Kriechender Günsel: So bestimmst, pflanzt und verwendest du ihn

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Kriechender Günsel sieht nicht nur toll im Garten aus, sondern hat darüber hinaus heilende Eigenschaften. Woran du die Pflanze erkennst, wie du sie selber pflanzt und wie du sie verwenden kannst, erfährst du hier.

Kriechender Günsel ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler und vorwiegend in Europa und Nordafrika verbreitet. In der Natur findest du die Pflanze zum Beispiel auf Wiesen, an Waldrändern und unter Hecken.

Kriechenden Günsel bestimmen

Wenn du Kriechenden Günsel nicht im eigenen Garten pflanzen möchtest oder diese Möglichkeit nicht hast, kannst du ihn auch in freier Natur sammeln. Dazu solltest du wissen, wie du die Pflanze erkennst. Hier findest du die wichtigsten Merkmale des Kriechenden Günsels:

  • Kriechender Günsel wird zwischen sieben und 30 Zentimeter hoch.
  • Der Stängel wächst meist aufrecht und hat vier „Kanten“.
  • Die Blätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Sie sind eiförmig und mittelgrün.
  • Von April oder Mai bis Juni trägt der Kriechende Günsel blaue Blüten. Diese können hellere Streifen aufweisen und manchmal sogar rosa sein. Die Blüten sind etwa einen bis anderthalb Zentimeter lang.

Übrigens: Sammeln solltest du Kriechenden Günsel am besten zwischen März und Juli. Das Aroma der jungen Blätter und gegebenenfalls Blüten ist dann am angenehmsten.

Kriechender Günsel: So pflanzt du ihn in deinem Garten

Kriechender Günsel ist leicht zu erkennen.(Foto: CC0 / Pixabay / Pezibear)
Kriechender Günsel ist leicht zu erkennen.

Obwohl der Kriechende Günsel häufig noch als Unkraut angesehen wird, macht er aufgrund seiner schönen Blüten zweifellos etwas her. Wenn du ihn in deinem Garten anpflanzen möchtest, musst du erst den idealen Standort für ihn finden.

  • Der Boden sollte frisch und nährstoffreich sein.
  • Kriechender Günsel bevorzugt mäßig saure Lehmböden, die reich an Humus sind.
  • Am besten suchst du einen halbschattigen Platz für die Pflanze. Als Faustregel gilt: Je feuchter der Boden, desto mehr Sonne verträgt der Kriechende Günsel.

Wenn du einen passenden Ort gefunden hast, kannst du mit der Pflanzung beginnen. Der optimale Pflanzzeitpunkt ist übrigens im Herbst oder im Frühjahr.

  1. Zuerst musst du dir natürlich die Pflanzen besorgen. Passende Anlaufstellen sind zum Beispiel Gartencenter, Baumschulen oder sonstige Fachgeschäfte.
  2. Wenn du die Pflanzen hast, kannst du loslegen: Hebe zuerst Pflanzlöcher aus, in die die Wurzelballen der Pflänzchen hineinpassen. Achtung: Halte dabei einen Abstand von etwa 30 bis 35 Zentimetern ein. Kriechender Günsel breitet sich sehr schnell aus.
  3. Setze die Pflanzen mitsamt Wurzelballen dann in die ausgehobenen Löcher. 
  4. Fülle die Löcher mit der übrigen Erde und drücke sie gut fest.
  5. Gieße die Pflanzen großzügig an.

Tipp: Mit seinen blauen Blüten macht sich Kriechender Günsel sehr gut neben Maiglöckchen, Primeln oder auch Farnen.

Kriechenden Günsel verwenden

Kriechender Günsel gilt auch als Heilpflanze.(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)
Kriechender Günsel gilt auch als Heilpflanze.

Der Kriechende Günsel eignet sich nicht nur, wenn du Sträucher und Stauden unterpflanzen möchtest. Du kannst ihn auch als Heilpflanze einsetzen. Kriechender Günsel beinhaltet ätherische Öle, Gerbstoffe und Glykoside. Er soll antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend und schmerzstillend wirken. Wissenschaftliche Studien, die diese Wirkungen eindeutig belegen, gibt es bisher allerdings nicht. 

In der Heilkunde kommt Kriechender Günsel bei verschiedenen Beschwerden zum Einsatz, zum Beispiel:

Die Pflanze kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.

Für die innerliche Anwendung eignet sich zum Beispiel Tee aus Kriechendem Günsel:

  1. Gib vier bis fünf Teelöffel frische Blätter und Blüten in eine Tasse. 
  2. Übergieße sie mit etwa 250 Millilitern kochendem Wasser und lass den Tee zehn Minuten ziehen.
  3. Trinke ein bis drei Tassen täglich davon.

Du kannst auch eine Tinktur aus der Pflanze zubereiten. 

  1. Gib die Blätter in ein Schraubgefäß aus Glas und übergieße sie mit 40-prozentigem Alkohol (z. B. Doppelkorn), bis alles bedeckt ist.
  2. Lass das Ganze für etwa vier bis sechs Wochen im Dunkeln ziehen. 
  3. Danach kannst du die Tinktur abseihen. 
  4. Verdünne etwa 15 Tropfen der Tinktur mit etwas Tee oder Wasser und trinke sie.

Wenn du die Heilpflanze äußerlich, zum Beispiel bei blauen Flecken oder Wunden, anwenden möchtest, tust du das am besten in Form von Öl:

  1. Zerquetsche einige Blätter mit einem Stößel.
  2. Gib die Blätter in ein verschließbares Gefäß und übergieße sie mit einem hochwertigen Speiseöl
  3. Lass das Ganze für zwei bis drei Wochen verschlossen stehen und schöpfe dann die Blätter ab. 
  4. Das Öl kannst du zum Beispiel auf Prellungen oder blaue Flecken streichen.

Wichtig: Wenn du langanhaltend von beispielsweise Magenproblemen oder Sodbrennen betroffen bist oder ernsthaft verletzt bist, solltest du einen Arzt aufsuchen. 

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