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Kältesauna: Wirkung und Funktionsweise

Kältesauna
Foto: Jacob Lund / stock.adobe.com

In einer Kältesauna bei bis zu minus 190 Grad für einige Minuten ausharren – das ist aktuell Trend. Wozu das Ganze gut sein soll und ob diese extremen Temperaturen wehtun, erfährst du hier.

Kältesauna oder auch Kryosauna („kryo“ griech. „Frost“) ist eine etwas andere Art von Sauna. Medizinisch gesehen fällt sie unter die Ganzkörperkältetherapie (GKKT). Der Ursprung der heutigen GKKT liegt 1980 in Japan. Kälte wurde hier zur Behandlung von Rheumatischer Arthritis eingesetzt.  In Deutschland hielt diese Therapieform 1985 ebenso als Behandlung für rheumatische Erkrankungen Einzug. 

Bei einer Kältesauna werden bis zu minus 190 Grad Celsius erreicht. Es gibt sie in einigen Reha-Einrichtungen und spezialisierten Kliniken. Es entstehen aber immer mehr Studios von Privatanbieter:innen. Wir klären dich über den Ursprung, Wirkung und Ablauf der Kältesauna auf.

Kältesauna: Von der Antike in die Moderne

Die Kältesauna basiert auf einem alten Prinzip, denn der Einsatz von Kälte zur Gesunderhaltung des Menschen ist nichts Neues: Kurze kalte Bäder sind Teil der Kneipp-Medizin. Weiter zurück wurde Kälte als Therapie bereits von Hippokrates angewandt, ein berühmter Arzt des Altertums. Dies lässt das Corpus Hippocratium, eine Sammlung medizinischer Schriften, vermuten. Diese Schriften stammen zwar, so vermuten Historiker:innen, von verschiedenen Verfasser:innen, sie wurden jedoch wohl zum Teil von Hippokrates selbst verfasst und handeln zum Großteil von seinen Lehren.

Aktuell erfährt die Wim-Hof-Methode des gleichnamigen Extremsportlers Wim Hof Aufmerksamkeit. Hier ist Kälte in Form von Eisbaden Bestandteil. Die positiven Wirkungen der Methode wurden bereits durch Studien belegt. Allerdings ist Kälte nur einer von mehreren Teilen dieser Methode.

Was bewirkt die Kältesauna?

Eine Kältesauna soll Schmerzen lindern können.
Eine Kältesauna soll Schmerzen lindern können.
(Foto: CC0 / Pixabay / nattanan23)

Der Ursprung liegt also im medizinischen Bereich, die Kältesauna wird heute aber auch zu sportlichen und ästhetischen Zwecken eingesetzt. Die kurzfristige Kältetherapie soll Studien zufolge zahlreiche positive Auswirkung auf die Gesundheit und das Erscheinungsbild haben. Die Studienlage zur langfristigen Wirkung ist jedoch mangelhaft und es bedarf weiterer Forschung. 

Folgende Anwendungsgebiete gibt es:

Im Bereich des Hochleistungsports soll die Kältesauna zur Leistungssteigerung beitragen. Das ist allerdings nicht ausreichend belegt und in Fachkreisen umstritten.

Insgesamt ist Kälte belebend und wirkt sich positiv auf die persönliche Befindlichkeit aus. Kälte sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße verengen und die Blutversorgung reduziert wird. Erwärmt sich der Körper nach der Kältesauna wieder, erweitern sich die Gefäße. Dieser vereinfacht dargestellte Prozess zieht positive Wirkungen nach sich: Deine Durchblutung verbessert sich und du nimmst mehr Sauerstoff auf.

Beachte: Du solltest nur in die Kältesauna gehen, wenn du dich gesund und fit fühlst. Wenn du dir unsicher bist, konsultiere sicherheitshalber eine Ärztin oder einen Arzt. 

Kältesauna: Ablauf

Wie kann man sich eine Kältesauna vorstellen?

  • Form: Die Kältesauna sieht einer Tonne oder Duschkabine ähnlich, die oben geöffnet ist. Der Kopf ragt heraus. Vor Beginn der Behandlung wird die Höhe an deine Körpergröße angepasst. Neben der Tonne befindet sich ein Tank mit flüssigem Stickstoff, der in die Kältesauna geleitet wird.
  • Problematisch hieran: Da sich Stickstoff schnell verflüchtigt, muss dieser kontinuierlich gekühlt und nachgepumpt werden. Das erzeugt einen hohen Energieverbrauch und ist daher nicht nachhaltig.
  • Temperatur: In der Kältesauna selbst herrscht eine Temperatur zwischen –160°C und -190°C. Hierbei handelt es sich um eine trockene Kälte. Das heißt, die Luft enthält nur wenig Feuchtigkeit, sodass sich die Kälte gut aushalten lässt. In einem Selbstversuch wird das Gefühl als „angenehme Spannung“ beschrieben.
  • Dauer: Insgesamt bleibst du circa zwei bis drei Minuten in der Kältesauna. Während der gesamten Behandlungszeit hast du direkten Kontakt zu einer Aufsichtsperson. Bei Unwohlsein kannst du also sofort auf dich aufmerksam machen und die Kältesauna verlassen.
  • Bekleidung: Vor der Anwendung in der Kältesauna musst du dich bis auf Unterwäsche entkleiden. Zum Teil wird das Tragen von Socken und Handschuhen empfohlen. Die Empfehlungen sind jedoch bei den jeweiligen Anbieter:innen unterschiedlich. 
  • Kosten: Die Kosten fallen unterschiedlich hoch aus. Im Durchschnitt liegen diese zwischen 30 und 50 Euro. Manche Krankenkassen übernehmen bei entsprechender Indikation die Kosten.

Beachte: Du solltest keine Kosmetikprodukte, Cremes oder Make-up tragen. Lege zuvor ebenso deinen kompletten Schmuck ab. Um Beschwerden bekämpfen zu können, wird eine regelmäßige Anwendung empfohlen. Die Häufigkeit und Behandlungsdauer sind jedoch individuell.

Andere Therapieformen, die mit Temperatur arbeiten, stellen wir dir hier vor:

Übrigens: Nicht zu verwechseln ist die Kältesauna mit der Kältekammer. In einer Kältekammer herrschen circa -110°C und es können sich mehrere Personen gleichzeitig darin aufhalten.

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Überarbeitet von Lina Brammertz

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