Naturverjüngung: Deshalb ist sie für den Wald so wichtig

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Die Naturverjüngung dient der Reproduktion von Waldbeständen. Dabei kann man zwischen verschiedenen Arten der Vermehrung unterscheiden. Wir erklären dir, was dahintersteckt und wie man den Prozess fördern kann.

Naturverjüngung: Was ist das eigentlich?

Bei der Naturverjüngung breiten sich Flugsamen vor allem durch Wind aus.
Bei der Naturverjüngung breiten sich Flugsamen vor allem durch Wind aus.
(Foto: CC0 / Pixabay / manfredrichter)

In der Forstwirtschaft unterscheidet man zwischen der Naturverjüngung, der Saat und Pflanzung. Sie alle dienen dem gleichen Ziel, nämlich der Fortpflanzung von Bäumen in einem bestimmten Waldstück. Saat und Pflanzung erfordern einen menschlichen Eingriff. Das bedeutet, Landwirt:innen pflanzen junge Bäume ein beziehungsweise sie säen die gewünschten Baumarten aus.

Die Naturverjüngung funktioniert dagegen ohne Arbeitsaufwand durch Menschenhand. Schließlich produzieren Bäume Samen und pflanzen sich damit ganz von selbst fort. Dabei kann man, nach der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) zwischen zwei verschiedenen Arten unterscheiden: dem Aufschlag und dem Anflug. Beim Aufschlag landen die Früchte flugunfähiger Samen (zum Beispiel der Eiche oder Rosskastanie) auf dem Boden, während sich die flugfähigen Samen (zum Beispiel von Fichte oder Weiden) in der Luft durch den Wind ausbreiten.

So kann Naturverjüngung gefördert werden

Um die Naturverjüngung zu fördern, müssen Altbäume gefällt werden, die jungen Bäumen den benötigten Lichtbedarf entziehen.
Um die Naturverjüngung zu fördern, müssen Altbäume gefällt werden, die jungen Bäumen den benötigten Lichtbedarf entziehen.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Die Naturverjüngung im Ökosystem Wald bietet einige Vorteile, denn es fallen weder Kosten noch Arbeitsaufwand an. Auch schützen die ausgewachsenen Bäume die Jungbäume vor Hitze, Frost und Trockenheit.

Den fortlaufenden Prozess kann man aber auch aktiv fördern. Diese Maßnahmen bieten sich an:

  • Pflanzung zusätzlicher Baumarten: Mischbestände bilden die ideale Voraussetzung für eine erfolgreiche Naturverjüngung. Durch das Pflanzen weiterer Baumarten kann die Reproduktion unterstützt werden.
  • Bodenbearbeitung: Den Waldboden zu bearbeiten ist wichtig, um eine gute Bodenstruktur, Nährstoff- und Wasserversorgung zu sichern. Dies kann in Form von Forstfräsen oder von Verbrennungen geschehen und kommt dann zum Einsatz, wenn die Bodenvegetation zu dicht ist.
  • Fällen von Altbäumen: Es ist wichtig, Altbäume zu entfernen, die jungen Bäumen das für den Wachstum benötigte Licht nehmen. Nur so kann eine Naturverjüngung auch in der Zukunft gewährleistet werden.
  • Wildtiermanagement oder Schutzmaßnahmen: Eine Naturverjüngung kann durch verschiedene Wildtiere oder schädliche Insekten gefährdet werden. Daher braucht es zum Schutz der Bäume ein ausreichendes Wildtiermanagement. Klappt das nicht, müssen weitere Schutzmaßnahmen wie Zäune, Wuchshüllen oder Baumschutzgitter eingesetzt werden.

Tipp: Bei der Förderung von Naturverjüngung sollten Pestiziden vermieden werden. Diese schädigen nicht nur die Umwelt und unsere Gesundheit sowie die der Tiere, sondern verschlechtern zudem auch den Zustand kranker Bäume.

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