Zwiebeln pflanzen: Anbauzeit, Pflege und Ernte

Zwiebel
Foto: CC0/pixabay/valenciamarkyv69

Zwiebeln pflanzen und ernten, gelingt auch Garten-Anfängern ganz leicht. Denn die Zwiebel muss kaum gepflegt werden. Nur an den Boden stellt sie ein paar Ansprüche. Wir zeigen dir, worauf Du bei der Düngung und Aussaat achten musst.

Zwiebeln anpflanzen: Auf den Boden kommt es an

Für Steckzwiebeln Löcher mit einem Pflanzstock vorbereiten
Für Steckzwiebeln Löcher mit einem Pflanzstock vorbereiten
(Foto: Martina Naumann / Utopia)

Zwiebeln gehörten zu einem richtigen Gemüsegarten einfach dazu. Die Speisezwiebel (Allium cepa) benötigt einen humusreichen Boden, der nicht zu feucht ist. Am besten wächst die Zwiebel in sandig-lehmigem Boden, der mit altem Kompost aufgelockert ist.

Abgestandener Kompost aus dem Vorjahr oder kaliumhaltiger Dünger sind ideal zur Vorbereitung des Beetes. Dagegen vertragen Zwiebeln stark stickstoffhaltigen Dünger weniger gut. Dazu gehört Kunstdünger und frischer Stallmist.

Tipp: Wenn du Stallmist verwenden möchtest, dünge schon im Herbst, so dass er über den Winter verrotten kann. Im Frühjahr musst du dann einfach das Beet auf etwa 20 cm Tiefe umgraben, danach sollte es nochmals zwei Wochen ruhen, damit sich die Erde Zeit hat sich zu setzten.

Beachte, dass Zwiebeln wie Wurzelgemüse in frisch umgegrabener Erde eher in die Länge wachsen, statt Knollen auszubilden.

Zwiebeln anpflanzen: Mit Steckzwiebeln geht es ganz einfach

Zwiebeln wuchsen in jedem Gemüsegarten
Zwiebeln wuchsen in jedem Gemüsegarten
(Foto: CC0/pixabay/RonPorter)

Am einfachsten ist der Anbau mit Steckzwiebeln. Ab März gibt es im Gartencenter oder auf dem Bauernmarkt die ersten Steckzwiebeln zu kaufen.

  1. Bei milden Temperaturen ab Ende März kannst du die Steckzwiebeln in die gedüngten Beete auspflanzen.
  2. Wenn du in Reihen pflanzen möchtest, beträgt der Abstand zwischen den Reihen etwa 20 cm.
  3. Die Steckzwiebeln legst du in kleine, vorgebohrte Löcher, so dass die Spitzen noch herausschauen.
  4. Dafür kannst du einen Pflanzstock verwenden und alle 7 bis 10 cm ein Pflanzloch vorbohren.
  5. Die frisch gesetzten Zwiebeln musst du dann nur noch mit etwas Wasser angießen.

Auf ein Beet mit 1,20 m Breite und 1 m Länge kannst du fünf Reihen unterbringen, dafür benötigst du 50 Steckzwiebeln. Im Herbst ergibt das etwa eine Zwiebelernte von rund 3 kg.

Steckzwiebeln selber heranzüchten

Steckzwiebeln selber aus Samen ziehen braucht mehr Platz und Zeit
Steckzwiebeln selber aus Samen ziehen braucht mehr Platz und Zeit
(Foto: CC0/pixabay/congerdesign)

Die Steckzwiebeln kannst du auch selber aus Samen ziehen. Dafür benötigst du etwas mehr Platz im Garten und mehr Zeit zur Pflege der Keimlinge. Im ersten Jahr säst du die Samen aus und erntest Steckzwiebeln, die du dann im zweiten Jahr verwendest.

  1. Der Boden für die Aussaat sollte etwas magerer und weniger gedüngt sein, als für die Steckzwiebeln.
  2. Die Aussaat erfolgt erst ab Ende April.
  3. Die Samen großflächig aussäen und das Beet mit 1 cm Erde bedecken.
  4. Zur Keimung benötigt der Samen bis zu 6 Wochen.
  5. Da du die kleinen hasselnussgroßen Steckzwiebel erntest, brauchst du die Keimlinge nicht vereinzeln oder pikieren.
  6. In der zweiten Juli-Hälfte kannst du die kleinen Steckzwiebeln vorsichtig aus der Erde nehmen und sie trocknen lassen.
  7. Wähle die gesunden Zwiebeln aus und bewähre sie an einem trockenen, warmen Raum in einem Netz über den Winter auf, ehe du sie im Frühjahr auspflanzt.

Einjähriger Zwiebelanbau aus Samen

Einjähriger Zwiebelanbau
Einjähriger Zwiebelanbau
(Foto: Martina Naumann / Utopia)

Es gibt auch einjähriges Zwiebelsaatgut, bei der du auf andere Dinge achten musst:

  1. Für die Anzucht empfiehlt sich ein Frühbeet mit humusreichem Boden.
  2. Ab Anfang März kannst du in dem geschützten Frühbeet schon aussäen.
  3. Den Samen legst du in Reihen mit 20 cm Abstand zu einander etwa 1 cm tief.
  4. Nach der Keimung gegen Ende April (nachdem sich die ersten richtigen Stängelblätter gebildet haben), kannst du sie ins Freiland umpflanzen.
  5. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 7 bis 10 cm betragen und der Reihenabstand 20 cm.
  6. Diese Zwiebeln kannst du im September ernten.

Zwiebeln brauchen wenig Pflege

Speisezwiebeln in Reihen gepflanzt
Speisezwiebeln in Reihen gepflanzt
(Foto: CC0/pixabay/Pixaline)

Die Zwiebeln brauchen im Freiland meist nicht zusätzlich gegossen werden, sie tolerieren auch längere trockene Zeiten sehr gut. Bei Staunässe können die Zwiebeln allerdings in der Erde faulen oder von falschem Mehltau befallen werden.

Damit in heißen Sommern der Boden nicht völlig austrocknet, kannst du oberflächlich mit der Harke den Boden auflockern. Die losen Erdkrumen wirken wie eine Mulchschicht und verhindern das Ausbrennen des Bodens. Tiefes durchhacken stört aber das Wachstum der Zwiebelknollen.

Was tun bei Schädlingen?

Der größte Schädling ist die Zwiebelfliege (Delia antiqua), deren Larven sich durch die Knollen fressen. Gegen die Larven hilft eine bodenbedeckende Mulchschicht aus Rainfarn, Salbei oder Pfefferminze.

Um die Zwiebelfliegen im Frühjahr an der Eiablage zu hindern, sind dichte Netze die wirksamste Methode. Die Mischkultur mit Möhren vertreibt gegenseitig die Schädlinge, auch die Nachbarschaft zu Spinat begünstigt das Wachstum der Zwiebeln.

Zwiebeln ernten

Dekorative Zwiebelzöpfe sichern den Wintervorrat
Dekorative Zwiebelzöpfe sichern den Wintervorrat
(Foto: CC0/pixabay/Elcholito)

Von Juli bis September kannst du Zwiebeln ernten. Die Reife erkennst du an den Stängeln, wenn sich diese gelb färben und welken. Spätesten Anfang Oktober solltest du alle restlichen Zwiebeln ernten und für die Winterlagerung vorbereiten.

Tipp: Neben den unterschiedlichen Sorten der Speisezwiebeln kannst du auch Schalotten, Lauchzwiebeln oder Frühlingszwiebeln anpflanzen und hast so eine größere Auswahl in der Küche. Um die Artenvielfalt zu bewahren lohnt es sich auch bei „Alten Sorten“ zu stöbern. In Samenkatalogen von Bio-Samenhändlern wirst du fündig, diese Sorten sind samenfest und du kannst dir selber wieder aus den Samen neue Zwiebeln ziehen.

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