Kokosfasern: So können sie genutzt statt weggeworfen werden

kokosfasern
Foto: CC0 / Pixabay / -SV-

Kokosfasern, auch als Coir bekannt, sind kein Abfall. Wir zeigen dir, welche Eigenschaften das Material hat und wo es überall zum Einsatz kommen kann.

Neben Kokosmilch, Kokoswasser, Kokosraspeln, Kokosöl und ähnlichen Produkten liefert die Kokosnuss auch Kokosfasern. Diese entstehen als Nebenprodukt bei der Verarbeitung der Kokosnussschalen. Die Fasern befinden sich in der Schicht, die sich um die innere Hülle der Frucht spannt, dem sogenannten Mesokarp.

Bei unreifen Kokosnüssen lassen sich die Fasern als Garn und Pflanzenerde verwenden. Bei reifen Früchten sind die Fasern nicht dehnbar genug und man kann sie somit nicht verspinnen. Coir von reifen Kokosnüssen eignen sich hingegen als Füllmaterial für Matratzen oder zur Wärmedämmung.

Kokosfasern als Pflanzenerde

Während längere Kokosfasern schon seit längerer Zeit als Füllmaterial (zum Beispiel für Autositze oder Matratzen) genutzt wurden, betrachtete die Industrie die sehr kurz geratenen Fasern oft als Abfallprodukt. Doch mittlerweile gibt es Ideen und Konzepte, mit denen auch diese Fasern für weitere Zwecke zur Anwendung kommen können.

In Kokosnüssen findest du die Naturfasern entweder als feinen Staub oder als gröberen Span vor. Als Pflanzenerde eignen sie sich in erster Linie aufgrund ihrer hohen Speicherfähigkeit. So können sie hohe Mengen an Wasser und Nährstoffen aufnehmen und für trockenere Zeiten speichern. Zudem ist die Kokoserde trotzdem ein gut durchlässiges Substrat, das gut durchlüftet ist und Platz für das Wachstum des Wurzelwerkes lässt.

Als Pflanzenerde kann Coir der Entstehung von Fäulnis, Schimmel und Bakterien entgegenwirken und die Vermehrung von Schädlingen vermeiden. So sind Kokosfasern zum Beispiel ein guter Ersatz für Torferde, für deren Herstellung Moore zerstört und die viele CO2-Emissionen freisetzt. Nichtsdestotrotz sind natürlich auch Kokosfasern kein klimafreundliches Produkt: Sie müssen lange Transportwege bis nach Deutschland zurücklegen und haben eine dementsprechend schlechte Ökobilanz. Eine umweltfreundlichere Alternative stellen wir dir hier genauer vor: Torffreie Erde selber machen: Anleitung für nachhaltige Erde.

Kokosfasern als Garn

Kokosfasern stammen aus der Schale junger, unreifer Kokosnüsse.
Kokosfasern stammen aus der Schale junger, unreifer Kokosnüsse.
(Foto: CC0 / Pixabay / Ogutier)

Für die Textilindustrie trocknen Arbeiter:innen die Kokosfasern und verarbeiten sie danach zu Vlies oder Garn weiter. Auch dafür eignen sich die Naturfasern gut, denn sie sind

  • formbeständig und fest,
  • gut dehnbar,
  • antistatisch
  • und schwer entzündlich.

Zudem sind die Fasern von Coir weniger empfindlich für Insektenbefall. In hohen Mengen können sie zudem Schall dämpfen. Deshalb kommen sie auch als Füllstoff oder Dämmmaterial für Wohntextilien, Wände, Polster oder Teppiche zum Einsatz. Auch Schnüre, Seile und in geringem Maße Sportbekleidung bestehen teilweise aus den Naturfasern.

Fazit: Wie nachhaltig sind Kokosfasern?

Kokosfasern kommen teilweise als etwas bessere Alternative zu umweltschädlichen Materialien – wie Torf oder Kunststoff – zum Einsatz. So kannst du sie vielfach weiterverwenden und am Ende ihres Lebenszyklus vollständig kompostieren.

Da Kokosnüsse jedoch nur in tropischen Gebieten wachsen, müssen die Fasern weite Transportwege bis nach Deutschland zurücklegen. Deshalb empfehlen wir nur auf Kokosfasern auszuweichen, wenn du keine umweltfreundlicheren regionalen Alternativen findest. Lies auch: Kokosnuss: Wundermittel oder Umweltproblem?

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