Kork: Entstehung, Eigenschaften und Nachhaltigkeit

Foto: CC0 / Pixabay / Gadini

Kork gehört bislang zu den weniger verbreiteten Werkstoffen – und das aus ökologischer Perspektive völlig zu Unrecht. Hier erfährst du mehr zu den umweltfreundlichen Aspekten des Rohstoffes.

So wird Kork hergestellt

Kork ist ein natürlicher Rohstoff, der aus der Korkrinde der Eiche hergestellt wird. Schon die Herstellung weist dabei einen entscheidenen Vorteil auf: Die Eichen müssen nicht gefällt werden. Ihre Rinde schält man lediglich ab. Eine solche Schälung kann etwa alle acht bis zwölf Jahre stattfinden. Die Bäume tragen durch den Schälprozess keine Schäden davon. Laut WWF zählt diese Methode deshalb zu den umweltfreundlichsten Ernteprozessen der Welt.

Sogenannter Backkork wird nach der Schälung mittels heißem Wasserdampf gebacken. Dadurch tritt Harz aus, der als Bindemittel fungiert. Durch das Harz lässt sich der Kork nun zu stabilen Blöcken formen. Fast alle Nebenprodukte, die bei der Schälung anfallen, lassen sich weiterverwenden.

So verwenden Hersteller*innen kleine Rindenreste für sogenannten Presskork. Dabei zermahlen sie Rindenteile zu feinem Granulat. Das Granulat wird mit Bindemitteln und Klebstoffen vermischt und anschließend zu Blöcken gepresst. Das Granulat ist auch bereits ohne Zusatzmittel im losen Zustand zum Beispiel für den Häuserbau nutzbar. Dort spielt Kork besonders als Dämmungsmaterial für Wände und Dächer eine große Rolle.

Kork: Eigenschaften und Verwendung

Kork ist unter anderem das Basismaterial für Pinnwände, Flaschenverschlüsse oder Bodenbeläge.
Kork ist unter anderem das Basismaterial für Pinnwände, Flaschenverschlüsse oder Bodenbeläge.
(Foto: CC0 / Pixabay / AbsolutVision)

Kork ist besonders aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit beliebt. Da er wasserabweisend und hitzebeständig ist, ist er weitgehend resistent gegenüber Fäulnis und Verrottung. Auch Schädlinge sind für den Werkstoff kein Problem. Kork ist zudem geruchs- und geschmacklos und ist gut belastbar.

Seine schall- und wärmeisolierenden Eigenschaften machen ihn zu einem wichtigen Rohstoff für den Wohnungsbau. Ein Nachteil von Kork ist, dass er relativ leicht brechen kann. Aus Sicht der Nachhaltigkeit muss Kork vom Mittelmeerraum bis nach Deutschland zudem relativ lange Transportwege zurücklegen. Sein vergleichsweise leichtes Gewicht verbessert dabei jedoch seine Öko-Bilanz.

Neben dem Einsatz als Dämmungsmaterial ist Kork zum Beispiel Bestandteil von folgenden Produkten:

So wichtig ist die Korkproduktion für Mensch, Tier und Natur

Korkeneichenwälder binden CO2 und tragen zum Artenschutz bei.
Korkeneichenwälder binden CO2 und tragen zum Artenschutz bei.
(Foto: CC0 / Pixabay / A_Different_Perspective)

Kork ist laut dem NABU so besonders, weil er als Werkstoff zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Klimaschutz beiträgt. Dass liegt an den Korkeichenwäldern, die in Europa vor allem in Portugal und Spanien verbreitet sind. Diese sind ein wichtiger Lebensraum für viele verschiedene Tierarten. Dazu zählen auch einige vom Aussterben bedrohte Spezien, wie zum Beispiel der Pardelluchs, der Spanische Kaiseradler oder die Großtrappe. Für europäische Kraniche sind die Wälder zudem ein festes Überwinterungsgebiet.

Korkeichen tragen zudem zur Fruchtbarkeit und Instandhaltung der Böden bei. Da sie mit ihren Kronen Niederschlag auffangen, wirken sie laut WWF Bodenerosion entgegen. Im Kampf gegen die Klimakrise sind die Eichen besonders wichtig: Sie binden hohe Mengen an Kohlenstoffdioxid und helfen somit, Treibhausgase in der Atmosphäre zu reduzieren. Nach den Angaben des WWF lassen sich mit der Herstellung von einer Tonne Korkverschlüssen etwa zwei Tonnen CO2 binden.

Nicht zuletzt ist die Korkindustrie ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft in Portugal, dem weltweit größten Korkproduzenten. Seit den 1960er Jahren ist die Nachfrage nach dem nachhaltigen Werkstoff jedoch gesunken, berichtet der NABU. Das liegt insbesondere daran, dass Flaschenverschlüsse und andere Produkte zunehmend aus billigen Kunststoffen bestehen. Das ist nicht nur deutlich weniger umweltfreundlich, sondern gefährdet auch einen entscheidenen Wirtschaftssektor im Mittelmeerraum und damit die finanzielle Sicherheit von Arbeitnehmer*innen.

Kork-Recycling: Die KORKampagne

Der NABU ruft dazu auf, Korken zu sammeln, um sie dann wieder in den Stoffkreislauf einzuführen.
Der NABU ruft dazu auf, Korken zu sammeln, um sie dann wieder in den Stoffkreislauf einzuführen.
(Foto: CC0 / Pixabay / 445693)

Im Gegensatz zu anderen Materialien ist Kork zu 100 Prozent biologisch abbaubar und kann abfallfrei recycelt werden, so der WWF. Wie du selbst dafür sorgen kannst, dass Korkprodukte tatsächlich recycelt werden können, zeigen wir dir hier: Kork entsorgen: Wie du es richtig machst.

Laut dem NABU gelangen nur ein Zehntel aller Korkverschlüsse zurück in den Recyclingkreislauf. Im Rahmen der KORKampagne ruft die Umweltorganisation deshalb dazu auf, Korken zu sammeln und an den über 1100 deutschlandweiten Sammelstellen abzugeben.

In gemeinnützigen Werkstätten verarbeiten Langzeitsarbeitlose und Menschen mit Behinderung die Korken anschließend weiter zu Dämmgranulat. Der Erlös aus dem Verkauf des Granulats komm Projekten zum Schutz von Kranichen in Deutschland und Spanien zugute.

Wo du die nächste Sammelstelle in deiner Umgebung findest und weitere Informationen zu dem Projekt findest du auf der Website des NABU

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