Elektroauto-Ladestationen: Bessere Tankstellen-Infrastruktur für Langstrecken

Foto: Utopia / Ch.Schwarzer

Wer mit dem Elektroauto hunderte Kilometer zurücklegen will, braucht je nach Akku-Reichweite mehrere Ladestationen. Inzwischen haben sehr viele Tankstellen ihr Angebot für Elektroautos ausgebaut und unterstützen verschiedene Stecker. Vor allem an Autobahnen gibt es mittlerweile ein dichtes Netz an Ladesäulen.

Dichtes Netz an Elektroauto-Ladestationen ermöglicht auch Langstrecken

Ladestation für Elektroautos
Ladestation für Elektroautos (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / uveX)

Von München nach Hamburg mit dem Elektroauto? Was vor einigen Jahren noch unmöglich war, ist heute kein Problem mehr. An rund 14.000 Ladesäulen (Stand: März 2019) kannst du Strom für weitere Kilometer tanken. Um bei Langstrecken auf der Autobahn nicht erst in die Stadt fahren zu müssen, gibt es auch an immer mehr Autobahn-Tankstellen Ladesäulen.

Alleine Tank & Rast, der größte Betreiber von Autobahn-Tankstellen und -Raststätten in Deutschland, stellt an jeder seiner Tankstellen Ladesäulen zur Verfügung. Je nach Stecker kann die Fahrt nach 10 bis 30 Minuten weiter gehen. Das reicht für etwa weitere 100 Kilometer. Tesla-Autos sind dann sogar auf etwa 80 Prozent geladen und kommen damit deutlich weiter.

Elektroauto-Tankstellen für die Routenplanung berücksichtigen

Elektroauto: Routenplaner mit Ladestationen
Elektroauto: Routenplaner mit Ladestationen (Foto: Going Electric)

Während die Tesla-Modelle zwischen 400 und 600 Kilometer mit einer Akku-Ladung zurücklegen können, schaffen es kleinere und günstigere Elektroautos wie der e.GO Life auf gerade einmal 100 Kilometer Reichweite. Damit auch solche kleineren Autos lange Strecken bewältigen können, lohnt sich ein Routenplaner mit Ladesäulen-Anzeige.

  • Einen speziellen Routenplaner für Elektroautos bietet zum Beispiel Going Electric an. Hier kannst du neben deinem genauen Modell auch die Reichweite und den Steckertyp eingeben, dann erhältst du eine auf dein Auto abgestimmte Route.
  • Bei der Bundesnetzagentur findest du ein Ladesäulenregister mit zahlreichen Filtern für z.B. Schnell-Ladesäulen. Die komplette Liste aller Ladesäulen kannst du dir auch als Excel-Datei herunterladen (Stand: 8.März 2019)

Bessere Infrastruktur dank einheitlicher Steckertypen

Die Einführung der Elektromobilität lief lange Zeit schleppend: Geringe Reichweite, wenige Ladesäulen und unterschiedliche Stecker ließen Elektroautos in der Vergangenheit unattraktiv wirken. Doch die Reichweite von Elektroautos kann sich heute sehen lassen, und die Anzahl der Ladesäulen reicht sogar für Langstrecken. Doch wie sieht es mit der Stecker-Technologie aus?

  • Der dreiphasige Stecker Typ 2 ist in Europa am meisten verbreitet und hat sich in Deutschland als Standard etabliert. Auch asiatische Autos mit dem Typ 1 können an Ladesäulen für den Typ 2 angeschlossen werden. Ebenfalls kompatibel ist der Supercharger von Tesla, da es sich lediglich um eine modifizierte Version des Typ 2 handelt.
  • Unterschiede gibt es dagegen bei der Ladeleistung: Viele Elektro-Tankstellen haben nur eine Leistung von 22 kW und erreichen nicht das Maximum von 43 kW. Deshalb dauert das Aufladen hier länger. Getoppt wird das nur von Teslas Superchargern mit 125 kW. Hier ist der Akku nach 20 Minuten wieder halbvoll.

Tipp: Am besten schaust du schon bei der Routenplanung, wo Schnell-Ladesäulen an deiner Wegstrecke stehen. Führt eine Autobahn durch eine Stadt, kann sich auch ein kurzer Abstecher zur nächstgelegenen Ladesäule lohnen.

So viel kostet das Aufladen des Elektroautos an der Autobahn

Elektroauto aufladen: Kosten an der Ladesäule
Elektroauto aufladen: Kosten an der Ladesäule (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Die einen Ladesäulen sind kostenlos, für die anderen zahlst du schnell 15 Euro und mehr. Doch wo ist der Unterschied? Einige Anbieter berechnen die Kosten nach Ladezeit. Andere dagegen die Lademenge in kWh. Dazu kommt häufig noch eine monatliche Grundgebühr.

Hier ein kurzer Überblick (Stand März 2019):

Die größten deutschen Anbieter von Elektroauto-Ladesäulen sind ChargeNow, EnBW und innogy.

  • Bei innogy zahlst du im Tarif mit 4,95 Euro monatlicher Grundgebühr 30 Cent/kWh bzw. 6,95 Euro/Ladevorgang an der Schnellladesäule. Ohne monatliche Grundgebühr sind es 39 Cent/kWh.
  • Bei ChargeNow zahlst du pro Minute: Im Tarif mit 9,50 Euro monatlicher Grundgebühr sind es am Tag 4 Cent pro Minute, bei Nacht 2 Cent und am Schnell-Lader 28 Cent pro Minute. Im Tarif ohne Grundgebühr 7 Cent pro Minute, bei Nacht 3,5 Cent und am Schnell-Lader 30 Cent pro Minute.
  • Bei EnBW zahlst du pro Aufladen max. einen Euro an normalen Ladesäulen und max. zwei Euro am Schnelllader.

Echter Ökostrom: Die besseren Ladesäulen

Allerdings lädst du dein Auto häufig mit Kohle- und/oder Atom-Strom auf. Zwar werben auch große Stromkonzerne wie EnBW damit, an Ladesäulen nur grünen Strom zu verkaufen, dennoch kaufst du damit deinen Strom bei einem Betreiber von Kohle- und Atomkraftanlagen bzw. seinem Tochterunternehmen. Wir nennen drei nachhaltige Alternativen:

  • Naturstrom (Platz 3 der Utopia-Bestenliste, 03/2019): Der Ökostrom-Anbieter Naturstrom baut sein Ladesäulen-Netz stetig aus und kommt auf rund 80.000 Ladesäulen in Europa. Abgerechnet wird im Minutentakt: Das Aufladen an einfachen Ladesäulen kostet 5,90 Euro pro Ladevorgang. An Schnell-Ladesäulen mit mehr als 22 kW zahlst du 7,90 Euro für einmal Aufladen.
  • Lichtblick (Platz 7 der Utopia-Bestenliste, 03/2019): Mit dem „FahrStrom“ bietet der Ökostrom-Anbieter grünen Strom an über 80.000 Ladesäulen in Europa an. Dabei handelt es sich um eine Zusatz-Option für alle Lichtblick-Kunden. Der normale Strom-Tarif für zu Hause kostet 9,95 Euro Grundgebühr im Monat und 27,99 Ct/kWh. Für „FahrStrom“ zahlst du einen Euro im Monat und die Preise der Kooperationspartner. Diese variieren, sind aber vorab einsehbar.
  • Entega (Platz 8 der Utopia-Bestenliste, 03/2019): Insgesamt 90.00 Ladesäulen gibt es von Entega-Partnern in Europa, bezahlt wird wahlweise per Flatrate oder pro Kilowattstunde. Unbegrenzt Ökostrom tanken kostet monatlich 45 Euro und wer auch Entega-Strom zu Hause bezieht, zahlt nur 40 Euro im Monat. Dagegen zahlst du bei einer kilowattstundengenauen Abrechnung 36 Cent pro kWh. Dies bezieht sich aber nur auf Ladesäulen von Entega selbst. Bei einem Entega-Partner können die Preise abweichen.

Tipp: Der europaweite Anbieter Plugsurfing vereint zahlreiche große und kleine Anbieter von Ladesäulen. So musst du dich nur einmal anmelden und kannst sehr viele Ladesäulen nutzen. Die Preise variieren je nach Anbieter und liegen zwischen 30 Cent und mehreren Euro pro Stunde Ladezeit.

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