Kaffee-Kooperative: dieses Fairchain-Startup geht weiter als Fair-Trade

Fairchain-Kaffee: Café de Maraba von Kaffee-Kooperative
© Kaffee-Kooperative.de

Beim Café de Maraba der Kaffee-Kooperative gehts noch fairer zu als sonst: Nicht nur der Kaffee selbst kommt aus fairem Handel, auch die Wertschöpfung verlagert sich dank „Fairchain“ in die kaffeeproduzierenden Länder. 

Bei Fairchain geht es darum, den Produktionsprozess von Waren weitgehend im Herkunftsland der Rohstoffe anzusiedeln. Ein Beispiel dafür ist die von uns vorgestellte Fairafric-Schokolade, ein anderes, neues Beispiel der Café de Maraba von der Kaffee-Kooperative, der von der Bohne bis zur Röstung in den Kaffee-Ländern produziert wird.

Warum „nur fairer“ Kaffee nicht genug ist

Für viele unserer Produkte importieren unsere Unternehmen Rohstoffe aus dem Ausland. Das ist auch im fairen Handel der Fall: Kaffee zum Beispiel importiert man meist als Bohne aus den Entwicklungsländern und veredelt ihn durch Röstung oder andere Bearbeitungsschritte in den Industrienationen.

Das ist schon fairer als konventioneller Handel, denn Fairtrade achtet darauf, dass die Produzenten dabei durch gesicherte Preise und langfristige Zusammenarbeit nachhaltiger produzieren und von ihrer Arbeit wirklich leben können – lies dazu Warum sollte man eigentlich Fair-Trade-Kaffee trinken?

Der Kaffee kommt aus der Musasa Dukundekawa Kaffee-Kooperative
Der Kaffee kommt aus der Musasa Dukundekawa Kaffee-Kooperative (© Kaffee-Kooperative.de)

Doch auch diese Art des fairen Handels lässt sich kritisieren. Zum Beispiel verdienen die Supermärkte, die Fairtrade-Schokolade verkaufen, immer noch mehr Geld als die anderen am Produktionsprozess beteiligten Gruppen – sie verhalten sich weiterhin „unfair“ und engagieren sich nicht im fairen Handel, jedenfalls nicht über die Bestückung eines Verkaufsplatzes hinaus.

Zugleich ändert auch traditioneller fairer Handel wenig daran, dass die Erzeugerländer stets auf die Rolle reiner Rohstofflieferanten reduziert werden. In Folge dessen bauen sie keine eigenen verarbeitenden Industrien auf.

Fairchain bei der Kaffee-Kooperative

Hier setzt die Idee der „Fairchain“ an: Fairchain fordert von den Produzenten, ihre Waren vollständig selbst zu fertigen – und unterstützt sie dabei auch. Das erhöht nicht nur deren Einkommen, sondern schafft auch neue Arbeitsplätze und Wirtschaftskreisläufe sowie transparente, stabilere Preise und bringt die Erzeuger in bessere Verhandlungspositionen.

Allan Mubiru, Xaver Kitzinger riefen die Kaffee-Kooperative ins Leben
Allan Mubiru und Xaver Kitzinger riefen die Kaffee-Kooperative ins Leben (© Kaffee-Kooperative.de)

Die gesamte Wertschöpfung in der Produktion verbleibt bei Fairchain im Anbauland. Nach Schätzungen steigert Fairchain so die Wertschöpfung im Produktionsprozess auf Erzeugerseite von typischerweise maximal 15 Prozent auf bis zu 50 Prozent.

Die lokale Verarbeitung schafft im Produktionsland Arbeitsplätze außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors. Weil die Preise von Endprodukten weniger schwanken als die für Rohstoffe, sorgt Fairchain für stabilere Einkommen in den Anbauländern. Und durch die Förderung der lokalen Wirtschaft sinkt die Abhängigkeit von Entwicklungshilfen.

Utopia meint: Kaffee ist ein Milliardenmarkt, an dem die Kakaobauern immer noch unfair wenig verdienen. Fairtrade-Kaffee und Direct Trade Kaffee bieten Möglichkeiten, diese Probleme zu reduzieren. Fairchain geht noch weiter: Indem die Kaffee-Kooperative ihren Café de Maraba von 1500 Kleinbauern, die sich in der auch Fairtrade-zertifizierten Musasa Dukundekawa Kaffee-Kooperative organisiert haben, komplett in Afrika produzieren lässt, verbessern sich hoffentlich die Lebensbedingungen aller an der Produktion beteiligten Menschen – fairer lässt sich Kaffee kaum denken.

Der Kaffee von Kaffee-Kooperative wird nach Firmenangaben so verkauft, wie er in der fertigen Verkaufsverpackung von der Rösterei geliefert wird – „Made in Rwanda“:

  • Kaffee-Kooperative Café de Maraba
    Kaffee-Kooperative Café de Maraba (Foto: Kaffee-Kooperative)

    1 kg Kaffee-Bohnen kostet ab 19,99 Euro, 1 kg Kaffee gemahlen ab 21,20 Euro, 1 kg Espresso-Bohnen ab 24,99 Euro – jeweils inklusive Versandkosten.

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  • Du kennst ihn schon? Bewerte den Kaffee Café de Maraba in unserer Bestenliste Bestenliste: Bio-Kaffee & Fair-Trade-Kaffee

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(3) Kommentare

  1. Hallo fosko,

    hier ist Melanie von Kaffee-Kooperative.de. Ohne Rösten und Verpacken wird nur eine grüne, ungenießbare Bohne exportiert. Die Erzeuger haben keinen Bezug zum Produkt und auf wirtschaftlicher Ebene findet keine Innovation statt. Mit Rösten und Verpacken wird in Ruanda ein komplettes, genießbares Produkt gefertigt, mit allem was dazu gehört: Qualitätskontrolle, Finden der perfekten Röstkurve, Vermarktbarkeit, Kosten- und Profitabilitätskalkulationen. Also viel mehr als die 20-30% mehr Wertschöpfung, die im Land bleibt, vor allem auch die Möglichkeit kein reiner Rohstofflieferant zu sein.

  2. Wie wichtig das ist, daß im Land geröstet wird, war auch kürzlich im Spiegel sehr gut raus gearbeitet:
    http://www.spiegel.de/spiegel/kaffee-die-bittere-wahrheit-ueber-unser-lieblingsgetraenk-a-1168626.html
    Der Artikel ist kostenpflichtig, rentiert sich aber.

    Wenn der Kaffee im Land weiter verarbeitet werden und dann exportiert werden soll, ist es sehr wichtig, daß die Produzenten und Verarbeiter vor Ort mehr Einblick bekommen, welche Ansprüche z.B. der deutsche Markt bezüglich Etikettierung, einheitliche Chargen ect. hat.
    Es war im Artikel raus gearbeitet, daß die Verarbeiter dazu Gelegenheit bekommen müssen, die Warenströme in den Zielländern zu beobachten.

    Wäre das nicht eine Chance z.B. für Flüchtlinge aus Äthiopien die irgendwann in ihr Land zurück kehren und dort berichten und aktiv werden könnten?
    Gesetzt den Falles, daß sich an ihrer persönlichen Situation und Bedrohung etwas geändert hat.

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