In Deutschland landen gerade tonnenweise Gurken im Müll – angeblich weil sie plastikfrei sind

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Aktuell werden in Deutschland tonnenweise Gurken weggeworfen – weil das Gemüse verschrumpelt oder gelb ist. Grund dafür ist Experten zufolge die fehlende Plastikfolie bei Gurken. Aber das eigentliche Problem ist ein anderes.

Bereits vergangenes Jahr hat Netto angekündigt, Bio-Gurken nur noch ohne Plastikverpackung und stattdessen mit Laser-Tattoo zu verkaufen. Dieses Jahr folgten Rewe, Aldi und andere Märkte. Aldi verzichtet sogar bei allen Salatgurken auf die Folie. Eigenen Angaben zufolge spart der Discounter dadurch 120 Tonnen Kunststoff im Jahr ein.

Doch es gibt auch einen Nachteil: Ohne Plastikfolie verderben die Gurken schneller – und das macht sich jetzt bemerkbar. Laut der „Lebensmittel Zeitung“ werden aktuell „LKW-weise“ Gurken vernichtet, weil sie gelb oder schrumpelig sind. Pro LKW-Ladung entstehe ein Schaden von 25.000 Euro.

Bis die Gurke bei Aldi, Rewe, Edeka und Co. landet, dauert es

Solange die Gurken aus Deutschland oder Holland kommen, stört die fehlende Plastikhülle nicht. Dank der kurzen Transportwege kommt die Gurke frisch im Supermarkt an. Allerdings haben Gurken in Deutschland nur von Juni bis August Saison. In den kalten Wintermonaten kaufen die Supermärkte daher vermehrt Gurken aus Spanien ein.

Das spanische Gemüse hat deutlich längere Transportwege hinter sich. Der Lebensmittel Zeitung zufolge dauert es drei bis fünf Tage, bis die Gurke im Supermarkt ankommt – bis dahin verdirbt ein Teil der Ware. Früher mussten demnach fünf Prozent der Salatgurken entsorgt werden, erklärt ein Einkäufer der Zeitung. Aktuell seien es mehr als 10 Prozent. Die Plastikfolie würde Gurken bis zu eine Woche länger frisch halten.

Liegt es wirklich an der fehlenden Plastikfolie?

Schuld an der Lebensmittelverschwendung sei also die fehlende Plastikhülle – so die Argumentation. Das trifft es jedoch nicht ganz. Das eigentliche Problem ist, dass Kunden das ganze Jahr über Gurken im Salat haben wollen. Würden mehr Menschen im Winter auf Gurken verzichten, bräuchte es weder Plastikfolien noch die CO2-intensiven Transporte aus Spanien und anderen Ländern.

Utopia meint: Was ist schlimmer: die Plastikfolie oder die Lebensmittelverschwendung? Schon länger diskutieren Experten, ob die Gurke mit oder ohne Kunststoffhülle eine schlechtere Ökobilanz hat. Sinnvoller ist es, sich folgende Frage zu stellen: Müssen wir wirklich das ganze Jahr Gurken essen?

Wer wirklich nachhaltig essen will, kauft Gurken plastikfrei – und nur von Juli bis September aus regionalem Anbau. In den Wintermonaten gibt es genug Alternativen für den Salat: Karotten, Sellerie, Chicorée, Feldsalat und verschiedene Kohlsorten beispielsweise. Generell ist eine regionale und saisonale Ernährung besser fürs Klima. Wann welches Obst und Gemüse Saison hat, erfährst du im Utopia-Saisonkalender.

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