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Was ist eigentlich Schnee?

Foto: CC0 / Pixabay / NickyPe

Wir alle wissen, wie Schnee aussieht und sich anfühlt. Doch was ist Schnee aus physikalischer Sicht? Hier findest du die Antwort sowie weitere interessante Fakten zu dem winterlichen Wetterphänomen.

Schnee: Manche lieben ihn und andere können gar nicht abwarten, bis er wieder getaut ist. Der weiße Niederschlag tritt in Deutschland je nach Region und Durchschnittstemperaturen zwischen November und April auf – allerdings aufgrund der globalen Erwärmung im Kontext des Klimawandels zunehmend seltener.

Doch was ist Schnee eigentlich? In diesem Artikel erfährst du, wie Schnee entsteht, welche unterschiedlichen Arten es gibt und warum er so wichtig für das Klima und die Natur ist. 

Was ist Schnee?

Was ist Schnee?
(Foto: CC0 / Pixabay / jarmoluk)

„Schnee ist fester Niederschlag aus meist verzweigten kleinen Eiskristallen“. So lautet die offizielle Definition von Schnee im Wetter- und Klimalexikon des Deutschen Wetterdiensts. Schnee zählt zu der Gruppe der sogenannten Hydrometeore, also eine Form kondensierten Wassers.  

Schnee bildet sich nur in bestimmten Wolkenformen, wie beispielsweise in Nimbostratus-, Altostratus- und Cumulonimbus-Wolken. Diese bestehen aus vielen winzigen Wassertropfen. Ist die Temperatur in den Wolken kälter als minus zwölf Grad Celsius, gefrieren diese Wassertropfen. Treffen sie zusätzlich auf sogenannte Kristallationskeime, meist kleine Staubteilchen, entstehen Eiskristalle. An den Ecken dieser Kristalle gefrieren dann weitere Wassertröpfchen, bis sie schließlich so schwer sind, dass sie als Schneeflocken Richtung Boden sinken.

Die Eiskristalle, die Schnee bilden, haben dabei normalerweise die Form von sechseckigen Plättchen, Säulen oder Sternchen. Die genaue Form hängt von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Keine Schneeflocke gleicht deshalb einer anderen. 

Die Eiskristalle kommen zudem nur als Schnee auf der Erde an, wenn ihr gesamter Weg kalt genug, also unter null Grad Celsius, ist. 

Diese Arten von Schnee gibt es

Schneeflocken sind, wie Wassertropfen, eigentlich farblos. Schnee sieht für uns jedoch weiß aus, da die Schneekristalle wie kleine Spiegel Licht reflektieren. Sonnenlicht beziehungsweise Tageslicht ist weiß und somit erscheint auch Schnee weiß.

Abgesehen von der Farbe, die bei dem Wetterphänomen generell gleich erscheint, gibt es viele verschiedene Arten von Schnee:

  • Neuschnee ist frisch gefallener Schnee. Seine Eiskristalle haben noch ihre ursprüngliche Entstehungsform.
  • Feuchtschnee hat, wie der Name schon sagt, einen hohen Feuchtigkeitsanteil. Er klebt unter Druck sehr gut zusammen.
  • Pulverschnee ist trockener Schnee, der auch bei Ausübung von Druck nicht zusammenklebt.
  • Nassschnee, auch Sulzschnee genannt, hat einen noch höheren Feuchtigkeitsanteil als Feuchtschnee. Er ist sehr schwer und sondert Wasser ab, wenn du ihn zusammendrückst.
  • Faulschnee bezeichnet eine Mischung aus Wasser und größeren Schneeflocken.
  • Bruchharsch ist der Name für die feste Schneeoberfläche, die entsteht, wenn die obere Schneeschicht antaut und wieder gefriert. Darunter liegt meist Pulverschnee.
  • Als Harsch wird alter Schnee bezeichnet, der durch mehrmaliges Tauen und Gefrieren zu einer gefrorenen, festen Masse geworden ist.
  • Firn ist Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist. Aus ihm kann mit etwas Zeit ein Gletscher entstehen.

    Warum Schnee wichtig für das Klima ist

    Schnee ist wichtig für das Klima und die Natur.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

    Schnee erfüllt im Zusammenhang mit dem Erdklima mehrere wichtige Funktionen:

    • Schnee ist ein essentieller Parameter zur Beschreibung des Klimas.
    • Er hat starke Reflexionseigenschaften: Schnee reflektiert laut dem Deutschem Wetterdienst 80 bis 90 Prozent der Sonnenstrahlen und kühlt dadurch die Gesamttemperatur der Erde ab.
    • Schnee beeinflusst die Entstehung von Hochdruckgebieten, die uns Sonne bringen.
    • Schmelzender Schnee bewirkt durch seine Verdunstung eine höhere Luftfeuchtigkeit, was wiederum die Wolken- und Niederschlagsbildung beeinflusst und in diesem Zuge auch die Atmosphäre abkühlt.
    • Schmelzwasser leistet einen wichtigen Beitrag zur Wasserversorgung der Natur.
    • Eine dicke Schneedecke isoliert im Winter Pflanzen und schützt sie somit vor dem Erfrieren. 

    Schneefall hat sich im Laufe der vergangenen 50 Jahre deutlich verringert. Einer internationalen Studie zufolge hat sich in den Alpen der Zeitraum, in dem Schnee liegt, um fast einen ganzen Monat verkürzt. Die Folgen sind unter anderen ein gestörter Wasserkreislauf mit zu viel Schmelzwasser im Winter und zu wenig Schmelzwasser im Frühjahr. Dies beeinträchtig vor allem die Landwirtschaft und die Skiindustrie im Gebirge. Wissenschaftler:innen befürchten weiterhin, dass die verringerte Reflexion von Sonnenstrahlung durch weniger Schnee die Erderwärmung zusätzlich beschleunigt. 

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