Pangasius: 5 gute Gründe gegen den exotischen Speisefisch

Pangasius
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Pangasius zählt zu den beliebtesten exotischen Süßwasserfischen, die bei uns auf den Teller kommen. Doch es gibt einige gute Gründe, auf Pangasius zu verzichten. Einer davon: Pangasius ist oft mit Giftstoffen belastet.

Woher kommt der Pangasius?

Pangasius ist ein beliebter Speisefisch
Pangasius ist ein beliebter Speisefisch
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Die tiefgefrorenen, billigen Pangasius-Filets gehören zum Standardsortiment eines Supermarktes. In Deutschland ist er wegen seines fettarmen, grätenlosen Fleisches und des sehr milden Geschmacks beliebt. 2011 haben wir Deutschen 40.000 Tonnen (!)  Pangasius gekauft. Er kommt aber in der Regel nicht aus dem Meer: Pangasius wird fast ausschließlich in Aquakulturen im Mekong-Delta in Südvietnam gezüchtet. Tiefgefroren oder gekühlt landet er in Deutschland als billige Importware in den Geschäften. Dabei ist Pangasius höchst umstritten. Wir zeigen die 5 wichtigsten Gründe gegen den exotischen Fisch.

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Grund 1: Pangasius-Lüge – dieser Fisch ist nicht gesund

Pangasius enthält im Vergleich zu Nüssen kaum Omega-3-Fettsäuren
Pangasius enthält im Vergleich zu Nüssen kaum Omega-3-Fettsäuren
(Foto: CCO / Pixabay / marcelokato)

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, einmal pro Woche Fisch zu essen. Denn Fisch gilt als wichtiger Lieferant für Jod, hochwertiges Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Nur beim Pangasius ist davon nicht viel enthalten: 100 g Pangasius besteht zu 78,1 g aus nährstoffarmem Wasser. Auch die wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind kaum enthalten, denn diese finden sich in fettreichem Kaltwasserfisch. Dazu gehören z.B. Lachs und Makrele, jedoch nicht der fettarme, von tropischen Temperaturen verwöhnte Pangasius. Nüsse, Leinsamen, Lein-, Walnuss- und Rapsöl versorgen den Körper besser mit pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren und halten tatsächlich, was sie versprechen.

Grund 2: Giftiger Pangasius aus Massentierhaltung

Pangasius wird in riesigen Becken auf Fischfarmen im Mekong-Delta gezüchtet. Die konventionellen Aquakulturen sind Massentierhaltung, denn die Becken sind oft überfüllt und dreckig. Krankheitserreger können die Fische unter diesen Bedingungen leicht befallen. Abhilfe sollen Medikamente wie breit wirkende Antibiotika schaffen. Diese werden unter das Futter gemischt, um vorsorglich alle Fische zu behandeln. Gifte wie Algenkiller oder Desinfektionsmittel kommen zusätzlich zum Einsatz. Alle diese für den Menschen schädlichen Stoffen lagern sich im Fleisch der Fische an. Über den Verzehr gelangen sie in unseren Körper.

Bei der Verarbeitung werden die Filets zusätzlich mit Zitronensäure und Phosphat gewaschen. Dies machen die Hersteller gerne, weil so mehr Wasser im Fisch gebunden wird. Dadurch ist der Pangasius bis zu 20 Prozent schwerer und bringt mehr Geld ein.

Das Problem: Während das Wasser nach dem Auftauen des Fisches weg ist, bleibt das Phosphat im Fisch zurück. Konventioneller Pangasius ist also nicht nur nicht gesund, sondern oft auch stark mit Schadstoffen belastet.

Grund 3: Zuchtbecken sind schädlich für Mensch und Tier

Auch Abwässer aus den Aquakulturen verschmutzen den Mekong
Auch Abwässer aus den Aquakulturen verschmutzen den Mekong
(Foto: CCO / Pixabay / einszweifrei)

Am Mekong-Delta entstehen oft kleine, unkontrollierte Zucht-Farmen. Diese lassen die Abwässer aus den Becken in den Fluss fließen. Darin enthalten sind Kot, Medikamente, Krankheitserreger und Chemikalien. Das Abwasser schadet der Flussnatur und den Tieren im Fluss. Für viele Menschen in Südvietnam ist der verschmutzte Mekong die Haupttrinkwasserquelle. Das verunreinigte Wasser schädigt die Menschen und ihren Lebensraum nachhaltig. Auch die Felder am Mekong-Delta sind mit den Schadstoffen belastet, die der Fluss transportiert.

Einige Supermärkte haben inzwischen auf die Kritik reagiert: Carrefour nahm im Januar 2017 Pangasius aus dem Sortiment. Die Auswirkungen auf die Umwelt seien nicht kontrollierbar, lautet die Begründung. Alle Versuche, eine zertifizierte, kontrollierte Lieferkette des Pangasius aufzubauen, waren zuvor gescheitert.

Grund 4: Überfischung und Verschmutzung der Meere

In den Fischernetzen verfangen sich auch seltene Arten, die zu Fischmehl verarbeitet werden
In den Fischernetzen verfangen sich auch seltene Arten, die zu Fischmehl verarbeitet werden
(Foto: CCO / Pixabay / cocoparisienne)

Heute kommt etwa jeder zweite Fisch aus einer Aquakultur – das müsste eigentlich die Meere schonen. Doch die Fische in den Kulturen müssen gefüttert werden und zwar mit Fischmehl. Für die Produktion von Fischmehl werden jährlich viele Tonnen Fisch im Meer gefangen. Diese werden unter hohem Energieaufwand in Fabriken zu Fischmehl verarbeitet. Die Herstellung von Fischmehl aus Sardellen ist erlaubt. Eine Garantie, dass geschützte Fische verschont bleiben, gibt es nicht. Hoffnungsvoll stimmt, dass in manchen Aquakulturen zunehmend pflanzliche Proteine aus Soja, Raps, Kartoffeln, Weizen oder Erbsen verfüttert werden.

Die peruanische Hafenstadt Chimbote ist größter Fischmehlhersteller. Umweltschützer prangern immer wieder große Umweltverschmutzungen des Meeres durch die Abwässer der Fabriken an. Ein Beitrag von ZDF Frontal 21 zeigt dies eindrücklich.

Grund 5: Pangasius-Fische sterben einen grausamen Tod

Doppelt so schnell wie in der Natur sind die Fische nach circa einem halben Jahr „reif“ zum Schlachten. Die Tötungsmethode muss billig sein, denn viele der Farmer machen durch den niedrigen Preis des Fisches bereits Verluste. In manchen Farmen werden die Fische in Tragekörbe geschaufelt und dann lebend zum Schlachtbetrieb gebracht.

Welchen Fisch kann ich noch kaufen?

Siegel helfen zu erkennen, welche Fische unter nachhaltigen Bedingungen gezüchtet werden. Zwei transparente, kontrollierte und unabhängige Siegel sind MSC und ASC.

  • Das Ziel von MSC ist es, „verantwortungsbewusste und umweltfreundliche Fischerei zu fördern, und damit die Überfischung und Zerstörung mariner Ökosysteme durch umweltschädliche Fischereimethoden zu verhindern“.
  • ASC wurde von der Tierschutzorganisation WWF gegründet und zielt speziell auf Aquakulturen ab. Neben ökologischen Vorgaben umfasst das Siegel auch soziale Standards, die sich an den Arbeitsvorschriften der International Labour Organisation (ILO) orientieren.

Dennoch stehen beide Siegel häufig in der Kritik. Unter anderem gibt es immer zertifizierten Fisch, der aus stark überfischten Beständen stammt.

Biomarken wie „Bioland“ oder „Naturland – Wildfisch“ sind oft vertrauenswürdiger. Diese Produkte haben strengere Vorschriften und werden besser kontrolliert.

Tipp: Sowohl Greenpeace als auch der WWF haben einen Einkaufsratgeber entwickelt, der beim Kauf von gutem Fisch hilft. Wie bei Fleisch gilt aber auch bei Fisch: Lieber seltener kaufen und dafür auf guten und gesunden Fisch mit hoher Qualität setzen.

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