Wildkräuter sammeln, bestimmen, essen: 11 Tipps

Foto: © Annett Seidler - Fotolia.com

Nicht nur im Frühling und Sommer ist Wildkräuter sammeln angesagt: Auch im Winter findest du draußen wilde Kräuter. Sie schießen förmlich aus dem Boden, am Wegesrand, im Wald und auf Wiesen. Sie sind lecker und obendrein ein Gesundheitskick für deinen Körper. Hier 11 Dinge, die du über Wildkräuter wissen solltest.

Wildkräuter sind per Definition einerseits krautige Pflanzen, die zum Verzehr geeignet und andererseits nicht züchterisch bearbeitet wurden. „Krautig“ heißt dabei, dass die Pflanzen nicht verholzen. Einige von ihnen sind zugleich Heilkräuter, bei ihnen gilt eine positive gesundheitliche Wirkung als belegt.

Viele wertvolle Wildkräuter gelten außerdem zu Unrecht als „Unkräuter“ – lies dazu auch den Beitrag 10 Unkräuter, die man essen kann.

1. Wildkräuter sammeln: Nicht alle Wildpflanzen sind essbar!

Beim Wildkräuter sammeln sollte man aufpassen: Nicht alles, was wie wildes Kraut aussieht, ist auch genießbar! So wird der essbare Bärlauch manchmal mit den Giftpflanzen Maiglöckchen und Aronstab verwechselt. Ähnlich besteht Verwechslungsgefahr zwischen Sauerklee und giftigem Buschwindröschen, Wacholder und Sadebaum. Auch sollte das Scharbockskraut, das unter Obstbäumen oder im Wald zu finden ist, ab seiner Blüte nicht mehr gegessen werden.

Zur Vermeidung von Verwechslungen empfehlen sich bebilderte Ratgeber in Buchhandel und Internet. Eine gute Einführung bieten aber auch die Community-Beiträge Wildkräuter für die Küche 1, Teil 2, Teil 3.

2. Wildkräuter sammeln – auch im Winter.

Wildkräuter bestimmen
Vorsicht im Frühling: Die giftigen Maiglöckchen lassen sich leicht mit Bärlauch verwechseln. (Foto: © neurovelho unter CC BY-SA 3.0)

Wenn nicht gerade eine dicke Schneedecke liegt, kannst du selbstverständlich auch im Winter wilde Kräuter finden. Typische Kandidaten sind

  • Gänseblümchen blühen das ganze Jahr über und sind reich an Vitamin C, Magnesium und Eisen.
  • Löwenzahn treibt sehr früh aus. Vor allem am Ende eines milden Winters bilden sich schon bald frische Blätter, die reich an Vitamin A und C sind. Wenn du genügend Blätter lässt sich daraus ein frischer Salat zaubern, auch im Smoothie machen sich die Blätter gut.
  • Klee eignet sich gut als Ergänzung im Salat oder Smoothie.
  • Brennnesseln wachsen sehr schnell, sobald der Schnee verschwindet.

Weitere auch im Winter oder am Winterende schon sprießende Wildkräuter sind die Echte Nelkenwurz, Pfennigkraut, Vogelmiere und Labkraut.

3. Sie sind lecker, etwa als Wildkräutersalat.

Wildkräuter sammeln lohnt: Brennnessel passt z.B. in einen Wildkräutersalat
Brennnessel ( „Nützliches Unkraut“ von Thomas Kohler unter CC-BY-2.0 )

Hat man die richtigen Kräuter gesammelt, lassen sie sich zu schmackhaften Speisen verarbeiten. In einem Wildkräutersalat machen sich Gänseblümchen und Löwenzahnblätter gut, aus Bärlauch lassen sich schmackhafte Suppen oder Wildkräuterpesto zaubern, die Brennnessel läßt sich wie Spinat verwenden. Auch als Tee oder Grüner Smoothie erobern Kräuter die moderne Küche. Wer es milder mag, kann sie zu Kräuterbutter, Frischkäse und Eierspeisen hinzufügen.

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4. Wildkräuter sammeln und aufbewahren.

Wildkräuter sammeln ist schön und gut, aber wie hebt man sie auf? Eigentlich wie Salat und Gemüse: Die meisten Kräuter lassen sich für einige Tage in verschlossenen Brotboxen aus Metall oder Glas im Kühlschrank aufbewahren. Außerdem lassen sie sich, in Bündeln kopfüber aufgehängt, trocknen. Wer ein Dörrgerät besitzt, kann die Pflanzen auch damit haltbar machen. Blütenknospen und andere Pflanzenteile lassen sich einlegen und machen sich auch hervorragend als kleines Geschenk.

5. Wildkräuter sind besser als manche Medizin.

Viele Pflanzen können, ob sie Heilkräuter sind oder nicht, als Hausmittel verabreicht werden. Dazu werden sie in verschiedensten Formen verarbeitet, wie etwa als Pulver, Tee, Saft, Sirup, Salbe, Öl oder Tinktur. Löwenzahn lässt sich etwa zur Förderung der Verdauung einsetzen, Giersch hilft bei Gicht, Spitzwegerich gegen Husten.

6. Wildkräuter strotzen vor Mineralien.

Einen einfachen Kopfsalat und sogar das Superfood Grünkohl stellen Wildkräuter weit in den Schatten. Enthält der Grünkohl etwa 490 Milligramm Kalium pro 100 Gramm, kommt das unscheinbare Gänseblümchen auf 600. Die Brennnessel enthält dreimal so viel Kalzium und viermal so viel Eisen wie Grünkohl. Außerdem bietet sie zweimal so viel Magnesium wie Grünkohl und sechsmal so viel wie Kopfsalat.

7. Wilde Kräuter sind reich an Vitaminen.

Viele Wildkräuter sind reich an Vitaminen. Brennnessel, Wiesenknopf und Gänse-Fingerkraut enthalten mehr Vitamin C als etwa die Kulturpflanzen Grünkohl, Brokkoli und Rosenkohl. Ähnlich verhält es sich mit Vitamin A und auch mit dem Eiweißgehalt. Einen Wildkräutersalat zu essen ist also auf jeden Fall besser, als sich Functional Food und schwindelige Vitamin-Produkte anzutun.

8. Wildkräuter enthalten viele bioaktive Pflanzenstoffe.

Wildkräuter bestimmen: einfach nur beim Löwenzahn
Löwenzahn ("Geschütztes Plätzchen" von onnolaunterCC-BY-2.0)

Wegen ihrer vielen Inhaltsstoffe schmecken sie aromatischer und würziger als Anbauprodukte und können dabei helfen, Krankheiten zu heilen oder ihnen vorzubeugen. So fördern enthaltene Bitterstoffe eine gesunde Darmflora und schützen vor Pilzbefall. Bitterstoffe sind vor allem in Löwenzahn, Schafgarbe und Gänseblümchen zu finden. Flavonoiden wird der Schutz gegen freie Radikale zugeschrieben, sie sind etwa in Frauenmantel und Wegerich zu finden. Die Gerbstoffe in Wundermann, Scharbockskraut und Blutweiderich hemmen Entzündungen, Durchfälle und Hauterkrankungen. Daneben sind auch Saponine, Kieselsäure, ätherische Öle und vieles mehr reichlich in Wildkräutern zu finden.

9. Wildkräuter bestimmen

Ob auf Wiesen oder Äckern, in Flussauen oder Wäldern – wilde Kräuter kannst du fast überall finden und sammeln. Vor dem Verzehr solltest du sicherheitshalber die Wildkräuter bestimmen.

Hilfreich sind dabei Fachbücher wie „Essbare Wildpflanzen bestimmen“ von Fleischhauer, Guthmann und Spiegelberger, zu haben z. B. bei Buch7, Ecobookstore, Amazon.

Auch Websites helfen beim Wildkräuter bestimmen, etwa Pflanzenbestimmung.info und die Gartendatenbank. Auch gibt es Apps für iOS und Android.

10. Wildkräuter kaufen?

Praktisch ist auch ein eigener Kräutergarten, der Teil des Naturgarten werden kann. Da wilde Kräuter besonders robust gegenüber schlechter Witterung und Schädlingen sind, brauchen sie kaum Pflege. Mittlerweile gibt es auch Spezialversender, bei denen man Wildkräuter kaufen kann. Auch Apotheken und Reformhäusern bieten sie an, teils als Pulver.

Die eigene Ernte garantiert natürlich die frischesten Kräuter – und macht auch mehr Spaß.

11. Wildkräuter sind wieder im Trend!

Wurde man noch vor ein paar Jahren als Querkopf und Romantiker abgetan, wenn man wilde Kräuter pflückte, so erfahren sie heute einen regelrechten Boom. Immer mehr Menschen interessieren sich für diese zu Unrecht vergessenen regionalen Superfoods, die man nicht so schnell im Supermarkt findet und die viele für Unkräuter halten. Wer heute Wildkräuter als Bestandteil seiner Küche und Medizin sieht, ist wieder in, profitiert gesundheitlich und hat obendrein etwas Leckeres zu essen! Also nichts wie raus an die frische Luft – und Wildkräuter sammeln!

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