Mundschutz selber nähen: Anleitung und welchen Schutz es gegen Coronaviren bietet

Foto: Maria Hohenthal / Utopia

Kann man einen Mundschutz selber nähen? Und wie sinnvoll ist es überhaupt, einen Mundschutz zu tragen? Was Virologen empfehlen.

Lange hieß es, es sei nicht nötig, einen Mundschutz zu tragen – er könne eine Ansteckung mit Covid-19 nicht verhindern. Der bekannte Virologen Christian Drosten sagte nun aber in einem Podcast, es gäbe „gute mechanische Gründe“ für Mundschutz und Masken. Masken können dazu beitragen, andere Personen zu schützen: „Wenn ich niese, dann verteile ich kleinste Tröpfchen und wenn ich ein Stück Tuch vor dem Mund habe, werden diese großen Tröpfchen abgefangen, und das ist natürlich gut“. Auch der Virologe Alexander Kekulé empfiehlt, Masken zu tragen.

Andersherum funktioniere das Prinzip jedoch nicht: Niest eine andere Person (ohne Mundschutz), fliegen die Tröpfchen durch die Luft und werden immer kleiner. Die winzigen Tröpfchen können auch seitlich in einen Mundschutz eindringen. Mit einem Mundschutz kann man also nur andere Menschen, aber nicht sich selbst vor einer Infektion bewahren. Da man aber auch ansteckend sein kann, ohne es zu wissen, kann es durchaus sinnvoll sein, eine Zeitlang nur mit Mundschutz vor die Tür zu gehen. Auch das Robert-Koch-Institut empfiehlt einen Mundschutz als Fremdschutz.

Maske auf: Mundschutz selber nähen ist nicht schwer

Schon jetzt herrscht in ganz Europa ein Mangel an Masken. Dabei ist ein Mundschutz im Gesundheitswesen wirklich unverzichtbar. Wenn sich nun auch noch die gesunde Bevölkerung entsprechende Masken kauft, gehen die Preise in die Höhe und der ohnehin schon knappe Bestand wird weiter reduziert.

Aber es gibt eine gute Alternative: Mundschutz selber machen. Unter dem Hashtag #Maskeauf rufen aktuell auch zahlreiche Influencer*innen dazu auf, dies zu tun. 

Einen Mundschutz selber herzustellen, ist nicht allzu kompliziert. Wir zeigen dir Schritt für Schritt und mit Bildern, wie du eine Schutzmaske aus Upcyclingmaterial selber nähst. Du musst dafür weder eine Nähmaschine noch Stoffvorräte besitzen. Die Anleitung ist durch die einfache Upcycling-Technik auch für Nähanfänger geeignet.

Hinweis: Andere Anleitungen beinhalten Falten, damit die Maske angenehmer sitzt und einen Draht für besseren Schutz im Nasenbereich. Diese sind für Nähanfänger allerdings weniger geeignet. Beachte beim Tragen des Mundschutzes bitte unsere Sicherheitshinweise im letzten Absatz.

Mundschutz selber nähen: Material

Mundschutz selber nähen aus Upcyclingmaterial, das du sicher zu Hause hast.(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)
Mundschutz selber nähen aus Upcyclingmaterial, das du sicher zu Hause hast.

Das brauchst du, um einen Mundschutz selber zu nähen:

  • 1 T-Shirt mit langen Ärmeln oder eine Leggings
  • 1 Schere
  • 1 Nähnadel
  • Nähseide
  • Einziehgummi
  • Stecknadeln (optional)
  • Maßband oder Lineal
  • 1 Bügeleisen (optional)

Wenn du keinen Einziehgummi besitzt, dann kannst du alternativ auch etwas Geschenkband, eine Kordel, eine Schnur oder sogar beispielsweise Schuhbänder verwenden.

Für diese Anleitung verwendest du die beiden Ärmeln des T-Shirts. Der Ärmelstoff reicht aus, um vier Mundschutzmasken daraus zu nähen. Wenn du bereits ein wenig geübt bist und eine Nähmaschine besitzt, kannst du aus dem restlichen Stoff weitere Mundschutzmasken anfertigen.

Mundschutz selber nähen: Vorbereitungen

Mundschutz selber nähen ist sehr einfach, wenn du alles gut für die Naht vorbereitest.(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)
Mundschutz selber nähen ist sehr einfach, wenn du alles gut für die Naht vorbereitest.

Diese Vorbereitungen helfen dir den Mundschutz zu nähen:

  1. Schneide beide Ärmel des T-Shirts eng am Armausschnitt gerade ab.
  2. Schneide das Bündchen von den beiden Ärmeln ab.
  3. Bügle den Stoff ganz glatt. Anmerkung: Bügeln ist hilfreich, aber nicht unbedingt nötig.
  4. Schneide jeden Ärmel in zwei Hälften, wie am Bild zu sehen ist. Jedes Ärmelstück sollte ungefähr 24 Zentimeter mal 14 Zentimeter messen. Das sind jedoch nur Richtwerte, es muss nicht ganz exakt sein.
  5. Schneide für jeden Mundschutz vom Gummiband zwei Stücke zu je 20 Zentimeter ab. Lege alternativ zwei Schnüre oder Schuhbänder von mindestens 40 Zentimeter Länge bereit. Am Bild siehst du beide Varianten.
  6. Lege ein Gummiband oder eine Schnur auf den Rand und biege ungefähr 1,5 Zentimeter Stoff rund um das Gummiband herum. Stecke den Saum mit Stecknadeln fest. Wenn du keine Stecknadeln hast, kannst du auch Nähnadeln verwenden oder diesen Schritt auslassen und stattdessen den Saum gut bügeln.
  7. Wiederhole den sechsten Arbeitsschritt auf der gegenüberliegenden Seite.
  8. Wiederhole die Punkte fünf bis sieben, bis du alle Mundschutzmasken vorbereitet hast.

Tipp: Wenn du kein Maßband hast, ist das kein Problem. Verwende stattdessen einfach ein Lineal. Wenn dir beides nicht zur Verfügung steht, kannst du deine Hand als Maß nehmen. Der Abstand zwischen dem ausgestreckten Daumen und dem Zeigefinger beträgt rund 15 Zentimeter. Auch ein DinA4-Blatt kann dir helfen, die Breite beträgt genau 21 Zentimeter.

So nähst du deinen Mundschutz selbst

Du brauchst keine Nähmaschine, umd einen Mundschutz selber zu nähen.(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)
Du brauchst keine Nähmaschine, umd einen Mundschutz selber zu nähen.

Du brauchst nur wenige Minuten, um den Mundschutz selber zu nähen:

  1. Schneide einen Faden von der Nähseide ab und fädle den Faden in die Nadel ein.
  2. Mache am Ende des Fadens einen Knoten.
  3. Stich mit der Nadel durch den umgebogenen Stoff. Der Knoten hält den Faden fest.
  4. Nähe nun den Saum am Stoff fest. Stich dazu in den Stoff neben dem Saum ein. Die Spitze der Nadel tritt durch den Saum wieder aus. Wie das genau geht, siehst du am linken Bild.
  5. Wiederhole diesen Stich mit einem Abstand von zwei bis drei Millimetern.
  6. Nähe die ganze Länge des Saums mit demselben Stich fest. Achte darauf, dass du das Gummiband oder die Schnur nicht mitnähst.
  7. Stich am Ende des Saums du noch zwei bis drei Mal an der selben Stelle ein und mach einen Knoten. Dann kannst du den Faden abschneiden.
  8. Nähe die beiden Enden des Gummibandes zusammen. Die Schnur brauchst du nicht zusammennähen, diese kannst du verknoten, wenn du die Länge angepasst hast.
  9. Wiederhole alle Schritte auf der gegenüberliegenden Seite des Mundschutzes.

Wenn du magst, kannst du nun noch das Gummiband oder die Schnur fixieren.

  1. Nähe das Gummiband an der Stelle fest, wo es aus dem Saum herauskommt. Am rechten Bild siehst du, wie das aussieht.
  2. Schiebe den Saum auf rund sieben Zentimeter zusammen und nähe anschließend auch auf der anderen Seite das Gummiband fest.
  3. Wiederhole die beiden Schritte auf der gegenüberliegenden Seite des Mundschutzes.
  4. Dadurch bekommt der Mundschutz einen stabilen Halt und die typische Form.
  5. Wiederhole alle Arbeitsschritte mit den anderen Mundschutzmasken.

Selbst genähter Mundschutz: Das solltest du beachten

Mundschutz selber nähen: Es bedeutet keinen Schutz vor dem Coronavirus.(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)
Mundschutz selber nähen: Es bedeutet keinen Schutz vor dem Coronavirus.

Die Übertragung der Coronaviren erfolgt unter anderem durch Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen. Dabei zeigt nicht jeder Erkrankte starke Symptome, die Ansteckung kann auch ohne oder bei nur milden Symptomen erfolgen. Ein Mundschutz soll die Verteilung der Tröpfchen verhindern.

Achtung: Dieser behelfsmäßige, selbst genähte Mundschutz kann keine Viren von anderen Menschen abwehren. Du schützt damit andere Menschen nur vor groben Tröpfchen, das ist also kein kompletter Schutz. Die Maske kann dir sogar ein falsches Sicherheitsgefühl geben. Du kannst das Risiko, andere anzustecken durch einen Mundschutz also minimieren, aber nicht komplett verhindern.

Der beste Schutz vor Sars-CoV-2 ist, den Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden, zu Hause zu bleiben und deine Hände richtig zu waschen.

Beachte folgendes für eine sichere Anwendung des selbst genähten Mundschutzes:

  • Trage den Mundschutz immer, wenn du das Haus verlässt.
  • Der Mundschutz muss eng anliegen.
  • Wechsle den Mundschutz, sobald er feucht ist.
  • Entferne den Mundschutz, wenn du nach Hause kommst.
  • Weiche die Schutzmaske sofort in eine Seifen- oder Waschmittellauge ein.
  • Wasche deine Hände gründlich.
  • Spüle den Mundschutz aus, bevor du ihn mit der übrigen Wäsche in der Waschmaschine wäschst.

Wenn du deinen selbst genähten Mundschutz mit Waschmittel wäschst, ist das laut Ärzteblatt ausreichend. Coronaviren sind behüllte Viren, deren Erbgut von einer Lipidschicht umhüllt ist. Sie reagieren deshalb empfindlich auf Alkohole oder Tenside, die als Fettlöser in Seifen, Spül- und Waschmitteln enthalten sind. Allerdings sollte die Waschtemperatur 60 Grad oder mehr betragen, was wiederum einen hohen Energieaufwand mit sich zieht.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(1) Kommentar

  1. Die Viren sind maximal 9 Tage infektiös. Wer 10 x solch einen Mundschutz hat, kann die einfach rotieren und müsste nicht einmal nach dem Tragen waschen. Ich habe eine Kunststoff-Maske, die gegen Splitter beim Arbeiten schützt. Liegt nicht dicht an, beschlägt leider von innen aber man kann nicht irgendwo rein fassen und es in die Augen oder Nase reiben sowie ein Großteil der Tröpfchen eben nicht mehr rauskäme oder diese Bereiche von Außen erreichen könnte.