Elektroauto Sion: neue Testfahrt-Termine für das Solarauto von Sono Motors

Solarauto Sion | Elektroauto von Sono Motors
© Sono Motors

Das Solarauto Sion des Münchner Start-ups Sono Motors kann sich per Sonne aufladen, filtert Feinstaub mit Moos und integriert Carsharing-Konzepte getrimmt. Die Produktion startet 2019, für Interessierte gibt es jetzt zusätzliche Testfahrten.

Die nächsten Testfahrten sind derzeit an folgenden Orten möglich: Fürth (01. – 02.09.2018), Darmstadt (03. – 04.09.2018), Siegburg (Bonn) (05. – 06.09.2018), Maastricht (07. – 08.09.2018), Eindhoven (09. – 10.09.2018), Delft (11. – 12.09.2018), Almere (13. – 14.09.2018), Groningen (15. – 16.09.2018), Hengelo (19. – 20.09.2018), Detmold (21. -22.09.2018), Hildesheim (23. – 24.09.2018), Göttingen (25. – 26.09.2018), Fulda (27. -28.09.2018), Heilbronn (29. – 30.09.2018), Memmingen (03. – 04.10.2018), Weilheim /eRUDA (05.10.2018), Passau (09. – 11.10.2018) und München (13.10.2018).

Sono Motors Sion: Solar-Auto mit Hirn

Wo ist die nächste Elektroauto-Ladestation? Kriege ich da überhaupt echten Ökostrom? Für die Besitzer eines Sion-Elektroautos gehören diese Fragen der Vergangenheit an – zumindest zum Teil. Denn das Sion E-Auto geht einen Schritt weiter als die Konkurrenz – es ist ein Solarfahrzeug: Wo andere Autos mit Lack glänzen, glänzt der Sion mit Solarzellen, durch die er sich mit Sonnenenergie ganz von selbst aufladen kann.

Der Sion hat sozusagen sein eigenes Solar-Carport immer dabei: Die 330 Solarzellen der Karosserie bedecken 7,5 Quadratmeter Fläche und liefern 3,65 W/Zelle bei 24% Wirkungsgrad. Das viSono genannte Selbstladesystem soll pro Tag 30 km sonnengetriebenes Fahren ermöglichen, bei Wolken liefert viSono immerhin noch 15 km zusätzliche Reichweite. Natürlich ist das auch Jahreszeitenabhängig: Im Winter rechnet man mit 4 bis 13 km zusätzlicher Reichweite pro Ladetag, im Sommer mit 26 bis 29 km. Theoretisch kann das Auto, wenn man nicht viel fährt, sich komplett selbst laden und völlig ohne Tanken auskommen.

Ein weiteres einzigartiges Merkmal des Sion ist das System biSono (von „bidirektional“): Der Sion kann mit Sonnenenergie nicht nur seinen eigenen, wassergekühlten Akku laden, er kann als auch selbst als mobiler Stromspeicher arbeiten. Mit seinem Output von 6,6 kW lassen sich am Sion theoretisch sogar andere E-Autos laden. Ein System zur Bremsenergie-Rückgewinnung führt ebenfalls Energie in den Akku zurück. Das Unternehmen sieht das Auto auch als einen Baustein für dezentrale Energiespeicherung in Haushalten.

Solarauto Sion: Tankfüllung gratis

Im Prototypen von Sono Motors steckten mehr als vier Jahre Entwicklungszeit. Der Sion verspricht eine reale Reichweite von 250 km (laut FAQ, Stand 2018/06; bei 35-45 kWh). Aufladbar ist der Sono Motors Sion mit CCS, Typ 2 und SchuKo. Per Schnellladesäule (CCS, 50 kW, DC) kann das Solarautor in 30 Minuten auf 80% geladen werden. An einer herkömmlichen Typ-2-Ladestation (11 kW, AC) dauert das Laden auf 80% bzw. 100% etwa 2,5 Stunden bzw. 3,5 Stunden. An einer Haushaltssteckdose (SchuKo, 3,7 kW, AC) dauert es 13 Stunden, um das Auto auf 100% vollzuladen.

Elektroauto von Sono Motors: der Sion hat 7,5 qm Solarzellen
Elektroauto von Sono Motors: der Sion hat 7,5 qm Solarzellen (© Sono Motors)

5 Sitzplätze (2+3) machen ihn zu einem Solar-Familienauto mit leichtem SUV-Feeling. Alle Sitze lassen sich für Transporte umlegen. Ein breSono genannter Luftfilter aus Moos, der sich mit Luftfeuchtigkeit selbst ernähren soll, filtert Feinstaub aus der Luft und dient der Schalldämmung.

Solar-Elektroauto mit Carsharing-App

Geplant waren zwei Sion-Varianten, gestrichen wurde nun die Version „Urban“ für 12.000 Euro, geblieben ist die Version „Extender“ für 16.000 Euro (ohne Batterie). Die dafür angegebene Reichweiten von 250 km ist zwar noch Papierwert und keine NEFZ-Angabe, doch in seiner FAQ verspricht Sono Motors, dass diese 250 km real erreicht werden sollen. Die Batterie kann gekauft oder gemietet werden. Gekauft soll sie unter 4000 Euro kosten.

Sono Motors sieht die Zukunft des Verkehrs im Sharing-Bereich. Der Sion wird daher mit drei verschiedenen Mobilitätsdiensten ab Werk ausgestattet sein: powerSharing, carSharing und rideSharing. Über zugehörige Smartphone-Apps können Besitzer sowohl Mitfahrgelegenheiten als auch Strom sharen. Außerdem soll es möglich sein, den Sion für bestimmte Zeiträume komplett zu vermieten oder den mit dem Solarauto erzeugten Strom zu verkaufen.

Sion Solarauto innen: Moos als Luftfilter
Sion Solarauto innen: Moos als Luftfilter (© Sono Motors)

Auch eine optionale Anhängerkupplung ist beim Solarauto vorgesehen, mit der sich Anhänger mit bis zu 750 kg ziehen lassen sollen. Dazu passt, dass der Sion beim Campen ja selbst als mobile Stromquelle dienen kann. Auch bei Baustellen oder bei der Katastrophenhilfe soll das Solarauto von Sono Motors auf diese Weise einsetzbar sein.

Bilder findest du in der Bildstrecke zum Elektroauto Sion:

Den Luxus eines Tesla darf man sich beim Solarauto freilich nicht erwarten, dieses Elektroauto spricht nicht die superreichen Avantgardisten an, sondern will den Mittelstand für solare Elektromobilität begeistern. Dennoch gibt es ein 10-Zoll-Display und ein Infotainment-System.

Sono Motors holt Werkstätten ins Boot

Sono Motors denkt voraus: So existiert mit reSono auch gleich ein vom Fairphone inspiriertes Instandsetzungskonzept, bei dem die Fahrer selbstgemachte (und lizenzfrei herstellbare) Ersatzteile nachkaufen und unproblematisch einbauen können sollen.

Natürlich können Sion-Besitzer auch Werkstätten aufsuchen. Diese müssen aber keine teure Lizenz erwerben und es wird ihnen ein Werkstatthandbuch öffentlich zugänglich gemacht. Zudem hat Sono Motors in die Planung des Autos miteinbezogen, dass möglichst viele Teile schon existieren sollen, möglichst wenige neu entwickelt werden müssen.

Solarauto Sion – Elektroauto von Sono Motors
Solarauto Sion – Elektroauto von Sono Motors (© Sono Motors)

Ist das alles nur heiße Luft? Nein: Im Juli 2017 wurde das erste Modell des Sion während eines Release-Events in München vorgestellt. 700 Gäste aus Politik, Industrie und Medien waren geladen. Nach dem Release Event starte Sono Motors eine Probefahrt-Tour in 12 Städten und 6 Ländern Europas, die am 1. September auf weitere Städte und die Niederlande erweitert wird. Der Autor hat selbst eine Probefahrt durchgeführt und findet, es fährt sich einwandfrei.

Das Münchner Mobilitätsunternehmen Sono Motors hatte im Juni 2018 die Reservierung von mehr als 5.000 Fahrzeugen des innovativen Elektroautos Sion bekannt geben. Das Startup gibt außerdem an, dass für jedes dieser Fahrzeuge bereits Anzahlungen geleistet wurden und mehrere hundert Autos schon jetzt vollständig bezahlt seien. Der derzeitige Stand der Reservierungen würde einem Umsatz von über 100 Millionen Euro entsprechen.

Bisher hätten in Europa mehr als 10.000 Menschen die Möglichkeit einer Probefahrt mit dem Sion wahrgenommen und sich dabei über das Fahrzeug, das damit verbundene Mobilitätskonzept und die Entwicklung des Unternehmens informiert.

„Die Gespräche im Rahmen der Probefahrten-Touren sind für uns eine wertvolle Gelegenheit, die Ideen und Rückmeldungen unserer Unterstützer einzuholen. Somit können wir den Sion in enger Abstimmung mit dem Feedback aus unserer Community weiterentwickeln. Wir erfahren im persönlichen Kontakt und bei der Finanzierung dieses Projektes eine enorme Begeisterung und Loyalität für unser Ziel, den Sion auf die Straße zu bringen. Das ist es, was uns jeden Tag antreibt”, sagt Navina Pernsteiner, Kreativdirektorin und Co-Gründerin von Sono Motors.

Bis heute haben nach Unternehmensangaben Menschen aus über 30 Ländern das Fahrzeug direkt über die Unternehmens-Webseite reserviert. Dabei kommen etwas mehr als 80 Prozent der Reservierungen aus den Kernmärkten Deutschland, Österreich und der Schweiz, doch auch Interessenten aus Italien, Spanien und den USA haben Fahrzeuge reserviert. Die aktuelle Testfahrt-Tour will ab September 2018 auch die Niederlande begeistern.

Kann ein Solarauto funktionieren?

Utopia meint: Besser kann man das alte Utopia.de-Motto „Wir fangen dann schon mal an.“ nicht umsetzen: Während die einen noch die Idee eines Solarautos bezweifeln, hat der Toyota Prius Plug-In ein Solardach, Solarfahrzeuge erobern Gewässer und Luftverkehr – und jetzt kommt eben der Sion als Serien-Solarauto.

Natürlich wird er nicht perfekt sein und auch nicht allein mit Sonnenenergie fahren. Doch erstens kann man den Sion natürlich wie ein normales Elektroauto auch per Kabel aufladen. Zweitens sind auch „nur zusätzliche“ 15 bis 30 km Reichweite pro Tag keineswegs zu verachten. Drittens waren Solarautos wie blue.cruiser bislang nur akademische Einzelmodelle – der Sion hingegen geht in Serie.

So ist das Solarauto von Sono Motors ein erster Schritt zu einer sich regenerativ ladenden Infrastruktur für Elektromobilität, in der Solarautos zusammen mit Solarstraßen und Solarradwegen ihre eigene Energie bereitstellen.

Technische Daten des Solarauto Sion: 16.000 Euro plus Batterie, 35-bis-45-kWh-Akku, bis zu 250 km reale Reichweite
Technische Daten des Solarauto Sion: 16.000 Euro plus Batterie, 35-bis-45-kWh-Akku, bis zu 250 km reale Reichweite (© Sono Motors)

Sono Motors Sion: Preis und technische Daten

  • Länge / Breite / Höhe in Meter: 4,11 / 1,79 / 1,68
  • Akkukapazität: 35-45 kWh
  • Leistung: max. 80 kW bzw. 109 PS
  • Verbrauch: ca. 14 kWh / 100 km
  • Reichweite (theoretisch): 250 km (derzeit als „real“ versprochen)
  • Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
  • Leergewicht / zulässiges Gesamtgewicht: 1400 / 1950 kg
  • Preis: 16.000 Euro, plus Batterie-Kauf (<4000€) oder -Miete, vor Abzug einer E-Auto-Kaufprämie

Weitere Ausstattungsmerkmale: Airbags, ABS, ESC, Servolenkung, 2+3 Sitze, Kofferraum mit 500 Liter Platz, Isofix-Kindersitz-Halterungen an allen Beifahrersitzen.

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(25) Kommentare

  1. Ich finde das Auto gut. Es ist nicht zu klein und somit praktisch und für das was ich meist fahre käme ich wohl meistens sogar nur mit der Solaraufladung klar. Die Optik sagt mir allerdings auch nicht so gut zu, zu futuristisch. Aber daran kann man sich gewöhnen. Dann hoffe ich mal das sowas wirklich zu kaufen ist und möglichst auch gebraucht ( ein Neuwagen ist mir zu Teuer) bis ich irgendwann mal ein neues Auto brauche. Den solange mein jetziges noch fährt kommt es nicht in frage ein anderes zu kaufen.

  2. Das Auto ist echt klasse. Das ist das erste Auto, dass mich überzeugt es zu kaufen. Es gibt bestimmt einige Dinge die man verbessern könnte.
    z.B das Heck des Wagens gerade machen , damit man mehr Sichtlinie und Platz hat und bessere Batterie für längere Reichweite.

    Ich würde es gerne kaufen. Das einzigste was gegen den Kauf sprechen würde. Wäre der angeblich 2022 erscheinende VW I.D. BUZZ…. der jedoch kein Photovoltaik hat.

    Weiter so. BTW hübsches Mädchen im Interview Video.

  3. Sieht gut aus, würd ich mir kaufen! Einzig die Reichweite sollte bei mind. 400 Km liegen.
    Ich hoffe nur es wird nicht wieder der gleiche Reinfall wie beim Opel Ampera e. Großes ankündigen und dann niemals kaufen können. Die Idee mit den Solatzellen hatte ich schon lange, da muss erst ein neuer kommen um das zu verwirklichen. Ich glaube es ist an der Zeit den alt eingesessen Autoherstellern mal einen Denkzettel zu verpassen! Ich bin schon auf die Lügengeschichten der Facebook und Co gespannt was sich die wieder alles einfallen lassen um auch dieses Auto schlecht zu machen.
    Gott sei Dank gibt es aber immer noch Menschen die einen Hausverstand haben und diesen auch nützen.

  4. Die Akkugröße ist mit 30 kWh so nicht richtig; angestrebt sind 35-45 kWh.
    Und die Ladegeschwindigkeit ist etwas missverständlich formuliert, finde ich. Der Sion soll sich über Schuko-Steckdose (AC) mit 2,6 kW, über Typ 2 (AC) bis 11 kW und über CCS (DC) wie angegeben bis 50 kW laden lassen.
    Quelle: https://sonomotors.com/de/frequently-asked-questions.html/

    Ansonsten danke für das schöne Update. Freue mich schon auf meinen Sion!

  5. Klasse, vielen Dank für dein/euer Engagement!
    Hatte vor längerer Zeit schon mal bei Utopia.de über den Sion gelesen und so diese tolle Seite kennen gelernt – seit dem bin ich regelmäßig hier 🙂

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