Lichttherapie: So funktionieren Tageslichtlampen

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Foto: Lichttherapie mit Tageslichtlampe

Wenn die Tage kürzer und die Sonnenstunden weniger werden leiden viele unter schlechter Laune und Antriebslosigkeit. Die depressive Stimmung kannst du jedoch oft mit einer Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe wieder loswerden. Wir zeigen, wie das funktioniert.

Wieso eine Lichttherapie?

Schlechtes Wetter und kürzere Tage – Lichtmangel führt bei vielen Menschen zu einer depressiven Verstimmung, oder zu einer Herbstdepression bzw. Winterdepression. Wichtig ist in dieser Zeit, dem Lichtmangel entgegen zu wirken. Wenn sich die Sonne aber kaum zeigt, ist es mit Spaziergängen manchmal nicht getan. Dann kann eine Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe helfen.

Was bringt die Tageslichtlampe?

Reicht es gegen depressive Verstimmung die Tageslichtlampe anzuschalten?
Reicht es gegen depressive Verstimmung die Tageslichtlampe anzuschalten? (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / bosmanerwin)

Das fehlende Licht im Winter bringt das Gleichgewicht von Melatonin und Serotonin in unserem Körper durcheinander. Diese beiden Hormone steuern unsere innere Uhr.

Melatonin sorgt dafür, dass wir schlafen können und wird ausgeschüttet wenn Licht fehlt. Serotonin hingegen hilft uns morgens beim Wachwerden und wird ausgeschüttet, wenn Licht vorhanden ist. Außerdem wirkt Serotonin als körpereigenes Antidepressivum. In den dunklen Wintermonaten produziert der Körper weniger Serotonin und mehr Melatonin – wir sind müde, schlapp, antriebslos und melancholisch.

Eine Tageslichtlampe regt den Körper an, mehr Serotonin auszuschütten und weniger Melatonin zu produzieren. Studien haben ergeben, dass die Lichttherapie mit Tageslichtlampe bei depressiven Verstimmungen im Winter ebenso gut helfen kann wie Psychopharmaka. Die Lichttherapie soll dabei sogar schneller wirken und bringt im Gegensatz zu Medikamenten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen mit sich.

Vor der Lichttherapie zum Arzt

Vor dem Beginn einer Lichttherapie sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Vor dem Beginn einer Lichttherapie sollte ein Arzt aufgesucht werden. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash / hush naidoo)

Die Lichttherapie wirkt generell positiv aufs Gemüt, auch bei Personen, die keine depressiven Verstimmungen haben. Bevor du dich für eine Lichttherapie entscheidest, solltest du allerdings noch einige Dinge abklären:

Depressive Verstimmungen können nicht nur durch Lichtmangel ausgelöst werden. Es gibt Krankheiten, die ebenfalls auf das Gemüt schlagen können. Dazu gehören: Unterfunktion der Schilddrüse, Unterzuckerung, Viruserkrankungen oder chronische Müdigkeit. Bei diesen Erkrankungen wird eine Lichttherapie vielleicht gar nicht anschlagen. Du solltest deshalb im Vorfeld einen Arzt aufsuchen und sicherstellen, dass deine schlechte Stimmung nicht durch eine dieser Krankheiten verursacht wird.

In bestimmten Fällen sollte eine Lichttherapie nur vorsichtig oder gar nicht eingesetzt werden. Das gilt vor allem bei bestehenden Augenerkrankungen. Außerdem gibt es Präparate wie zum Beispiel Johanniskraut oder Psychopharmaka, deren Wirkung durch das Licht verstärkt wird. Ein Arzt kann dich diesbezüglich beraten.

Die Tageslichtlampe

Tageslichtlampen sind großflächige, oft organisch geformte Lampen. Manchmal sehen sie wie eine Skulptur aus. Du kannst sie in eine Ecke deines Zimmers stellen, etwa auf den Nacht- oder Schreibtisch.

Die Lampen strahlen großflächig Tageslicht ab. Von Tageslicht spricht man deshalb, weil die abgestrahlte Lichtfarbe unserer Mittagssonne am nächsten kommt. In den Lampen ist ein UV-Filter eingebaut, sodass nur das gesunde Spektrum des Tageslicht unsere Netzhaut erreicht.

Wichtig bei einer Tageslichtlampe, die zur Lichttherapie gegen depressive Verstimmungen eingesetzt werden soll: Die Lampe sollte mindestens 2.500 Lux bis 10.000 Lux Helligkeit haben.

Schlechtes Wetter und kurze Tage: Im Winter bekommen wir zu wenig Tageslicht ab.
Schlechtes Wetter und kurze Tage: Im Winter bekommen wir zu wenig Tageslicht ab. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / ddzphoto)

Die richtige Anwendung der Tageslichtlampe

Eine Tageslichtlampe spendet ungefähr 5000 Stunden Licht. Bei normaler Anwendung hält sie ungefähr zehn Jahre. Bei der Lichttherapie geht es vor allem darum, den Tag-Nacht-Rhythmus wieder ins Gleichgewicht zu bekommen.

Ab 10.000 Lux reicht eine halbe Stunde täglich vor der Lampe aus. Ist die Lampe nicht ganz so hell, sollte es mehr Zeit sein.Für die meisten ist morgens die beste Zeit für die Lichttherapie.

Tipp: Achte trotz der Empfehlung auf deinen eigenen Rhythmus und zwinge dir keinen künstlichen auf. Finde heraus, wann die Lichttherapie für dich am besten in den Tag passt. Das kann auch abends sein. Wenn du danach aber Schwierigkeiten hast einzuschlafen, ist eine frühere Zeit besser geeignet.

Du kannst während der täglichen Lichttherapie frühstücken, lesen, arbeiten oder einfach etwas meditieren. Wichtig dabei ist nur folgendes:

  • Setz dich etwa einen halben Meter vor den Leuchtschirm und lass deine Augen geöffnet.
  • Du musst nicht die ganze Zeit in die Lampe schauen, es reicht, wenn du dich ihr ab und an zuwendest.

Welche Tageslichtlampe kaufen?

Tageslichtlampen (von links nach rechts): Philips, Beurer, Klarstein
Tageslichtlampen (von links nach rechts): Philips, Beurer, Klarstein (Foto: © Philips, Beurer, Klarstein)

Zwar gibt es derzeit keine aktuellen Tests von Verbraucherorganisationen wie Stiftung Warentest zu Tageslichtlampen. Besonders empfehlenswert scheinen jedoch Modelle von Phillips und Beuer zu sein. (Die Modelle werden unter anderem von der Süddeutschen Zeitung und Chip.de empfohlen):

  • Philips EnergyUp HF3419/01: Die Leuchtstärke lässt sich bei diesem Gerät in fünf Stufen variieren. In der Maximaleinstellung strahlt die Lampe 10.000 Lux ab. Der Neigungswinkel der Lampe lässt sich verstellen, außerdem hat sie auch eine Wandhalterung. Die Lampe gibt es in Elektromärkten oder online z.B. bei **eBay oder Amazon.
  • Beurer TL 50: Die Tageslichtlampe von Beurer ist kleiner. Sie eignet sich zum Beispiel für den Schreibtisch oder fürs Büro. Durch ihre Ein-Knopf-Bedienung soll sie besonders einfach zu nutzen sein. Die Lampe kostet knapp 75 Euro (zu kaufen in Elektromärkten oder online z.B. bei **Saturn oder Amazon). Beurer bietet noch weitere kompakte Modelle in unterschiedlichen Designs an. Eine Übersicht findest du bei **Amazon.
  • Die Tageslichtlampe „Summershine Slim“ von Klarstein sieht aus wie ein weißes Tablet. Da die Lampe sehr dünn ist, eignet sie sich gut zum Mitnehmen – sie hat jedoch auch einen Standfuß. Mit knapp 50 Euro ist sie eine günstigere Alternative (zu kaufen online bei **Amazon oder in gut ausgerüsteten Elektronik-Märkten).

Gibt es Nebenwirkungen bei der Lichttherapie?

Nebenwirkungen treten bei der Lichttherapie nur sehr selten auf. Meist sind es leichte Beschwerden wie Kopfschmerzen, Augenbrennen, trockene Augen und Schleimhäute, Hautrötungen oder Gereiztheit. Diese können vor allem am Anfang der Lichttherapie auftauchen. Mit kleinen Veränderungen kannst du Abhilfe schaffen:

  • kürzere Sitzungen
  • anderer Zeitpunkt der Behandlung
  • Einsatz von Luftbefeuchtern

Wirkt die Tageslichtlampe wirklich?

Bei einer täglichen Lichttherapie von etwa 20 bis 45 Minuten (je nach Helligkeit der Lampe), stellt sich erfahrungsgemäß schon nach wenigen Tagen die positive Wirkung ein. Die Stimmung wird besser und die Melancholie nimmt ab. Die volle Wirkung erreicht die Lichttherapie etwa nach zwei Wochen regelmäßiger Anwendung. Viele fühlen sich dann wieder leichter, ausgeglichener und voller Energie.

Diese Wirkung ist dabei kein Placebo. In Studien wurde überprüft, ob die Wirkung lediglich auf dem Glauben an die positiven Effekte der Tageslichtlampe basiert. Dem ist nicht so: Die helleren Lampen waren in ihrer Wirkung den weniger hellen fast immer überlegen.

Fazit: Dann lohnt sich eine Tageslichtlampe

Das Licht der Tageslichtlampe hebt die Stimmung - fast als würde man echte Sonne tanken.
Das Licht der Tageslichtlampe hebt die Stimmung – fast als würde man echte Sonne tanken. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / jill11)

Im Winter leiden viele an niedergeschlagener Stimmung aufgrund von Lichtmangel. Eine Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe kann den Verstimmungen entgegen wirken. Überlege dir trotzdem genau, ob du dir eine Tageslichtlampe zulegst: Jedes zusätzliche Elektrogerät wird nämlich energieaufwendig produziert und landet früher oder später als Elektroschrott im Müll.

Vielleicht hilft auch schon etwas mehr Sport oder Spaziergänge an der frischen Luft gegen deine schlechte Stimmung (Mehr Tipps in unserem Beitrag „7 Wege aus der Winterdepression“). Wenn jedoch keine andere Gegenmaßnahme hilft und die depressive Stimmung jeden Winter wiederkommt, kann eine Tageslichtlampe eine gute Option für dich sein.

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(3) Kommentare

  1. Gerne hätte ich gewusst wie es um die Leuchtmittel steht. Gibt es Tageslichtlampen, die einen eigenständigen Austausch der Lampe ermöglichen? Das genannte Beurer Modell erlaubt das leider nicht.

  2. Ich habe ziwschenzeitlich selbst bei Beurer angefragt. Mir wurden folgende Modelle genannt, deren Leuchtmittel sich austauschen lassen:

    TL 40, TL 60, TL 80 und TL 90

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