Nose-to-Tail: Das bedeutet das Konzept der Ganztiernutzung

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Das Nose-to-Tail-Konzept sieht vor, ein Tier aus Respekt möglichst vollständig zu verwerten. Wie das genau funktioniert und warum auch dieser Ansatz ökologisch problematisch bleibt, erfährst du hier.

Was bedeutet Nose-to-Tail?

Die Anhänger:innen des Nose-to-Tail-Konzepts betonen, dass wir möglichst viele Teile von geschlachteten Tieren weiterverwenden sollten – am besten von „Kopf bis Schwanz“. Viele Fleischesser:innen wollen heute dagegen nur noch die sogenannten Edelteile von Tieren essen. Das sind zum Beispiel Lende, Keule oder Rücken.

Andere Schlachtprodukte wie Kopf, Füße oder Innereien findet man mittlerweile nur noch selten. Das Problem dabei: Laut NABU macht das Gewicht von Innereien immerhin ein Fünftel aller Schlachtprodukte aus. Da sie kaum noch gekauft und gegessen werden, landen sie als Nebenprodukte entweder im Müll oder werden im besten Fall noch zu Hundefutter verarbeitet.

Befürworter:innen der Nose-to-Tail-Küche kritisieren, dass wir essbare Teile geschlachteter Tiere gedankenlos wegwerfen. Aus Respekt vor dem Tier und den wertvollen Ressourcen, die in die Tierhaltung geflossen sind, sollten wir es möglichst vollständig verwerten.

Nose-to-Tail: Rezeptideen

Bei Nose-to-Tail werden auch Zunge, Kopf, Füße und Innereien geschlachteter Tiere verwertet.
Bei Nose-to-Tail werden auch Zunge, Kopf, Füße und Innereien geschlachteter Tiere verwertet. (Foto: CC0 / Pixabay / ReinhardThrainer)

Früher standen Innereien, Zungen, Köpfe und Co. deutlich häufiger auf dem deutschen Speiseplan. Deshalb finden sie sich vor allem in alten, traditionellen Rezepten. Zu diesen gehören zum Beispiel:

  • Blutwurst (etwa Bestandteil des Gerichts „Himmel und Erde“)
  • gebackener Kalbskopf
  • Leber Berliner Art (mit Apfelscheiben und Zwiebeln)
  • Bauerngulasch mit Innereien
  • Flecke süß-sauer (meist Innereien vom Rind)
  • Gekochte Rinderzunge
  • Leberknödel
  • Kuttelsuppe

Egal ob Lende oder Kopf: Deshalb bleibt Fleisch problematisch

Auch bei Nose-to-Tail bleiben tierische Produkte ein ökologisches Problem.
Auch bei Nose-to-Tail bleiben tierische Produkte ein ökologisches Problem. (Foto: CC0 / Pixabay / AveCalvar)

Die Idee, ein geschlachtetes Tier möglichst vollständig zu verwerten, hat zwar einen nachhaltigen Ansatz. Sie ändert jedoch nichts an der problematischen Klimabilanz von tierischen Produkten. Wir verschwenden für die Produktion von Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Käse wertvolle Ressourcen: Laut WWF müssen für ein Kilo Rindfleisch zwischen fünf und 20 Kilo Futtermittel produziert und verfüttert werden. Auch viel Wasser und viel Fläche sind für die Tierhaltung nötig. Da Menschen immer mehr Naturflächen für die Landwirtschaft nutzbar machen, kommt es zu Rodungen, bei denen Anwohner:innen, Tiere und Pflanzen ihren natürlichen Lebensraum verlieren.

Zudem werden Futtermittel in der Regel importiert, müssen damit lange Transportwege nach Deutschland zurücklegen und verursachen hohe Mengen an CO2-Emissionen. Da Rinder zusätzlich das Treibhausgas Methan produzieren, sind Rinderprodukte besonders klimaschädlich. Mehr dazu erfährst du hier: Diese 6 Lebensmittel sind am schlimmsten fürs Klima.

Hinzu kommt, dass die konventionelle Tierhaltung kaum moralisch vertretbar ist: Die Grundbedürfnisse der Tiere werden hier komplett zurückgedrängt. Tiere leiden an Platzmangel, Depressionen, Krankheiten und Verletzungen und müssen vor der Schlachtung oft sogar noch qualvolle Tiertransporte über sich ergehen lassen.

Nicht selten sterben dabei Tiere, bevor sie überhaupt im Schlachthof ankommen. Um eine artgerechte Haltung zu garantieren, solltest du deshalb auf Bio-Produkte zurückgreifen. Was die jeweiligen Bio-Siegel bedeuten und auf welche Aspekte sie besonderen Wert legen, erfährst du hier: Bio-Siegel im Vergleich: Was haben die Tiere von Bio-Tierhaltung?

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