Demnächst essbare Insekten in Schweizer Supermärkten

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In der Schweiz sollen bald Insekten in die Supermarktregale und auf die Teller kommen. Dank einer Gesetzesänderung sind drei Insektenarten nun offiziell als Lebensmittel zugelassen – anders als in Deutschland. Eine der größten Supermarktketten will Insekten-Burger und -Hackbällchen anbieten.

Was in vielen Gegenden in Asien, Afrika und Lateinamerika völlig normal ist, scheint bei uns undenkbar: Insekten als Nahrungsmittel. In Europa waren Lebensmittel aus Insekten bislang nur in Belgien zugelassen. Seit dem 1. Mai 2017 dürfen Insekten nun auch in der Schweiz offiziell als Lebensmittel verkauft werden, allerdings nur drei Arten: Wanderheuschrecken, Mehlwürmer und Grillen.

Schweizer Supermarkt will Insekten-Burger verkaufen

Coop, einer der größten Einzel- und Großhändler der Schweiz, will sich als Erster an das Experiment wagen. Das Unternehmen will in ausgewählten Filialen gleich mehrere Produkte aus Insekten anbieten, darunter Burger und Hackbällchen.

Coop hat sich dafür mit dem Schweizer Start-up Essento zusammengetan. Essento hat sich darauf spezialisiert, sowohl ganze als auch verarbeitete Insekten zu produzieren. Die Insekten stammen laut Firmenwebseite aus kontrollierter und artgerechter Tierhaltung.

Insekten als Fleischersatz

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sieht Insekten als Nahrungsmittel der Zukunft – vor allem im Kampf gegen den weltweiten Hunger. Insekten enthalten viel hochwertiges Protein, Mineralstoffe, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren.

Heuschrecke Insekten essen
EineHeuschrecke: Seit Mai ist die „Wanderheuschrecke“ in der Schweiz als Nahrungsmittel zugelassen. (Foto: CCO Public Domain/ Pixabay )

Die Aufzucht von Insekten ist außerdem deutlich ressourcenschonender und nachhaltiger als die von Rindern, Schweinen, Geflügel oder Schafen. Insekten produzieren im Vergleich zu den anderen tierischen Proteinquellen deutlich weniger Treibhausgase.

Revision des Schweizer Lebensmittelgesetzes

Die kleinen Tiere benötigen zudem ein Vielfaches weniger an Wasser und Futter, als Rinder und Co. Laut SRF online („Schweizer Radio und Fernsehen“) wird aus zwei Kilo Futter im Durchschnitt ein Kilo Insektenmasse. Beim Rind hingegen sei das Verhältnis acht zu eins.

In Europa sind Insekten als Nahrungsmittel trotz aller Vorteile nicht zugelassen (mit Ausnahme von Belgien und nun auch der Schweiz). Es dürfen also keine Insekten zum Verzehr verkauft werden. Dass das nun in der Schweiz erlaubt ist, ist der Revision des Lebensmittelgesetzes zu verdanken.

Bislang noch keine Insekten in den Schweizer Supermärkten

Ganz so leicht ist es jedoch nicht, Burger und Hackbällchen aus Insekten in die Schweizer Supermärkte zu bekommen. Obwohl das nun theoretisch seit mehreren Monaten möglich wäre, gibt es bislang noch keine Insekten-Produkte zu kaufen.

Wie die „Luzerner Zeitung online“ berichtet, liegt das vor allem an bürokratischen Problemen und Lieferschwierigkeiten. Sobald die bürokratischen Hürden überwunden sind, will Coop den Verkauf von Insektenburgern und -Hackbällchen so bald wie möglich starten.

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