Schulranzen: 7 Dinge, auf die du beim Kauf achten solltest

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Ein Schulranzen soll den Rücken der Kleinen schonen, gleichzeitig Bücher, Stifte und Brotdose sicher und praktikabel transportieren – und natürlich cool aussehen. Utopia zeigt, was es beim Schulranzen-Kauf zu beachten gibt.

Schulranzen und Sicherheit

Schulranzen darf sich nur nennen, was alle Kriterien der Industrienorm DIN 58124 erfüllt. Eltern sollten beim Kauf deshalb auf diese Auszeichnung achten. Die Norm regelt unter anderem, dass „mindestens 20 Prozent der sichtbaren Flächen der Vorder- und Seitenteile aus fluoreszierendem Material und mindestens 10 Prozent dieser Flächen aus retroreflektierendem Material bestehen“, informiert das Verbraucherinformationssystem Bayern (Quelle).

Fluoreszierendes Material sorgt dafür, dass beispielsweise Autofahrer den Ranzen und somit auch das Kind in der Dämmerung unter diffusen Lichtverhältnissen oder bei Nebel sehen können. Das Material ist selbstleuchtend und darf laut Norm nur orange-rot oder gelb sein. Retroreflektierende Flächen dagegen sind solche, die nur leuchten, wenn sie von Scheinwerfern angestrahlt werden. Sie dienen der Sichtbarkeit in der Nacht. So wird dein Kind unter allen Umständen gesehen.

Was es bei der Stabilität zu beachten gibt

Laut Industrienorm muss der Schulranzen „den zu erwartenden Belastungen standhalten“. Dazu gehört, dass der Schulranzen mit schweren Büchern gefüllt, immer noch stabil ist. Aber auch, dass der Ranzen mit voller Wucht in die Ecke fliegen kann, ohne gleich kaputt zu gehen oder andere Dinge zu beschädigen.

Beim Kauf sollte man deshalb darauf achten, ob die Schweiß- oder Fadennähte gut verarbeitet sind. Ist dies nicht der Fall, könnte der Ranzen einer Belastungsprobe nicht standhalten. Außerdem sollte der Ranzen keine scharfen Ecken und Kanten haben, um Verletzungen und Beschädigungen beim Zusammenprall zu vermeiden. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Eltern sich zusätzlich am GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) orientieren. Dieses garantiert, dass auch die Fertigung des Schulranzens überwacht wurde.

Das sollte der Schulranzen wiegen

Ein normaler Schulranzen wiegt ohne Inhalt idealerweise zwischen einem und 1,3 Kilogramm. Auch das Gewicht ist in der Schulranzen-Norm DIN 58124 geregelt. Als Faustregel gilt: Der befüllte Schulranzen sollte zwischen 10 und 12 Prozent des Körpergewichts des Kindes ausmachen. Je nach Statur, Fitness und Muskelkraft des Kindes kann es aber auch mal mehr und mal weniger sein. Ein Anzeichen für eine Überlastung ist, wenn die Kinder beim Tragen des Schulranzens ihre Haltung unnatürlich verändern.

Das Gewicht kann man günstig verteilen, indem man schwere Bücher in die Nähe des Rückens sortiert und leichtes Gepäck weiter weg. Außerdem sollte man auf eine gute Balance zwischen links und rechts achten. Abgeraten wird von Schultrolleys: Diese müsse man häufig anheben, zum Beispiel in den Bus oder auf den Bordstein. Die Belastung insgesamt ist dann noch viel ungünstiger als bei den normalen Schulranzen.

Der beste Tipp gegen zu hohe Belastungen bei Grundschülern ist aber einfach: Muskeln trainieren! Starke Kinder, die des Öfteren raus gehen und ihren Körper fit halten, bekommen definitiv weniger schnell Rückenschmerzen wegen eines schweren Schulranzens.

Schulranzen: darauf sollte man beim Kauf achten
Es gibt einiges zu beachten beim Kauf des richtigen Schulranzens. (Foto: © fotolia – unguryanu)

Schulranzen und Komfort

Der Ranzen muss nach dem Einstellen gut am Rücken anliegen und darf nicht zu tief sitzen. Idealerweise schließt der Ranzen mit der Schulterkante ab. Die Ranzenbreite sollte der Schulterbreite des Kindes entsprechen.

Die Tragegurte müssen laut Industrienorm mindestens vier Zentimeter breit und gut gepolstert sein. Polster und Riemen dürfen nicht drücken. Die Riemen sollten vom Kind leicht verstellbar und nicht zu lang sein. Außerdem sollte man hier auf eine richtige Einstellung achten: Sind sie zu kurz, fördert es einen Rundrücken, sind sie zu lang, neigt die Haltung zu einem Hohlkreuz. Der Ranzenrücken muss zudem gut gepolstert, stabil und der Körperform des Kindes angepasst sein. Damit vermeidet man ein unangenehmes Tragegefühl, Druckstellen und Rückenschmerzen.

Schulranzen und Praktikabilität

Idealerweise sollte der Ranzen ein Fach nah am Rücken haben, um schwere Bücher zu verstauen. Praktisch sind auch Außen- oder Seitentaschen, um zum Beispiel Stiftetui und Brotdose schnell griffbereit zu haben.

Die Industrienorm schreibt darüber hinaus vor, dass der Verschluss des Schulranzens leicht zu öffnen und zu schließen sein muss. Er muss sich weit nach hinten öffnen lassen und darf nicht von alleine zuklappen. Nur so ist gewährleistet, dass der Schulranzen in geöffnetem Zustand dicht an der Schulbank stehen kann, sodass die Schulsachen griffbereit sind.

Schulranzen – Nachhaltigkeit ist ein Problem

Die meisten Schulranzen bestehen zu großen Teilen aus Plastik und Kunstfasern. Dass das nicht nachhaltig sein kann, liegt auf der Hand. Die Zeitschrift Öko-Test hat 11 Schulranzen getestet. Neben bedenklichen Stoffen wie Weichmachern bemängelt das Test-Magazin vor allem, dass einige Modelle im Straßenverkehr zu wenig reflektieren. Aus Nachhaltigkeitssicht auch nicht verkehrt: Ein gebrauchter Schulranzen in gutem Zustand.

Den richtigen Schulranzen kaufen

Damit der Schulranzen passt und das Modell gefällt, muss das Kind mit zum Kauf. Der Ranzen sollte zwecks Sicherheit relativ hell strahlend sein und über ausreichend Reflektoren verfügen. Auf das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit und das Emblem für die Schulranzennorm DIN 58124 kannst du dich verlassen. Achte darauf, dass der gewählte Ranzen damit ausgezeichnet ist.

Beim Anprobieren sollte sich der Schulranzen leicht verstellen lassen und gut sitzen (siehe oben). Auch die Riemen müssen leicht verstellbar und dürfen nicht zu lang sein. Die Rückenseite des Ranzens muss körpergerecht geformt und gut gepolstert sein. Das Kind sollte weder mit gefülltem noch mit dem leeren Ranzen Probleme mit der Haltung haben und keine Druckstellen bekommen.

  • Der Ergobag Pack Neo Edition Strahlebär ist einer der beiden Testsieger bei Öko-Test (Note „sehr gut“). Er ist unter anderem bei Schulranzen.netAmazon oder direkt bei Ergobag erhältlich**.
  • Auch der Sammies Ergofit 2.0 Ballerina Dreams bekam im Test ein „sehr gut“ (erhältlich** z.B. Amazon.de oder über Samsonite).
  • Gut weggekommen mit der Note „gut“ ist auch der Scout Alpha, zu haben beispielsweise über Schulranzen.net oder Scout.
  • Eine große Auswahl an etwas hochpreisigeren (um die 200 Euro), dafür ökologischen Schulranzen aus pflanzlich gegerbtem Leder, bietet zum Beispiel Aruzzi Taugo.

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(2) Kommentare

  1. Liebe Christina,

    danke für deine Ergänzung! In Sachen Nachhaltigkeit ist Satch in der Tat eine gute Wahl. Allerdings gehen wir in diesem Artikel nur auf Modelle für Schulanfänger ein. Die Schulrucksäcke von Satch sind ehr für größere Kinder geeignet.

    Bester Gruß,
    Lino (Utopia-Redaktion)

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