Phosphorsäure (E338): Was du über den Zusatzstoff wissen musst

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Phosphorsäure befindet sich in ihrer synthetischen Form unter anderem als Zusatzstoff in einigen Lebensmitteln. Was es genau mit der Säure auf sich hat und wie gefährlich sie für unsere Gesundheit ist, erfährst du hier.

Was ist Phosphorsäure?

Die Phosphorsäure ist eine kohlenstofffreie chemische Verbindung und gehört damit zu den anorganischen Säuren. Sie kommt auf vielfältige Weise in der Natur vor, zum Beispiel in Hülsenfrüchten und Getreide, und dient vielen Lebewesen als wichtige Phosphor-Quelle. Im menschlichen Körper ist Phosphorsäure besonders wichtig für den Stoffwechsel.

Phosphorsäure kann auch synthetisch hergestellt werden. Ausgangsstoff dafür sind in der Regel sogenannte Apatite, also phosphorhaltige Mineralien. Mittels Schwefel-, Salz- oder Salpetersäure wird die Säure aus den Mineralien gelöst und anschließend destilliert. Die Säure selbst ist wasserlöslich, farb- und geruchlos.

Anwendung von Phosphorsäure

Phosphorsäure befindet sich in hohen Mengen vor allem in Cola, aber auch in anderen Erfrischungsgetränken und Limonaden.
Phosphorsäure befindet sich in hohen Mengen vor allem in Cola, aber auch in anderen Erfrischungsgetränken und Limonaden. (Foto: CC0 / Pixabay / evelynlo)

Synthetisch hergestellte Phosphorsäure kommt in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz:

  • Sie dient zum Beispiel als Basis von Dünger, Waschmitteln und Mitteln zur Rostentfernung.
  • In der Zahnmedizin und Kieferorthopädie stellt man mit Phosphorsäure Zahnzement her, reinigt die Zähne und bereitet sie auf die Behandlung vor.
  • In der Lebensmittelindustrie dient die anorganische Säure vor allem als Säuerungsmittel und Säureregulator. Du findest sie als Zusatzstoff insbesondere in Softdrinks, Sportgetränken, Milchpulver, Kaffeeweißer, Sahneerzeugnissen und Milchgetränken. Auf der Zutatenliste ist sie unter der E-Nummer E338 angegeben.

Phosphorsäure: Schädlich für unsere Knochen?

Aus gesundheitlicher Sicht gilt Phosphorsäure als bedenklich. Besonders Cola-Getränke stehen aufgrund ihres hohen Gehalts an Phosphorsäure immer wieder in der Kritik. So besteht der Verdacht, dass ein regelmäßiger Cola-Konsum die Knochen schwächt und so Osteoporose fördert.

Dies liegt daran, dass die anorganische Säure es dem Organismus erschwert, Kalzium aufzunehmen. So reagiert die Säure mit den Kalzium-Molekülen und bildet ein Salz. Das so gebundene Kalzium kann der Körper nicht mehr verwerten.

Besonders Kinder und Jugendliche, die oft mehr Cola und andere Limonaden konsumieren als Erwachsene, sind von dem Problem betroffen. Zudem kann hier ein Kalzium-Mangel schwerere Folgen haben, da sie sich noch in der Wachstumsphase befinden.

Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Phosphorsäure und Osteoporose nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Bei einigen Studien tranken die Probanden vor der Teilnahme regelmäßig kalziumreiche Getränke wie Milch. Während des Untersuchungszeitraums ersetzten sie diese allerdings durch Cola, was der eigentliche Grund für die schwächeren Knochen sein könnte.

Phosphate: Weitere Gesundheitsrisikos

Die gesundheitlich problematischen Phosphate stecken nicht nur in Limonaden, sondern auch in vielen anderen stark verarbeiteten Lebensmitteln.
Die gesundheitlich problematischen Phosphate stecken nicht nur in Limonaden, sondern auch in vielen anderen stark verarbeiteten Lebensmitteln. (Foto: CC0 / Pixabay / Eisenmenger)

Nimmst du dauerhaft zu hohe Mengen an Phosphat zu dir, kann dies weitere gesundheitliche Folgen haben. So wirkt sich eine zu hohe Phosphat-Dosis negativ auf die Funktion der Nieren aus. Besonders nierenkranke Patient*innen sollten daher ihre Phosphat-Aufnahme im Auge behalten.

Das Ärzteblatt warnt jedoch auch Menschen mit gesunden Nieren vor jeglichen Phosphat-Zusätzen und fordert eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung sowie eine klare Kennzeichnung des Zusatzstoffes auf den entsprechenden Lebensmitteln. So haben sich Phosphatzusätze in Tierversuchen als Stoffe entpuppt, die das Auftreten altersbedingter Beschwerden beschleunigen. Dazu gehören neben Osteoporose auch Muskel- und Hautbeschwerden, sowie eine vorzeitige Verkalkung der Herzgefäße.

Dies trifft insbesondere auf synthetische hergestellte Phosphate zu. Natürlich vorkommende Phosphate (zum Beispiel in HülsenfrüchtenNüssen oder Getreide) sind in deutlich niedrigeren Mengen vorhanden und werden vom Körper nicht vollständig aufgenommen. Künstliche Zusätze kann der Organismus deutlich effektiver verwerten, sodass die Phosphatwerte schnell ansteigen.

Um dies zu vermeiden, solltest du insbesondere Fastfood nur in Maßen konsumieren. So verstecken sich künstliche Phosphate nicht nur in Phosphorsäure, sondern auch in vielen weiteren Lebensmittelzusatzstoffen, die häufig als Konservierungsstoffe, Säuerungsmittel oder Emulgatoren dienen. Koche daher am besten selbst mit frischen und vollwertigen Zutaten, vermeide Softdrinks und Limonaden und generell stark verarbeitete Produkte.

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