Réunion kommt, was ein französisches Übersee-Département ist und damit nicht regionaler, als andere Herkunftsländern.
    Jedenfalls wird auf Réunion sehr viel Ingwer angebaut.

  2. Aus Ingwerschale lässt sich statt Fond auch prima Tee machen. Wenn ich mit Ingwer koche und ihn dafür schäle, gebe ich die Schale in eine Kanne (habe kein geeignetes Teesieb) und übergieße sie mit kochendem Wasser. Beim Eingießen in Tassen fange ich die Schale dann in einem kleinen Sieb auf. So ist’s auch nicht schade, wenn beim Schälen etwas Abschnitt anfällt!

  3. Danke für den Beitrag. ange Zeit war Ingwer weitesgehnd unbekannt oder wenigstens ungenut“Knolle“ endlich Fahrt auf und schafft es in immer mehr Haushalte. Ich freue mich über jeden der für eine weitere Verbreitung sorgt.

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