Next Economy Award 2019: Das sind die Finalisten

Foto: (c) Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Der Next Economy Award zeichnet nachhaltige und innovative Start-Ups aus. Wir stellen dir die neun grünen Gründer vor, die in das Finale eingezogen sind.

Next Economy Award: Auszeichnung für grüne Gründer

Am 22. November 2019 verleiht die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. zum fünften Mal den Next Economy Award, Deutschlands größte Auszeichnung für grüne Gründer. Der Award prämiert in drei Kategorien nachhaltige Start-Ups, die Lösungen zu sozialen und ökologischen Problemen präsentieren

Der Next Economy Award wurde 2015 ins Leben gerufen. Er soll eine öffentliche Plattform für Unternehmen und Betriebe  sein, die mit konkreten Vorschlägen drängende Herausforderungen wie den Klimawandel oder den Verlust der Artenvielfalt angehen.

Aus über 140 Bewerbungen wurden neun Unternehmen in den Kategorien „Change“, „People“ und „Resources“ für die Endauswahl nominiert. Wir haben sie uns genauer angesehen.

Kategorie „People“: Das sind die Nominierten für den Next Economy Award 2019

ReHub verbindet Virtual Reality mit Physiotherapie
ReHub verbindet Virtual Reality mit Physiotherapie
(Foto: (c) ReHub GmbH)

Noor Medical UG

Wenn medizinische Geräte nicht steril sind, kann das zu Infektionen nach einem operativen Eingriff führen. In Entwicklungsländern passiert dies noch viel zu häufig. Um Operationen in ländlichen Kliniken im Globalen Süden sicherer zu machen, stellt das Startup Noor Medical unter dem Motto „Safe Surgery Anywhere“ Sterilisationsgeräte bereit.

Ihre Erfindung „Hybriclave“ ist ein Dampfsterilisator für medizinische Instrumente. Er funktioniert mit Solarenergie und ist somit unabhängig vom Stromnetz. Das Gerät kann also auch in Gesundheitseinrichtungen zum Einsatz kommen, denen nicht durchgehend Strom zur Verfügung steht.

ReHub GmbH

Opfer eines Schlaganfalls oder Schädel-Hirn-Traumas haben oft mit schweren Folgen zu kämpfen. Viele sind halbseitig gelähmt, weshalb sie ihren Alltag nicht mehr selbstständig bestreiten können und auf Hilfe angewiesen sind. Damit sie wieder gesund werden können, ist eine intensive und lange Therapie nötig.

Der nächste Nominierte für den Next Economy Award 2019 hat es sich zum Ziel gesetzt, den Reha-Prozess dieser Patienten zu unterstützen – und eine Virtual-Reality-App für selbstständiges Training entwickelt.

Das Ziel der „Rehago„-App von ReHub ist es, dazu beizutragen, dass die Patienten möglichst schnell wieder genesen. Gleichzeitig sollen durch die Anwendung und Erfolge der VR-Therapiemethode Therapeut*innen entlastet sowie Pflege- und Nachsorgekosten gesenkt werden.

Volunteer Vision GmbH

Das Social Startup Volunteer Vision will jungen Menschen auf Jobsuche den Berufseinstieg erleichtern. Deshalb hat es eine Plattform geschaffen, auf der die Arbeitssuchenden mit digitalen Mentor*innen aus der Wirtschaft in Kontakt treten können.

Insbesondere Menschen in stark von Jugendarbeitslosigkeit betroffenen Schwellenländern erhalten dadurch die Möglichkeit, an Mentoring-Programmen teilzunehmen. Sie erhalten Beratung, ohne Anfahrts- und Reisekosten tragen zu müssen. Das Programm beinhaltet eLearning-Formate sowie ein Live-Training über Mentoring-Methoden, Zielgruppen-Verständnis und digitale Kommunikation. Mittels eines Algorithmus werden anschließend passende Teilnehmer/innen verbunden.

Kategorie „Change“: Das sind die Nominierten für den Next Economy Award 2019

betterECO geht einen neuen Weg im Bereich Entwicklungshilfe
betterECO geht einen neuen Weg im Bereich Entwicklungshilfe
(Foto: (c) betterECO GmbH)

betterECO GmbH

Das Berliner Start-up betterEco sucht nach neuen Quellen für Rohstoffe aus ökologischer Landwirtschaft – vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dafür stellt es eine Plattform zur Verfügung, auf der Käufer und Produzenten direkt miteinander in Kontakt treten können.

Davon profitieren auch die Produzenten vor Ort: Diese erhalten über die Plattform auch Zugang zu nachhaltigen Technologien und Produktionsanlagen. Außerdem können Farmer und Unternehmer je nach Nachfrage produzieren. So finden die Produkte immer einen Abnehmer und die Unternehmen haben eine Planungs- und Finanzierungssicherheit.

cirplus GmbH

Auch cirplus ist für den Next Economy Award 2019 nominiert. Das Start-Up stellt sich eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: Plastikmüll. Das Start-Up hat dafür eine globale Handelsplattform für recycelte Kunststoffe und Plastikabfälle aufgebaut.

Dort können sich Kunststoffverarbeiter und Entsorgungsfirmen vernetzen, um einen geschlossenen Kreislauf für Kunststoffe zu schaffen. Auf diese Weise will das Startup verhindern, dass Plastikmüll in die Umwelt gelangt.

right. based on science UG

Das Datenanbieter-Start-Up right. based on science hat eine App entwickelt, die Unternehmen dazu anstoßen soll, sich ihrer ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen. Mit dem XDC Modell kann berechnet werden, wie hoch der Beitrag eines Unternehmens zur globalen Erderwärmung ist.

Genauer gesagt: Um wie viel Grad sich die Erde erwärmen würde, wenn jedes Unternehmen so wirtschaften würde, wie das analysierte. Die Software soll unter anderem von Unternehmensberatern eingesetzt werden.

Kategorie „Resources“: Das sind die Nominierten

Hinter der wasserneutral GmbH verbergen sich drei Naturkosmetik- und Hygienemarken
Hinter der wasserneutral GmbH verbergen sich drei Naturkosmetik- und Hygienemarken
(Foto: (c) wasserneutral GmbH)

ECOFARIO GmbH

Mikroplastik verschmutzt nicht nur die Umwelt, sondern ist auch eine Gefahr für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Besonders problematisch ist, dass sich an der Oberfläche der winzigen Plastikteilchen Gift- und Schadstoffe anheften. Herkömmliche Kläranlagen können Mikroplastik nicht aus dem Wasser herauszufiltern, wodurch es mit dem gereinigten Wasser wieder zurück in die Umwelt gelangt.

Dieses Problem geht das Münchener Startup Ecofario an: Mit der Ecofario-Technologie können Kläranlagen auch sehr kleine Partikel wie Mikroplastik herausfiltern. Die Partikel werden zusammen mit dem Klärschwamm verbrannt. So will das Start-Up verhindern, dass die Partikel und vor allem die anhaftenden Gift- und Schadstoffe wieder in die Umwelt gelangen.

Mehr Informationen: Neue Erfindung: So will dieser Münchener unsere Flüsse und Seen von Mikroplastik befreien

PYDRO GmbH

Weltweit gehen täglich 45 Mrd. Liter Wasser durch Leckagen und Rohrbrüche unter hohem Energie- und Kostenaufwand verloren. Rohrschäden und Wasserverluste werden zum Großteil durch Drucküberschüsse hervorgerufen. Das will PYDRO verhindern. Mit intelligenten Wasserrohrsystemen plant das Start-Up, Wasserverluste zu minimieren und gleichzeitig Energie zu sparen.

PYDROs Mess- und Regelungssysteme messen und regulieren den Druck, mit dem Wasser durch die Wasserrohrleitungen fließt. Zu viel Druck führt nämlich dazu, dass mehr Wasser aus der Leitung kommt als nötig. Außerdem erzeugen die Systeme aus dem Durchfluss in Wasserrohrleitungen elektrische Energie, die für den eigenen Betrieb genutzt werden kann. Jede eingesetzte Messstelle kann dazu beitragen, 2,7 Kubikmeter Wasser pro Tag einzusparen.

wasserneutral GmbH

Auch das Start-Up wasserneutral ist für den Next Economy Award 2019 nominiert. Es produziert unter der Eigenmarke HYDROPHIL Hygieneprodukte wie Seifen, Bambuszahnbürsten und Wattestäbchen. Das Besondere: Die Produkte sind fair, vegan und vor allem wasserneutral.

Als „wasserneutral“ bezeichnet das Unternehmen Artikel, die sowohl in der Produktion als auch in der Nutzung nur minimal Wasser verbrauchen und nicht zu Wasserverschmutzung führen. So nutzt das Startup für seine Zahnbürsten beispielsweise zertifizierte Naturfarben, die ökologisch abbaubar sind und kein Risiko für Mensch oder Natur bedeuten.

Neben der Eigenmarke HYDROPHIL gehören zwei weitere Marken zu wasserneutral: Zum einen Lamazuna, die sich auf handgemachte, feste Naturkosmetik spezialisiert hat. Zum anderen TIO, welche ressourcenschonende Reisezahnbürsten produziert.

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