Notvorrat: Mit diesen Lebensmitteln kommst du 10 Tage aus (mit Einkaufsliste)

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Das Coronavirus verbreitet sich immer weiter – und viele Menschen überlegen, für den Ernstfall einen Notvorrat an Lebensmitteln anzulegen. Das Landwirtschaftsministerium hat eine entsprechende Einkaufsliste mit empfehlenswerten Nahrungsmitteln erstellt – wir haben sie uns angesehen.

Ein Notvorrat kann dich im Fall der Fälle einige Tage lang ernähren, wenn gerade keine neuen Lebensmittel zugestellt werden können oder du das Haus nicht verlassen kannst. Dieser Gedanke klingt zwar abwegig, aber in Italien ist das wegen des Coronavirus gerade der Fall.

Ob es auch bei uns so weit kommen kann, lässt sich schwer abschätzen – Panik und übertriebene Hamsterkäufe sind nicht angebracht. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist es aber ohnehin ratsam, sich für mögliche Notfälle einen Nahrungsvorrat anzulegen, auch unabhängig von der Bedrohung durch das Coronavirus. 

Als Notfälle werden dabei nicht gleich apokalyptische Szenarien verstanden. Bereits ein mehrtägiger flächendeckender Stromausfall kann dafür sorgen, dass Supermärkte nicht mehr beliefert werden können und die Wasserversorgung beeinträchtigt wird.

Aber auch andere unvorhergesehene Vorkommnisse wie Naturkatastrophen oder Epidemien können dafür sorgen, dass wir plötzlich nicht mehr an frische Lebensmittel kommen. Für diese Fälle hat das Bundesministerium eine Vorratstabelle mit Lebensmitteln veröffentlich, die eine Person circa zehn Tage lang ernähren könnten.

Notvorrat: Einkaufsliste für Getreide und Kartoffeln

Etwa 710 Gramm Kartoffeln solltest du pro Person für deinen zehntägigen Notvorrat einrechnen.(Foto: CC0 / Pixabay / Wounds_and_Cracks)
Etwa 710 Gramm Kartoffeln solltest du pro Person für deinen zehntägigen Notvorrat einrechnen.

Die Liste beinhaltet ausschließlich Produkte, die nicht gekühlt werden müssen, da sie auch für einen Stromausfall gültig sein soll. Daher werden auch keine tiefgefrorenen Lebensmittel empfohlen. Das Ministerium geht von einer täglichen Kalorienzufuhr von 2200 Kilokalorien pro Person aus. Neben der „normalen“ Tabelle, die Fisch und Fleisch enthält, gibt es auch eine vegetarische Einkaufsliste. Eine vegane Version existiert bislang noch nicht.

In der Kategorie Getreide und Kartoffeln empfiehlt das Ministerium pro Person folgende Lebensmittel:

  • 710g Vollkornbrot
  • 180g Zwieback
  • 710g Knäckebrot
  • 280g Nudeln (roh)
  • 180g Reis (roh)
  • 540g Hafer– oder andere Getreideflocken
  • 710g Kartoffeln (roh, ohne Schale)

Notvorrat: Obst und Gemüse

Was Obst und Gemüse betrifft, solltest du auf eingelegte Lebensmittel zurückgreifen.(Foto: CC0 / Pixabay / AKuptsova)
Was Obst und Gemüse betrifft, solltest du auf eingelegte Lebensmittel zurückgreifen.

Hinsichtlich Obst und Gemüse empfiehlt das Ministerium, größtenteils auf Konserven zurückzugreifen. Denn diese haben ein langes Mindesthaltbarkeitsdatum. Auf deine Einkaufsliste sollte kommen:

Die Mengenangaben beziehen sich dabei immer auf das Abtropfgewicht. Konserven und weit gereiste Tropenfrüchte wie Ananas sind natürlich nicht gerade nachhaltig. Dem BMEL geht es bei der Liste vorrangig um Haltbarkeit und eine ausreichende Kalorienzufuhr. Um bei diesen Lebensmitteln die Ökobilanz zu verbessern, könntest du das Obst und Gemüse selbst einkochen, einlegen oder fermentieren und dir daraus einen Vorrat anlegen. So geht’s: 

 Auf der Notvorratsliste des BMEL stehen auch einige Trockenfrüchte, Nüsse und frische Produkte. Das sind:

  • 360g frische Zwiebeln
  • 140g Rosinen
  • 250g Trockenpflaumen
  • 100g Haselnüsse
  • 710g frisches Obst (z.B. Äpfel, Bananen, Birnen, Orangen)

Milch, Eier, Ersatzprodukte und Fette auf der Einkaufsliste

Auch tierische Produkte wie Eier und Milch gehören zum Notvorrat.(Foto: CC0 / Pixabay / JillWellington)
Auch tierische Produkte wie Eier und Milch gehören zum Notvorrat.

In der Standardtabelle empfiehlt das Ministerium unter anderem Thunfisch, Ölsardinen, Hering, Corned Beef, Bockwürstchen oder Kalbsleberwurst aus Konserven. Wir finden: Auch in einer vorübergehenden Krisensituation müssen solche Lebensmittel nicht sein. Thunfisch ist stark überfischt, Wurst und Fleischprodukte aus der Dose kommen in der Regel aus industrieller Massentierhaltung.

Die Kalorien, die die Produkte liefern sollen, kann man auch auf andere Weise zu sich nehmen – ohne damit Tierleid in Kauf zu nehmen. In der vegetarischen Notvorratliste wurden diese Produkte durch vegetarische Alternativen ausgetauscht. So finden sich in dieser Kategorie folgende Lebensmittel:

  • 200g Tofu
  • 150g vegetarische Bratlinge
  • 230g vegetarische Würstchen
  • 250g vegetarischer Brotaufstrich
  • 200g vegetarische Salami
  • 265g Eier (Gewicht ohne Schale)

Hinsichtlich Milchprodukten, Fetten und Ölen stehen diese Produkte auf der Liste:

  • 2l H-Milch (3,5 Prozent Fett)
  • 500g Hartkäse
  • 180g Streichfett oder Butter
  • 180g Margarine
  • 150ml Speiseöl

Um die tierischen Produkte weiter zu reduzieren, kannst du die H-Milch durch Hafermilch oder einen anderen Pflanzendrink ersetzen. Achte dabei darauf, dass es sich um eine Pflanzenmilch handelt, die nicht gekühlt werden muss, möglichst lange hält und die pro 100 Milliliter circa 50 bis 60 Kilokalorien hat.

Getränke und Sonstiges im Notvorrat

Auch eine ausreichende Flüssigkeitsmenge solltest du bei deinem Notvorrat beachten.(Foto: CC0 / Pixabay / ExplorerBob)
Auch eine ausreichende Flüssigkeitsmenge solltest du bei deinem Notvorrat beachten.

Für einen 10-Tages-Vorrat brauchst du 20 Liter Mineralwasser. Darin sind sowohl die empfohlene Trinkmenge von 1,5 Litern pro Tag, als auch Wasser zum Kochen von Nudeln, Reis und Co. mit 500 Millilitern pro Tag eingerechnet. Für Personen ab 65 Jahren empfiehlt es sich, sogar etwas mehr Wasser vorrätig zu haben, da sie circa zwei Liter Wasser pro Tag trinken sollten.

Neben Mineralwasser stehen in dieser Kategorie folgende Produkte auf der Liste:

  • 140ml Zitronensaft
  • 180g Kaffeepulver oder Instantkaffee
  • 90g schwarzer Tee

Zusätzlich gibt es eine Tabelle mit sonstigen Lebensmitteln, die ohne eine spezifische Mengenangabe aufgelistet sind. Dazu gehören:

  • Zucker
  • Süßstoff
  • Honig
  • Marmelade
  • Schokolade
  • Jodsalz
  • Fertiggerichte
  • Kartoffeltrockenprodukte (z.B. Kartoffelbrei-Pulver)
  • Mehl
  • Kakaopulver
  • Hartkekse
  • Salzstangen

Erstelle deinen individuellen Notvorrat

Das Ministerium weist daraufhin, dass diese Einkaufsliste nur ein Beispiel darstellt und an individuelle Bedürfnisse wie Allergien, Unverträglichkeiten und Ernährungsweisen angepasst werden muss. Einige Nahrungsmittel sind für die meisten Menschen bestimmt verzichtbar, etwa Süßstoff oder Spargel in der Dose. 

Möchtest du einen vollständig veganen Vorrat anlegen, kannst du stärker auf Hülsenfrüchte zurückgreifen, die in der Liste des Ministerums bislang gar nicht berücksichtigt werden. So versorgen dich auch Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Co. mit wichtigen Nährstoffen, die lange satt halten. Du kannst dabei sowohl auf getrocknete, als auch Konservenprodukte zurückgreifen.

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(13) Kommentare

  1. Liebes Utopia-Team, wie soll man bei Stromausfall einen Kühlschrank betreiben bzw. Kaffee/Tee kochen oder andere Gemüse aus der Liste, die man nicht roh essen darf? Es sind nicht alle oben aufgeführten Lebensmittel ungekühlt haltbar. Soll man auf dem Balkon den Holzkohlegrill anwerfen oder wie stellt sich das Ministerium das vor? Wasser kommt ohne Strom auch nicht aus der Leitung bzw. aus dem Wasserhahn.
    Kritische Grüßevon Doris!

  2. Einen Kühlschrank benötigt man bei den oben aufgeführten Lebensmitteln nicht. Das Gemüse ist in der Konserve haltbar gemacht. Und bzgl. des Kochens:

    Entweder Gaskanister+Gasgrill/Kochfeld (gibts in der Camping Variante oder in der üblichen Küchengröße) .Oder Getreide und Hülsenfrüchte keimen lassen! (Natürlich mehr Wasser einberechnen).

    Wasser sollte man natürlich vorab in Kanistern kühl lagern (zum Beispiel im Keller).

    Ob das ganze jetzt notwendig ist oder nicht, sei dahingestellt.. Im Falle eines Falles durchaus sinnvoll. Der Alltagstrott und der Aufwand hindern zumindest mich daran einen Vorrat anzulegen. Ich schaffe es ja nichtmal mehr als 1kg Haferflocken zu lagern.. Die Bequemlichkeit, dass ein Supermarkt alles zur Verfügung stellt ist zu groß. Allerdings spiele ich nun mit dem Gedanken meine Lebensmittel in Großgebinden zu holen – weniger Verpackung und günstigerer Preis. Die Lagerung ist entscheidend; die Gefahr von Lebensmittelmotten ist hoch..

  3. Um etwas warm zu machen (bei evtl. Stromausfall) könnte man ja auch einen Fonduetopf benutzen, der mit Brennpaste betrieben wird. Ich weiß immer gar nicht , ob ich diese ganzen Vorschläge gut finden soll. Wenn dann mal so ein Notfall vorbei ist, muss man diese ganzen Vorräte ja auch mal aufessen…..

  4. Man muss auch ohne Notfall diese Vorräte ständig verbrauchen, bevor sie verderben, und wieder neu nachkaufen. Das immer im Auge zu haben, kommt mir gerade auch etwas mühsam vor, aber vielleicht sollte mich das nicht abhalten. Übrigens werden aus Berlin Lebensmittel-Hamsterkäufe wg Corona gemeldet. – Hilfreich bei Stromausfall ist auch ein Vorrat von etwa zwanzig Fünf-Euro-Scheinen. Dann gehen nämlich auch die Geldautomaten und das bargeldlose Zahlen nicht. Kleine Scheine sind wichtig, falls der Laden nicht herausgeben kann.

  5. Ich habe selten Vorräte im Haus, außer vielleich Nudeln und Dosentomaten und pflanzliche Milchalternativen im Tetrapack. Ich koche lieber spontan und frisch. Aber eventuell sollte ich jetzt mal umdenken, wenigstens für die nächste Zeit.

  6. Wir sind immer uaf eine kurze versorgungsfreie Zeit vorbereitet: Nudeln, Reis und passierte Tomaten sind immer da. Knäcke und Zwieback auch, Stilles Wasser und unsere Campingkocher nebst genügend Gas, Grill ist auch immer einsatzbereit (kann ja auch Wasser drauf warm gemacht werden. Alles wird bei uns eh genutzt und wenn was gebraucht wurde wird es direkt nachgekauft. So ist immer was da. Seit langem habe ich mir auch angewöhnt nicht alles einzufrieren sondern wo möglich eher einzukochen. So kommen wir zu zweit einige Zeit gut durch. Als Camper weiß man halt wie´s geht 😉
    Es muß ja nur beim Sturm ein Hochspannungsmast umkippen oder der Energieversorger „gehackt“.

  7. In meiner Jugend in den 60er Jahren wurden immer wieder solche Listen ausgegeben, jeder Haushalt sollte immer einen Notvorrat haben. Ich hab schon damals nicht gewußt, wie man mit den Sachen 2 Wochen leben soll bzw was man daraus kochen soll.
    Vor 10 Jahren wurde dazu aufgerufen, Mineralwasser zu lagern, letztes Jahr habe ich es wieder im Keller gefunden, trau mich aber nicht, es zu trinken, weil vermutlich in der langen Zeit schon Kunststoff ausgeschwemmt wurde.
    Was die Liste da oben betrifft:wem fällt „710gr Kartoffeln (roh, ohne Schale“ ein?
    Dann suche ich nioch eine Dose mit 180gr Birnen. Wozu alle Obstsorten in Kleinstmengen, statt 2-3 in Halbliterdosen?

  8. … nicht alle wohnen am Waldrand mit Zugang zu nem sauberen Fluss und haben nen selbstgebautem Backofen.
    Es soll Leute geben, die Wasser aus dem Hahn bekommen, der bei längerem Stromausfall trocken bleibt.
    Auch kochen und backen Viele mit Strom. Da sind Nudeln, Getreide und Linsen dann recht schnell wertlos.
    Ne Dose Ravioli hingegen, kann dann auch kalt den Hunger stillen (was wohl alle Camper bestätigen können).
    …nur so als Info, damit Du Dich nicht länger wundern musst.

  9. Stichwort Camper: Auch da muss (kann) man sein Essen ohne Strom zubereiten.(Gaskocher oder ähnliches)
    Getreide kann eingeweicht auch roh gegessen werden, Trockenfrüchte, Nüsse…es gibt eine Menge gesunder Nahrungsmittel, die sich roh verzehren lassen.
    Ich jedenfalls hätte keine Lust, mich von Dosenfraß zu ernären…

  10. Bevor wir jetzt alle zu Preppern, Hordern und sonst wie was mutieren, sollte man über diese Vorschläge auch mal mit etwas Abstand nachdenken. Es wurde schon viel Richtiges gesagt (Kartoffeln, roh ohne Schale – hä?, Trockenobst statt Dosenfraß usw.) aber mir fehlt noch der hilfreiche Tipp, wo ich das alles in einer Stadtwohnung für mehrere Personen lagern soll, so lange ich da alles nicht brauche und mich lieber von frischen Lebensmitteln ernähre. Unterm Bett? Außerdem leben in den Gesellschaften ja nicht nur Menschen mittleren Alters sondern auch Babys – da gibt es jetzt überhaupt keine Empfehlung, wie man die in einer Notsituation groß kriegt. Und – man kann zwar das Getreide mit seinem Kanarienvogel teilen, aber die Katze und der Hund? Die müssen auch täglich was zu essen haben. Oder sind die auch als Notvorrat gedacht? Diese ganz Aktion ist einfach nur Mumpitz und schürt merkwürdige Ängste.

  11. Schreibe ungern Kommentare, aber hier muss ich doch mal ran:

    – Menschen (und vermutlich auch viele Haustiere) können problemlos 10 Tage ohne Nahrung überleben, genug Wasser vorausgesetzt. Es ist nur sehr unangenehm und hungrig wird man schnell unwirsch

    – Praktisch niemand erkrankt sofort an Mangelernährung wenn er mal 2 Wochen kein Obst und Gemüse isst oder keine 210 Gramm Birnen bekommt.

    – bei 2.200 Kalorien pro Tag braucht man für 10 Tage 22.000 Kalorien, das entspricht etwa 7 kg Getreideprodukten, also z.B. 14 Paketen Spaghetti. Man kann mit Spaghetti überleben, sie hängen einem halt nur irgendwann zum Hals raus.

    – Zum *Überleben* braucht man keinen Campingkocher, selbstverständlich werden Nudeln auch in kaltem Wasser weich, es dauert je nach Dicke der Nudeln 3-7 Stunden, dass kann jeder selbst zu Hause testen (einfach mal ein paar Nudeln in ein Glas mit Wasser tun). Sie schmecken dann nur nicht so gut wie heiße Nudeln.

    – Niemand muss Angst haben weil in den seit Jahren eingelagerten Plastikwasserflaschen Stoffe aus dem Plastik eingedrungen sein könnten – das ist nämlich auch bereits bei ganz neuen Flaschen bereits geschehen. Außerdem: lieber verdursten oder mal 10 Tage Wasser mit merkwürdigen Inhaltsstoffen trinken?

    – Ein Minimalprogramm für Leute mit wenig Geld und Platz wären daher 14 Pakete Spaghetti und 20 Liter Wasser pro Person (also etwa 14 x 1,5 l PET oder 2 Kästen mit Glasflaschen). Plus etwaige Babykost. Dieses für 4 Personen lässt sich problemlos im kleinsten Kellerverschlag verstauen, es bleibt noch REICHLICH Platz übrig. Es hält sich auch jahrelang, egal was auf der Packung steht. Plastikflaschen sollten dann aber nicht im Sonnenlicht stehen. Kosten für 4 Personen etwa 50 Euro.

    Und man sollte einkaufen gehen, solange alles in Hülle und Fülle verfügbar ist, nicht erst wenn bereits ein Versorgungsengpass eingetreten ist (es sei denn man steht drauf, das einem selbst irgendwas eingetreten wird), dann wäre dann nämlich tatsächlich etwas egoistisch.