Schwarze Masken im Test: Beauty-Trend mit fragwürdigen Inhaltsstoffen

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Schwarze Masken für eine reine glatte Haut ohne Pickel und Mitessern sind seit kurzem der Hype in sozialen Netzwerken. Wir verraten, was wirklich dahinter steckt.

Schenkt man dem Hashtag #blackmaskoriginal auf Instagram Glauben, begann alles mit einer Maske aus Taiwan. Die schwarze Maske verspricht einen reinen Porzellan-Teint. Seitdem stellen immer mehr Nutzer Selfies mit schwarzer Reinigungsmaske im Gesicht auf verschiedene soziale Plattformen, ohne die Inhaltsstoffe der Produkte zu hinterfragen. Auch auf YouTube finden sich skurrile Videos, in denen Nutzer DIY-Masken aus Aktivkohle mit Klebstoff anmischen.

Schwarze Masken: Beauty-Trend verspricht „Porzellan-Teint“

Schwarze Masken auf Instagram.
Schwarze Masken auf Instagram. (Foto: MartinaNaumann/utopia)

Die Kosmetikhersteller folgen der Masse gerne und bedienen den Markt mit immer neuen schwarzen Produkten. Auch in den Drogeriemärkten findet man die Aufsteller mit schwarzen Reinigungsmasken auf den Werbeflächen direkt am Eingang. Mit der schwarze Farbe heben sich die Produkte von herkömmlicher Hautpflege ab, die bislang auf klinisches weiß setzte. Jetzt ist „black beautiful“.

Für die schwarze Farbe der Kosmetikprodukte ist meist Aktivkohle verantwortlich. Schwarze Masken sollen die Haut von Mitessern und Pickeln befreien. Ergänzt werden mitunter Inhaltsstoffe, die die Haut bleichen sollen.

Öko-Test hat sich einige der schwarzen Pflegeprodukte genauer angesehen und auf Schadstoffe überprüft. Die meisten getesteten Produkte versprechen eine porentiefe Reinigung durch Aktivkohle. Andere Hersteller setzen auf „klassische“ Inhaltsstoffe und färben ihre Produkte mit Eisenoxid oder Ruß schwarz, um das Kundeninteresse zu befriedigen.

Schwarze Masken bei Öko-Test: Wirkung von Aktivkohle nicht nachweisbar

Medizinische Aktivkohle ist meist Farbgeber schwarzer Kosmetik.
Medizinische Aktivkohle ist meist Farbgeber schwarzer Kosmetik. (Foto: Colourbox.de)

Doch die vermeintliche Wirkung von Aktivkohle in Kosmetikprodukten ist umstritten: Aktivkohle-Tabletten kennt man aus der Notfallapotheke gegen Magenprobleme. Die Aktivkohle hat eine schwammartige Oberfläche in der sie die Keime im Magen bindet, aber auch schnell mit jedem anderen Stoff reagiert. Der „Schwamm“ saugt sich sozusagen voll.

Genau diese hohe Reaktionsfähigkeit der Aktivkohle ist es, die Experten an den Werbeversprechen der Hersteller zweifeln lässt: Gegenüber Öko-Test gehen sie davon aus, dass die Kohle schon mit anderen Wirkstoffen in der Maske gesättigt ist, wodurch sie auf der Haut gar keine Wirkung mehr haben kann – vergleichbar mit einem vollen Schwamm, der kein Wasser mehr aufnimmt. Weder Hersteller noch unabhängigen Studien haben die gemachten Werbeversprechen von Aktivkohle in Kosmetika bisher nachweisen können.

Aktivkohle kann umgekehrt aber durchaus Nachteile haben:

  • Ihre poröse Oberfläche erhält sie durch eine chemische Behandlung mit Gas.
  • Die Kohle wiederum entsteht durch Verbrennung von Holz oder ähnlichen Materialien.
  • Während der Verbrennung entstehen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft PAK größtenteils als krebserregend ein, außerdem können sie zu Hautentzündung oder Schäden an den Schleimhäuten führen.

Schwarze Masken im Test enthalten Rückstände von PAK und PEG

Öko-Test-Urteil "sehr gut": Enthält aber keine Aktivkohle.
Öko-Test-Urteil „sehr gut“: Enthält aber keine Aktivkohle. (Foto: dm.de)

In vielen der von Öko-Test überprüften Produkte wies das Labor Rückstände von PAK nach. Auch die umstrittenen synthetischen Emulgatoren PEG wurden teilweise nachgewiesen.

  • Nur eine der getesteten schwarzen Maske schnitt im Test der Inhaltsstoffe mit sehr gut ab: „Balea Men Vulkanstein Peeling + Maske“. Die Creme verzichtet auf Aktivkohle, ihre schwarze Farbe erhält sie durch Eisenoxid.
  • Das einzige hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe sehr gut getestete Reinigungsprodukt mit Aktivkohle war die bio-zertifizierte „Eben Reinigungsseife“ von Manna. Zwar konnten auch hier Rückstände von PAK nachgewiesen werden, allerdings gab es Punktabzug für PAK nur bei Produkten, die auf der Haut einwirken müssen, wie z. B. Masken.

Woran erkennst du, welcher Inhaltsstoff für die schwarze Farbe von Kosmetika verantwortlich ist? Untersuche die Packungsangabe nach folgenden Informationen:

  • Charcoal Powder ist Aktivkohle.
  • Carbon Black oder CI 77266 ist Industrieruß.
  • Eisenoxid-Farbe hat das Kürzel CI 77499.

Unser Tipp: Heilende Erden statt schwarze Masken

Mit farbigen heilenden Erden, eine schonende und natürliche Hautreinigung
Mit farbigen heilenden Erden, eine schonende und natürliche Hautreinigung (Foto: CC0/pixabay/ninita_7)

Die Wirkung von schwarzen Masken bzw. Aktivkohle in Kosmetika darf also durchaus bezweifelt werden. Die Naturkosmetik dagegen verwendet zahlreiche heilende Erden zur schonenden Hautreinigung, die für alle Hauttypen geeignet sind. Die Wirkungen der verschiedenen Erden ist unstrittig, sie binden Hauttalg und heilen Entzündungen.

Als Gesichtsmasken haben sie noch einen positiven Nebeneffekt: Die Erden trocknen auf der Haut, dadurch gibt es einen Wärmestau, der die Haut stärker durchblutet. Dies verstärkt die Wirkung der Erden.

  • Am bekanntesten ist die braune Heilerde. Das Pulver gibt es in Drogeriemärkten, damit kannst du dir selbst eine Maske gegen Hautunreinheiten anrühren.
  • Kosmetikprodukte enthalten häufig Kaolin, weiße oder graue Tonerde, die nachweislich Hauttalg aufnimmt und die Poren verfeinert.
  • Rhassoul, die marokkanische Tonerde ist nicht nur vom arabischen Dampfbad bekannt, sondern die Kosmetik verwendet sie vielfach in Produkten zur Körperreinigung.
  • Meeresschlamm setzt die Thalasso-Therapie aus Frankreich zur Heilung zahlreicher Hautleiden ein.

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