Kamillenöl: Wirkung und Anwendung

Foto: CC0 / Pixabay / zerin117

Kamillenöl ist durch seine entzündungshemmende Kraft ein Allrounder unter den ätherischen Ölen. Wir erklären dir, wie das Kamillenöl wirkt und wie du es am besten anwendest.

So gewinnt man Kamilleöl

Schon seit Jahrhunderten ist die heilende Wirkung von Kamille bekannt. Es gibt drei verschiedene Sorten von Kamille:

  • die Echte Kamille (auch Deutsche Kamille genannt)
  • die Marokkanische Kamille (auch Wilde Kamille genannt)
  • die Römische Kamille

Neben Kamillentee ist auch Kamillenöl im Handel erhältlich und du kannst es auf verschiedene Weisen verwenden.

Das Kamillenöl der Echten Kamille wird aus der Kamillenblüte gewonnen. Kurz vor der Blüte ist der Gehalt vom ätherischen Öl in der Blüte am höchsten. In den Frühlingsmonaten April und Mai pflückt man die Kamille, bevor sie getrocknet wird. Wenn die Blüten getrocknet sind, werden sie mit Alkohol, Wasser, Erdnussöl oder Isopropanol extrahiert. Durch die Destillat, bei der Chamazulen entsteht, bekommt das extrahierte Kamillenöl seine blaue Farbe. Darum wirst du Kamillenöl aus der Echten Kamille auch als „Blaue Kamille“ im Handel finden. 

Die Inhaltsstoffe von Kamillenöl variieren je nach Sorte und Anbau. Die wichtigsten Komponenten sind hier im Überblick:

  • null bis 50 Prozent Bisaboloide
  • 20 bis 30 Prozent Spiroether
  • zwei bis 18 Prozent Azulene
  • ein Prozent Spathulenol

Wirkung von Kamillenöl

Klinische Studien zur Wirkung von Kamille gibt es leider laut Pharmazeutische Zeitung nicht, trotzdem werden der Kamille verschiedene Wirkungen zugeschrieben. Sie soll unter anderem folgende Eigenschaften haben:

  • entzündungshemmend
  • wundheilungsfördernd
  • antibakteriell
  • krampflösend

Die Anwendung von Kamillenöl

Kamilleöl wirkt entkrampfend bei Bauchbeschwerden.
Kamilleöl wirkt entkrampfend bei Bauchbeschwerden.
(Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Kamillenöl kannst du bei folgenden Beschwerden verwenden:

1. Du kannst Kamillenöl bei Erkältung inhalieren oder ein Gesichtsdampfbad gegen Akne machen:

  • Gib dampfendes Wasser und fünf Tropfen Kamillenöl in eine Schüssel. Beuge dein Gesicht für etwa fünf Minuten über die Schüssel und decke deinen Kopf und die Schüssel mit einem Handtuch ab.

2. Verwende Kamillenöl als warme oder kalte Kompresse bei Akne, Neurodermitis, Wunden, Muskelentzündungen, Blasenentzündung: 

  • Gib dafür in eine kleine Schüssel, die mit warmen oder kalten Wasser gefüllt ist, etwa fünf Tropfen Kamillenöl hinzu. Tauche dann ein Tuch in die Mischung und wringe es gut aus. Dieses Tuch kannst du dann auf die betroffene Stelle legen.
  • Bei einer kalten Kompresse lässt du das Tuch so lange auf der Haut, bis es deine Körpertemperatur angenommen hat.
  • Bei einer warmen Kompresse lässt du das Tuch so lange auf deiner Haut, bis es abgekühlt ist.

3. Verwende Kamillenöl als Massageöl bei Blähungen, Menstruationsbeschwerden, Akne, Muskelverspannungen, Verdauungsstörungen oder Nervosität:

  • Mische dazu etwa 20 Tropfen Kamillenöl mit 100 Milliliter eines fetten Trägeröls wie beispielsweise Mandel- oder Jojobaöl.
  • Statt das Kamillenöl als Massageöl zu verwenden, kannst du auch ein Vollbad mit dem Kamillenöl nehmen. Mithilfe von zwei Esslöffeln Honig als Emulgator und fünf Tropfen Kamillenöl kannst du dir einen Badezusatz mischen.

Das solltest du bei Kamilleöl beachten

Achte beim Kauf von Kamilleöl auf biologischen Anbau.
Achte beim Kauf von Kamilleöl auf biologischen Anbau.
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Kamillenöl kannst du in Apotheken, Reformhäusern oder auch bei zahlreichen Anbietern im Internet kaufen. Achte auf folgende Hinweise, wenn du Kamillenöl verwenden möchtest:

  • Kamillenöl ist wie alle ätherischen Öle hautreizend und kann darum für empfindliche Haut aggressiv sein.
  • Bist du allergisch gegen Korbblütler, dann solltest du Kamillenöl nicht verwenden, um keine allergische Reaktion auszulösen.
  • Achte beim Kauf von Kamillenöl darauf, dass es sich um ein 100 Prozent reines Kamillenöl handelt Kaufe bevorzugt Kamillenöl von Kamillen aus heimischen Anbau. Gerade wenn Kamille aus heißen Regionen stammt, enthält sie kaum Inhaltsstoffe, die wirken. Sie ist sozusagen „totgetrocknet„.

So kannst du Kamilleöl selbst herstellen

Für einen kalten Ölauszug brauchst du getrocknete Kamillenblüten.
Für einen kalten Ölauszug brauchst du getrocknete Kamillenblüten.
(Foto: CC0 / Pixabay / wiol5)

Vielleicht fragst du dich, wie du Kamillenöl selber herstellen kannst. Du kannst zwar kein ätherisches Öl zuhause herstellen, doch du kannst einen Ölauszug machen.

Für einen kalten Ölauszug aus Kamillenblüten kannst du folgendermaßen vorgehen:

  1. Sammle Kamillenblüten und lass sie mehrere Tage oder Wochen trocknen.
  2. Fülle die getrockneten Kamillenblüten in ein Schraubglas.
  3. Gieße Sonnenblumenöl oder Rapsöl in das Schraubglas bis alle Kamillenblüten bedeckt sind.
  4. Verschließe das Schraubglas fest und schüttle es kräftig.
  5. Lasse das Schraubglas dann an einem warmen Ort für etwa fünf bis sechs Wochen stehen.
  6. Schüttle in dieser Zeit das Schraubglas täglich einmal kräftig.
  7. Nach fünf bis sechs Wochen kannst du das Schraubglas öffnen und das Öl mithilfe eines Kaffeefilters in eine andere verschließbare Flasche abfiltern.

Et voilà: Nun ist dein selbstgemachter Kamillenölauszug fertig. Den Kamillenölauszug kannst du gut als Massageöl oder für ein Vollbad verwenden. Beachte, dass der selbst hergestellte Kamillenölauszug nicht steril ist und offene Wunden oder die Augen reizen könnte. 

Weiterlesen auf Utopia.de:

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: