Trockenbürsten: Massage für Gesicht und Körper

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Trockenbürsten erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit. Wir zeigen dir, wie es funktioniert und welche Bürsten sich am besten eignen.

Trockenbürsten, auch unter dem englischen Begriff „Dry-Brushing“ bekannt, ist bei Gesundheits- und Beauty-Gurus derzeit in aller Munde. Dabei gibt es die Methode schon lange: Der Naturheilkundler Sebastian Kneipp machte die Behandlung Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt.

Trockenbürsten soll sowohl den Kreislauf als auch das Lymphsystem anregen und die Haut schön und zart machen. Doch was ist wirklich dran am Trockenbürsten? Wir erklären dir die Vor- und Nachteile des Trockenbürstens, wie du es richtig machst und worauf du beim Kauf einer Bürste achten solltest.

Trockenbürsten: Die gesundheitlichen Vorteile

Leichte und schöne Beine – ganz einfach durch regelmäßiges Trockenbürsten.
Leichte und schöne Beine – ganz einfach durch regelmäßiges Trockenbürsten. (Foto: CC0 / Pixabay / dovlatovsd)

Trockenbürsten soll vor allem dabei helfen, den Blutkreislauf und das Lymphsystem zu stimulieren. Genau wie unser Blutkreislauf ist das Lymphsystem essenziell dafür, Schadstoffe aus unserem Körper abzutransportieren. Es ist dafür verantwortlich, Gifte und überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden. Ist das Lymphsystem gestört, sind wir oft müde und erschöpft. Krankheiten entstehen leichter, Lymphflüssigkeit kann sich im Gewebe ansammeln und Cellulite kann sich verschlimmern.

Das Trockenbürsten soll deinen Blutkreislauf und dein Lymphsystem aktivieren und es bei Folgendem unterstützen:

Es gibt verschiedene Studien, die positive Effekte von manuellen Lymphmassagen auf die Entgiftung des Lymphsystems und die Haut belegen. Es wurden allerdings noch keine größeren Studien konkret mit Trockenbürsten durchgeführt.

Trockenbürsten für schöne Haut

Zudem hat das Trockenbürsten den oberflächlichen Effekt, die Haut zu peelen. So werden tote Hautschüppchen abgetragen. Dadurch soll deine Haut frischer und jünger wirken.

Wegen des Peeling-Effekts hilft das Trockenbürsten auch bei der sogenannten Keratosis pilaris: Bei dieser genetisch bedingten Hautkrankheit leiden Betroffene unter kleinen „Pickelchen“, vorwiegend an den Oberarmen. Die Haut produziert zu viel Keratin, welches die Hülle der Haarwurzel (Haarfollikel) verstopfen und verhornen lässt.

Worauf du beim Trockenbürsten achten solltest

Da die Bürsten sehr hart sind, kann empfindliche Haut gereizt auf die Behandlung reagieren. Sollte deine Haut rot werden und schmerzen, warte ein paar Tage bis zum nächsten Trockenbürsten und gehe vorsichtiger voran. Creme deine Haut am Besten mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder Körperbutter ohne weitere hautreizende Stoffe wie zum Beispiel Parfums ein.

Achte außerdem darauf, nicht trocken zu bürsten, wenn deine Haut aus anderen Gründen bereits gereizt ist. Vermeide es besonders…:

  • wenn du Wunden oder Ausschläge an den Armen, Beinen oder im Gesicht hast.
  • direkt nach einer Rasur oder einem Waxing.
  • nach einem chemischen Peeling im Gesicht (beispielsweise mit Retinol).
  • wenn du unter sehr trockener und empfindlicher Haut oder Akne leidest.
  • wenn du unter einer Hautkrankheit, wie zum Beispiel Schuppenflechte, Rosazea oder Neurodermitis leidest. Dann solltest du generell vom Trockenbürsten absehen oder vorher mit deinem Arzt sprechen.

Trockenbürsten: Verschiedene Arten von Bürsten

Zum Trockenbürsten eignen sich verschiedene robuste Naturfasern ideal.
Zum Trockenbürsten eignen sich verschiedene robuste Naturfasern ideal. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Für das Trockenbürsten eignen sich verschiedene Arten von Massagebürsten. Am Besten verwendest du Modelle mit Naturfasern:

  • Massagebürsten: Massagebürsten zum Trockenbürsten enthalten meist Naturborsten aus sogenannten Sisal- oder Tampico-Fasern. Beide werden aus den Blättern der Agave-Pflanze gewonnen und sind besonders robust. Sisal-Massagebürsten eignen sich besonders: Sie sind grob, sodass sie nicht nicht nachgeben, wenn du fest aufdrückst. Dadurch kannst du das Lymphsystem besser stimulieren. Achtung: Trotzdem solltest du nicht zu fest aufdrücken: Das robuste Material aktiviert deine Haut beinahe von alleine. Sisal- und Tampico-Massagebürsten findest du u.a. hier und hier im **Avocadostore.de
  • LuffaschwämmeEbenfalls populär sind sogenannte „Luffaschwämme“. Das Material wird aus dem Schwammkürbis gewonnen, dessen botanischer Name „Luffa cylindrica“ ist. Luffaschwämme sind nicht so nachgiebig wie die harten Sisal-Borsten, dafür besteht hier aber auch eine geringere Gefahr, dass du aus Versehen zu fest aufdrückst. Sie sind besonders hautverträglich und langlebig. Luffaschwämme findest du zum Beispiel bei **Amazon.
  • Massagehandschuhe: Massagehandschuhe bestehen ebenfalls aus robusten Naturfasern. Der Vorteil: Du musst sie nicht immer fest in deiner Hand halten, sondern kannst ganz locker mit deiner natürlichen Handbewegung massieren. Massagehandschuhe für das Trockenbürsten bestehen ebenfalls meist aus Sisal-Fasern (gibt es zum Beispiel bei Amazon.de) oder aus Hanf-, oder Luffa-Fasern (auch bei **Amazon.de)

Der Nachteil sowohl bei Bürsten aus Agave-Fasern als auch Schwammkürbissen: Sie werden größtenteils in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent angebaut und müssen aus Übersee transportiert werden.

Richtiges Trockenbürsten

Mit Trockenbürsten und der richtigen Pflegecreme wird deine Haut im Nu wieder zart.
Mit Trockenbürsten und der richtigen Pflegecreme wird deine Haut im Nu wieder zart. (Foto: CC0 / Pixabay / TesaPhotography)

Achte beim Trockenbürsten darauf, nicht zu fest aufzudrücken. So funktioniert’s:

  1. Beginne immer an dem Punkt, der am weitesten von deinem Herzen entfernt ist. Willst du deinen ganzen Körper bürsten, startest du also an deinen Füßen. Bürste vorsichtig in kreisförmigen Bewegungen von unten nach oben und von rechts nach links.
  2. Bürste zuerst dein rechtes Bein, von der Wade über die Kniekehle, über den Oberschenkel und den Po bis nach vorne zur Leiste hin (dort befindet sich ein wichtiger Lymphknotenpunkt). Wiederhole den Prozess auf der linken Seite.
  3. Bürste nun in kreisförmigen Bewegungen über deinen Bauch.
  4. Bürste dann von deiner rechten Hand über die Unter- und Oberarme zu deiner Achsel (auch hier befindet sich ein wichtiger Lymphknotenpunkt). Wiederhole den Prozess auf der linken Seite.

Nach dem Trockenbürsten:

  1. Nimm eine höchstens lauwarme, am besten kühle Dusche. Das hilft deinem Kreislauf zusätzlich, in Schwung zu kommen. Wenn du widerstandsfähig bist, kannst du auch kalt duschen. Eine Wechseldusche hilft dem Lymphsystem noch besser bei der Zirkulation.
  2. Creme deine Haut nach der Dusche mit einer natürlichen Bodylotion oder einer Körperbutter ein, die keine hautreizenden Zusatzstoffe oder Parfums enthält (zum Beispiel vom ** Avocadostore.de).
  3. Lasse ein bis zwei Tage zwischen den Trockenbürst-Sitzungen verstreichen, damit die Haut sich wieder beruhigen kann. Zwischen den Behandlungen kannst du Massageöl auftragen, welches die Durchblutung zusätzlich anregt (etwa einem mit Koffein, gibt es ebenfalls im **Avocadostore).

Trockenbürsten fürs Gesicht

Vorsicht: Gehe so sanft wie möglich vor, da die Gesichtshaut besonders empfindlich ist.

  1. Beginne bei der Gesichtsmassage immer am Hals oder an den Schultern und arbeite dich in kreisförmigen Bewegungen langsam nach oben.
  2. Bewege die Bürste langsam hoch zum Gesicht, über das Kinn, die Mundwinkel, die Seiten der Nase, bis hin zur Stirn.
  3. Wandere dann vorsichtig über die Schläfen und dein Ohr hin zum Nacken.
  4. Massiere nun hinten langsam kreisförmig nach unten. Hier befinden sich wichtige Lymphknoten, die Giftstoffe aus dem Gesicht abtransportieren.

Nach dem Trockenbürsten:

  1. Spüle dein Gesicht mit kaltem Wasser ab und trockne es vorsichtig.
  2. Creme dein Gesicht mit einer reichhaltigen, parfümfreien Hautcreme für sensible Haut ein.

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