Elektroauto-Ladestationen: bessere Tankstellen-Infrastruktur für Langstrecken

Elektroauto Ladestation Tankstelle
Foto: Utopia / Ch.Schwarzer

Wer mit dem Elektroauto auch hunderte Kilometer zurücklegen will, braucht je nach Akku-Reichweite mehrere Ladestationen. Inzwischen haben sehr viele Tankstellen ihr Angebot für Elektroautos ausgebaut und unterstützen verschiedene Stecker. Vor allem an Autobahnen gibt es mittlerweile ein dichtes Netz an Ladesäulen.

Dichtes Netz an Elektroauto-Ladestationen ermöglicht auch Langstrecken

Ladestation für Elektroautos
Ladestation für Elektroautos
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / uveX)

Von München nach Hamburg mit dem Elektroauto? Was vor einigen Jahren noch unmöglich war, ist heute kein Problem mehr. An rund 7.500 Ladesäulen (Stand: März 2017) kannst du Strom für weitere Kilometer tanken. Um bei Langstrecken auf der Autobahn nicht erst in die Stadt fahren zu müssen, gibt es auch an immer mehr Autobahn-Tankstellen Ladesäulen.

Alleine Tank & Rast, der größte Betreiber von Autobahn-Tankstellen und -Raststätten in Deutschland, stellt an jeder seiner Tankstellen Ladesäulen zur Verfügung. Je nach Stecker kann die Fahrt nach 10 bis 30 Minuten weiter gehen. Das reicht für etwa weitere 100 Kilometer. Tesla-Autos sind dann sogar auf etwa 80 Prozent geladen und kommen damit deutlich weiter.

Elektroauto-Tankstellen für die Routenplanung berücksichtigen

Elektroauto: Routenplaner mit Ladestationen
Elektroauto: Routenplaner mit Ladestationen
(Foto: Going Electric)

Während die Tesla-Modelle zwischen 400 und 600 Kilometer mit einer Akku-Ladung zurücklegen können, schaffen es kleinere und günstigere Elektroautos wie der e.GO Life auf gerade einmal 100 Kilometer Reichweite. Damit auch solche kleineren Autos lange Strecken bewältigen können, lohnt sich ein Routenplaner mit Ladesäulen-Anzeige.

  • Einen speziellen Routenplaner für Elektroautos bietet zum Beispiel Going Electric an. Hier kannst du neben deinem genauen Modell auch die Reichweite und den Steckertyp eingeben, dann erhälst du eine auf dein Auto abgestimmte Route.
  • Bei der Bundesnetzagentur findest du ein Ladesäulenregister mit zahlreichen Filtern für z.B. Schnell-Ladesäulen. Die komplette Liste aller Ladesäulen kannst du dir auch als Excel-Datei herunterladen (Stand: 14. Juni 2017).

Bessere Infrastruktur dank einheitlicher Steckertypen

Die Einführung der Elektromobilität lief lange Zeit schleppend: Geringe Reichweite, wenige Ladesäulen und unterschiedliche Stecker ließen Elektroautos in der Vergangenheit unattraktiv wirken. Doch die Reichweite von Elektroautos kann sich heute sehen lassen und die Anzahl der Ladesäulen reicht sogar für Langstrecken. Doch wie sieht es mit der Stecker-Technologie aus?

  • Der dreiphasige Stecker Typ 2 ist in Europa am meisten verbreitet und hat sich in Deutschland als Standard etabliert. Auch asiatische Autos mit dem Typ 1 können an Ladesäulen für den Typ 2 angeschlossen werden. Ebenfalls kompatibel ist der Supercharger von Tesla, da es sich lediglich um eine modifizierte Version des Typ 2 handelt.
  • Unterschiede gibt es dagegen bei der Ladeleistung: Viele Elektro-Tankstellen haben nur eine Leistung von 22 KW und nicht das Maximum von 43 KW. Deshalb dauert das Aufladen hier länger.

Tipp: Am besten schaust du schon bei der Routenplanung, wo Schnell-Ladesäulen an deiner Wegstrecke stehen. Führt eine Autobahn durch eine Stadt, kann sich auch ein kurzer Abstecher zur nächstgelegenen Ladesäule lohnen.

    So viel kostet das Aufladen des Elektroautos an der Autobahn

    Autobahn: Elektoauto aufladen
    Autobahn: Elektoauto aufladen
    (Foto: CCO Public Domain / Pixabay / bpeter)

    Die einen Ladesäulen sind kostenlos, für die anderen zahlst du schnell 15 Euro und mehr. Doch wo ist der Unterschied? Einige Anbieter berechnen die Kosten nach Ladezeit. Andere dagegen die Lademenge in kWh. Dazu kommt häufig noch eine monatliche Grundgebühr.

    Hier ein kurzer Überblick (Stand Sommer 2017):

    Die größten deutschen Anbieter von Elektroauto-Ladesäulen sind Charge Now, EnBW und RWE. Allerdings lädst du dein Auto häufig mit Kohle- und / oder Atom-Strom auf. Zwar werben auch große Stromkonzerne wie EnBW damit, an Ladesäulen nur grünen Strom zu verkaufen, dennoch kaufst du damit deinen Strom bei einem Betreiber von Kohle- und Atomkraftanlagen. Wir nennen drei mögliche, nachhaltige Alternativen:

    • Naturstrom (Platz 3 der Utopia-Bestenliste): Der Ökostrom-Anbieter Naturstrom baut sein Ladesäulen-Netz stetig aus und kommt auf rund 25.000 Ladesäulen in Europa. Abgerechnet wird im Minutentakt: Das Aufladen mit einphasigen-Steckern kostet 5 Cent / Minute und dreiphasige Stecker 15 Cent / Minute (jeweils Wechselstrom). Auch einige Schnell-Ladesäulen mit Gleichstrom gibt es, hier zahlst du 35 Cent pro Minute.
    • Lichtblick (Platz 7 der Utopia-Bestenliste): Mit dem „FahrStrom“ bietet der Ökostrom-Anbieter grünen Strom an 15.000 Ladesäulen in Europa an. Der Preis von 26,44 Cent pro Kilowattstunde entspricht dem normalen Preis für Ökostrom von Lichtblick.
    • Entega (Platz 8 der Utopia-Bestenliste): Insgesamt 7.500 Ladeäsulen gibt es von Entega in Europa, bezahlt wird per Flatrate. Unbegrenzt Ökostrom tanken kostet monatlich 30 Euro und wer auch Entega-Strom zuhause bezieht, zahlt nur 25 Euro im Monat.

    Tipp: Der europaweite Anbieter Plugsurfing vereint zahlreiche große und kleine Anbieter von Ladesäulen. So musst du dich nur einmal anmelden und kannst sehr viele Ladesäulen nutzen. Die Preise variieren je nach Anbieter und liegen zwischen 30 Cent und mehreren Euro pro Stunde Ladezeit.

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