10 nachhaltige Aktienfonds

Illustration: Miro Poferl

Geld soll arbeiten und Zinsen bringen. Noch besser, wenn es dabei als „nachhaltige Anlage“ sinnvolle Projekte und Möglichkeiten weiter treibt. ECOreporter-Chefredakteur Jörg Weber hat für Utopia zehn sinnvolle Fonds herausgepickt.

Bei nachhaltigen Aktienfonds gibt der Anleger sein Geld einer Fondsgesellschaft, die damit Aktien nach bestimmten, in diesem Fall eben nachhaltigen Kriterien aussucht und erwirbt.  Bei diesen Kriterien kann es sich um Fragen wie soziale Arbeitsbedingungen oder ökologische Richtlinien der jeweiligen Unternehmen handeln. Der nachhaltige Fonds muss außerdem seiner Stimme Gewicht verleihen, etwa bei Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften, um dafür zu sorgen, dass ein Unternehmen nachhaltig wird oder bleibt.

Mehr dazu im Beitrag Wann ist Geldanlage nachhaltig?, der die Grundlagen darlegt. Hier gibt’s heute zehn ganz konkrete Fonds, in die Sie investieren können:

GLS Bank Aktienfonds

Der GLS Bank Aktienfonds investiert nur in ausgeprägt nachhaltige Unternehmen, etwa in Spezialisten für nachhaltiges Bauen und in Bio-Lebensmittel-Firmen. Beispielhaft ist der Fonds der GLS Bank, weil das Fondsmanagement Unternehmen in Gesprächen zu mehr Nachhaltigkeit bewegt. Wird ein Unternehmen weniger nachhaltig oder verletzt es die Kriterien des Fonds, so wird es umgehend aus dem Portfolio entfernt. Beim GLS Aktienfonds fällt kein Ausgabeaufschlag an, die Verwaltungsgebühr beträgt 1,7 Prozent pro Jahr.
Der GLS Bank Aktienfonds hat das ECOreporter-Siegel für nachhaltige Geldanlagen erhalten.

GLS Bank Aktienfonds
(ISIN: ISIN DE000A1W2CK8)

Steyler Fair und Nachhaltig – Aktien

Auch der Fonds Steyler Fair und Nachhaltig – Aktien nimmt direkt Kontakt mit Unternehmen auf, um sie zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. So genannte Steyler Ethik-Scouts (insbesondere aus den Missionsstationen der Steyler Missionare in Entwicklungsländern) liefern dafür wichtige Informationen über das lokale Handeln der Aktienunternehmen. Aus jeder Branche kommen nur die nachhaltigkeitsbesten Firmen für den Fonds in Frage. Sie dürfen keine Geschäfte mit Atomkraft, Glücksspiel, Abtreibung oder Rüstung machen.
Der Fonds Steyler Fair und Nachhaltig – Aktie hat das ECOreporter-Siegel für nachhaltige Geldanlagen erhalten.

Steyler fair und Nachhaltig – Aktien
(ISIN DE000A1JUVL8)

FairWorldFonds

Der FairWorldFonds ist der einzige deutsche Nachhaltigkeitsfonds mit entwicklungspolitischen Kriterien. „Brot für die Welt“ hat sie mitformuliert. Unternehmen müssen helfen, Armut in Entwicklungsländern zu bekämpfen, damit ihre Aktien und Anleihen für diesen Mischfonds in Frage kommen. Der Fonds investiert auch in Mikrofinanz. Die evangelische Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) und die GLS Bank haben den FairWorldFonds aufgelegt.

FairWorldFonds
(ISIN LU0458538880)

IIV-Mikrofinanzfonds

In armen Ländern bekommen viele Menschen kein Kapital, um sich eine Existenz aufzubauen. Etwa um eine Nähmaschine zu kaufen und als Schneiderin arbeiten zu können. Mikrofinanzinstitute (MFI) vergeben dafür Kleinkredite, unter anderem mit dem Geld von Mikrofinanzfonds. Deutsche Privatanleger können derzeit einzig in den IIV-Mikrofinanzfonds der Invest In Visions GmbH aus Frankfurt investieren. Der verzeichnet einen soliden Wertzuwachs von im Schnitt immerhin 0,3 Prozent pro Monat. Er finanziert vor allem Kredite an Frauen und stärkt so deren soziale Position.

IIV-Mikrofinanzfonds
(ISIN DE000A1H44T)

LIGA-Pax-Rent-Union

Zwei katholische Kirchenbanken aus Deutschland haben den LIGA-Pax-Rent-Union gestartet: die Regensburger LIGA Bank und die Kölner Pax Bank. Dieser nachhaltige Rentenfonds orientiert sich an christlicher Ethik. Zum Beispiel sind für ihn Wertpapiere von Atomkonzernen tabu und von Unternehmen, die von Abtreibung profitieren. Auch Anleihen von Staaten, die die Todesstrafe anwenden, kommen nicht in Frage. Der Fonds investiert stark in Pfandbriefe, also in besonders sichere Wertpapiere.

LIGA-Pax-Rent-Union
(ISIN DE0008491226)

BKC Aktienfonds

Der BKC Aktienfonds folgt ebenfalls christlichen Werten. Die Bank für Kirche und Caritas (BKC) schließt beispielsweise Kinderarbeit und Pornographie aus, die Spekulation mit Agrarrohstoffen und auch den unfairen Hochfrequenzhandel, bei dem sich Profi-Investoren mit blitzschnellen Computerprogrammen Vorteile im Aktienhandel verschaffen. Die katholische Kirchenbank aus Paderborn lässt die Nachhaltigkeit von Konzernen ausführlich prüfen, bevor sie investiert.

BKC Aktienfonds

Swisscanto [LU] Equity Fund – Water Invest

Der Swisscanto [LU] Equity Fund – Water Invest hat in fünf Jahren über 100 Prozent zugelegt. Der Aktienfonds von Swisscanto aus Bern investiert nur in Wasseraktien. In Frage kommen etwa Anbieter von Technologien, die den Wasserverbrauch in Landwirtschaft und Industrie verringern und Firmen, die Wasserfilter herstellen. Dafür gibt es vor allem in schnell wachsenden Schwellenländern wie China einen großen Bedarf. Dreckiges Wasser ist in Asien eine Ursache für hohe Kindersterblichkeit.

Swisscanto [LU] Equity Fund – Water Invest
(ISIN LU0302976872)

Prima Global Challenges

Der Fonds Prima Global Challenges investiert nur in Aktien von Unternehmen, die in einem Nachhaltigkeitsindex gelistet sind, dem Global Challenges Index (GCX). Dieser umfasst 50 Konzerne. Sie müssen sich um Lösungen für globale Herausforderungen wie den Klimawandel, den Erhalt der Artenvielfalt oder die Bekämpfung der Armut bemühen. Sie dürfen nicht gegen internationale Umwelt- und Sozialstandards verstoßen oder Geschäfte mit Rüstung und Atomkraft machen.

Prima Global Challenges
(ISIN LU0254565053)

Kepler Ethik Rentenfonds

Der Kepler Ethik Rentenfonds gehört auf Sicht von fünf Jahren mit rund 30 Prozent Plus zu den Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung. Er hat nur nach dem Ausbruch der Eurokrise im Frühjahr 2011 kurz geschwächelt, ansonsten in diesem Zeitraum stabil an Wert gewonnen. Anleihen von Rüstungs- oder von Atomkonzernen kommen für den Fonds der Kepler – Fonds Kapitalanlagegesellschaft aus Linz nicht in Frage. Ebenso wenig Anleihen von Staaten, die Atomwaffen besitzen oder in denen Korruption weit verbreitet ist.

Kepler Ethik Rentenfonds
(ISIN AT0000642632)

Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets

Das starke Wirtschaftswachstum von Schwellenländern wie China oder Indien führt zu großen Nachhaltigkeitsproblemen, etwa hoher Luftverschmutzung, der Verseuchung von Böden und Gewässern. Der Aktienfonds Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets investiert in Firmen aus diesen Ländern, die in vorbildlicher Weise auf Nachhaltigkeit setzen. Swisscanto lässt auch prüfen, ob Produkte der untersuchten Firmen Nachhaltigkeitsprobleme vermindern. Zum Beispiel ob sie helfen, Energie zu sparen.

Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets
(ISIN LU0338548117)

Jörg Weber, ECOreporter.de
Jörg Weber informiert auf ECOreporter.de über nachhaltige Geldanlagen und vergibt auch ein Siegel für Nachhaltige Geldanlagen.

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(49) Kommentare

  1. Schöne Liste – aber ich vermisse den ältesten ethisch-ökologischen Aktienfonds „ÖkoVision“. Den hat die Verbraucherzentrale Bremen kürzlich zum Besten erklärt. Eine peinliche Lücke!

  2. Diese Unternehmen können toll sein wie sie wollen, Aktien können nicht nachhaltig sein. Aktien basieren auf ständigen Wachstum und das ist das unökologischster und unnachhaltigster Motor einer unökologischen und unnachhaltigen Welt.

  3. Wikipedia: „Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, welche Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion enthalten.“

    Ich kenne ihn schon aus anderen Diskussionen.

  4. Das kann ja höchstens eine Diskussion sein, und da stand einfach Meinung gegen Meinung.
    Wer Wissenschaft als aktuellen Stand des Wahnsinns bezeichnet, muß sich nicht wundern, wenn er mal Gegenwind bekommt.
    Kein Grund jemanden als Troll zu bezeichnen.

  5. Wenn du mich zitierst, mache es bitte auch richtig. Ich habe Irrsinn geschrieben und kein Wahnsinn, ist ein gewaltiger Unterschied. Es stimmt, dass ich mit ihm nur ein mal diskutiert habe, ich lese aber nicht nur Kommentare die mir geschrieben wurden und nicht nur unter Artikel die ich selber kommentiert habe. Daraus kann man durchaus auch seine Schlüße ziehen.
    Seine grenzenlose Überheblichkeit ist weder zu übersehen, noch zu ertragen. Und wenn er zu mindest Ahnung hätte…

    Ich finde es äußerst merkwürdig mit dir über ihn zu diskutieren, wenn er ein Problem hat soll er doch selber schreiben, oder bist du seine Mama?

  6. Nööö ich bin nicht seine Mama.
    Ich habe nur eine ausgewachsene Aversion gegen Leute ohne Avatar, die den Mund aufreißen und dann kneifen, wenn sie um Begründungen gefragt werden UND dann noch andere als Trolle bezeichnen…

  7. „Mund aufreißen und dann kneifen, wenn sie um Begründungen gefragt werden “

    Es würde nicht schaden meine Beiträge zu lesen, bevor du unwahre Sachen behauptest… (19.03.2015 um 19:37)

    Ihr würdet ja gut zusammen passen. Der Herr WernerMax hat sich auch in der damaligen Diskussion beschwert, ich würde keine Argumente haben, nachdem ich zwei „Romane“ voller Begründungen und Argumente geschrieben habe. Da fragt man sich ob ihr einen mit Absicht verarschen wollt, oder es wirklich nicht blickt…

  8. „Ihr würdet ja gut zusammen passen.“
    Stimmt. 🙂
    „Romane“
    Stimmt.
    „Begründungen und Argumente“
    Über den Unterschied derselben zu bloßen Behauptungen müssen wir uns bei Gelegenheit noch unterhalten.
    „ob ihr einen mit Absicht verarschen wollt“
    Wieso denn? Was soll das bringen?
    „oder es wirklich nicht blickt“
    Vorsichtig ausgedrückt: Über wer, was und was nicht sollten wir uns vielleicht auch mal in einer ruhigen Minute unterhalten. 😉

  9. Vielleicht lassen wir jetzt einfach mal das trollige Thema außen vor und kommen zum Thema zurück?
    Ich kann Deine Kritik an Aktien in vielen Punkten nachvollziehen.
    Andererseits unterstützt ja z.B. die GLS Bank wirklich viele sinnvolle Projekte, die ohne dieses Geld keine Chance hätten.
    Auch Crowdfunding basiert (außer bei den reinen Zuwendungs-Projekten) darauf, daß sich die Geldgeber eine Rendite erwarten.
    Welche Vorschläge hättest Du denn, wie man solche Projekte fördern könnte?

  10. Den Vorschlag halte ich für ausgesprochen Sinnvoll.
    Es ist sicher viel Sinnvoller die GLS Bank zu unterstützen statt Aktien von der Hypobank zu kaufen, keine Frage. Allerdings denke ich, dass man damit leider nur Symptome behandelt und nicht die Krankheit. Das heutige System ist durch und durch krank und dafür hauptsächlich verantwortlich sind: Geldsystem, streben nach Wachstum, Gewinnmaximierung, extreme Ungleichheiten… etc. Das alles hängt natürlich miteinander zusammen und nennt sich Kapitalismus. Das ist die Krankheit. Symptome davon sind Umweltverschmutzung, unglückliche Menschen, ausgebeutete Tiere und Menschen, Wegwerfmentalität… etc. Wenn man GLS unterstützt ist zwar viel besser als Hypo zu unterstützen, trägt aber trotzdem dazu bei, dass das kranke System (Banken-, Geldsystem) erhalten bleibt. Das gleiche gilt auch für regenerative Energien, oder z.B. Bio- und Fairtrade Klamotten. In sich ist die Sache toll, wenn man aber nur sein schlechtes Gewissen damit stillen will und seine Produktions und/oder Überfluss-Kauforgien unverändert weitermacht, oder sogar noch erhöht, weil es ja „nicht mehr schlimm ist“, richtet man immer noch mehr als genug Schaden ein und fühlt sich damit nicht mal mehr schlecht.
    Wenn du Interesse daran hast das Geldsystem zu verstehen, kann ich dir gerne das Video empfehlen:
    https://www.youtube.com/watch?v=1rvPPxnITzU
    Es dauert zwar 2 Stunden, lohnt sich aber auf jedem Fall.

  11. Zu Popp sag ich lieber nichts.
    Ihm und der ganzen rechten Klicke rund um die Wissensmanufaktur ect. geht es in erster Linie darum, ihre Gold-Anlageberatungen unter die Leute zu bekommen.
    Das erscheint mir auch keine sinnvolle nachhaltige und faire Alternative zu Aktien.

    Angenommen, wir können uns für den Augenblick drauf einigen, daß Projekte für alternative Energien und Bio-Klamotten ect. durchaus die bessere Lösung sind, sofern wir nicht im Kerzenlicht den PC per Radl antreiben wollen und deswegen keine Klamotten mehr brauchen, weil das von alleine warm macht.
    Dann bleibt die Frage, wie sollen solche alternativen Projekte jetzt und heute finanziert werden?
    Also bevor das „System“ „geheilt“ ist?

    Ein Klein-Klein-Beispiel aus der Praxis:
    http://www.ziegenhof-leitzachtal.de/
    Achso ich vergaß, daß Du was gegen Tierhaltung hast.

    Nun es entstehen ja auch immer mehr Tofu-„Käsereien“.
    Die brauchen auch Geld für den Bau der Wirtschaftsräume und verschenken ihren Tofu nicht.
    Sind die dann auch Teil der Krankheit?

  12. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass du mich falsch verstehen und auch ein bisschen provozieren willst.
    Zu Popp: ich finde dass das alles was du über ihn geschrieben hast in diesem Zusammenhang keine Relevanz hat. Er erklärt das Geldsystem wunderbar und verständlich und daran ändert seine persönliche Einstellung, oder eventuelle Ziele der Wissensmanufaktur gar nichts.
    Bei Klamotten oder Energien geht es nicht darum, dass man nichts mehr anziehen soll, oder dass man Strom mit dem Rad erzeugen muss (allerdings hätten wir um einige weniger kranke und übergewichtige Leute)… es geht darum, dass in diesem System alles missbraucht wird, selbst die Dinge die eigentlich gut wären. Alles wird nur für Marketingzwecke verwendet, oder gegen schlechtes Gewissen. Dabei bedenken nur die wenigsten, dass Bio und Fairtrade Bedingungen zwar besser sind, aber immer noch sehr sehr weit, vom ideal, oder dass auch Wasser-, Windkraftwerke, oder Solar“wälder“ nicht umweltfreundlich nur weniger schädlich sind. Die Fairtrade Bananen werden auch übers Ozean geschifft und auch Biotiere sterben nicht nur ein bisschen, oder werden aus eigener Wille totgestreichelt… Man sollte vielleicht als erstes die Leute dazu bringen keine Geländelimousine für 2 km Arbeitsweg in der Stadt zu kaufen, oder nicht jede Woche neue Klamotten, zwei Jahre neuer Fernseher und Handy zu kaufen. Was heute geschieht ist, dass Ikea die Leute dazu motiviert neue Schreibtischlampe zu kaufen, weil es mit LED nachhaltig ist. Dass die alte einwandfrei funktioniert und in der neuen das Leuchtmittel nicht getauscht werden kann spielt offenbar keine Rolle. Viel schein, aber wenig sein.
    Und ja leider ist jeder mehr oder weniger Teil der Krankheit auch die „guten“. Alle sind Teil der Wirtschaft und unterstützen das System. (ich auch) Der (meiner Meinung nach) einzige Ausweg wäre extreme Aufklärung. Und GEMEINSAM könnte man das gesamte System an einem einzigen Tag auf dem Kopf stellen. Leider ist es nur so, dass es alles getan wird um das zu verhindern. Systematisch werden die Leute von Kindheit auf darauf „trainiert“ in diesem System zu funktionieren, nicht zu denken, keine Fragen zu stellen. Alle sind maßlos überfordert, unterdrückt, sind unsicher, suchen verzweifelt nach Anerkennung… etc. Das braucht Kompensation und das ist genau das was man will. Die Betonung liegt auf gemeinsam. Leider ist es nur so, dass man bei dem ersten Pieps als Ökotante oder Verschwörungstheoretiker beschimpft wird, weil jeder um seine zurechtgebaute „Seifenblase“ Angst hat.

  13. @ nklttbrgr

    Kennst du auch einen Mittelweg oder nur die Extreme ?

    In deinem Rundumschlag redest du alles schlecht, das Bankensystem (wer gibt denn den kleinen Leuten einen Kredit, sollen das die Halsabschneider tun oder Genossenschaftsbanken vor Ort), regenerative Energien (was sonst), Bio und Fairtrade Produktion als „sehr, sehr weit“ weg vom Ideal …

    Ich kenne Bio-Anbau aus der Praxis, Bioland und Demeter, klar kann man verbessern, doch ich halte deren Methoden wie Kontrollen für sehr, sehr nah dran am Realisierbaren, MITSAMT direkten Auswirkungen auf die Verbesserungen der Bodengesundheit. Vom Arbeitsschutz für die Landwirte ganz zu schweigen, den Langzeitfolgen von chemischer Agrarwirtschaft erst recht.

    Fairer Handel beinhaltet Transport, doch er ermöglicht gewinnbringenden Warenhandel für beide Seiten, sogar auf Basis von Direktvermarktung, ohne Konzerngewinne, daneben kultureller Austausch und Völkerverständigung.

    Klein-klein auf nationaler Ebene ist regional sinnvoll, doch das Eine schließt schlechterdings das Andere aus, Vielfalt funktioniert auch im Verbund mit minimalistischer Lebensweise.

    GEMEINSAM schreibe ich ebenso gerne groß, weil das auch ein Gedanke des Fairtrade ist.

    Wer ist die von dir beschriebenbene Konsumgruppe, deren Einkaufsverhalten du hier ankreidest, sollen das die Utopisten sein ? Oder LOHAS, die (angeblich) unreflektiert alles kaufen auf dem Bio steht ?

    Extreme Aufklärung als Lösungsweg … ja mit Aktionen wie bspw. durch Greenpeace erreicht man Presse und Öffentlichkeit, ist das bereits Aufklärung ? Wissen und Verhalten sind zwei paar Stiefel, in einer Ökodiktator benötigt man kein Wissen, in einer freien Marktwirtschaft regiert das Prinzip des homo oeconomicus, die ökologische Variante liegt m.M. dazwischen, fern des maximierten Eigennutzes, orientiert am Generationenvermächtnis wie an der (weltweiten) Gerechtigkeitsfrage.

    Wir für unseren Teil benötigen keine Aktion zum Öko-Glück. Halte ich sie für Teufelswerk ? Keinesfalls. Dividenden gibt es auch als Sachausschüttung, doch dafür braucht es lediglich das Vertragsrecht als Grundlage statt einem gewinnmaximierenden Aktienmarkt.

    Ein „System“ von einem auf den anderen Tag auf den Kopf zu stellen, ist radikal. Und geht zunächst über Leichen, auch jene kleinen Unternehmer wie Selbständige (Landwirte) die unflexibel sind, auch Konsumenten, die sich in der Tat dem alten System angepasst haben, Geld angelegt haben z.B. für die spätere Ausbildung ihrer Kinder oder in Altersvorsorge.

    Ich höre in deiner Argumentation den Revolutionär heraus, der gerne auf den Kopf stellt, die (fremden) Opfer als gering einschätzt. Ein neues System muss die Menschen mitnehmen, einladen, sich zu engagieren, die Vorteile darin zu sehen wie die Chance haben einen gesunden Übergang zu schaffen.

    Menschen sind Gewohnheitstiere, sich selbst zu ändern ist schwierig, die Welt draussen ändern zu wollen klingt leichter, eine Art der Verdrängung, die mit den eigenen Gewohnheiten zusammen hängt. Revolution und Extremismen aller Art können als „Ausbruch“ von Generationen verstanden werden, denen der Wandel zu langsam geht.

    Mein Weg mündete oft in meiner Ungeduld mit den Verhältnissen, der Ausweg kann darin liegen, alleine voranzuschreiten, die Vorreiterrolle wie Vorbildrolle einzunehmen, statt die revolutionären Kräfte zu beschwören, die es einem richten.

    Hellhörig werde ich wenn immer nur die Anderen, das System schuld sein soll. Nein, es sind die eigenen klitzekleinen Entscheidungen, die ein Ganzes ergeben, wir sind uns selbst Himmel und Hölle. Die Leute mit SUVs sind nur ein Symptom, da stimme ich überein, die Unzufriedenheit bzw. Unbefriedigtheit hinsichtlich elementarer Bedürfnisse ist die Ursache für Kompensationswünsche. Das Verbieten von SUVs bringt deshalb gar nix, der Markt der Wünsche erfindet fix was Neues.

    Auf gesellschaftlicher und politischer Ebene brauchen wir hingegen langfristige Ziele im Sinne einer ökologischen Umgestaltung. Diese können schmerzhaft in der Umsetzung sein, wir möglich Grundsatzkritik üben in deren Ausgestaltung, doch die Wirtschaft als Anbieterseite z.B. für Technologie benötigt Planbarkeit und Gewinnaussichten, sonst sinkt deren Bereitschaft gegen Null und das Kapital sucht sich umweltfeindliche Produktions- wie Gewinnbranchen. Die Wirtschaft ist ein scheues Reh, andere Auen sind bei Gefahr verlockend. Ohne Wirtschaft mit Aussenhandel bricht unsere Wohlfahrt dramatisch ein, der Sozialstaat wäre gefährdet, die Stabilität des politischen Systems, siehe Geschichtsbücher.

    Systemtreue darf dennoch nicht mit Systemhörigkeit verwechselt werden, ein Wandel muss definiert und mit Planzielen konstruktiv begleitet werden, sonst verhaften wir in alten Wahlperioden, die nur in Politikerprofilierung enden, ohne die Gesellschaft bzw. den Umweltgedanken voran gebracht zu haben.

  14. @nkklttbrgr:
    „Zu Popp: ich finde dass das alles was du über ihn geschrieben hast in diesem Zusammenhang keine Relevanz hat.“
    So, meinst Du? Dann schau Dir mal an, was für ein Typ das ist
    https://www.psiram.com/ge/index.php/Andreas_Popp
    und auf welchen tiefbraunen Dunstkreis er sich bezieht!
    Hast Du gesehen, wer dieses Video hochgeladen hat? Lies doch mal die Kanalinfo! Schau nach, was da allein über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, über Tschernobyl und Fukushima gefaselt wird!

    An anderer Stelle tönst Du „Manipulation entkommt heutzutage niemand“. Und dann mutest Du uns so einen Link zu? Identifizierst Du Dich damit? Fällt Dir gar nichts auf? Erkennst Du nicht den braunen Sumpf, der dahinter steckt?
    Also mir wird da SPEIÜBEL!

    „Er erklärt das Geldsystem wunderbar und verständlich“
    Ja, so wie ER will, dass es von anderen, möglicherweise schlichteren Gemütern, „verstanden“ wird!
    „und daran ändert seine persönliche Einstellung, oder eventuelle Ziele der Wissensmanufaktur gar nichts“
    Natürlich nicht, sie sind ja die Triebfeder für seine „Erklärung“.

  15. „Er erklärt das Geldsystem wunderbar“
    Warum soll ich mir das Geldsystem erklären lassen?
    Die Grundlagen sind mir durchaus bekannt.
    Dem Geldsystem wird viel zu viel Macht eingeräumt, auch von denen, die dagegen sind.
    Geld ist ein Tauschmittel und nicht per se gut oder schlecht.

    Mich interessiert viel mehr, wie die Menschen gerecht und nachhaltig mit den Ressourcen umgehen können, die zur Verfügung stehen.
    Das, was Du System nennst, ist in langer Zeit historisch gewachsen und läßt sich nicht von jetzt auf nacher ändern.

    Und schon gar nicht ohne Eingreifen einer machtvollen Diktatur und ohne schmerzhafte Kollaterals-Verluste.

    Das kann sich nur durch intelligente Umstrukturierungen aus sich selbst heraus mit vorhandenem Werkzeug ändern.
    Dazu gehört für mich auch Kapitalbeschaffung.

  16. Tufkar, um auf alles was du angesprochen hast einzugehen bräuchte man ein Stunden langes Gespräch. Weder kann ich noch will ich hier sowas führen. Ich gehe daher nur kurz auf ein paar Dinge ein.

    Ich denke nicht, dass ich es nötig habe irgendwas schlecht zu reden. Es ist mehr als ausreichend dafür ein par Fakten aufzuzählen.

    Kulturelle Austausch heißt für mich nicht, dass wir Bananen essen, oder unsere Kleider von Kindern in Bangladesch genäht werden. Und wenn man über echte Kultur sprechen möchte muss man sich für ein Austausch beeilen, bevor die ganze restliche Welt auch noch „amerikanisiert“ wird. Es gab noch nie eine Zeit in der du auf verschiedenen Kontinenten junge Leute findest, die die gleiche Jeans und die gleiche Frisur tragen, die gleiche Musik hören, die gleiche Handys mit den gleichen App-s benutzen, und alle auf die Frage was sie mal unbedingt erleben möchten „Fallschirmspringen“ antworten… Da hat man kulturellen Austausch bald nicht mehr nötig…

    Wenn es darum geht, dass Menschen und Tiere gequält werden, 80 junge Menschen pro Tag in den USA durch Mord sterben, Kinder verhungern… oder sich jugendliche wegen Internetmobbing umbringen… bin ich gerne radikal. Radikal dagegen! Radikal ist nicht gleich negativ.
    Und ich bitte dich, wie viele Opfer eine große Umstrukturierung bringen würde, das weiß keiner, sehr wohl weiß man aber wie viele Opfer das was jetzt los ist bringt. Und die sind mir eben ganz und gar nicht egal.

    Das einzelne kleine Leute auch viel erreichen könnten ist klar, wenn sie was täten. Tun aber leider nicht. Hellhörig brauchst du nicht zu werden, eine Vorbildfunktion bin ich (wir) seit Jahren. Wenn alle so leben würden wie wir leben, hätten wir jetzt keine Diskussionsgrundlage. Nur leider wenn wir darauf warten, dass jeder einzelne sich durch Beeinflussung von braven Vorbilder ändern rotten wir uns paar hundert Jahre davor aus, bevor eine relevante Änderung stattfindet. Und nicht nur uns sondern auch unzählige Tier- und Pflanzenarten.

    Wenn du ernsthaft meinst, dass man Wirtschaft braucht um sich z.B. technisch zu entwickeln…dann bist du denke ich in dem aktuellen Denkmuster noch zu sehr verfangen.
    Man ist mit Sicherheit nicht am produktievsten wenn man „Sklaventreiber mit Peitsche“ hinter sich stehen hat. Oder dann wenn Entwickler durch Patente an gemeinsames Vorankommen gehindert werden. Wenn man all die Köpfe die jetzt ihr wissen und können dafür verwenden Firmen reich zu machen, dafür einsetzten würde, dass den Menschen gut geht, wäre hier in 10 Jahren Paradies.

    Wusstest du, dass mehr als 80% der Arbeit wegfallen würde, wenn wir uns statt auf Profit und Wachstum darauf konzentrieren würden, unsere Bedürfnisse zu decken, und ein glückliches Leben zu leben… und das nicht nur in ein paar Ländern, sonder auf der ganzen Welt.

    Außerdem auch ein sehr relevantes Thema, was niemand ansprechen wagt ist die Überbevölkerung. Mit einer einzigen Weltweiten Regelung: eine Generation lang 1 Kind pro Paar würde die Probleme auf einem Schlag mindestens halbieren. Und ja mir täten die Muttis die kein zweites Kind haben dürften sicher Leid, allerdings könnte ich sie damit trösten, das das eine zu mindest eine Zukunft hätte. Und nicht nur in Deutschland…

    Oder jeder der Besitz über eine Million Euro hat müsste es abgeben. Von heute auf morgen gäbe keine Staatsverschuldungen mehr…

    Nur ein paar Leute müssten sich dafür stark machen die in der Machtposition sind, nur wen kümmert schon in solchen Positionen, wie es Normalsterblichen geht… Und ja sie sind hauptsächlich Schuld und verantwortlich! Das ist nämlich ihr Job. Dafür werden sie gewählt und bezahlt.

  17. „Tun aber leider nicht. Hellhörig brauchst du nicht zu werden, eine Vorbildfunktion bin ich (wir) seit Jahren. “
    Klar, Du bist die / der Einzige auf Gottes weitem Erdboden, der / die was tut und Vorbildfunktion hat.

    Nichts Widerlicheres als so eine Selbstbeweihräucherung…

    Du regst Dich drüber auf, daß alle Jugendlichen eine Kultur haben, aber selbst nutzt Du offensichtlich den PC und das Internet auch ganz gerne.

    Machst Du Dir auch manchmal Gedanken darüber, wer es Dir ermöglicht, dieses vorbildhafte Leben zu führen?
    Die Firmen, wo Du Deine Fleischersatzprodukte kaufst sind wohl keine Wirtschaft? Sind längst ausgestiegen aus dem Geldsystem?

    Laßt und gemeinsam hoffen und beten, daß Menschen wie Du nicht in die Lage kommen, zu entscheiden, was Kultur ist und wer sich fortpflanzen darf…

    Überbevölkerung, ein Thema, daß niemand anspricht?
    Auf welcher Insel lebst Du eigentlich?
    Schon mal was von dem neuen Film „10 Milliarden“ gehört?
    Nur mal so als Beispiel.

  18. Maria_L
    So das ist hier mein letzter Beitrag in dieser Diskussion, mir reichts nämlich:

    Widerlich? Widerlich ist es mir zu unterstellen, ich würde nur anderen Beschuldigen ohne mich zu kennen, oder eine Ahnung von meinem Lebensstil zu haben. Widerlich ist es auch mich als widerlich zu bezeichnen, weil ich mich daraufhin mit einer ehrlichen Antwort verteidigt habe.
    Wir leben extrem vorbildlich, ob du es glaubst oder nicht. Und es tut mir leid, aber ich werde es nicht verheimlichen oder lügen, besonderes dann nicht, wenn ich auch noch angegriffen werde. Wenn es deiner Meinung nach ein Grund dafür ist mir Selbstbeweihräucherung zu unterstellen, dann mache es ruhig, wenn du dich damit wohler fühlst, ist mir doch egal. Und dass ich die einzige mit einem vorbildhaften Leben bin, hast DU als EINZIGE behauptet. Ich habe gesagt, es sind zu WENIGE und der Wandel ist zu LANGSAM.

    Es tut mir Leid dich enttäuschen zu müssen, ich kaufe aber keine Fleischersatzprodukte und auch sonst nichts aus der Lebensmittelindustrie…

    Schablonisierte Jugendliche mit PC und Internetgebrauch zu vergleichen ist einfach nur dumm.

    Lesen und interpretieren zu lernen würde auch nicht schaden. Ich wollte nämlich weder bestimmen was Kultur ist, noch wer sich fortpflanzen darf. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass die Kultur AM VERSCHWINDEN ist und habe gemeint, dass man es bestimmen sollte WIE VIEL man sich fortpflanzen darf. Aber macht ja nichts, ist ja kaum ein Unterschied da…

    Und als letztes nur weil über irgendwas ein Film gemacht wird, heißt noch sehr-sehr-sehr lange nicht, dass es kein Tabuthema mehr ist, und vor allem nicht, dass es mal in die Praxis umgesetzt wird. Oder ist es auf deiner Insel ein und dasselbe?!

    Wenn du so aggressiv und angriffslustig bist, dass du mich wegen von dir erfundenen Sachen angreifst die ich nie geschrieben habe, gehe lieber eine Runde joggen, statt hier runzustänkern und vernünftige, Sachliche Diskussionen zu verhindern.

    Auf (hoffentlich nie) Wiedersehen….

  19. „Tabuthema mehr ist, und vor allem nicht, dass es mal in die Praxis umgesetzt wird“
    Huch, was willst Du denn in die Praxis umsetzen?
    Hat ja schon in China nicht funktioniert.

    Solche Vorschläge empfinde i c h als ausgesprochen aggressiv und angst einflößend, weil sie nur mit massiver Gewalt durchsetzbar sind.

    „Das einzelne kleine Leute auch viel erreichen könnten ist klar, wenn sie was täten. Tun aber leider nicht. Hellhörig brauchst du nicht zu werden, eine Vorbildfunktion bin ich (wir) seit Jahren. “
    Das war nicht anders zu interpretieren, als daß Du Dich / Euch als die Einzigen mit vorbildlichem Lebenswandel bezeichnest.
    Sorry, daß Du das so geschrieben hast…

    Ob Du gehst oder da bleibst, kannst Du halten, wie das berühmte Radl in China…

  20. „Tufkar, um auf alles was du angesprochen hast einzugehen bräuchte man ein Stunden langes Gespräch. Weder kann ich noch will ich hier sowas führen. Ich gehe daher nur kurz auf ein paar Dinge ein.“

    Du bist doch schon fast ein Jahr auf Utopia angemeldet. Hier geht es doch keineswegs um fertige Lösungsansätze, die mit Schema F auf die Problemlagen der Welt anzuwenden wären. Sondern um Utopien, unter welchen Voraussetzungen bspw. Verhaltensänderungen möglich sind, welche Zukunftsvisionen geteilt werden, wie man exemplarisch sowie programmatisch Etappenziele erreichen kann.

    Deine Meinungsäußerung steht dir frei. Doch bei den ersten Gegenstimmen wirfst du die Flinte ins Korn ? Schöne Utopie doch unbelastbar.

    Will man sich ernsthaft mit der Tragfähigkeit von neuen Lebensstilen beschäftigen, ist natürlich die Innensicht wichtig, ein paar Jahre ins Land gehen zu lassen schärfen den Blick, gleichzeitig ändern sich die Bedingungen.

    Manche Beobachtungen von dir sind deckungsgleich mit den meinen. Doch ich fürchte meine Analyse sieht anders aus. Weniger pessimistisch, stärker versöhnlicher. Die meisten Menschen leben in einer Art Erwartungshaltung und überbrücken. Auch ihre Entscheidungen. Wir in unserer Situation sind gebunden, durch Verpflichtungen. Das kann man als Revolutionär wohl kaum verstehen.

    Die Überbevölkerung ist explizit eine Gerechtigkeitsfrage. Doch ebenso unser Umgang mit den Alten, wie unser Bildungssystem, das die Jungen betrifft. Alle Lebensaspekte unter dem Klimawandel zu sehen, kann den Blick versperren, wie es den Blick versperrt, die menschliche Existenz unter ökonomischen Kriterien als Zahlenwert auszudrücken. Ethik ist und bleibt DIE Komponente, unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unser globales Zusammenleben zu denken. Ich stimme zu, der Wirtschaft eine Abfuhr zu erteilen, wenn es darum geht, uns Bürger auf Konsumenten zu reduzieren. Wir sind die Wähler, die Arbeiter, die Erfinder, die Ehrenamtlichen, die Helfer, die Helden des Alltags. Wie auch jene Souveräne mit unabrückbaren Grundrechten, die es erlauben faul zu sein, seinen Beitrag im Rahmen der Gesetze zu verweigern, Egoist zu sein und zu bleiben, auch wenn alle Welt eine Aktivität, ein Eintreten (für irgendwas) fordert. Das Recht selbst zu entscheiden, im Rahmen einer freiheitlichen Lebensweise über seine Familienplanung zu entscheiden, über seine monetär bewertbare Arbeitsleistung, die Anhäufung von Gütern, Kapital, der sexuellen, religiösen Selbstbestimmung u.v.a.m.

    Von den Wirtschaftsbossen und Konzern Vorständen wird anderes erwartet. Das Aktien Thema zu denken unter Nachhaltigkeit öffnet doch eben jene Räume, um als Einzelner umzusteuern. Nachhaltigkeit kann den Blick wiederum verengen auf Relevantes, gemessen an den Anforderungen der Zeit, des Zeitgeistes oder bloß des aktuellen wissenschaftlichen Standes an Wissen. Doch wir leben intersubjektiv und teilen unsere Wahrnehmunngen und individuellen Erkenntisse. Mehr als in früheren Zeitaltern, bedingt durch die digitalen Möglichkeiten.

    Früher waren es vielleicht v.a. politisch Interessierte, die mehr Kompetenzen als jene hatten, eine Tastatur zu bedienen. Weil sie meist in persona überzeugen mussten, Mitstreiter und Unterstützer zu finden war eine Kernkompetenz wie Bedingung zum Erfolg.

    Utopien demzufolge nur umsetzbar mit starkem Willen und hoher eigener Überzeugung. Das alles findet m.M. heute auch statt, darüber zu berichten und zu diskutieren sehe ich als ein Ziel von utopia.de. Die Summe von vielen kleinen Projekten und Erfolgen, die Nachfrage durch kritische Konsumenten und nicht zuletzt die Umsetzung von notwendigen Rahmenbedingungen in Gesetzen und Vorschriften sehe ich als Prozesse zu mehr Nachhaltigkeit. Die Ressourcen bleiben endlich, Wertstoffkreisläufe sind meist offen statt geschlossen, die Menschen sind desinformiert und ungläubig über die Sinnhaftigkeit eines ökologischen Verhaltens und Handelns.

    Die Kapitalanlage sehe ich als eine Komponente, in Deutschland ist so eine Fragestellung drängend, dann zeigen die Zahlen, das vorhandene private Kapital wie die Unsicherheit, wie zu verfahren ist. Dafür habe ich keine Patentlösung im Ärmel. Die meisten ehrlichen Berater ebensowenig, sondern i.d.R. gangbare Empfehlungen abhängig von den Wünschen der Anleger. Die unehrlichen Berater haben meist sehr konkrete Empfehlungen, in bewusster Abkehr von den formulierten Bedürfnisse der Anleger.

    Ja es ist genug Kapital vorhanden, wie Haushaltseinnahmen in den relevanten Nationen zur Genüge vorhanden ist, um die Weltprobleme zu lösen. Doch es fehlt am Konsens. Die Entscheider unterscheiden sich in ihrer Analyse, in ihren Bewertungen, in ihren Zeitplänen, in ihren Bedingungen … so kommt es zu Kompromissen, die unbefriedigend ausfallen und die Problemlösung aufschieben.

  21. (Forts.)
    Der Mensch ist ein Abstraktum, das jeder von uns mit anderen Eigenschaften füllt, positiv oder negativ wertet, mehr oder minder Entscheidungsfähigkeit zubilligt, Erwartungen anlegt, Prognosen nach Einzelfall erstellt, ein aktuelles Beispiel ist die Flüchtlingsfrage in Europa.

    Angenommen, wir könnten Aktien eines Flüchtlingsfonds kaufen, der sich auf die Bildung, Qualifizierung, Arbeitsvermittlung sowie Integration von Flüchtlingen in den Aufnahmeländern konzentriert, wer würde Aktien kaufen ?

    Die für die jeweiligen Schritte bzw. Maßnahmen erforderlichen Geldmittel könnten ja weiterhin aus staatlichen oder unternehmerischen Quellen stammen. Eine Art Lobby-Gesellschaft mit beschränkter Haftung für einwandernde Flüchtlinge, die u.U. Verträge aushandelt mit den Herkunftsländern, internationalen Wohlfahrtsverbänden bzw. Hilfsorganisationen …

    Off topic. Das ist mir bewusst. Und doch eine Utopie, Aktienhandel anders zu denken. Als Investition in Humankapital.

  22. Finde ich auch 🙂
    Durfte ihn gerade live erleben. Das Lachen bleibt einem schon im Hals stecken, aber besser als er, kann das niemand rüberbringen.

  23. Live ist es bestimmt nochmal was ganz anderes. 🙂 Vor allem finde ich an ihm toll, dass er ein doch äußerst ernstes und trauriges Thema gut erklärt, aber die Leute damit nicht zum „angebrachten Weinen“, sondern zum Lachen bringt.

  24. Bravo!
    Gelungene Diskussionskultur.
    Aber keine Antwort ist auch eine Antwort. Muss halt jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. Und ich schließe daraus, dass Du nicht kannst.

  25. Angenommen, man könnte sowohl für die eigene Altersvorsorge Aktienfonds besparen als auch Flüchtlinge ohne bürokratische Verfahren bei sich zuhause aufnehmen.. Schließt das Eine das Andere eigentlich aus?

  26. Das Thema Anlage in nachhaltigen Aktienfonds beschäftigt mich gerade.

    Ich habe überlegt, wo ich meinen Kommentar zuerst einstelle: ich hätte es auch als Frage formulieren können; ich habe mich jetzt für diesen thread entschieden.

    Zum Inhalt:
    Ein schwieriges Thema: aber ich möchte es gerade aufgreifen, da ich mich aktuell damit beschäftige-und gerne von Euch lesen würde, wie Ihr damit umgeht.

    Angesichts des aktuell auf 0% festgelegten Leitzinses-und der seit Jahren betriebenen Niedrigzinsfestsetzung-erscheint mir momentan die Investition in nachhaltige Aktienfonds (andere kommen für mich nicht in Frage) die einzige Möglichkeit zu sein, mir ein finanzielles Polster für das Alter aufbauen zu können.

    Als eine Säule unserer finanziellen Versorgung für das Alter wird die zusätzliche private Vorsorge empfohlen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rentenl%C3%BCcke

    P.S.:
    Nach rechnerisch festgestellter Unergiebigkeit (leider erst nach Abschluss eines Vertrages, wo das Versicherungsunternehmen gut an mir verdient hat) kommt die Riester-Rente für mich nicht mehr in Frage.

    https://utopia.de/0/gutefragen/fragen/riester-rente-abzocke

  27. Hallo Leute, es sind ein paar schöne Fonds dabei, jedoch wenn man sich manche Fonds genauer ansieht zB

    „ÖkoVision“ mit „Wienerberger“ die Ziegel mit innenliegender Wärmedämmung produzieren, welche man anschließend nicht mehr trennen kann, oder die „Verbund AG“ die den Atomstrom wäscht und als Grünen Strom verkauft.

    „Steyler Fair und Nachhaltig“ finden sich darunter: L’Oreal, Coca-Cola, BMW, Daimler & Siemens. Unternehmen die ich nicht zu nachhaltigen Unternehmen zählen, weil Sie die Umwelt verschmutzen oder Wasserquellen in Entwicklungsländern aufkaufen.