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Tiefkühl-Kräuter bei Öko-Test: Einige Marken enthalten krebserregende Pflanzengifte

Fotos: Öko-Test

Wer auch im Winter Suppen und Salaten etwas mehr „Grün“ verleihen möchte, greift gern zu Tiefkühl-Kräutermischungen. Unbestritten sind diese praktisch – aber sind sie auch gesund und frei von Schadstoffen? Öko-Test hat 17 Produkte untersuchen lassen und kann viele – aber nicht alle – empfehlen.

Petersilie und Schnittlauch über die dampfende Suppe gestreut – das sorgt gerade im Winter für einen frischen Geschmack und einen kleinen Vitaminkick. Besonders praktisch sind dafür Tiefkühl-Kräutermischungen. Doch sind diese auch gesund? Öko-Test hat knapp 20 TK-Kräuter ins Testlabor geschickt.

Öko-Test: Nicht alle Tiefkühl-Kräutermischungen sind empfehlenswert

Die Verbraucherschützer:innen ließen 17 TK-Kräutermischungen im Labor prüfen, acht Produkte tragen ein Bio-Siegel. Auf der Testliste stand die mikrobiologische Qualität der Kräuter, um mögliche Belastungen mit Keimen oder Bakterien zu finden.

Auch auf die Pflanzengifte Pyrrolizidinalkaloide (PA) prüften die Tester:innen die Produkte sowie auf Pestizide und Schwermetalle. Das Labor analysierte zudem, ob die Kräuter Rückstände aus Reinigungsmitteln wie Perchlorat und Chlorat enthalten und ob das Verpackungsmaterial chlorierte Verbindungen enthält.

Die Testergebnisse sind insgesamt erfreulich: Von 17 TK-Kräutermischungen sind dreizehn „gut“ oder „sehr gut“. Vor allem die Bio-Kräuter konnten punkten. Doch in einigen Produkten fand Öko-Test Schadstoffe.

Öko-Test findet krebserregende Pflanzengifte in mehreren Tiefkühl-Kräutern

 Das Labor wies in drei Kräutermischungen Pyrrolizidinalkaloide (PA) nach. Diese Schadstoffe bilden einige Pflanzen und Pilze, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Für uns Menschen sind die Pflanzengifte gefährlich: Sie schädigen Organe wie die Leber. In Tierversuchen erwiesen sich PA laut Öko-Test als krebserregend und erbgutschädigend.

Die Tiefkühlprodukte „Edeka Bio 8 Kräuter“ und „Frosta 8-Kräuter“ fallen wegen stark erhöhter PA-Werte mit „mangelhaft“ im Test durch.

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Stellt sich die Frage: Wie gelangen die Pflanzengifte in die Kräutermischungen? Bei den beiden genannten Testverlieren hat Öko-Test den Grund gefunden: Borretsch. Das Küchenkraut produziert selbst ein Pyrrolizidinalkaloid. Um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen, lautet der Rat von Öko-Test: Schwangere und Kinder sollten Kräutermischungen ohne Borretsch essen. In anderen Fällen landen die Pflanzengifte meist durch mitgeerntete Beikräuter, die PA bilden, im Produkt.

Öko-Test: Pestizide nur in konventionellen Kräutermischungen

Auch bei der Suche nach Pestiziden wurde das Testlabor leider fündig. In allen neun konventionellen Kräutermischungen wies Öko-Test zumindest in Spuren Pestizide nach. Die acht Bio-Produkte dagegen waren frei von Pestizidrückständen.

Frische Kräuter bringen viele Vitamine und Mineralstoffe, aber auch Tiefkühl-Kräutermischungen haben viel Aroma. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Bei Salmonellen gibt das Testlabor Entwarnung, ebenso bei Bakterien und Keimen. Lediglich in einem Bio-Produkt steckt der Keim Bacillus cereus, der laut Öko-Test unangenehme Infekte des Magen-Darm-Trakts verursachen kann. Ein möglicher Grund für den Keim ist mangelnde Hygiene.

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Die Testsieger bei den Tiefkühl-Kräutermischungen

Erfreulicherweise bleibt durch das Schockfrosten der Kräuter ein Großteil der Vitamine und Mineralstoffe sowie auch das Aroma erhalten. Bei den Bio-Produkten im Test stimmte obendrein die Herkunft der Kräuter; sie stammen aus Deutschland und der EU. Konventionelle Hersteller dagegen beziehen ihre Kräuter teils aus China und Indien.

Zu den „sehr guten“ Testsiegern bei Öko-Test gehören:

  • Ökoland Kräuter Italienische Art
  • Rewe Bio 6-Kräuter
  • Bio Bio Kräuter Italienische Art (Netto)
  • K-Bio 6-Kräuter (Kaufland)
  • All Seasons 8 Kräuter (Aldi)

Die beiden Iglo-Produkte im Test erzielen immerhin eine „gute“ Gesamtnote, ebenso der „Bofrost Kräutergarten Mediterran“.

Alle Testergebnisse kannst du in der Ausgabe 01/23 oder auf ökotest.de nachlesen.

Der Zubereitungstipp von Öko-Test lautet: Die gefrorenen Kräuter direkt aus der Schachtel über das Essen streuen. Wer die TK-Kräuter auftauen lässt, verliert an Geschmack. Zudem können sich Keime schneller vermehren.

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