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Öko-Test untersucht Walnüsse: Ein wichtiges Problem wurde nicht bewertet

Öko-Test hat 20 Walnuss-Sorten auf Inhaltsstoffe sowie auf Geruch und Geschmack untersucht.
Foto: Öko-Test

Wer mit Walnüssen bäckt, sollte aufpassen: Die Tester:innen von Öko-Test haben zwar nur in wenigen Sorten Mineralölbestände oder Weichmacher gefunden, doch viele Walnüsse schmecken einfach nicht. Wo die Nüsse herkommen, hat Öko-Test nicht bewertet.

Winterzeit ist Backzeit und für zahlreiche Rezepte sind Walnüsse unerlässlich. Das wissen auch die Tester:innen von Öko-Test und haben die beliebte Zutat genauer untersucht – sowohl auf Inhaltsstoffe als auch auf Geruch und Geschmack. Die Ergebnisse des Walnuss-Tests im Überblick:

  • Zwölf von 20 Walnusskernen sind „sehr gut“, darunter das Produkt von Seeberger (5,00 Euro pro 200 Gramm).
  • Drei weitere Marken haben mit „gut“ abgeschnitten, eine mit „befriedigend“.
  • Bei drei Produkten reicht es nur für „ausreichend“, eine ist mit „mangelhaft“ durchgefallen.

Walnuss-Geschmackstest: Von Pappe bis Lösungsmittel

Besonders erfreulich ist, dass alle getesteten Bio-Walnüsse im Inhaltsstoff-Test mit „sehr gut“ abschnitten. Beim Geschmack gab es aber auch bei Bio-Produkten Abzüge: Die halben Walnusskerne von Rapunzel (5,98 Euro pro 200 Gramm) schmecken laut Öko-Test teilweise stark bitter und ein wenig nach Pappe, was an der Verpackung liegen könnte. Außerdem fehlt ein Hinweis auf Erstickungsgefahr für Kinder. Insgesamt kommt das Produkt deshalb nur auf ein „befriedigend“.

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Andere Sorten sind durch den Sensorik-Test gefallen, weil sie im Geruch und Geschmack deutlich an Lösungsmittel beziehungsweise Malerfarbe erinnerten. Öko-Test mahnt: „Ein leicht oder sogar deutlich bitterer Geschmack ist typisch für Walnüsse und kein Mangel“ – starke Bitterkeit oder fremde Geschmacksnoten sollten die Nüsse aber nicht haben. Wenn in einer Packung einzelne Nüsse schlecht schmecken oder riechen, sollte man sie nicht essen.

Öko-Test findet Weichmacher und Mineralöl in Walnüssen

Walnussaufstrich
Nüsse werden häufig von bestimmten Schimmelpilzarten befallen. Die getesteten Sorten waren jedoch frei davon. (Foto: CC0 / Pixabay / maxmann)

Walnüsse gelten als gesund – allerdings solltest du beim Kauf trotzdem aufpassen. In manchen Walnüssen hat Öko-Test erhöhte oder leicht erhöhte Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) gefunden. Davon war unter anderem die Marke Gut&Günstig (1,99 Euro pro 200 Gramm) von Edeka betroffen. MOSH sammeln sich in Organen an. In Tierexperimenten hatten sie zu Ablagerungen und Entzündungen in der Leber geführt. Die Wirkung auf den Menschen ist wegen unzureichender Datenlage noch nicht geklärt.

Nicht weniger unappetitlich: Eine Sorte Walnüsse, Farmer‘s Snack Feinste Walnusskerne, enthält einen Weichmacher (DEHP), der als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wird – und das in Mengen, die Öko-Test als erhöht bewertet.

Die einzig gute Nachricht: Schimmelpilzgifte haben die Tester:innen nicht gefunden. Dabei werden Nüsse häufig von bestimmten Schimmelpilzarten befallen, davor hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLV) letztes Jahr gewarnt. Deren Produkte können bei Menschen zum Beispiel die Entstehung von Krebs begünstigen, Nieren und Leber schädigen oder das Immunsystem beeinträchtigen.

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Utopia meint: Keine Walnusssorte war regional

Die Preisspanne der Walnüsse im Test reicht von 1,99 Euro bis 7,06 Euro für 200 Gramm. Die Testergebnisse von Öko-Test zeigen: Es kann sich lohnen, bei Nüssen mehr zu investieren, zum Beispiel in ein Bio-Produkt. Doch auch ein paar günstige Produkte zählen zu den Testsiegern.

Was Öko-Test nicht bewertet hat, ist der Produktionsort. Kein einziges Produkt wurde in Europa produziert, dabei sind die Nüsse auch hier heimisch. Die Produktionsländer Moldawien (z. B. Rapunzel) und die Ukraine liegen noch am nächsten an Deutschland – die meisten untersuchten Produkte stammen aber aus Kalifornien (z. B. Seeberger, Gut&Günstig) oder den USA und müssen weite Wege zurücklegen, ehe sie bei uns im Supermarkt landen.

Alle Details findest du im Öko-Test Magazin 11/2021 sowie online auf www.ökotest.de.

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